Spanien Jagd-Reise Anfang 2010

Jagdreise Spanien 

(Jagdterrier, Alanos/Villanos/Presas)

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Anfang des Jahres waren wir mal wieder in Spanien. Dies ist klingt für die meisten sicherlich nicht besonders erwähnenswert, da wir bekanntlich häufiger im Ausland unterwegs sind, um Ausschau nach zuchtwertvollen Hunden und Linien zu halten. (lesen Sie auch diese beiden Artikel hierzu, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier und hier und klick hier.

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Wie in der Vergangenheit schon mehrfach erwähnt, besuchen wir nicht nur bekannte Züchter, sondern favorisieren vor allem „Privatpersonen“ und Praktiker, die mit ihren Hunden arbeiten. Dabei interessiert uns nicht nur die schutzdiensttaugliche Hunde, sondern auch die wirklichen Arbeitslinien der Schwarzwildjäger und Rinderzüchter. 

Dieses Mal möchte ich einen kleinen Reisebericht zum besten geben, da wir uns diesmal nicht in Eigenregie aufmachten, sondern einer Einladung folgten.  Wir erhielten eine Jagdeinladung von einem spanischen Freund, der selbst ebenfalls Jäger und Rüdemann ist. 

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…bereits unsere Jagdeinladung lass sich verlockend…

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Eine größere Gesellschaft von Hundeführern sammelte sich in einem Tal  im Norden Spaniens und wir waren dabei. Alle Hundeführer waren auch Jäger. Neben uns waren noch weitere fremde Nationen vertreten. So waren Tschechen, Kroaten, Franzosen und selbst ein Kanadier angereist um gemeinsam diese Jagdtage zu begehen. Selbstverständlich hatten alle auch Hunde dabei. Es gab eine deutliche Majorität von Deutschen Jagdterriern, aber auch Airedale Terrier, Parson Russel Terrier, Heideterrier, Alanos und Villanos de las Encartacions waren dabei. Die Terrier fundieren in erster Line zum „Aufstöbern“ des Wildes, die Alanos und Perros de Presas Encarto (Villanos de las Encartacions) fungieren in ihrer Funktion für den harten Einsatz am Schwarzwild und (soweit er im Treiben bleibt) am Wolf. 

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Der Villano de las Encartacions wird auch als Perro de Presa Encarto bezeichnet und stellt einen direkten Nachfolger vom alten, historischen Alano dar. Da er zwar sehr rein erhaltern blieb, aber von einer einseitigen Selektion auf “Gebirgstauglichkeit” beeinflusst war, stellt er heute die laufstarke aber leichteste Form des alten spanischen Packer dar. Wir sahen hauptsächlich Hunde mit einen Gewicht von 30 bis 35kg. (zum Thema Gewicht lesen Sie bitte auch folgenden Artikel, klick hier).

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Wir wurden selten von soviel Gastfreundschaft begrüßt. Das noble Hotel wurde von den Gastgebern bezahlt und alles fand in einer traditionellen und sehr festlichen Form statt. 

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Für uns war es eine besondere Freude vor allem einen Mann, bzw. korrekt ausgedrückt DEN Mann des Villano de las Encartaciones kennen zu lernen. Er jagt mit seinen Hunden überaus erfolgreich auf  Schwarzwild und nutzt sie auch als Packer an seinen Rindern. Die Rinder werden in dieser Region in traditioneller Art und Weise frei in den Bergen gehalten. Um sie einzufangen sind die Rinderzüchter auf ihre spanischen Packerhunde (Perros de Presas) angewiesen. Eine reinere und authentischere Arbeitslinie wird man wohl kaum finden. (Lesen Sie auch unseren Pionier-Artikel über den Villano de las Encartaciones, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

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Viele Meuteführer aus Mittel- und Südspanien wollten schon Welpen aus dieser Zuchtlinie kaufen, da die Hunde nicht nur als überragende Packer gelten sondern auch sehr sozialverträglich mit anderen Hunden sind. Doch sie bekamen keine. Diese echten Linien werden seit vielen Generationen vom Großvater, zum Vater zum Enkel weitergereicht. Die Linie wird wie ein Schatz bewahrt und nur an wirkliche Praktiker aus der Region weitergegeben. Die Hunde werden nicht für den Verkauf gezüchtet, sondern nur für die harte Praxis. 

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Wir sind sehr stolz und dankbar, denn wir bekamen von ihm einen Welpen geschenkt. Und er hat noch nie einen Hund ins Ausland gegeben. Wir wissen diese Ehre und diesen Respekt sehr zu schätzen. Des Weiteren bot er uns an, uns noch mehr Hunde aus seiner Zuchtlinie zu schenken – einzige Bedingung die Hunde müssen arbeiten, als funktionslose Haushunde sind sie ihm bei weitem zu schade… Nun sind wir die ersten Deutschen, die solch einen Hund ihr Eigen nennen können.  Muchas Gracias! 

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Auch wurden uns Hunde aus verschiedenen authentischen Linien präsentiert. Leider hatten wir nicht genügend Zeit um mit ihm zu allen interessanten Packer hinzufahren. Dies werden wir allerdings sicherlich noch nachholen. 

