Saujagd mit Findern u. Packern / Wildboarhunting with Catchdogs!(many pics)

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(Internationaler Saujagdeinsatz bei befreundeten Jägern im Ausland)

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Beginnen möchte ich  diesen Artikel mit einem Vers von Rudolf Friess

(Autor der Bücher: Jagdnotizen, Der Deutsche Wachtelhund, Die Bodenjagd, Wilderer-Jäger-Freijäger, Sünden rings um die Schweißarbeit, Zucht und Führung des Gebiergsschweißhundes, Unsere Jagdhunde, Hunde-Jäger-Rüdemänner, Hatz Watz):

 

Hatz Watz!

Auf zum Gejaid! Rüd, Roß und Mann!

Hundsbursch! Hals mir die Finder an!

Hatzmann! Die Packer koppel auf!

Sonst raufen sie auf einen Hauf! 

Nun auf zum Tann! Der wilde Watz

Steckt dort im Holz, harrt grimmer Hatz.

Schon schlagen scharf die Finder an.

Ihr Rüdemänner hurtig ran!

Vom wilden Hals der Finder all

Bebt Wald und Berg und hallt das Tal.

Der grimme Watz, umkeift im Kreis,

Hart streitet um des Lebens Preis.

Auf rotem Schnee, auf weißer Heid,

Wird trotzig um den Tod gefreit.

Hatzt nun die starken Packer dran!

Könnt dann mit dem dem kalten Eisen fahn.

Huisau! Mein Hund! Hatzwatz! Gesell!

Holein! Mein Rüd! Ich eil zur Stell!

Faßan!  Mein Hund! Packan! Gesell!

Haltfest! Mein Rüd! Ich bin zur Stell!

Der scharfe Stahl, hart hinters Blatt, 

Mit raschem Stoß den Watz setzt matt.

Im roten Schnee, im weißen Holz

Der Basse liegt im Tod noch stolz.

Drei Rüden brav, Watz mit sich nahm:

Wer Schweinshaupt will, gibt Rüden dran!

Hell hallt das Hifthorn Halali!–

Euch, Treugeselln, vergeß ich nie.—

Ihr seid des Waidmanns bester Teil;

Drum Euch das letzte Waidmannsheil!    

Rudolf Friess

 

 

 

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…Sei außen rau, doch innen mild dann bleibet blank Dein Ehrenschild…

 

 

Die Saujagd in Deutschland

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In Deutschland werden heutzutage die meisten Wildschweine beim (meist nächtlichen) Ansitz geschoßen. Wir Jäger harren oft stundenlang auf Kanzeln und Hochsitzen aus, in der Hoffung dass wir das Glück haben zum Schuß zu kommen.

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Es ist in Deutschland, gegen die langläufige Meinung, nicht legal das Schwarzwild an Fütterungen zu erlegen.

Bedingt durch das hohe Nahrungsangebot, durch Umstellung der Agrarwirtschaft mit den zum Teil riesig anmutenden Maisfeldern ect. und der ausgeprägten Fruchtbarkeit der Wildschweine, hat der Bestand in den letzten Jahren imens zugenommen. Es ist fast unmöglich geworden die nötige Strecke an Schwarzwild, um das Gleichgewicht in der freien Wildbahn zu erhalten, nur durch Ansitz zu erzielen.

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Eine größere Anzahl von erlegten Sauen können wir also nur bei einer sog. Drückjagd erwarten. Drückjagden sind vereinfacht gesagt Treibjagden auf Hochwild. Hier mit Hundemeuten, einzelnen Stöberhunden und häufig auch unterstützend mit Treibern, versucht die Schwarzkittel auf die Läufe zu bringen.

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Diese Drückjagden sind heute unabdingbar. Drückjagden sind aber in keinster Weise eine moderne Erfindung, sie waren seit Jahrhunderten immer fester Bestandteil der deutschen Jagdkultur.

Bei Drückjagden auf Sauen muß zwangsläufig mit geeigneten Hunden gejagt werden, denn ohne gute “Sauhunde” ist es in der Regel nicht möglich die Sauen vor die Schützen zu bringen. Die Sauen sind das wehrhafteste Wild welches hier zu Lande vorkommt.

