Fellfarbe oder Fehlfarbe?!

Dogo Canario (Perro de Presa Canario) aus Spanien / Kanaren

Die Bildergallerie zeigt, als lose Beispiele, Presa Canarios /Dogo Canarios aus Spanien. Um unseren Neidern gleich vorwegzugreifen, wir haben extra darauf verzichtet Hunde von uns hier einzustellen.

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Wenn sie die Bildergalerie anschauen, werden sie feststellen, dass sie viele schwarze, graue, blaue Presas sehen. Auch Hunde mit schwarzen Platten und den angeblich ungeliebten weißen Abzeichen sind alles andere als selten.

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Wussten Sie das sich das sogenannte Weißscheckungsgen auch versteckt über Generationen vererben kann? Oder das aus Verpaarung von zwei dunkel gestromten Hunden häufig schwarze und graue Fellfarben hervorkommen? Oder das die “Farbe” blau nur ein genetisch verhindertes schwarz ist, und somit genetisch als gleich zu betrachten ist?

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Lesen Sie den Bericht, unten:

Dogo Canario (Presa Canario) Farbschläge

(Libro Perro de Presa Canario – Aus dem spanischen Buch von “Manuel Curto Gracia”)

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Spanien, von Valero Pahl

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Alter Zwinger auf Gran Canaria

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Spanien

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Spanien 

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Spanien

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Ausstellungs-Gewinner, Gran Canaria

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Rüde stammt von Tenerife

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Kanaren / La Palma

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Spanien, alte Blutline…

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Die Schönheitsaussteller sagen: “die Maske reicht bis zu den Augen aber nicht über die Augen”. Also gibt es diese beiden typischen Exemplare quasi gar nicht?!

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Mollosser des Monats: Dogo Canario Senorita

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bekannter Rüde auf Tenerife

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Ausstellung auf Tenerife

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Kanaren

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Kanaren

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“Casa del Presa”, ziemlich schwarz wie man sieht…

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Irema Curto Linie

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…spanische Vorstellung der Rasse…

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Kanaren (Tenerife)

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Alter Ausstellungs-Champ, bekannt aus vielen Büchern.

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Die Maske geht immer bis zu den Augen?

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I.C.-Linie

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Int. Ausstellungs-Champ, aus kanarischen Zwinger

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Ausstellung Gran Canaria

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Hündin auf Gran Canaria

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Schwarze Maske bis zu den Augen?

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“Dogo Canario, Mastiff der kanarischen Inseln”

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…Molosser of the month…

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Dogo Canario mit Welpe

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Aus einem spanischen Dogo Canario Buch: Maske bis zu den Augen? Wohl das Schminken vergessen?!

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Vorstellung der Rasse in dem Buch: ” The Real Bulldog”

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Ausstellungsgewinner, auch ohne schwarze Maske.

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Gran Canaria

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Irema Curto

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Und sogar ein FCI-Weltsieger. Schwarze Maske bis zu den Augen?! Häufig wissen die Show-Richter selbst nicht einmal, was in ihren “Show-Standarts” steht.

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Lesen Sie folgenden Artikel:

Die Farben des Dogo Canario (Perro de Presa Canario)

Fellfarben oder Fehlfarben

…Das gibt’s nicht, gibt’s nicht…

Diesen Artikel  wollen wir hier veröffentlichen, da es auch in Deutschland eine Anzahl von fehlerhaften bzw. unfundierten Quellen gibt die die Reinrassigkeit eines Hundes an seinem Haarkleid bestimmen wollen. Einige „Züchter“ machen sich dies sogar zur Marktlücke und behaupten nur die von ihnen favorisierten Haarfarben wären so zu sagen Original. Andere wiederum versuchen extra Verpaarungen zu erzeugen, die wiederum seltene bzw. sehr unpopuläre Farben bringen.

Hat Ihnen lieber Leser, vielleicht auch schon einmal ein angeblicher „Rassekenner“ erklären wollen, dass es doch gar keine echten Presas (Dogo Canario /Perro de Presa) gibt, die große weiße Abzeichen tragen, schwarze Platten aufweisen, oder vielleicht schwarz, grau, blau oder falb ohne schwarzer Maske bis zu den Augen gibt etc. etc. .?

Nun kommen wir auch schon zu dem Punkt bzw. zu dem Wort woran sich einige gerne klammern „original“. Ja welche Farben sind denn nun die originalen der spanischen Doggen und was sind Fehlfarben, und wer entscheidet dass?

