Die aktuelle Lage in Spanien und auf den Kanaren

Die aktuelle Lage in Spanien und auf den Kanaren

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Spanien ist das Haupt-Herkunftsland des Hundetyps des historischen Alano! Welchen wir seit vielen Jahren bewundern, erforschen und versuchen seine authentischen Nachkommen bestmöglich am Leben zu erhalten oder wieder zu neuem Leben zu verhelfen.

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Wir stimmen hier mit vielen ernstzunehmenden, geschichtsbewanderten, spanischen Kynologen überein, dass der Alte Alano (in der Geschichtsschreibung häufig auch als Perro de Presa oder Dogo betitelt) in seiner direkten Nachkommenschaft, am reinsten in den heutigen Nachfolgerassen Presa/Dogo Canario und in einigen wenigen Exemplaren der iberischen Halbinsel  erhalten geblieben ist.

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(Artikelausszug aus einem deutschen Hundemagazin 

von Sanz Timón -Kynologe, Tierarzt, Jäger und Spezialrichter für spanische Hunderassen)

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Natürlich wissen auch wir, dass ebenso die iberischen Doggen-Schläge des Fila de Sao Miguel oder der auf den Balearen ansässige Ca de Bou (Ochsenhund) Nachfolger der historischen Spanischen Dogge (Alano) sind. Oder auch die in Übersee beheimateten Rassen und Nachfolger der Cordoba Dogge, des Perro de Cimarrón, des Mastino de Borinquen, des Farm Fila, der Kubadogge etc. .

Doch sind sie heutzutage, soweit vermischt und teilweise wieder in agierungsunfähige Unterrassen zerstückelt worden, dass man Sie nur noch als Enkel oder entfernte Urenkel des alten sagenumwobenen, historischen Alano bezeichnen kann.

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Auf dem spanischen Festland, gibt es eine Reihe von Züchtern, die versucht eine neue Rasse anhand ihrer geschichtlichen Eckdaten zu kreieren, den so genannten Alano Espanol bzw. (korrekt bezeichnet und auch besser zu unterscheiden) den „Alano Espanol Moderno“. 

Die Entstehung der noch nicht etablieren, neuen Hunderasse Alano Espanol, basiert auf einer Vermischung von (eventuell) überdauerten alten Alanolinien wie z.B. dem „Villano de las Encartaciones“ (lesen Sie auch diesen Artikel, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier). 

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mit verschiedenen modernen Hunderassen wie z.B. dem Deutschen Boxer, dem Dogo Argentino, dem Dogo Canario etc. .     

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Auf den Kanarischen Inseln, die bekanntlich eine Inselgruppe im östlichen Zentralatlantik, etwa 100 bis 500 Kilometer westlich des südlichen Marokko gelegen, dar stellt, existiert als einzige Nachfolge Rasse der Perro de Presa Canario (Dog Canario FCI). Auffällig hierbei, ist dass die historische Synonymbezeichnung Perro de Presa immer noch gebräuchlich ist. 

Diese Perros de Presas (Hunde zum Packen) sind durch die spanischen und portugiesischen Eroberer (Konquistadoren) eingeführt worden, die sie als Kriegshunde mit sich führten. 

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Durch das sprichwörtliche Inseldasein und die große Entfernung zum europäischen Festland, blieb hier unsere spanische Dogge, mehr oder weniger rein erhalten. Sicherlich gab es in der „Neuzeit“ auch einige Einkreuzungen von fremden Rassen, doch spielten diese (Gottlob) nur eine untergeordnete Rolle. Es ist auch heute immer noch möglich, trotz einer fortschreitenden, kanarischen Selektion auf Masse und dem verstärkten Aufkommen von Schönheitsausstellungen, vereinzelt leistungsfähige Hunde im historischen Urtyp zu finden. Diese guten Hunde, zeigen deutlich die Züge ihres Stammvaters des alten, iberischen Alano.

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Natürlich sind dies einzelne, wertvolle „Perlen“, die man natürlich nicht in größerer Masse anzutreffen vermag.   

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Die verklärte, romantische Vorstellung

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Die verklärte, romantische Vorstellung

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Alle Züchter einer ausländischen Hunderasse, haben immer das Problem, ich würde es sogar als die Krux der ganzen „Geschichte“ bezeichnen, dass man nicht nur zu der Hunderasse an sich, sondern in mehr oder weniger ausgeprägter Form auch zum Herkunftsland der Rasse stehen muss. 

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Es mutet immer etwas merkwürdig an, wenn man behaupten würde, dass eine Rasse im Ausland besser gezüchtet wird, als in ihrem Herkunftsland. Doch tatsächlich ist dies gar nicht mal so selten… (Oder glauben Sie dass z.B. der Foxterrier, der Airedale Terrier, der Bullterrier in seinem England leistungsfähiger und gesünder ist als hier zu Lande?!)   

