Reinrassigkeit der Rasse Dogo Canario und die Urform des alten Alanos!

Reinrassigkeit des Dogo Canario und seines Urtyps Alano

Reinrassigkeit der modernen Rasse Dogo Canario und Reinheit des Urtyps des alten Alanos.

Fakt ist dass eine Rasse nur als Rasse bezeichnet werden kann wenn sie “rein” gezüchtet wird. Nur ist die Frage was “rein” bedeutet, bzw. ab wann rein auch tatsächlich als rein gilt…?!

In der Regel gehen wir davon aus, dass eine Rasse als reine Rasse gilt wenn ihre Exemplare über mehrere Generationen nach einen festgelegten Standart gezüchtet wurden. Der Standart beschreibt neben der Anatomie und dem allgemeinen Erscheinungsbild natürlich auch das Wesen, die Funktion und die Charaktereigenschaften!

Nun wäre eigentlich erstmal zu klären ob per Definition ein z.B. “Dobermann”, der in allen optischen Punkten den Standart voll entspricht aber ein nicht typisches Wesen aufweist, eigentlich als reinrassig gelten kann?!?

Bei einem fehlfarbenen Hund kommt schnell die Frage, ob er überhaupt reinrassig ist, wenn allerdings deutliche Fehler (laut Standart) im Wesen, Charakter oder der Funktionsfähigkeit vorliegen, fragen wenige ob es sich vielleicht gar nicht um einen Rassehund handelt, nicht wahr?!

Eigentlich sollte bei der Zucht von Gebrauchshunden die Reinrassigkeit der Rasse in dem Punkten Wesen, Charakter und Funktion höher bewertet werden als die Reinrassigkeit in der “Optik”.

Klar sollte aber auch sein, dass (im Gegensatz zur allgemeinen FCI/VDH-Meinung) nicht die Clubzugehörigkeit oder die Papiere des Hundes alleinig über seine Reinrassigkeit entscheiden können.

Bei unserer Hunderasse Dogo Canario (Typ: Alano/ Perro de Presa ) muss aber klar differenziert werden was man als Mischling bezeichnen kann und was man (noch) als reinrassig akzeptieren muss.

Ein Hund den ich aus einem Land hole wo bis Dato noch nie spanische Doggen hin verkauft wurden (sprich von Spanien exportiert wurden) der aber in allen Punkten den Standart entspricht, kann sicher nicht reinrassig sein!

Als Beispiel, wurden Dogo Canarios aus der Tschechei und aus Ungarn gekauft obwohl zu dem Zeitpunkt noch gar keine Importe in die Länder stattgefunden hatte…

Genauso gab es innerhalb von kürzester Zeit, eine beachtliche Zahl Dogo Canarios (Canary Dogs) in den USA obwohl die Zahl der Importe minimal waren. Zu diesem Zeitpunkt gab es ein paar Importe von Spanien (hauptsächlich Tenerife) und etwas später einige sehr gute Importe aus Deutschland, die wiederum auf spanische Linien zurückgingen. Aber trotzdem gab es in den USA ein enormes Aufkommen, was nur darauf zurückzuführen ist, dass vollkommen andere Rasen bzw. Mischlinge als Dogo Canarios ausgegeben wurden. Auch gab es z.B. einen amerikanischen Schönheits-Champion der null spanisches Blut führte und definitiv kein Dogo Canario war und doch wurde er ausgestellt und von einem bekannten kanarischen Richter bewertet. Es gab sogar eine (kanarische) Zuchtempfehlung vom „Club Espanol del Presa Canario“, für diesen Rüden, da auch der spanische Richter meinte, dass dieser Rüde gute Substanz in die amerikanische Zucht bringen werde, wohl wissend, dass es sich um keinen Dogo Canario (Presa Canario) handelte…

Ein wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass alle Rassen immer Kreuzungspunkte mit anderen Rassen aufweisen, so auch bei unserer Rasse. Und hier kommen wir zum Unterschied zwischen Urtyp und Rasse, der Urtyp ist tatsächlich als rein zu bezeichnen die Rasse eigentlich nie! (Abgesehen davon das natürlich jeder Hund, seine Abstammung vom Wolf hat und danach natürlich noch sehr viel Entwicklungsweg vor ihm lag…).