Dazu muss man erst einmal wissen und akzeptieren, dass die spanischen Doggen zu den ältesten, in der Literatur nachgewiesenen und klar definierten , Hunderassen zählt die es überhaupt gibt. Bereits 1342 wird diese Doggenform genau beschrieben und über ihre große Verbreitung und ihre noch deutlich längere Existenz berichtet.

Selbstverständlich lassen sich zu diesem Zeitpunkt diese spanischen Doggen, wie auch alle anderen Hundetypen, nicht als Hunderasse im Sinne der heutigen Schönheitszucht-Verbände definieren. Grob gesagt, kann man behaupten, dass bis zum Beginn des 20 Jahrhunderts  alle „Hunde-Rassen“ nur auf Ihre Funktion hin selektiert und gezüchtet wurden. Diese Gebrauchsselektion, wurde in der modernen Zeit, zu einem großen Teil von der Form- u. Schönheitsselektion  abgelöst. Anhand dieser definieren viele Vereine die Rassereinheit ihrer Hunde.

Eine typische Feststellung die ich in diesem Zusammenhang häufig erwähne, ist die folgende:

Wenn man Jemanden einen Hund zeigt, der von der Optik aussieht wie ein z.B. ein „originaler“ Deutscher Boxer  der vom Wesen aber überhaupt nicht dem „originalen“ Wesen eines Boxers entspricht, fragt niemand ob der Hund vielleicht überhaupt nicht reinrassig ist. Ist es anders herum, dass das Wesen typisch ist, die Optik (z.B. die Farbe) aber eher untypisch, stellt jeder sofort die Reinrassigkeit des Hundes in Frage.

Nun gibt es auch die Leute, die die Geschichte, die Traditionen die Herkunft und eine große Masse von alten Züchtern ausblenden, und alles nur vom Rassestandart ableiten, der in vielen Fällen von nur einer Person oder einer kleinen Gruppe nach ihren individuellen, „politischen“ Orientierungen erstellt wurde, der aber in den seltensten Fällen der Geschichte sowie der Realität den angebrachten Tribut zollt. Hunderassen verkommen zum persönlichen Spielball einiger Egozentriker, die zumindest ihre eigene markante Note in der Rasse oder in dem Standart der Rasse verankern wollen.

Apropos Standart, gibt es denn pro Hunderasse nur einen Standart? Und bleibt der immer bestehen? Die Leser die sich mit dieser leidigen Materie befasst haben, wissen es natürlich. Nein, da es für nahezu jede Rasse verschiedene Vereine, Verbände, Organisationen, angebliche Erfinder und Rassebegründer und mit ihnen verschiedene Meinungen gibt, existieren natürlich häufig auch verschiedene Rassestandarts für ein und den selben Hund.

Viele werden jetzt sagen, dass die Rassestandarts der FCI (Belgien) das „alleinig Wahre“ sind. Woran man allerdings diese „Übermachtsstellung“ und die „Wahrheit“ dieser privaten Organisation ableiten soll, bleibt fraglich bzw. zumindest diskutabel. Mit dem Wort „anerkannt“ muss man hier auch nicht kommen, da jeder Verein selbst entscheiden kann wenn und was er anerkennt und nicht. Da gibt es nichts offizielles oder sogar staatliches, auch wenn es häufig gern so hingestellt wird. Und auch diese Organisation verändert hin und wieder IHRE Hunderasse-Standarts in ganz wesentlichen Punkten. Aber bleiben wir ruhig bei den Rasse-Standarts der FCI (Belgien), denn auch hier gibt es einen ganz interessanten Punkt, mit dem ich wieder den Bogen zu meiner obigen Aussage schließen kann. In den FCI Standarts (die sich vom Aufbau alle sehr ähneln, wird immer die Herkunft/Geschichte und das Wesen als erstes angeführt, erst weiter unten in der Reihenfolge, werden dann die optischen Schönheitsmerkmale erklärt. Warum wird eine Hunderasse dann nicht auch in dieser Reihenfolge auf ihre Rassereinheit bzw. Typik beurteilt. Denn dass wird sie in den aller meisten Fällen nicht, als Maßstab wird nur in den seltensten Fällen die Funktion und die Charakterveranlagungen herangezogen, überwiegen wird bei einer dieser Standartbewertungen nur die Form und Farbe….

Anmerken will ich noch kurz, dass es aber auch Ausnahmen gibt, in Spanien z.B. gibt es jemanden der einen Rassestandart für die spanische Dogge erstellt hat, der ausschließlich von seiner Funktionalität, dem Wesen und der Charakterveranlagung spricht. Sozusagen ein Gebrauchsstandart, niedergeschrieben und veröffentlicht aber wie ein FCI-Schönheitsstandart.