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Die „Top-Hundezucht-Länder“ sind schon seit geraumer Zeit Deutschland, England, Belgien, Holland und mit gewissen Abstrichen Frankreich. Nirgendwo in der Welt ist, die Hundeausbildung und die Gebrauchshundeselektion so ausgeprägt wie in Deutschland, als Begründerland der Dienstgebrauchshundeausbildung zählt wiederum Belgien. Von den 9 Dienstgebrauchshunderassen kommen alleine 6 aus Deutschland, zwei aus Belgien und eine aus England. Der größte Rassehundezuchtverein der Welt kommt ebenfalls aus Deutschland. Das deutsche Jagdgebrauchshundewesen ist ebenfalls weltweit führend und von allen anderen Ländern unerreicht. Doch auch England gebührt, alleine schon geschichtlich betrachtet, ebenfalls ein Potestplatz auf der internationalen Bühne der Kynologie. Unzählige Hunderassen haben ihren Ursprung in Britannien. 

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Nun haben wir, mit der spanischen bzw. kanarischen Dogge, eine Hunderasse die aus einem (vorsichtig ausgedrückt) für europäische Verhältnisse „kynologischem Entwicklungsland“ stammt. Zwar gibt es neben dem historischen Alano/Perro de Presa und seinen Nachfolgerassen, noch weitere interessante Rassen, vor allem im Jagdhundebereich, doch fundiertes Ausbildungswesen, sowie die planmäßige Gebrauchszucht, ist nur in Ausnahmefällen anzutreffen, bzw. steckt sie noch in den Kinderschuhen.  

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Nur bemängelt man als Ausländer, die zum Teil dürftige Zucht-Qualität, dann wirkt dies natürlich etwas „arrogant“ oder überheblich. So müssen wir fortwährend einen, wohl noch akzeptablen, Spagat zwischen unserer Sicht einer soliden gebrauchs- und leistungsorientiertenZucht und der durchschnittlichen, spanischen Hundeproduktion hinlegen. 

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Unser spanischer Freund Antonio, der selbst Bewunderung für das die deutsche Jagd- und Dienstgebrauchshundewesen hegt, fragte mich vor ein paar Monaten warum wir überhaupt in Spanien nach Hunden schauen würden. Es lege doch offensichtlich auf der Hand, dass die spanische Gebrauchszucht auf keinen Fall mit der deutschen Zuchtselektion konkurrieren kann. 

Antonio, ist Jäger und Rüdemann, kennt viele wichtige Personen aus Spaniens Jagd- und Hundeszene und war bereits mehrfach bei deutschen Hundeprüfungen sowie bei Drückjagden, als Hundeführer dabei. Auch bei Rudolf Sewerin war er damals mehrfach zu Besuch und traf ihn in Deutschland sowie in Spanien. Antonio erwähnte auch heute noch die löbliche Qualität von „Rolf’s“ Bullterriern und Alanos.

Dies nur kurz eingeschoben, damit auch verdeutlicht wird, dass nicht alle Spanier meinen, sie hätten hundemäßig das Nonplusultra.

Für uns ist dies natürlich nicht weiter von Belang, da wir von Zeit zu Zeit, auf neues Blut angewiesen sind. Und deshalb auch in Zukunft weiterhin das benachbarte Ausland und Spanien aufsuchen werden.            

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Natürlich stellen sich die meisten Leser, unsere Spanienreisen als überaus prickelnd, aufregend und vielleicht sogar etwas romantisch vor. Doch die Realität ist meist nicht ganz so Werbekonform…

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Gerade Spanien, was als traditionsbewusst und vorgeblich auch als sehr “stolz” bekannt ist, mit seinen vielen verschiedenen Regionen und Klimazonen, eignet sich natürlich hervorragend für das Spinnen von mystischen Geschichten.    

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Und gerade diese Geschichten, sind den Welpenkäufern, bei nahezu allen seltenen Hunderassen überaus wichtig! Wo früher der Hundehalter, hinter der vorgehaltenen Hand, über seinen „Pitbull“ erzählt hatte, aus welcher geheimen „Undergroundfightline“ er wohl stamme, und wo der Mastinobesitzer von den löwengefüllten Arenen in Rom berichtete, und wo der Leistungs-Bully-Freund immer noch von tschechischen Keilerpackern und österreichischen Ziviltötern schwärmt, oder wo der Owtscharka-Mann vom rauen Leben in Russlands finsteren Weiten berichtete, vermitteln heute nahezu alle Alano/Presa/Dogo Canario-Züchter ein vollkommen romantisch verklärtes Bild von Spanien und den Kanaren. 

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Verbindet der Alano/Presa-Liebhaber wenn er an Spanien denkt, dies in seiner Vorstellung häufig mit Flamencotänzerinnen,  dem sonnigen und mediterranen Leben auf Mallorca, mit dem spanischen Stierkampf und mit den harmonisch dudelnden „Kanaren-Klampfen“… An Wirtschaftskrise, politischer und regionaler Zerstrittenheit, Einwanderungsschwemme und hohe Arbeitslosigkeit denken wohl nur die wenigsten.

