Typische Krankheiten des modernen Dogo Canario

Typische Krankheiten des modernen Dogo Canario

Die meisten Interessenten kommen zum AVD e.V. und zu unseren Züchtern, da sie einen gesunden Molosser oder besser gesagt einen gesunden Hund in der 45-55 kg –Klasse suchen.

Auffällig ist auch das nahezu alle Welpeninteressenten im AVD e.V. keine Ersthundbesitzer sind. Das überragende Gros der Interessenten hatte zuvor auch molossoide Rassen geführt. Die meist vertretenden Rassen waren hier der Deutsche Rottweiler und der Englische Bullmastiff, beides Rassen den es neben den häufigen Wesensschwächen in der Regel auch an Gesundheit und allgemeiner Fitness mangelt.

Viele haben die legendären Geschichten der robusten und ultimativ leistungsstarken Molosserrasse des spanischen Alano gehört. Sicher ist dieser Ur-Alano das Sinnbild für einen gesunden und leistungsfähigen Molosser überhaupt, einzig die alten germanischen Hatzrüden könnte man in ähnlicher weise als Leitbild anführen.

Nun ist die Frage ob denn der moderne Dogo Canario (Rassebezeichnung nach FCI),  als direkter Sohn des alten Alano, tatsächlich auch über die gleiche Robustheit, Fitness und Gesundheit verfügt, wie sein historischer Vater. Denn auch der (z.B.) Englische Bullmastiff hatte mal zu mindest ausreichend leistungsstarke und sicher auch gesunde Vorfahren.

Es ist ein Fakt das man Gesundheit nur durch strenge Zuchtauswahl sichert und erhält. Doch gibt es Erbkrankheiten, die Früher sicher nicht spezifisch untersucht wurden, wie zum Beispiel die Ellbogen Displasie, eine Erkrankung des Ellbogengelenkes die man ausschließlich röntgenologisch feststellen kann, ebenso wie krankhafte Veränderungen des Rücken oder der Hüfte. Aber trotzdem ist davon auszugehen, dass diese und viele weitere Erbkrankheiten damals weit weniger vorkamen, alles es heute der Fall ist und dies obwohl es früher keine Röntgengeräte gab. Der Grund liegt ganz klar auf der Hand, kranke Hunde unterlagen der natürlichen Auslese, das Wort “natürlich” ist in diesem Zusammenhang sicher diskutabel. Alanos die krank wurden, die ihre harte Arbeit als kompromisslose Packer an Hochwild und Stieren nicht erfüllen konnten, Packer die nicht in der Lage waren Reitern auf schnellen Pferden zu folgen, wurden getötet. Dies klingt sicher  sehr roh und hart doch war es der Grund für die genetische Gesundheit unserer Hunde. Nur die besten leistungsfähigsten Arbeitshunde wurden für die Weiterzucht genommen.

Doch der Mehrheit (nicht allen) unserer heutigen Dogo Canarios (Alanos) fehlt diese funktionsgebundene Arbeits-Auslese. Besonders die Ausstellungsexemplare der modernen immer häufiger anzutreffenden Show-Dogo Canarios haben sich weit vom ursprünglichen Arbeitstyp entfernt. Mehr Gewicht, kürzere Beine, dickere Knochen, alles Merkmale die die Frage nach der Gesundheit berechtigt wieder aufkommen lässt. Auch darf man im Bezug auf die Dogo Canarios der Schönheitsshows, nicht vergessen das sie all zu oft mit krankheitsbelasteten Rassen wie Mastiff, Bullmastiff, Deutsche Dogge, Mastino Napoletano aufgeputscht wurden um durch diese Einkreuzungen mehr tote Masse für den Ring der Schönheits-Hundeausstellungen zu gewinnen. Denn ausnahmslos ALLE Rassen die einmal bei den Schönheitszüchtern gelandet sind wurden auch durch sie deutlich beschädigt, einige sogar gänzlich vernichtet.

Die neue Popularität unserer Rasse wird sicher auch ihr schlimmster Feind werden.

Und die FCI (ein privater aber großer Hundedachverband) führt ihn nicht einmal unter den Gebrauchshunden weder unter den Dienst/Schutzhund-Gebrauchsrassen noch unter den vielleicht am passenden Jagdgebrauchshunden. Das heißt es lässt sich keine Pflicht die die Kontrolle von Wesen und Gesundheit erzwingt vorschreiben. Für diejenigen Leser die glauben oder gehört haben, dass der VDH seine Molosser im Wesen und Gesundheit untersucht und überprüft, sei hier deutlich gesagt, dass dies vollkommender Blödsinn ist. Hunde mit mittlerer HD, schwerster ED vollkommen kaputten Rücken gelten dort noch als gesund, diese Hunde sind genauso gesund, wie die Bordeauxdoggen ausdauerfähig sind, auch wenn sie eine lächerlicher Ausdauerprüfung über 8 km mit zwei Pausen abgelegt haben. Auch sind doch keine Dogo Canarios im VDH auf rassetypisches und festes Wesen geprüft, wenn sie durch den Ausstellungsring wartscheln, der Richter sie einmal anlangt und vielleicht noch in die Hände klatscht. Das ist alles  reine Augenwischerei und sonst nichts. Wer glaubt das dort das Wesen oder die Fitness geprüft wird hat von beidem absolut keine Ahnung!!!