Der Urtyp unserer Rasse liegt in den alten Doggen des mediterranen Raumes, die wiederum im Zuge der Völkerwanderung eingeführt wurden. Dieser Hundetyp wurde allgemein als Alano (Alano bedeutet übersetzt Dogge – nicht mehr und nicht weniger!) eingeführt.

Sprich der alte, historische Alano ist definitiv der reine Urtyp!

Auch wenn der Typ nie als Rasse im modernen Sinn gezüchtete wurde, ist er doch die reine Mutter des Ganzen.

Man muss sich klar vor Augen führen, dass dieser Urtyp sich entwickelt hat, die Zucht wurde nicht von langer Hand geplant, noch unterlag  sie vorgeschriebenen Regeln. Doch war sie ein Produkt ihrer eigenen funktionsgebundenen Selektion.

Die Hunde wurden (wie zu dieser Zeit üblich nur für ihren Verwendungszweck, gezüchtet, und geschätzt). Es wurden die Hunde miteinander verpaart, die  die ihnen gestellten Arbeitsaufgaben am besten erfüllen konnten.

Die strenge Auswahl basierte darauf, dass nur die Hunde blieben die ihre Arbeit erfüllten. Die anderen wurden schlicht „abgeschafft“. Keiner hätte einen nutzlosen Hund gehalten, geschweige den gefüttert. Da die Arbeit der Alanos wohl eine der härtesten und anspruchsvollsten war, die man sich vorstellen kann,   hat diese Arbeit auch entsprecht hart und nachhaltig selektiert. Hierzu bedurfte es keiner weiteren Selektionshilfen, geschweige denn „Zucht-Vorschriften“.

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Bei gewissen Arbeitsaufgaben wären auch schon früher verschiedene Hundetypen denkbar gewesen. Da die Aufgaben der Alanos (mediterranen Doggen) aber sehr viele verschiedene, unumgängliche Vorraussetzungen erforderten, führte ihre Selektion sehr schnell zu einem einheitlichen Hund. Für seinen Funktionsbereich blieb nur der Alano. Da es keine anderen Hunde-Typen gab, die seine Aufgaben hätten erfüllen können.

Die wirklich urtümlichen Funktionen, die diesen Hund formten waren folgende:

-Jagd auf wehrhaftes Hochwild (Bär, Sau, Wolf, Hirsch)

-Bändiger von Rindern (vornehmlich Stieren)

-Begleiter der spanischen (zum Teil auch portugiesischen und französischen) Soldaten. Kriegshund.

Diese Alanos oder wie sie nach ihrer Funktion auch häufig genannt wurden „Perros de Presas“ (Hunde zum packen) verbreiteten sich nicht nur in Spanien, sondern auch im heutigen Portugal, Italien und Frankreich.

Bedingt durch die Eroberung Südamerikas, gelangte diese „Packer-Dogge“ auf die Kanarischen Inseln, wo die Eroberer der „neuen Welt“ längere Pausen einlegten.

Die moderne Rasse / Einkreuzungen auf den Kanaren

Es ist nicht klar abzugrenzen, wo und wann unsere Hunde zur Rasse geworden sind. Auf dem Festland, wo ihre Arbeits-Funktionen voll erhalten blieben (Stierbändiger / Jagdpacker), wurden sie lange Zeit weiter nach der oben geschilderten Methode selektiert.

Auf den Kanarischen Inseln wiederum, verschwand die „natürliche Selektion“, da es dort keine wilden Rinderherden und kein jagdbares Hochwild gab. Die neue Funktion war eigentlich eine, die auch andere Hunde erfüllen könnten, die Funktion des wehrhaften Wachhundes.

Später entdecken die Einwohner der Kanaren, ihre Liebe zu den Hundekämpfen. Zu diesen Kämpfen wurden viele der „Alanos“ (oder „Perros de Presas“, die Funktionsbezeichnung die sich auf den Kanaren durchgesetzt hatte) herangezogen. Als die Engländer ihre Bulldogen, Bull and Terrier und Mastiffs, auf den Kanaren einführten, wurden auch diese für Kämpfe missbraucht. Sicher gab es auch einige die diese neuen Hunde mit den spanischen Doggen kreuzten.

Wenn man mal von den frühen Einflüssen der alten englischen Jagd- und Bulldoggen und der einheimischen Treiberhunde (Majoreros) absieht, gab es erst in neuster Zeit vornehmlich in den 70er, 80er und Beginn der 90er Jahre Einkreuzungen von modernen Rassen.