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Analog hierzu stellen sich viele Amis wohl Deutschland, als das Land der Kuckucksuhren, Trachtenfeste, Lederhosen und des Weizenbieres vor. 

Natürlich, wenn man will kann man dies auch finden. Genauso findet man bei den Spaniern auch deren Folklore und alles womit man dieses Land assoziieren will. Wer Suchet der Findet.       

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Doch gilt unser Interesse den Hunden, den Dogos, Presas, Villanos, Alanos oder wie man sie dort auch immer schimpfen mag. Und dies ist meistens weit weniger romantisch, als der Laie vermutet.

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Viele der „Festland-Presa Canario-Züchter“ gehören mehr oder minder einer „milieulastigen-Schicht“ an. Viele der Canario Züchter auf Teneriffa und Gran Canaria sind arbeitslos und investieren, nachvollziehbarer Weise, nur wenig in ihre Hunde. Die Pflege und Haltung ist für das tierschutzgeprägte, deutsche Auge häufig schlicht als katastrophal zu bezeichnen. Ausschließlich die, für uns weniger interessanten, ausstelungsorientierten Züchter pflegen ihre Hunde, da sie zum Teil für horrende Summen in die USA verkauft werden. 

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(Normale, private Hundehaltung auf den Kanaren)

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(Gepflegte Showdogs…)

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Das neu formatierte Lager der Züchter ohne Papiere, auf Gran Canaria, pocht zwar auf die traditionelle Authentizität ihrer bunten Presas, doch machen sie im Grunde nichts anderes. Wenn Sie zusammen kommen halten Sie Hundeausstellungen ab. Eine Selektion auf Gesundheit, Wesen oder Leistung findet leider nicht statt. 

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Ausstellungen (Exhibiciónes) auch im neuen “alten” Lager von Gran Canaria

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Die „Alano Espanol Moderno-Züchter“ stehen hier häufig besser da, sind geschichtlich bewandert und verfolgen ihre Sache mit wirklichem Interesse. Nur ist deren Interesse, wie auch die Zucht im Großen und Ganzen, eher theoretischer denn praktischer Natur. 

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Einzig bei den spanischen Jägern und Rinderzüchtern findet man diesen „romantischen Faktor“, der so vielen bei unserer Rasse überaus wichtig erscheint. Die Jäger wie auch die spanischen „Cowboys“, sind funktionsgebunden fest mit den alten Traditionen verschmolzen. Doch werden hier häufig sehr leichte und wendige Hunde favorisiert. Hunde die vom optischen Typ, dem Geschmack der meisten deutschen Molosser-Freunde sicher weniger zusagen

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Dass es innerhalb der Familien Zuchtlinien gibt, die von Generation zu Generation (vom Vater zum Sohn) weitergereicht wurden, ist wiederum keine Fabel. Diese Familienverbundenheit zur Rasse, gibt es tatsächlich. Allerdings nur in wenigen Fällen auf Gran Canaria und bei einigen „Alano-Villano-Festlandjägern“. 

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Auf den Kanaren gibt es verschieden Clubs für den Presa Canario (Dogo Canario) die zum Teil unterschiedliche optische bzw. farbliche Typen favorisieren. Eine Unterteilung zwischen der Bezeichnung Presa und Dogo ist definitiv nicht möglich, da es sich bei genauer Betrachtung des kanarischen Zuchtmaterials nicht um verschiedene Linen handelt.

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 Auch ist mir kein einziger, der vielen kanarischen Züchter bekannt, der die Bezeichnung „Presa“ ablehnt. Demnach kann auch anders herum kein Schuh draus werden!!!

(Lesen Sie auch diesen Artikel Dogo vs. Presa, klick hier!)

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Auf dem spanischen Festland haben sich mittlerweile ebenfalls einige Clubs und Gruppen um den Presa Canario oder wahlweise ;-) den Dogo Canario gerankt. Die meisten favorisieren, den Showtyp, einige andere wiederum rühmen sich mit der Aussage, dass sie auf  Arbeitsfähigkeit (Trabajo=Arbeit) züchten würden. Ihr Interesse hierbei, liegt sehr einseitig auf den Schutzdienst und auf Aggressionsarbeit. Hier fehlt es an der Fähigkeit das Wesen als Gesamtpaket zu beurteilen und wirkliche Wesensstärke von Angst- und territorialer Aggression zu unterscheiden! 