Diese Wehrhaftigkeit, gepaart mit hoher Intelligenz, machen die Jagd auf das Schwarzwild so schwierig und durchaus auch gefährlich.

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Bei den meisten zu bejagenden Flächen handelt es sich um deckungsreiche Waldgebiete, aber auch um Getreide- (vornehmlich) Maisfelder, wo die Sauen perfekte Deckung finden und oft erheblich Schaden an der Frucht hinterlassen. Gerade bei den immer größer werdenen Maisschlägen, haben die Landwirte häufig sehr hohe Verluste. Der durch die Sauen verursachte Wildschaden ist ürbrigens i.d.R. vom Jagdpächter zu begleichen.

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In diesen schwer zu bejagenden Gebieten braucht man Hundemeuten, die die Sauen so massiv bedrängen, dass sie ihre sichere Deckung verlassen und so eine reele Chance besteht das die Schützen Anlauf haben.

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Sauen lassen sich in der Regel nicht einfach durch kläffende Hunden aus der Deckung treiben. Wenn die Sauen vermuten, dass draußen die Schützen auf sie warten, flüchten sie vor Hunden häufig überhaupt nicht, sondern lassen die Hunde schlicht auflaufen und verjagen die Hunde ihrer seits.

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Das sogenannte “Sprengen” ganzer Rotten (Rudel-/Familienverbände) bedeutet dass die Hunde die Rotten so massiv unter Druck setzten, dass die Sauen alle einzeln flüchtig werden und so auch einzeln vor die Schützen kommen. Dies ist das Ziel einer deutschen Drückjagd auf Sauen!

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Und das ist nur mit geeigneten Hundemeuten zu erreichen. Geeignete Saumeuten bestehen aus Hunden die als Finder agieren, diese Hunde müßen vorallem über eine gute Riechleistung verfügen, da sie es sind, die in der Regel die Sauen orten und durch anhaltenes Lautgeben versuchen die Sauen aufzuscheuchen und ihre Meutegenossen zur Unterstützung herran zu rufen.

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Bei diesen Findern handelt es sich um lautjagende (fährten- u. sichtlaute) Hunde mit guter Nase, durch ihr Geläut werden dann die anderen Hunde der Meute herbeigerufen.

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Die schneidigsten Hunde der Meute sind dann die, die tatsächlich die Rotten massiv attakieren und so sehr unter Druck setzten, dass sie gesprengt werden. Häufig verfügen diese schneidigen Draufgänger aber wiederum nicht über die genügende Nasenleistung um allein die Sauen zu finden. Aber auch viele der Finder würden allein wenig bewerkstelligen, da ihnen wiederum der Mut, die Härte, sowie das Durchsetzungsvermögen fehlen.

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Deshalb sollte eine Saumeute aus einer gut durchdachten und gut aufeinander abgestimmten Mischung verschiedener Rassen bestehen.

Die Verordnungen in den einzelnen deutschen Bundesländern weichen teils stark von einander ab. In der Mehrheit kann man aber sagen, dass die zur Jagd eingestetzten Hunde, brauchbare Hunde im jagdlichen Sinn sein müssen, die (nach einer Einjagdzeit von max. 2 Jahren) ihre Brauchbarkeit bewiesen haben sollten.

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Selbstverständlich kann die Zusammensetzung der Meute ganz vom Einsatzfeld abhänig variern. Vorallem sollte man auf die ganz individuellen Unterschiede der einzelnen Hunde achten. In vielen Gebieten können wir z.B. keine zu weit vorrausjagenden Finder gebrauchen da heutzutage die zu bejagenden Reviere dafür ga rnicht mehr groß genug sind, auch können wir z.B. beim Maisdrücken keine halbherzigen Kläffer gebrauchen die (wenn überhaupt) die Sauen mit gehörigem Abstand verbellen, statt wirklich scharf zwischen die Rotten zu fegen, denn nur so können die Sauen aus ihrer Deckung geschmissen werden.

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In zu weiten Gebieten sollte man seine schärfsten und mutigsten Rottensprenger allerdings nicht unüberlegt einsetzten. Wenn sich sein bester Sauhund gerade im Zweikampf mit einer Sau befindet, muß man ihm schnellstens zur Seite zu eilen. Aber was macht der Hundeführer wenn sein Hund über 800 Meter entfernt, mitten in einem Brombeermeer eine wirklich starke Sau vor sich hat?