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Zurück zum Thema die Farben der spanischen Doggen. Wie erwähnt gibt es jede Menge verschiedener Standarts und Vorstellungen wie nun die spanische bzw. kanarische Dogge auszusehen hat. Der für uns viel zu enge und einseitig gegliederte und ausschließlich auf die Schönheitszüchter  zugeschnittene Standart der FCI, für die Kanarische Dogge, weißt seine Show-Richter an, z.B. Hunde ohne schwarzer Maske bis zu den Augen oder mit schwarzer Maske bis über die Augen negativ zu bewerten. Schwarze Canarios oder welche mit großen weißen Abzeichen werden ebenfalls schlechter bewertet. Nun könnte man doch sagen „ist doch OK, ist doch deren Sache wie sie im Ausstellungs-Ring bewerten“, theoretisch ist dass sogar richtig, nur ergibt es das folgende Problem. Jeder der sich nur oberflächlich mit der Materie befasst hat und der etwas zu einfach kombiniert hat, läuft jetzt in der Dogo-Welt rum, erklärt dass es die und die Farbe oder die und die Farb-Abzeichen nicht gibt, oder dass nicht original wären oder aber dass sie verboten wären oder dass auch in Spanien damit nicht gezüchtet werden dürfe etc. – Und das ist definitiv falsch!

Die Richtigstellung:

1.)

In Spanien züchten die Züchter mit den Farben und Farbvarianten mit denen sie wollen. Wenn einige Ihrer Hunde bei Schönheitsausstellungen negativ bewertet würden, heißt dass nicht, dass sie nicht mit Ihnen züchten dürfen. Der Standart ist nur eine Art „Anleitung“ für die Ausstellungsrichter, anhand von diesem sie bewerten wer den ersten, wer den zweiten und wer den letzten Platz auf ihrer Ausstellung bekommt. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt eine ganze Reihe Züchter auf den Kanaren die mit „nicht schönheitsstandart-konformen“ Hunden züchten, die wiederum aber Nachwuchs bringen der auf den Shows häufig hoch prämiert wird. Ausstellungstaugliche Hunde („Showquality“ wie der Ami sagt) werden ausgestellt und international promotet, die nicht ausstellungstauglichen Hunde eines Wurfes werden privat verkauft. Beide gelangen aber irgendwie fast immer wieder in die Zucht.

Und „Showquality“ ist nicht unbedingt von der Farbe abhängig. Denn was auf der anderen Seite, schon in lächerlicher Art und Weise, üblich ist, dass die Züchter die zu den Ausstellungen wollen, neben Anabolika und ähnlichen Medikamenten, die Hunde auch vom Haarkleid „aufwerten“. Viele würden es gar nicht glauben, wenn sie die „Schönheits- Champions“ mal außerhalb der Ausstellungen anträfen, so völlig ungeschminkt. Vor den Ausstellungen, werden die Hunde (häufig nicht unwesentlich) angemalt, ja Sie haben richtig gehört, angemalt! Die Züchter malen klarere Stromung auf, sie malen die gestromten oder nicht vorhandenen Masken tief schwarz, übertünchen weiße Flecken usw. .

Auch dies mag der ein oder andere Ausstellungsfreund noch tolerieren, was aber auch dem letzten kynologischen Laien klar sein sollte, dass diese Handhabungen der Schönheitsaussteller natürlich nicht vererbt wird.

2.)

Jetzt stellt sich für viele sicher noch die (eigentlich wichtigste) Frage, ob denn die Hunde mit der „Schönheits-Ausstelungs-Optik“ auch die sind, die auf die alten Linien zurück gehen also am reinsten, am echtesten, am originalsten sind. Und das ist ja was die ursprüngliche Frage in der Überschrift ausmacht, „Fellfarbe oder Fehlfarbe“, denn die Farben, die von den echten und alten Hunden in die Zucht gebracht wurden, müssen respektiert und als original angesehen werden. Wer dies nicht tut, ist nicht nur rassegeschichtlich unversiert und intolerant, sondern stellt sich freiwillig auf die moderne Seite der unauthentischen Ausstellungskreationen, die sich immer weiter vom alten Original entfernen. Es gab schon immer eine riesige Farbpalette über die die spanischen/kanarischen Doggen verfügten.