Die meisten dieser Leute kommen ursprünglich vom Pitbull und deren Mischformen. Ihre aktuellen Presas werden mit Mastinos, Schäferhund- und Bullterrier-Rassen vermischt. Anders als es im Internet oft geschildert wird, verfügt diese lose Gruppe weder über reine noch über durch gezüchtete Presa Canario Linien. Fragt man einige der wirklich alten Züchter auf den Kanaren, nach diesen losen Madrider Clubs, so winken diese meist ab und bezeichnen deren Hunde als wilde „Mix-Bandogs“. Dies ist nicht (unbedingt) unsere Meinung, doch sollte in diesem Artikel versucht werden,  etwas mit den unwahren „Propaganda-Märchen“ aufräumen. (lesen Sie auch diesen Artikel, klick hier). 

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Wie bereits erwähnt wollen wir hier niemanden anprangern, sondern nur die aktuelle Lage in ihrer Gesamtheit schildern!    

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Anmerkend will ich in aller Deutlichkeit klar stellen, dass wir allen (aufrichtigen) Züchtern und Freunden unserer Rasse immer mit Respekt gegenüber treten und dies gilt nicht nur in Spanien. Trotzdem üben wir in diesem Artikel auch ein gewisses Maß an Kritik. Diese Kritik soll informieren und kann sehr wohl auch konstruktiv verstanden werden!

Suche und Überprüfung von Hunden

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Suche und Überprüfungen von wertvollen Hunden in Spanien und auf den Kanaren:

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Wir sind bekanntlich häufiger im Ausland (vornehmlich in Spanien) unterwegs, um nach zuchtwertvollen Hunden und Blutlinien Ausschau zu halten. Wir fahren mit dem Auto oder fliegen mit dem Flugzeug dorthin, wo wir eventuell noch ansprechende Hunde auffinden können. 

Dann machen wir mit Züchtern und möglichst vielen „privaten“ Hundehaltern Termine, um deren Hunde zu überprüfen. (Gerade bei den „Privatpersonen“ ist der Erfolg häufig größer als bei den bekannten Züchtern).

Uns interessiert hierbei weniger das Aussehen, als die Abstammung und der Charakter der Hunde. 

Wenn wir Dokumente von Gesundheitsuntersuchungen zu sehen bekommen, ist dies immer sehr erfreulich, allerdings (vor allem in Spanien und auf den Kanaren) doch eher die Ausnahme. Röntgenbilder vom Hüftgelenk gibt es nur zu den wenigsten Tieren. Viele, durch das Internet bekannt gewordene, Züchter haben häufig einen geröntgten Hund in ihrer Zwingeranlage. Fragt man im Vorfeld nach einem anderen Hund, bekommt man (für vollkommen verschiedene Hunde) ein und dasselbe Röntgenbild zugeschickt. Deshalb heißt es, wie immer, Augen auf beim Hundekauf.

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Hunde die im Ausland als „gesund“ eingekauft wurden, müssen somit in Deutschland selbstverständlich (erneut) einen Gesundheitstest machen und dies sollte von der offiziellen Auswerteklinik kontrolliert werden.

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Zum Wesen: Wir suchen in erster Line Hunde die erkennbar Beutetrieb, Wehrtrieb und möglichst wenige Fluchttrieb aufweisen. Scheue, über- bzw. angst-aggressive oder lethargische Rassevertreter kommen für uns nicht in Frage! (Und davon gibt es leider mehr als genug). 

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Häufig brachten wir neue Ideen mit, und sorgten somit auch nach unserer Abreise für gute und neue Impulse…

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Wirkliche Linien die auf Schutzdiensteigenschaften selektiert wurden, existieren nicht bzw. nicht in der Form, wie sich dies ein deutscher Schutzdienstpraktiker vielleicht vorstellen mag!

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Es gab und gibt immer mal wieder einige, die mit ihren Hunden irgendeine Art von Schutzdienst probieren, doch eine wirkliche Zuchtselektion existiert hierfür nicht.

Vor allem in Spanien gibt es nur sehr wenige, die den Unterschied zwischen einem linksliegenden, aggressiven „Kettenbeißer“ zu einem sauberen, mutigen, dursetzungsfähigen Schutzhund mit echtem Sports-, bzw. Kampfgeist erkennen. 

Jeder Hund der dort am weichen Ärmel oder Anzug einen Anbiss setzt, wird schon umjubelt ohne genauer hinter die Facetten seines Wesens zu schauen. 

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Genauso gibt es natürlich Züchter (sicher 90%) denen es absolut egal und unwichtig erscheint, welchen Charakter ihre Hunde haben. Viel wichtiger ist ihnen die Optik der Hunde. Nun könnte man davon Ausgehen, dass doch genau dadurch eine logische und deutliche Differenzierungsmöglichkeit besteht, die Schönheitszüchter von den Leistungszüchtern zu trennen. Doch dieses viel versprechende Unterscheidungsmerkmal hinkt deutlich und dies können wir durch jahrelange Arbeit auf diesem Gebiet sozusagen sogar beweisen.  