Ab da an, wo auch weitere moderne Rassen, ihren Einzug auf den Kanarischen Inseln hielten, gab es auch immer mal wieder Vermischungen mit diesen. (Hierbei handelte es sich um Deutsche Doggen, spanischen Mastin, moderne Bullterrier, Mastino Napoletano, Cane Corso, Bullmastiff etc.). . Diese Einkreuzungen veränderten, zumindest anfänglich,  diese spanischen Doggen aber nur unwesentlich.

Der so oft angeführte bzw. vermutete amerikanischen Pitbull (eine Rasse die tatsächlich immer wieder von Mischlingszüchtern der verschiedensten Rassen und Kreuzungen gern benutzt wird) war bei diesen Einkreuzungen, in unsere Rasse, übrigens weit weniger bedeutend als allgemein vom Laien angenommen wird.

Auf den Kanaren wurden recht viele Bull & Terrier eingekreuzt diese Terrier entsprachen aber ganz deutlich dem Typ des English Hinks Bullterrier und nicht seiner amerikanischen Variante.
Neben dem Bullterrier wurden hauptsächlich Deutsche Doggen, Mastino Napoletano, Cane Corso, Bullmastiff, einige englische Bulldoggen, wenige Mastin Espanols, und wenige amerikanische Pitbullterrier eingekreuzt.
Interessant ist hier natürlich, dass es sich nicht um vollkommen überzüchtete Showhunde handelte, sondern durch die Bank (mit Ausnahme des Bullmastiff) um noch funktionsfähige Exemplare der Rassen.

Ein großer Fehler ist auch die simple Annahme, die man immer wieder hört, dass angeblich die kampforientierten Züchter Pitbullterrier und die showorientierte Züchter Molosserrassen einkreuzten.

Die moderne/neuzeitige Einkreuzungswelle startete zu einem Zeitpunkt wo die Shows noch nicht im Interesse bzw. der Reichweite der Züchter lagen. Jeder hatte sein eigenes Zuchtziel, was überwiegen auf die Charaktereigenschaften abzielte, in der Regel traf man sich bei folgendem Statement: „…um so mehr Feuer um so besser…”.

Viele die dem Hundekampf nahe standen kreuzten z.B. Mastinos, Filas und Deutsche Doggen ein. Klingt für die Fachleute dieses unseriösen Treibens sicher unlogisch, doch trotzdem war es an dem.

Im Festland gab es in den letzten Jahren auch einige Einkreuzungen von Dogo Argentinos, Pitbulls/AmStaff und italienischen Cane Corsos (die in ihrem Arbeitstyp, selbst auf die spanischen Presas zurückgehen. Perro de Presa wurde in Italien zu Cane e´ Presa).

Nun könnte man damit den Standpunkt untermauern, der von einigen (die gern behaupten Sie wären die Erfinder der Rasse) häufig vertreten wird, dass es sich um eine Mischlingsrasse handelt. Dies ist aber falsch(!), da man sich darüber klar sein muss, dass die Einkreuzungen doch eher als gering anzusehen waren und dass sie eigentlich schon längst in der Masse untergegangen sind. Ausnahmslos jede(!) moderne Rasse hat Kreuzungen mit anderen Rassen erfahren.

Es mag „reinrassigere Rassen“ als unsere geben, aber auch genauso viel,e die als Rasse bezeichnet werden, die ungefähr den gleichen „Reinheitsgrad“ aufweisen.

Wichtig dabei ist das man bei unserer Rasse immer die direkte Abstammung/Verbindung zu den alten Alanos, als reinsten Pol annehmen und suchen muss! Um so weiter sie sich vom alten Alano entfernt, umso unreiner. (etwas vereinfacht ausgedrückt).

Auch muss gesagt werden das natürlich auch die alten Alanos in sehr vielen Rassen weiterleben, neben den Bordeauxdoggen, den italienischen Cane e´Presa und den (alten) Dogo Malourquins die faktisch fast reine Söhne des alten Alanos sind, kommen weitere eng verwandte Rassen wie der Dogo Argentino, der Farm Fila, der Cane Corso, der Fila de Sao Miguel, der Mastino Napoletano, der Fila Brasileiro und einige andere dazu.