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Was für uns sehr interessant war, dass unserer neuer Freund, für viele (wie z.B. Dr. Carlos Conteraetc.) der “Reise-Führer” der Region war. Der informierte Leser hat sicher schon einmal etwas von einem geheimen Tal im Norden Spaniens gehört, in denen Alanos aus alter Zeit erhalten blieben etc. . Genau in diesem Tal waren wir, und unserer neuer Freund ist sozusagen DER Experte und Ansprechpartner für diese angeblich vergessene Region mit ihren reinen Alanosöhnen… (lesen sie auch diesen Artikel, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier  und diesen Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier ).

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…Mittagspause im “Jägerstübchen”…

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Da nicht alle das richtige Verständnis, bzw. den richtigen Sinn für die Jagd haben, will ich nicht allzu sehr auf die eigentlichen Jagden eingehen. Das Umfeld war wunderschön, die Landschaft grandios, nur der plötzlich aufkommende Schneefall hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Neben den Jagden standen aber auch noch Prüfungen mit Vergabe von Leistungskennzeichen auf der Tagesordnung. (lesen Sie auch diese beiden Artikel zum Thema Jagd, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier und Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier)

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Während der Jagden und dem drum herum, wurde erzählt dass es einen wirklich bösen Prüfungskeiler gäbe, an den sich niemand rantrauen würde. Zu dem ist unsere Gruppe dann auch noch hin… Lotta hat sofort einen Top Angriff mit sauberen T-Griff gezeigt. Leider hat der Keiler mit seinem Gewaff Lotta daraufhin (innerhalb einer Sekunde) den Unterkiefer gebrochen und  sie sozusagen entwaffnet. Zwei Fangzähne gingen dabei verloren. Deshalb konnte sich der Hund nicht halten und wurde weggeschleudert. Zu dem Zeitpunkt wusste der Hundeführer nichts von den Frakturen und lies die Hündin weiter arbeiten. Der Keiler erwischte die Hündin mehrfach hart, die Hündin packte den Keiler aber auch noch – trotz der starken Behinderung. Eine “Alano Espanol FCI-Club” Hündin turnte (recht erfolglos) rum, doch die Packer aus Arbeitslinie wurden lieber geschont. (Im nach hinein verständlich). Danach war der besagte Keiler natürlich erst richtig in Fahrt, und da plötzlich noch ein Terrier entwischt war und die Spanier Angst bzw. großen Respekt bekamen, der Keiler aber gefangen werden musste, blieb keine andere Wahl als auch Ramera dran zuwagen.

Und…. Ramera stoppte den Bassen mit sicherem T-Griff. – Aufatmen! Als der Hund abgebreakt war riss sich die ganze “Geschichte” nochmals los und Ramera musste ihn noch einmal stoppen, diesmal waren wir uns sicher dass es irreparablen Bruch geben würde, doch sie band den Keiler noch ein zweites Mal mit sicherem Backengriff.

Lotta ist wirklich beschädigt, Ramera’s Lefzen sind zerschnitten, die AE-FCI-Hündin hat mehrere Stiche die aber nicht tief waren, da sie selbst nicht ganz ran wollte, aber alle sind soweit fit, bzw. auf dem Weg der Besserung. Gott sei Dank!!!

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…die deutlich rampunierte Hundeschutzweste nach dem Keilereinsatz…

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Die spanischen Keiler sind vom Gewicht zwar kleiner und gedrungener als unsere hier in Deutschland, dafür aber sicherlich nicht weniger wehrhaft. In Spanien wird, in traditioneller Weise,  mit mutigen Packern auf Schwarzwild gejagt. Da diese Jagdart immer wieder Verluste bei diesen Jagd-Hunden zur Folge hat, gibt es recht viele Einjag- und Prüfungsgatter, in denen sich die Hunde mit dem Schwarzwild bekannt machen können.

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Für einen Freund von Arbeitshunde ist dies sicher eine überaus interessante Sache. 

Wer diese, fest mit unserer Rasse verbundene, Arbeitsverwendung nicht mag oder akzeptiert sollte sich von Jagden in Spanien fernhalten. Andere Länder andere Sitten!

Man muss auch anmerken, dass die großen Monterias in Mittel- und Südspanien mit ihren riesigen Hundemeuten, nicht mit der Jagdart im Norden Spaniens zu vergleichen bzw. gleich zusetzten sind. 

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So gut es ging, knappsten wir noch etwas Zeit von den jagdlichen Aktivitäten ab und fuhren im Norden Spaniens herum und prüften eine Reihe von Dogos/Presas Canarios (private wie auch bekannte Zucht-Zwinger).

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Nach einer Woche sind wir, zwar etwas ausgemergelt, aber voller schöner Eindrücke und  Erlebnisse wieder zu Hause angekommen. Wir konnten einige neue und sehr interessante Kontakte und sogar Freundschaften schließen. Wir haben wieder einmal den Unterschied von Internetwerbung und der prüfbaren Realität erlebt und haben unsere Fühler nach neuen interessanten Blutlinien ausgestreckt. 

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Meistens waren wir im mittleren bis südlichen Spanien unterwegs, doch dieses Mal hatten wir unsere Premiere im Norden von Spanien und ich muss sagen, dass für mich der Norden landschaftlich wirklich berauschend schön ist…

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Muchas Gracias para Antonio y Titto

Arne

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Leider war dieses Mal unsere Foto-Ausbeute extrem mager, da wir nicht überall unsere Kamera dabei hatten.

Aber was sind Fotos schon im Vergleich zu schönen Erinnerungen!!!

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