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Um nicht in die Versuchung abzudriften alles nur an einem einzigen Hund abzumachen, müsste man also die Züchter, die behaupten sie würden Arbeitslinien („Linea de Trabajo“) züchten, im Durchschnitt mit den so genannten Schönheitszüchtern im Vergleich setzten. Das Resultat hierbei ist leider erstaunlich ernüchternder, als es der „webseitengläubige“, deutsche Schutzhundefreund wohl vermuten mag. Wir haben aus allen bekannten und aus vielen unbekannten Linien Hunde überprüft und wir kommen eigentlich immer zum selben Resultat: 

Nur ca. 10% der modernen Rasse Perro de Presa Canario (Dogo Canario FCI) zeigt für uns annehmbares Wesen, mit belastbaren Nervenkostüm und anständigen Triebbereichen.

Und hierbei ist es durchschnittlich betrachtet (prozentual) vollkommen einerlei ob es sich um so genannte „Presa Canario-Arbeitslinien“ oder um die blutsverwandten „Dogo Canario-Schönheitslinien“ handelt (wie es die „Internet-Experten“ gerne versuchen zu trennen).

Diese Trennung ist selbstverständlich absoluter Blödsinn, denn egal wo man hinsieht ist keine Trennung möglich und selbst theoretisch wird sie überhaupt nicht praktiziert. Sämtliche kanarische Dogo Canario Schönheitszüchter akzeptieren ebenfalls die Bezeichnung Presa(was genau genommen nur im Sammelbegriff einen „Packer“ definiert). Genau wie auch die „Presa Canario-Namens-Verfechter“ ihre Hunde auch als Dogo Canario inserieren. Der größte existierende Züchter (nicht älteste, sondern der der am meisten Hunde gezüchtet und verkauft hat) Manuel Curto Gracia (Zwingername Irema Curto) ist ein glühender Verfechter von der Abgrenzung seiner Presas Canarios zum Dogo Canario. Doch seine Zuchthunde lies er bei der FCI als Dogo Canario registrieren. In Verkaufsanzeigen spricht er vom „Perro de Presa Canario (FCI Dogo Canario)“ in dieser Schreibweise etc. . Dies glaubt der Internetexperten jetzt sicher nicht, dass ausgerechnet der Guro des Presa Canario und Feind des Dogo Canario seinen Hunden den Zusatz Dogo Canario gibt. Um erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen, habe ich mir die Mühe gemacht und mal eine Verkaufsanzeige aus einer spanischen Zeitschrift eingescant. Wie gesagt, die Realität hat auch in Spanien selten viel mit der “Internet-Wahrheit” gemein… 

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Registrierung als “Dogo Canario”, Name und Unterschrift Manuel Curto Gracia

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Dies stört uns natürlich nicht im Geringsten, da wir eine weitere Unterteilung der Rasse, in wieder teilbare Unterrassen nicht nur schlicht als dumm sondern sogar als (genetisch betrachtet) sträflich bezeichnen würden. Zu dieser Thematik lesen Sie bitte noch folgenden Bericht, klick hier).

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Zurück zum Thema, ich wollte nur kurz aufzeigen, dass es überhaupt nicht möglich ist vor einem Besuch zu sagen wer wohl diesmal die besten Hunde haben mag. Wenn wir als Beispiel einen Malinois, Schäferhund, Jagdterrier, Dobermann etc. -Züchter besuchen würden, dann wüssten wir spätestens beim zweiten Mal, was uns ungefähr von der Qualität seiner Hunde erwarten wird. Beim Presa/Dogo Canario sieht dies grundlegend anders aus! 

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Da wir in der Regel bei jedem Zwinger nur ca. einen interessanten Hund  entdecken, kann dies natürlich zwei Jahre später schon grundlegend anders aussehen. Vor allem darf man nicht vergessen, dass vor allem im mittel- und südspanischen Raum die Leishmanniose so stark verbreitet ist, dass viele Hunde nicht  älter als 5 Jahre alt werden. Das gleiche gilt natürlich auch für importierte Hunde!  Das fiese an der Krankheit ist, dass sie bei einem Deckakt häufig übertragen wird. Manche sprechen deshalb auch von „Hunde-Aids“, ohne das es eine wirkliche Verwandtsacht zum HIV-Virus gibt.

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Nachträglich betrachtet (seit 1990) waren  ca. 70% aller Presas Canarios die vom mittleren bis südlichen Spanien nach Deutschland verbracht wurden, mit dieser ansteckenden Krankheit infiziert!  

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Wie bereits erwähnt haben wir bei den so genanten Schönheitszüchtern nicht weniger arbeitsfähige Hunde (ich würde sogar fast sagen wir haben mehr gefunden) gefunden als bei den so genannten Arbeits-Züchtern (Criador de Trabajo). 