Auch sollte man nicht vergessen, dass er ein wichtiger Baustein in der Kampfhundezucht der Engländer war (Bulldog und Mastiff). Es ist z.B. literarisch belegt, dass extrem viele Alanos von Spanien nach England exportiert wurden, die dort die “Bullfightingdog”-Zucht erweitern und auffrischen sollten.
Es ist davon auszugehen (übrigens auch nach Aussage des englischen Bulldog Clubs), dass es keine English Bulldog, Englischer Mastiff oder Bullmastiff gibt, in denen nicht ein Schuss altes Alanoblut fliest.

Die spanischen Stierkampf-Alanos waren (laut englischer Literatur) den englischen Bullenkampfhunden weit überlegen.

Die anzustrebende Reinform ist und bleibt der “Alte Alano” und auch hier will ich anmerken, dass es heute keine Rasse gibt (die eingekreuzt wurde) die annährend mit der Qualität der Alanos aus frühren Zeiten mithalten könnte!

Wenn also weiter hinten in den Ahnenreihen Einkreuzungen mit anderen Rassen zu finden sind, dann ist das sicher akzeptabel. Vor allem muss auch berücksichtigt  werden, ob es sich um moderne Rassen handelt, die auf den „Alten Alano“ zurückzuführen sind, sprich Kinder oder Enkel von ihm sind, oder ob es sich um vollkommen fremde, sprich unverwandte Hunderassen handelt.

Es ist ein nicht zu leugnender, ausschlaggebender Unterschied ob eine spanische Dogge mit Blut ihrer Nachfolgerassen gemischt wurde (Wie zum Beispiel Cane e´ Presa  (Cane Coros-tradizionalmente) und Perro de Presa Malorquin.), oder mit blutsfremden Rassen, die selbstverständlich zu einer viel größeren Abweichung von der authentischen Urform führen.

Gerade in Deutschland hat der „Alano“ einen zweifelhaften Ruf erlangt, da es einige wenige Züchter gab, die sich nicht an den echten „Presas“ (Alano-Nachfolgern) orientierten bzw. hielten, sondern vollkommen wahrlos, ohne jeglichen Zuchtplan, verschiedene Hunderassen kreuzten und diese der Öffentlichkeit als reine Alanos präsentierten. Manche sprechen sogar vom deutschen Alanos, was aus unserer Sicht vollkommener Blödsinn ist. Der deutsche Alano wäre die „Deutsche Dogge“ (Alano Alemán). Der „Alano“ der gemeint ist, ist keine neue Kreation, es ist die „Spanische Dogge“ und selbstverständlich keine deutsche Erfindung. Der „Alte Alano“ ist ein spanischer Hund, der seine Nachkömmlinge hauptsächlich auf den Kanaren, in Süd-Italien, und natürlich auf dem spanischen Festland hinterließ.

Auch bei anderen Rassen, bei denen versucht wird ihre Gebrauchsfähigkeit zu erhalten und zu sichern, wird hin und wieder auf blut-verwandte Rassen zurückgegriffen. Beispiel, der Verein für die Brandlbracken, erlaubt planmäßige und geordnete Verpaarungen mit Kopovs. Der Verein der den Deutsch Stichelhaar betreut, greift zur Erhaltung seiner leistungsorientierten Zucht auf planmäßige Einkreuzungen, der verwandten Rasse „Deutsch Drahthaar“ zurück etc. etc. – Alles im VDH/FCI).

Wie bereits erwähnt, gab und gibt es auch auf den Kanaren und in Spanien Einkreuzungen von nichtverwandten Hunden. (z.B. steckt in fast jedem Hund, der im „Club Espanol del Dogo Canario“ gelistet ist, eine englische Bulldogge die namentlich bekannt ist. Genauso ist auch eine Reihe von Ausstellungs-Champions bekannt, die nachweislich aus einer direkten Kreuzung (F1) mit einer Fremdrasse entstanden sind).

“Rocote /Rokote del Jardin Canario”

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Hier ein Beispiel: der bekannte und typvolle kanarische Zuchtrüde: (Rocote) “Rokote del Jardin Canario”, er entstand aus der Verpaarung von einer Bullmastiffhündin mit einem „Presa Rüden“, der selbst wiederum einen Bullterrier als Vater hatte und eine “Presa-Mutter“ die ihrereseits wieder „Deutsches Doggen-Blut“, sowie Mastino Napoletano- und Majoreroblut führte. Optisch sehr schön aber rein?