Bis der HF am Ort des Geschehens eingetroffen ist, kann der Hund schon tödlich geschlagen sein. Wenn jetzt nicht ein weiterer beherzter Jäger in der Nähe ist, der selbst den Mut aufbringt nur mit dem gezogenen Waidblatt (Messer) an die Sau zu treten sieht es für den Hund schlecht aus. (Ein Fangschuß aus der Feuerwaffe ist in dieser Situation i.d.R. nicht möglich, da immer die Gefahr besteht, dass nach dem Schuß nicht nur die Sau, sondern auch der gute Hund auf der Strecke liegt…).

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Wenn man als Meuteführer also nicht leichtfertig in Kauf nehmen will, dass man einen guten Hund verliert, sollte man dafür Sorge tragen das sich seine schärfsten Sausprenger nicht aus einem Radius entfernen, in dem man ihn noch zur Hilfe eilen kann.

Natürlich kennen wir nicht erst seit Friess das Sprichwort “Wer Sauköpfe haben will muß Hundsköpfe dran geben…” Dieses Sprichwort hat auch heute noch mehr Berechtigung als viele vieleicht glauben mögen. Auch sind Sauhunde ganz klar reine Gebrauchshunde im tiefsten Sinn des Wortes und sicher nicht zum sofarutschen geboren, doch sollte ein verantwortungsbewußter Jäger seine Hunde nicht grundlos gefährden.

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In Deutschland hat sich in den letzten 100 Jahren die Zusammensetzungen der Hundemeuten natürlich stark geändert. Jagten unsere Altvorderen noch mit Schwarzwild-Doggen als verlässliche Saupacker (Vorläufer von Boxer und Deutscher Dogge), so finden wir heute in deutschen Schwarzwildmeuten als schneidigsten Rottensprenger die jagdlichen Terriern, allen vorran der Deutsche Jagdterrier und der niedersächsische Heideterrier.

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Die Saujagd in Spanien

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Die traditionelle gesellschaftliche spanische Saujagd

Die Monteria

Die Monteria stellt eine große Gesellschaftsjagd dar, die seit langer Zeit in weiten Teilen Spaniens ausgeübt wird. Diese Jagd ist noch heute ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis und mutet zeitweilig etwas mittelalterlich an.

 

Dem Laien kann man die Monteria am besten als eine große Treibjagd auf Hochwild beschreiben. Es werden sehr große Areale bejagt, die häufig deutlich mehr als 1000 Hektar umfassen.

 

In der Regel werden vor Beginn des Treibens 100-300 Schützen angestellt, die ihre Schützenstände die sog. “Puestos” (die sie als zahlende Gäste häufig teuer erkauft haben) beziehen.

 

Die Monteria ist im Gegensatz zu der spanischen Ronda Extremena fast ausnahmslos der finanzstarken Oberschicht vorbehalten. Monterias werden hauptsächlich im südlichen Spanien abgehalten, weniger im Norden. Der Norden Spaniens ist deutlich grüner und bewachsener und ähnelt in vielen Teilen sogar unseren deutschen Revieren.

 

Bei der Monteria werden in der Regel vorhandenen alle Hoch-Wildarten bejagt.

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Es wird versucht, das Wild mit großen Hundemeuten vor die Schützen zu treiben. Diese Hundemeuten heißen “Rehalas” (der Ausdruck soll sich vom arabischen Sprachgebrauch abgeleitet haben), manchmal werden sie aber auch als “Jaurias” bezeichnet. Bei einer Monteria werden oft 4 bis 30 Rehalas gleichzeitig im Treiben geführt. Eine Rehala setzt sich aus ca. 20-50 Hunden zusammen. Die Meute wird in der Regel nur von den Meuteführern den sog. “Rehaleros” geleitet, auch als “Podenquero” bezeichnet. In seltenen Fällen unterstützen weitere Helfer den “Rehalero“. Der Meuteführer kennzeichnet seine Hunde durch Halsbänder, die alle die gleichen Farben haben, die Farben seiner Rehala. Früher erhielten die Hunde häufig sogar Brandzeichen als Identifizierungsmerkmal. Alle spanischen Hunde hören erstaunlicher Weise recht gut auf ihre zweibeinigen Meuteführer. Der Rehalero ruft am Ende der Jagd, traditionell durch das Blasen auf einer großen Muschel, seine Hunde wieder heran.