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Vor allem herrscht ein erschreckender Mangel an qualitativ guten Hündinnen vor. Zwei drei akzeptable Rüden finden man eigentlich immer bei einer längeren Reise, bei guten Hündinnen sieht dies schon deutlich schlechter aus. Für die Skeptiker sei als Beispiel angemerkt, dass wir die besten 5 Presa/Dogo Canario-Hündinnen die wir im Ausland angetroffen haben, in Polen und in Belgien gefunden haben. Meine „gute Nummer 6“ war bei einem so genannten Dogo Canario Schönheitszüchter auf dem spanischen Festland, also auch nicht auf den Kanaren wo die Rasse im modernen Sinn ja eigentlich herkommt (herkommen soll ;-) )        

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Für die die jetzt wieder versuchen uns zu verunglimpfen und uns als unglaubwürdig darzustellen, statt selbst etwas zu leisten und „ihr Ding“ zu machen, sei angeführt, dass es natürlich unmöglich ist alle Hunde zu überprüfen. Es wird nie möglich sein in ganz Europa alle vorhandenen Rasseexemplare zu testen. Dies ist noch nicht einmal in ganz Spanien möglich. Bei einem „Trip“ auf die Kanaren überprüfen wir ca. 100 Dogos/Presas Canarios, bei einem Festlandtrip sind es meist weniger, da wir hier nicht so starke Ballungsgebiete vorfinden. 

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Doch eines sei klar angemerkt, bislang stelle jeder bei dem wir anfragten seine Hunde vor. Wir standen bislang noch nirgendwo vor verschlossener Tür!!! 

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Nur ein einziger, für uns nicht besonders interessanter Mix-Züchter zog es einmal vor, das Wochenende mit seiner Familie an die See zu fahren, als den noch losen Termin mit uns wahr zu nehmen. Sicher ein verständliches Verhalten, jeder von uns hat wohl schon einmal einen Termin platzen lassen. Wir haben aber Hunde aus nahezu allen was man in irgendeiner Art und Weise als Zuchtlinie bezeichnen könnte überprüft und getestet (incl. einiger Züchter die wir nicht besucht haben, die aber logischer Weise auch Hunde an andere uns bekannte Personen verkauft haben. 

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Woher kommen, dann jetzt wieder die deutschen Gerüchte, dass wir in Spanien angeblich so unbeliebt seien? (Jeder Mensch der selbst produktiv im Leben steht, wird sich sicher fragen, warum dies überhaupt für andere so spannend sein kann. Aber es ist wie ich oben schon erwähnt habe, leider so dass es eine Reihe von Neidern gibt, für die wir scheinbar immer das wichtigste Thema, das Nonplusultra sind. Personen die selbst nichts vorzuweisen haben… Um nicht deren albernen Maßstab anzunehmen, und um weiter seriös zu informieren, möchten wir übrigens darauf verzichten, uns über andere namentlich im Internet auszulassen. So etwas macht kein seriöser Züchtverband und kein seriöser Züchter!!!)

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Einräumen und für den aufmerksamen Leser sicher auch nachvollziehbar, will ich hinzufügen, dass eines sicher ist, manche Spaniermögen uns und viele mögen uns auch nicht so sehr. Wir sind nämlich die, die sich NICHT von tollen Geschichten begeistern lassen, sondern wir überprüfen die Hunde tatsächlich! Und so wie die Resultate sind, so ist danach meist unser Beliebtheitsfaktor. Haben Sie Hunde die unsere Anforderungen, halbwegs erfüllen, finden Sie uns und unsere „Arbeits- bzw. Gebrauchs-Hunde-Idee“ sehr gut. Sind die Hunde wie 90% in Spanien, nicht ausreichend wesensfest, dann sind wir und unsere Tests angeblich „Scheiße“ – Entschuldigen Sie bitte das Wort.
Dann hören wir meist, etwas in der Art, dass der „echte“ Presa Canario auch keine Schutzdienst Mutprobe und keinen Umwelt-Wesenstest bestehen muss, er ist schließlich eine Hundekampfhund, oder wahlweise auch ein Ausstellungshund…und ähnlichen Unfug… 

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Natürlich gab es neben uns noch einige wenige Dogo Canario/Alano Züchter, die auf den Kanaren und in Spanien Hunde auf ihre Charaktertauglichkeit getestet haben. Doch muss man auch hier erwähnen, dass diese Begebenheiten meist auch mit viel Tamtam zu überaus spannend anmutenden „Storys“ aufgebauscht wurden. Jeder Kettenhund der einmal auf den Arm gebissen hat, wurde gleich als „Der Berserker“ schlecht hin dargestellt. Und selbstverständlich war dann dieser einmalige Toprüde nur über unbekannte und geheime Pfade (hinter den sieben Bergen,bei den sieben Zwergen) zu erreichen…

Auch ich bin schon so auf einige alte Geschichten reingefallen, forscht man nach und betrachtet die Sache nüchtern und neutral, stellt man häufig faktische Dinge fest die überhaupt nicht zu den ruhmvollen und verwegenen Geschichten passen. Viele der geheimen Hunde die in den frühen Jahren der internationalen „Presa-Welle“ auf ihre Schutztauglichkeit hin  überprüft wurden, standen bei ganz normalen bekannten Schönheitszüchtern. Wenn man sich, wie wir dies notgedrungen tun mussten, so tief in die Materie reinkniet, geht leider viel von dem Flair der „geheimen und abenteuerlichen“ Geschichten der 80er und 90er Jahre verloren.