In den meisten Linien finden wir z.B. auch einen der folgenden Hunde: Tinguaro de Irema Curto, Campeon de Irema Curto, Tasco de Irema Curto, Teguise de Irema Curto und Catire de Irema Curto, die laut Angaben des Züchters alle samt eine Englische Bulldogge als Vater hatten!

(Ch. Baron 1.)

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Oder kennen Sie nicht auch den bekannten und ersten Spanischen Champion “Ch. Baron”? Und seine ebenfalls bekannte Mutter „Nusca de Irema Curto“ die eine Tochter von einem Dogo Canario Rüden und einer Mastin Espanol Hündin war? Also war der erste Schöheits-Champion der Rasse zu einem Viertel ein Mastin Espanol (Spanischer Mastiff – Hirtenhund)!

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Ein weiteres kleines Beispiel, ist dieser Zuchtrüde aus dem Hause “Casa Pancho” der auf Gran Canaria viele Nachkommen hinterließ, er selbst stammte aber direkt (F1) aus einer Kreuzung mit einem Fila Brasileiro.

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Nach außen hin, präsentieren die spanischen Züchter ihre Hunde natürlich schon als „rein“. Haben sie vertrauen gefasst, erläutern sie aber schon ihre Ansicht zum Thema „Reinrassigkeit“, auch wenn sie nicht gerade opportun erscheinen mag.

Die meisten spanischen Züchter konnte ich vor Ort, ebenfalls dazu bewegen, realistische, bzw. ehrliche Aussagen über die „Reinrassigkeit“ ihrer Hunde zu treffen. Genau genommen, ist es für die meisten spanischen Züchter überhaupt nicht so „dramatisch“, wenn ihre Hunde auch andere Rassen in ihren Ahnenreihen aufweisen, wie es scheinbar bei uns in Deutschland häufig gesehen wird. Es werden eher mal die ahnen verheimlicht, wenn sie aus einem fremden (konkurrierenden) Zwinger stammen, als wenn sie einer anderen Hunderasse angehören.

Ein, mittlerweile international bekannter, sehr großer Züchter aus Madrid, hat mir klar und deutlich mitgeteilt, dass seine „Presas“ bereits genügend „Bull & Terrier“-Blut in ihren Ahnenreihen führen würden, er sehr wohl aber nicht abgeneigt ist hin und wieder einen guten Vertreter einer anderen Molosser-Rasse einzukreuzen.

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Doch dies alles soll nicht weiteren Bandog- Mischlings-Züchtern den Weg ebnen und ihnen Argumentationskrücken für Ihr schädliches Verhalten liefern.

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Es gibt genügend reine und qualitativ gute Rasseexemplare, die noch von den alten Alanos abstammen.

.Gekreuzt wird häufig, nicht (oder nur sehr selten) aus dem (zum Teil zu rechtfertigem) Grund etwas zu verbessern, sondern häufig aus Bequemlichkeit oder planloser Experimentierfreude.

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Dies gilt übrigens nicht nur für Deutschland, einige Leute gehen in ihrer unrationalen Meinung sogar soweit, dass sie erklären, dass wenn ein Züchter in Spanien Mischlinge als reine “Presa Canarios” ausgibt, dies trotz der Mischlingszucht “Presa Autenticos” ;-) sind und wenn der gleiche Wurf in einem anderen Land fallen würde, es Mischlinge wären?! Verrückte Hundelaien… .

Die heutige, moderne Hunderasse (Definition nach FCI) „Dogo Canario“, ist wohl die direkteste Nachfolgerasse des alten Alanotyps. Eine Rasse, die man sehr wohl als Rasse bezeichnen kann. Ihre Reinrassigkeit würde ich im Vergleich z.B. mit der Rasse des Belgischen Malinois gleichsetzten. Dort weiß ebenfalls jeder Insider, dass es keine Malinois gibt die nicht auch so genannte „X-Malis“ (X-steht für Kreuzung) in ihren Linien aufzuweisen haben.

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Beenden möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat von dem bekannten spanischen Kynologen, (Spezialrichter, Tierarzt, Züchter, Ausbilder u. Jäger) Sanz Timón, der sagt: …heute existiert der alte Alano nur noch im Dogo/Presa Canario und in einigen Presas der nordspanischen Regionen weiter, diese Hunde sind die reinsten Nachfolger der alten Alanos… !

Arne Pohlmeyer

Präsident – AVD e.V.

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Leistungszucht: “De la Arena”