 

 

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Der Rehalero erhält einen Lohn für den Einsatz seiner Meute, der heute häufig nicht mehr ausreicht, um den Jahres-Unterhalt der Meute zu gewährleisten, geschweige denn ihn selbst zu alimentieren.

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Bei den Monterias des früheren Adels, waren die “Rehaleros” Angestellte des großgrundbesitzenden Adels, die die Meuteführer und ihre Hundemeuten das ganze Jahr unterhielten.

 

 

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20-50 Hunde stellen i.d.R. eine Rehala. Die traditionell verwendeten Rassen sind in erster Linie der Podenco Iberico, als schnelle Läufer und Finder und ca. 2-8 Alanos als griffsichere Packer. Häufig findet man auch leichte Mastin Espanols oder Mastin/Podenco Mischlinge in einer Rehala.

 

Das Wort “Alano“ wird hier wieder als Oberbegriff für die Packer verwendet, auch finden wir häufig die 8schon seiot Jahrhunderten) gleichmeinende Bezeichnung “Perro de Presa”. Die moderne Rasse Dogo Canario (Presa Canario) steht den alten Alanos aus früheren Zeiten genetisch am nächsten.

 

Es gibt auch Hundeführer die mit unterschiedlichsten, ausländischen Rassen (wie z.B. Beagle, Fox- u. Jagdterrier, Heideterrier, Deutsch Kurzhaar, Deutscher Boxer, Rottweiler, Dogo Argentino, Bull and Terriers, English Pointer und vielen weiteren) erfolgreiche Versuche gemacht haben und noch immer die verschiedensten Hunde in der Meute führen.

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Einige Hundeführer bedienen sich sogar irgendwelcher Mischlinge, die sie aus den Tierheimen beziehen und nach der Jagdsaison einfach wieder aussetzen. Derartige Hundeführer können und wollen wir natürlich nicht als echte “Rehaleros” bezeichnen.

 

Die Hundemeuten werden meist in irgendwelchen Kleintransportern und Anhängern quer durchs ganze Land zu den Jagden gefahren, oft furchtbar eng zusammen gepfercht. Die Packer (Alanos) werden in der Regel gesondert transportiert. Ihre Verträglichkeit mit anderen Hunden ist zwar stabil, aber in der Regel nicht genügend so extrem ausgeprägt, dass sich ein Transporter mit 20-50 anderen Hunden empfehlen würde.

 

 

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Bei der Monteria jagen also auch wieder die Finder als schnelle Lauf- und Hetzhunde. Sollten sie auf Schwarzwild treffen, benötigen sie die Hilfe der Alanos, die als echte Packer die nötigen Eigenschaften aufbringen, um die Rotten effektiv zu sprengen. Also die Wildschweine so unter Druck setzten, dass sie ihre sichere Deckung aufgeben. Hierbei stellt sich das Schwarzwild den Alanos häufig und greift die Hunde an. Es kommt zu einem Gefecht, in dem die Alanos versuchen, die Sauen zu packen und zu binden. Jetzt erst wagen sich die Podencos Ibericos (Finder) auch dichter an die Sauen und unterstützen die Alanos…

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Wenn bei einer Monteria eine Meute geführt wird, die sich ausschließlich aus Laufhunden (vornehmlich Podencos, die übrigens trotz Ähnlichkeit nicht zu der Familie der Windhunde gehören) zusammen setzt, wird nur sehr selten Schwarzwild vor die Schützen getrieben, da sich die Podencos allein häufig nicht an die Sauen trauen. Falls sie es doch wagen, werden sie häufig fürchterlich geschlagen und somit sind häufig hohe Verluste an Hunden die Folge.