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Nun denke ich haben wir die Problematik der ausländischen und explizit der spanischen Hundesuche ausreichend erläutert. „Amigos“ hin oder her, die Qualität der Hunde muss stimmen.

Wir wollen einen echten Arbeitshund selektieren und  betreiben Leistungszucht im AVD e.V. . Und dies ist international einmalig! Ob man dies nun als passend oder unpassend erachtet, spielt keine Rolle, es ist so!

Etwas analoges hierzu (Zuchtauswahl nach geprüften Hunden, ZWP’s, Gesundheitstests, Ausdauerprüfungen etc.) gibt es im Ausland definitiv nicht, leider! 

Und dieses „Leider“ sage ich mit Überzeugung! Viele meinen wir könnten doch umso mehr „stolz“ auf unseren Verein und unsere Züchter sein, umso chaotischer es im Ggensatz woanders zugeht. Doch für uns ist es kein Vorteil. Es ist nun mal extrem schwer leistungsfähige Hunde aus dem Ausland zu importieren und dass es keine adäquaten Arbeitsclubs (mit leistungsselektiven Zuchtvorschriften) im Ausland gibt, macht die Sache für uns nicht einfacher. 

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Mir ist nur eine einzige Gruppe im Ausland bekannt, die tatsächlich ihre Perros de Presas Canarios versucht auf Leistung zu züchten. Bei dieser Gruppe handelt es sich nicht um einen Verein oder Club, sondern nur um eine Gruppe von fünf sechs Personen, die Hund aus reinen kanarischen Linien für den realen Schutzdienst selektieren. (Die ersten Importe aus dieser Line, treffen noch diesem Monat bei uns ein! Mal sehen was sie uns in der Zukunft bringen werden…).

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Doch in Spanien fehlt für eine vernünftige Zuchtauswahl, ein genetisch fundiertes und haltbares Zuchtsystem. 

Die einzigen die in Spanien mehr oder minder regelmäßig ihre Hunde im Schutzdienst  arbeiten, stehen überhaupt nicht zu Rassehundezucht. (Wir sind weiter oben im Text, bereits auf diese spanische Festland „Gruppe“ eingegangen“. Da wird alles gehetzt und mit allem gezüchtet, egal aus welcher Kreuzung es entstanden ist. Die meisten Presas Canarios (linea de trabajo) führen nicht weniger Pitbull, Mastino, Schäferhund etc. –Blut als das Blut von den kanarischen Inseln…. Wir sind sicher keine FCI-Fanatiker und keine Befürworter eines übertriebenen Reinheitsfetisch, wirklich reine Rassen existieren eigentlich nicht (lesen auch diesen Artkiel, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier). 

Doch wilde Mischlinge gibt es in Deutschland genug, da muss man wohl nicht noch extra einen spanischen Kampfhundemix nach Deutschland importieren, nur damit der dann hier angekommen, als authentischer Presa Canario gilt.  

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Der größte Witz, ist die häufig zu hörende Aussage, dass wenn ein Spanier in Spanien einen Presa Canario mit einer fremden Rassekreuzt, es sich bei den Nachkommen trotzdem um einen authentischen und reinen Presa Canario handelt, die gleiche Kreuzung im Ausland allerdings ein Mischling sei. Klingt verwirrend bis bekloppt, wird aber tatsächlich häufig so geäußert. Da wird in Spanien z.B. ein Pitbull mit einem Presa Canario gemischt und das Resultat als „Presa Canario Autentico Linea de Pitbull“ bezeichnet. Das gleiche gibt es sozusagen auch mit jeder anderen Rassen. Zum Beispiel: Presa Canario Linea de Mastino, -Linea de Majorero, -Linea de Bullmastiff -Linea de Bullterrier etc. .   

Wenn ein Spanier eine spanische Rasse mit einer Fremdrasse kreuzt, ist es kein Mischling, macht dies allerdings jemand im Ausland ist es selbstverständlich ein schnöder Mischling!?! Diese Logik wird wohl kein normal denkender Mensch verstehen, doch bekommt man sie tatsächlich häufiger zu hören und zu lesen, als man glauben mag…

Gibt es also gar keine Arbeitslinien in Spanien?

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Gibt es also gar keine wirklichen Arbeitslinien in Spanien?

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Jeder, der die vorangegangenen Zeilen gelesen hat, wird jetzt wohl mit der Antwort „Nein“ gerechnet haben. Aber auch da muss ich widersprechen. Es gibt sehr wohl echte spanische Arbeitslinien! Nur halt nicht auf die Schutzhundearbeit bezogen. Was es tatsächlich noch immer in Spanien gibt, sind Züchter, die ihre Hunde für die Arbeit an den Rinderherden und für die Schwarzwildjagd züchten.