Schon im Neunzehntenjahrhundert schrieb der deutsche Kynologe und Autor Krichler über die spanische Dogge das sie häufig in den Farben, grau, braun, schwarz und gestromt daher kam. Ebenso findet man in alter Literatur über die Hunde die von Spanien aus, über die Kanaren auf Cuba landeten, dass sie häufig einfarbig „isabelfarbend“ waren. Es gibt alte Zeichnungen, von zeitgenössischen Malern, die immer wieder auch weiße Hunde mit nur minimalen dunklen Abzeichen zeigen. 1898 berichtet Pierre Megnin in seinem Buch „les Races de Chiens“ z.B. von zwei spanischen Doggen „Toro“ und „Alphonso“, der eine hirschrot, der andere steingrau etc.. (Es gibt natürlich noch viele weitere geschichtliche sowie literarische Belege für die Farbenvielfalt unserer Rasse, doch soll dieser Artikel kein geschichtlicher Exkurs werden).

Doch die Schönheitszüchter interessieren sich leider selten, für die Rasse die sie züchten, bzw. für die Geschichte, ihre Herkunft, ihren Ursprung und ihre Funktion. Sie wollen nur etwas (meist groteskes) erschaffen, was möglichst entartet und gleichwohl identisch aussieht.

Mittlerweile gibt es Schönheitsexemplare, die wie eine Karikatur des Alten und Authentischen wirken. In diesen Fällen geht es natürlich nicht nur um die Farbe, sondern vor allem um die Anatomie. Die Schönheits-Champions verkommen langsam zu bemitleidenswerten und völlig übertypisierten Krüppeln. Krumme, viel zu kurze Beine, viel zu starke Knochen, viel zu viel Belefzung, offene Pfoten, eingesättelte Rücken, lose Gelenke, raus gedrehte Ellenbogen und Knie etc. – vollkommen Arbeits- und Gebrauchsunfähig – Aber ja so bildschön…?!

Bei den Schönheitsausstellern geht die Zucht strickt in die falsche Richtung und das Ganze leider in riesigen Schritten. Was für unsere AVD e.V.-Hunde heute noch im Gros zutrifft, haben vor ein paar Jahren sogar ein paar Schönheitszüchter noch gesagt, dass der Dogo Canario eine urtümliche Molosserform wäre, fit und sportlich wie im Mittelalter… Schämen sollten sie sich heute!

Die Schönheitszüchter, die wechselnden Schönheits-Standarts, ihre Organisationen und ihre Schönheitsrichter tragen eine große Schuld. Die Schuld, dass der die kanarische Dogge den Weg der Übertypisierung geht, den vor ihr schon viele andere Rassen gegangen sind. Als lose Beispiele seien der englische Bulldog, der Bullmastiff, der eng. Mastiff, die deutsche Dogge und viele Weitere angeführt. Es ist mehr als traurig. Aber wir, der AVD e.V. und eine Reihe weitere, international verstreuter Züchter, halten die Fahne der arbeitsfähigen, gesunden, und authentischen spanischen Doggen hoch.

Nun gibt es auch Schönheitszüchter, die behaupten, dass gerade die leistungsorientierten Züchter häufig Fremdrassen in ihre Zucht-Linien eingekreuzt hätten. Diese Anschuldigung kann und muss man mit Fug und Recht postwendend zurückgeben. Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, gibt es nirgends wirklich reinrassige Linien, bzw. müsste man hierzu in der gesamten Hundezucht das Wort „reinrassig“ erst einmal klar definieren. (Lesen Sie hierzu unseren Artikel über das Thema Reinrassigkeit). Was aber Fakt ist, das gerade die Schönheitszüchter, sehr viele Fremdrassen (wie z.B. Bullmastiff und eng. Mastiff) in ihren Zuchtlinien haben. Diese Einkreuzungen, brachten nicht nur einen deutlichen  Anstieg der hellen Farben (gelb und Gelb-Töne) und Farbvarianten zum Vorschein, sondern auch deutlich mehr Gewicht und ein hohes Maß an „schöner“ Unbeweglichkeit.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass gerade wir niemanden anhand von der Farbe seines Hundes anprangern wollen bzw. wir definitiv nicht die Qualität und den „Wert“ eines Hundes an seiner Fellfarbe abhängig machen.

Ich selbst habe mehrfach vor Ort, die Züchter in Spanien und auf den Kanaren besucht und habe dort nahezu alle Farben und Farbvarianten gesehen.  Und so schließe ich diesen Bericht nun auch mit den folgenden Worten „Die Farbe gibt’s nicht? Das gibt’s nicht!“

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Arne Pohlmeyer

Präsident, AVD e.V.-Delegación Alemán del Dogo Canario©