Sicher ist es also so, dass bei weitem nicht alle Dogo Canarios gesund sind. Auch die meisten unserer Vereinsmitglieder sind im AVD e.V, da er der einzige Verein ist, der sich dem Dogo Canario angenommen hat und der sich auch tatsächlich um die Zucht gesunder Hunde bemüht. (Nebenbei ist er auch der einzige Verein für die Rasse Dogo Canario der darüber hinaus auch die Leistungsfähigkeit, die rassetypischen Triebanlage, das Wesen und den Charakter und die Ausdauerfähigkeit über 25 km prüft).

Gibt es also keine kranken Hunde im AVD e.V. ?

So etwas von sich selbst zu behaupten steht vielen der Schwarz und Schönheits-Züchter sicher gut zu Gesicht, da dort Denunziationen und Lügen scheinbar immer wichtiger sind als die Zucht gesunder Hunde. Doch der AVD e.V. will diesen unehrlichen betrügerischen Weg nicht gehen.

Also sagen wir deutlich, dass es auch im AVD e.V. Dogo Canarios (Alanos) gibt, die nicht gesund sind. Auch wenn es ein FAKT ist, dass der Durchschnitt der im AVD e.V. gezüchteten Hunde weit gesünder ist als der weltweite (!) Durchschnitt der Dogo Canarios außerhalb des deutschen AVD e.V. . Wir haben unsere Zuchtlinien auf die leistungsfähigsten und gesündesten Linien und Zuchthunde aufgebaut. Unsere Linien reichen alle auf Importiere zurück und auch bei denen haben wir immer die Gesundheit überprüft. Allerdings muss man auch hier ehrlich sein, wenn wir einen erwachsenen Hund aus Spanien importieren, können wir ihn erst vereicht in Deutschland untersuchen lassen, ist er gesund hat er Chancen in die Zucht zu kommen (im AVD e.V. gehört da allerdings noch jede Menge mehr dazu). Doch die weiteren Ahnen dieses Hundes wurden in der Regel nicht untersucht und wenn doch sind die Resultate für uns nicht verlässlich. So kann es also sein, dass wir versteckte Erbkrankheiten auch in unseren Linien haben, die im ungünstigen Falle auch mal gut ein bis zwei Generationen überspringen können und plötzlich wieder auftreten.

Daher können wir es in den Statistiken des AVD e.V.  auch wunderbar ablesen, dass die seltenen Fälle von genetischen Krankheiten fast nur bei so genannten Outcrossverpaarungen (Verpaarungen mit neuem fremden Blut) auftreten können, umso mehr Hunde unserer Leistungs- Linie in der Ahnenreihe des Hundes vertreten sind umso unwahrscheinlicher sind auch genetische Erkrankungen die auftreten könnten. Nur können wir halt nicht ausschließlich mit Hunden aus unserer Linie züchten, da sie zwar mittlerweile sehr groß ist und viele hervorragende Hunde umschließt, doch ist sie noch nicht breit genug. Im AVD e.V. Zuchtbuch sind mittlerweile um die 300 Hunde eingetragen, was wohl eine beachtliche Zahl ist, doch reicht sie noch nicht aus. Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich später ausschließlich mit geprüften AVD e.V.- Linien zu züchten, das wäre wie ein ultimativer Meilenstein in der Zuchtgeschichte der ganzen Rasse. Doch noch ist es nicht so. Deshalb sind wir immer noch jedes Jahr in Spanien auf den Kanaren und in weiteren Ländern (nahe zu allen der EU) unterwegs um vernünftige und gesunde Dogo Canarios (Alanos) zu suchen. Viele der spanischen Besitzer und Züchter sind mittlerweile (durch die internationale, vor allem amerikanische Popularitätswelle) so geschäftlich orientiert, dass sie extreme Summen für erwachsene Tiere verlangen.

Uns sind in den letzten Jahre viele Hunde angeboten worden, die über 10.000Euro gehandelt wurden, Hunde die wir vor vier Jahren noch für 5000 Euro gekauft hätten, doch bei den Summen mussten wir in den letzten beiden Jahren doch passen und sind dazu übergegangen von interessant erscheinenden Zuchthunden einfach mehrere Welpen zu importieren., in der Hoffnung, das sie vielleicht später an die Qualitäten ihrer Eltern anknüpfen würden und so vielleicht jeder vierte zuchttauglich und zuchtwertvoll werden könnte. Einige Amis haben bereits einzelne erwachsene Hunde für über 25.000 Euro in die Statten importiert, wohlgemerkt für nur einen einzigen Hund und noch nicht einmal sehr gute.