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Ein Alano beeindruckt die Sauen da schon deutlich mehr als ein Podenco. Auch wenn die Sau einen Alano annimmt, schaffen es gute Alanos, (dank ihrer Griffsicherheit) die Sau zu fassen und zu halten bis der Rehalero die Sau mit dem Messer abfangen kann. Sicher sind, gerade durch ihr nicht unbeträchtliches Gewicht, auch die Alanos gefährdet und können von den Sauen schwer verletzt werden. In den meisten Fällen gelingt es den Alanos mit dem nötigen Schneid und festen Griff die Sauen so zu halten, dass er selten mehr als oberflächliche Verletzungen davon trägt. Schafft ein Alano es allerdings nicht, die Sau trotz mutigen Angehens sicher zu binden, sind ernste Verletzungen natürlich nicht auszuschließen.

 

Obwohl das Schwarzwild in Spanien selten das Gewicht von unseren (deutschen) Sauen erreicht, ist es nicht weniger gefährlich, da das Gewicht eher eine untergeordnete Rolle spielt, stärker als jeder Hund sind sie allemal.

 

Bei einer Monteria können nur völlig leistungsfähige und austrainierte Alanos mit sehr sportlicher Anatomie bestehen, da sie ja mindestens Anschluss an die deutlich schnelleren Finder halten müssen und im Bedarfsfall eine Sau über viele Minuten binden müssen, bis der Hundeführer selbst am Ort des Geschehens eingetroffen ist. Und das alles bei oft sehr hohen Temperaturen. Wirklich hervorragende Packer schaffen es, die Sauen bis zu einer halben Stunde zu binden.

 

Überfettete Ausstellungshunde, wie wir sie bei modernen Dogo Canario-Shows häufig antreffen, sind hier fehl am Platz, da sie nach kürzester Zeit vollkommen überfordert wären.

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A.P.

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Die spanische Ronda Extremena

 

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Die “Ronda Extremena“ ist eine weitere Form der spanischen Jagd, die ausschließlich auf die Erlegung von Schwarzwild abzielt. Sie ist wohl die traditionellste und spannendste Formen der spanischen Saujagd.

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Diese Jagdart war schon immer das größte Metier unserer Alanos. Bei der Ronda Extremena werden die Wildschweine ausschließlich nachts bejagt. Der Jäger führt in der Regel zwei bis drei Alanos an der Koppel.

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Sobald die Finder eine Rotte oder ein einzelnes Stück gefunden haben, geben sie durch anhaltendes Bellen dem Jäger und seinen Packern an, wo sich die Wildschweine aufhalten. Auf das Anschlagen der Finder (die i.d.R. nicht genügend Schneit und Härte besitzen, selbst die Sauen zu stellen u. zufassen) schnallt der Jäger seine Alanos und eilt ihnen so schnell es geht nach. Einige mir bekannte Jäger benutzen Ihre Alanos auch zum Finden und verzichten so völlig auf den Einsatz anderer Rassen.

 

 

Wo es möglich ist, werden (in weitläufigen und gut zu durchquerenden Gebieten) die Alanos auch vom Pferd geführt. Die Verwendung von Pferden war früher weit häufiger als heute.

 

 

Bei der Ronda Extremena wird ausschließlich mit dem Waidblatt gejagt, Schusswaffen kommen nicht zum Einsatz.

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Solange das Schwarzwild die Hunde nicht mit dem Menschen in Verbindung bringt, halten sie meist sehr lange, da sie die Hunde kaum fürchten. Gerade nachts scheint der Fluchttrieb der Wildschweine wenig ausgeprägt.

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Sobald die Packer die Sauen erreicht haben, versuchen sie die Sauen durch fassen zu  binden. Hier ist jetzt der feste Griff der Hunde von größter Bedeutung. Um die Sauen mit der kalten Waffe zu erlegen, was kein ungefährliches Unterfangen ist, müssen die Sauen so gut wie irgend möglich von den Hunden fixiert werden. Andernfalls liegt dann neben den Hunden häufig auch der Jäger selbst in Scherben.

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Wenn der Jäger die gestellte und gehaltene Sau erreicht, muss er sie ohne zu zögern, so schnell wie möglich abfangen. Man muss sich das bildlich vorstellen: mitten in der Nacht (nur bei Taschenlampen- oder Vollmondlicht) anpirschen an eine der wehrhaftesten Wildarten dieser Welt, in meist unwegsamen Gelände, mitten in einem Dornenbusch o. ä., um sie mit dem Messer zu erlegen. Dies ist Jagd pur und selbsredend nicht ungefährlich. Diese nächtliche Jagd hat etwas ganz besonders mystisches, was man kaum in Worten beschreiben kann.

 

Wer die Möglichkeit hat, an einer solchen Jagd teilnehmen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Allerdings ist es nur etwas für mutige Kandidaten, Leute die Angst um die eigenen Knochen haben sind hier fehl am Platz.

 

Die Ronda Extremena wird seit jeher in Spanien ausgeübt. Allerdings betreiben heute nur noch wenige Jäger diese Art der Jagd. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig, in erster Linie aber wohl darin zu sehen, dass die Jagd in Spanien, wie auch in vielen anderen Ländern, wieder mehr in der Hand der gehobenen Gesellschaftsschichten liegt und die Herren der High Society wenig Interesse für diese gefährliche Jagdart zeigen. Ein weiterer wesentlicher Grund ist, dass das Material geeigneter Hunde nahezu verschollen erschien.

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Mittlerweile haben aber wieder relativ viele jagdbegeisterte Hundeführer begonnen, diese Jagd mit wachsender Beliebtheit auszuüben. Alle von Ihnen sind sehr traditionsbewusst, was sicher auch ein wichtiger Beweggrund für sie ist, die Ronda Extremena auszuüben. Alle Jäger die ich besuchen konnte, schienen sehr stolz auf ihre Hunde zu sein.

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Als Packer werden wieder fast ausschließlich Alanos geführt. Vor einigen Jahren probierten auch einige mit anderen Rassen wie Mastin Espanol, Deutscher Boxer, Dogo Argentino und einigen anderen herum. Doch heute besinnen sich die meisten wieder auf ihre Alanos, die jetzt auch bei einigen Züchtern speziell für die Schwarzwildjagd gezüchtet werden.

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A.P.

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Die Jagd mit Packern…

…im spanisch-, portugisischen Überseeraum

Text folgt in kürze

Sauen und Saupacker

Einjaggatter / Prüfungsgärten im Ausland

Da das Schwarzwild extrem wehrhaft ist und daher eine große Gefahr für die Sauhunde besteht, kommt es immer wieder vor das unerfahrene Hunde bei Drückjagden schwer verletzt oder getötet werden. Deshalb ist es in vielen Ländern üblich die Hunde, die zur Saujagd eingesetzt werden sollen, zuvor in einem sogenannten Einjaggatter mit dem Schwarzwild bekannt zu machen und ihre Eignung zu prüfen.

 

 

Die Mehrheit der deutschen Meuteführer verzichtet auf die Verwendung der Einjaggatter und hofft das sich ihre Junghunde bei ihren erfahrenen älteren Hunden genügend abgucken. Doch kommt es immer wieder vor das ungeprüfte Hunde in Deutschland schwer geschlagen werden und dann bekommt man oft zu hören das dass nicht passiert wäre wenn der Hund zuvor die Gefährlichkeit der Wildschweine in einem Einjaggatter kennengelernt hätte.

 

 

Diese Gatter dienen also nicht dazu die Hunde scharf zu machen, auch nicht die Hunde zu trainieren, sondern vielmehr ihre Veranlagung, Eignung und Tauglichkeit für die Drückjagd auf Schwarzwild zu erkenen und den Hunden die Gefährlichkeit der Schwarzkittel zu demonstrieren. Denn der Hund der bei einer freien Jagd ohne “Köpfchen” drauflosgeht, wird das selbige wohl bald verlieren.

Diese Schwarzwildüberprüfungen sollten selbstverständlich nur von Jägern, unter berücksichtigung der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes durchgeführt werden.

Kein Wahrer Jäger würde je unnötig seinen Hund der Gefahr bei der Konfrontation mit dem Schwarzwild aussetzen, ebsensowenig würde er ehrlos mit diesem stolzen Wild umgehen.

Wer allerdings nur einen Sparringspartner für seinen harten Hund sucht hat in diesen Gattern wie auch auf jeder Jagd nichts zu suchen!

Wenn die Prüfungen in diesen Gattern anständig durchgeführt werden, haben diese Prüfungen selbstverständlich nichts mit irgendwelchen Tierkämpfen gemein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jagdkunst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es grüßt mit Waidmannsheil und Ho Rüd Ho

Arne Pohlmeyer