Es gibt über dreihundert bekannte Erbkrankheiten, an denen  die verschiedenen Hunderassen leiden. Der deutsche rassebetreuende Verein für den Dogo Canario, der AVD e.V., untersucht die am wahrscheinlichsten auftretenden Erbkrankheiten bei seinen Zucht und Nachzuchthunden.

Diese Erbkrankheiten und Mängel sind:

Hüfgeleksdisplasie (HD)

Ellbogendisplasie (ED)

Zahnfeheler

Einhodigkeit

Entropium

Ektropium

Herz-Kreislaufsystem

Darüber hinaus wurden viele Zuchthunde freiwillig auf Rückenerkrankungen wie z.B. Cauda Equina und Bandscheibenvorfälle untersucht. (Züchter ausserhalb des AVD e.V. sind momentan kräftig dabei weitere Erkrankungen wie genetische Herzfehler und Epilepsie zu importieren und in Form ihrer Welpen in Deutschland zu verbreiten.

Dank der strengen Zuchtselektion des AVD e.V., der hier eine wirklich zukunftsweisende Arbeit leistet, haben wir die Erbkrankheiten die international die Rasse Dogo Canario doch erheblich plagen, extrem gemindert bis vollkommen beseitigt. Wobei eine Beseitigung sicher nie wirklich vollkommen ausnahmslos sein kann, bzw. als abgeschlossen zu betrachten sein darf. Doch diese wenigen gesundheitlichen Ausreißer die bei uns im AVD e.V. sind, sind trotzdem nicht im geringsten mit dem schlechten und genetischen kranken Rasseexemplaren der Schönheitszüchter zu vergleichen!

Auch kommt die sonst so weit verbreitete ED und HD, bei den von uns gezüchteten Hunden nur noch bei vielleicht 5 % – 8% der Hunde vor. Es ist z.B. nur ein einziger Hund bekannt, der im AVD e.V. gezüchtet ist und eine schwere Erkrankung der Hüfte aufweist. Eine genaue Statistik wird nach Abschluss der Studie vom AVD e.V. veröffentlicht.

In den USA werden weit mehr Hunde auf HD geröngt als dies in Spanien der Fall ist, doch mehr als HD scheint den Amerikanern an Erbkrankheiten nicht bekannt zu sein. Auch sind deren Masstäbe als geringer einzustufen als die unseren. Wir wurden in den letzten Jahren vermehrt von Amerikanern angeschrieben und angerufen mit der Bitte ihnen erwachsene Hunde zu verkaufen. Einige waren klug und wollten Leistungshunde aus unseren eigenen Linien einige waren genetisch nicht so bewandert und baten uns für sie in Spanien und anderen europäischen Ländern (vornehmlich in Polen) Hunde für sie zu kaufen, da sie wussten, dass wir überall hin gute Kontakte pflegen. In einigen Fällen taten wir dies auch. Auffällig hierbei war für uns, dass wir einige der Hunde zuvor (rein aus eigenem Interesse) auf HD und ED untersuchten, sprich röntgen ließen. Die Hunde hatten teils nicht sehr gute Ergebnisse wie z.B. leichte HD und sogar ein Dogo Canario mit mittlerer HD war dabei. Und nun kommt’s diese Hunde wurden in den USA später erneut HD geröngt und die Hunde waren alle gut eine Stufe besser. Als Beispiel, wenn der Hund in Deutschland HD-mittel war, war er in den USA nur noch HD-leicht. Auch ist dies bereits anders herum passiert Hund in den USA gekauft der dort als HD-B (Übergang/Verdacht) angegeben war und in Deutschland nach geröngt Resultat HD-C (leichte HD).

Also wissen Sie was Sie in Zukunft davon zu halten haben, wenn auf einer amerikanischen Internetseite die HD-Ergebnisse der Zuchthunde angeführt sind.

Zur besseren Orientierung:

Deutschland:

HD-A (frei)

HD-B (Übergang)

HD-C (leicht)

HD-D (mittel)

HD-E (schwer

USA:

HD-A: Perfect/Excelent

HD-B: Good

HD-C. Fair

HD-D: Medium

HD-E: Heavy

(nur dass Sie die Hunde in den USA demnach getrost eine Stufe schlechter einordnen müssen).

Abschließender Fakt ist:

-das der Dogo Canario (Alano) ein überdurchschnittlich gesunder Molsser ist.

-das aber auch beim Dogo Canario bedingt durch falsche Zuchtselektionen genetische Krankheiten, immer häufiger auftreten und gefestigt werden.

-das der AVD e.V. den gesundheitlich besten Durchschnitt der Rassepopulation aufweist.

-das  der AVD e.V. sich die strengsten und zukunftsweisensten  Zuchtvorschriften zum Wohle der Rasse auferlegt hat.

-das der AVD e.V. im Durchschnitt die gesündestens Dogo Canarios und Molosser überhaupt züchtet (und das weltweit)!

Zum Wohle der Rasse: AVD.e.V. !

Datum: 12.02.08