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Rinderarbeit und Jagd!

Beides traditionelle und überaus authentische Arbeitsaufgaben für unsere Hunde. Nun muss man aber auch hierbei ganz deutlich differenzieren! Es gibt einige die ihre Hunde hin und wieder mal an Rindern und Wildschweinen (sozusagen) getestet haben, wohl hauptsächlich um „nette“ Bilder für das Internet zu erhalten. Doch diese Art der Züchter meine ich hier in keiner Form, denn es handelt sich meistens um Züchter, die alles (incl. Schönheitsshows) mitmachen um möglichst bekannt zu werden. Bekannt? Bekannt natürlich um einen möglichst großen Welpenabsatz zu erlangen und dies vor allem im Ausland. Da helfen Bilder von Gattersauen und zahmen Hausrindern nämlich ungemein.

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Hier wollen wir aber von Züchter sprechen die nicht in erster Linie Hundezüchter, sondern Meutejäger oder Rinderzüchter sind. Diese Leute brauchen und züchten die Hunde also für sich selbst und nicht für den Verkauf. Hunde die durchgehende Rinder nicht sicher einfangen können, oder Hunde die bei der Jagd nicht in der Lage sind eine wehrhafte Sau mit sicherem Griff zu binden, sind untauglich und werden selbstverständlich nicht ihren Weg in die Weiterzucht finden. 

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Es handelt sich also um eine knallharte und wirkliche Leistungszucht. Ganz anders als bei vielen „Presa Canario-Schutzhund-Züchtern“ da wird zwar der scharfe „Beißer“ mit dem hohen Aggressionspotential favorisiert bzw. beworben, doch alle anderen Hundein der Zwingeranlage kommen „selbstverständlich“ ebenso in die Zucht.  Wenn sie schmal da sind wird auch mit ihnen gezüchtet… Leistung, Gesundheit, Rassezugehörigkeit alles eher nebensächlich…

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Der Rinderzüchter oder der wahre Jäger macht nur einen Wurf, wenn er selbst neue Hunde braucht. Denn jede Hündin die sich um ihre Welpen kümmern muss, fällt für die Arbeit in dieser doch recht langen Zeit aus. Da die Welpen in aller Regel nicht gegen Geld abgegeben werden, ist ein Wurf also nur als produktiv anzusehen, wenn die Welpen als zukünftige Arbeitshunde Verwendung finden.

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Hierbei reden wir natürlich weniger von modernen Dogos Canarios, sondern von alten klassischen „Presas Espanoles“. Unter diesem Sammelbegriff kann man alles zusammenfügen, was im einzelnen häufig (nie ausschließlich) als Alano oder Perro de Presa geführt wird. Natürlich gibt es auch einige Arbeits-Züchter, die zwar mit eigenen Linien züchten, die allerdings aus verschieden modernen Rassen entstanden sind. Hunde die man also als Mischlingsrasse bzw. aus Mischlingslinien stammend bezeichnen könnte. Analog hierzu sei ein Vergleich zum (für einige Leser sicher bekannten) X-Mechelaar angeführt. Es gibt allerdings auch einige Linien die wirklich alt sind und wohl tatsächlich an die historischen iberischen Doggen (Alanos) anknüpfen. Besonders die alten Linien aus dem Norden von Spanien scheinen durch ein (wirtschaftliches Inseldasein) recht rein erhalten geblieben zu sein. Die Encartaciones und ihre angrenzenden Regionen bilden hier wohl den ältesten erhaltenen Pool von echten spanischen Festland-Presas. 

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Die Hunde haben in erster Line, durch die notwenige Existenz von fähigen Hunden für die Rinderarbeit überlebt. Noch heute halten die spanischen Rinderzüchter, ihre Rinder dort halbwild in den Bergen. Insgesamt betrachtet mutet dort noch vieles etwas mittelalterlich an. Das ideale Umfeld für das Überleben eines mittelalterlichen Hundetyps!

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Wie in anderen Artikeln schon mehrfach erwähnt, halten wir es in diesem Bezug mit dem überaus qualifizierten und bekannten spanischen Kynologen, (Spezialrichter, Tierarzt, Züchter, Ausbilder und Jäger) Sanz Timón, der sagt: „…heute existiert der alte Alano nur noch im Presa Canario und in einigen Presas der nordspanischen Regionen weiter, diese Hunde sind die reinsten Nachfolger der alten Alanos…“ !!!

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Bei diesen nordspanischen Regionen, oder auch dem oft erwähnte geheimnisvollen Tal im Norden Spaniens, handelt es sich übrigens um die Region Encartaciones und dessen Umfeld wie z.B. Carranza.

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Die wenigen, aber streng der Leistungsselektion verbundenen, Züchter favorisieren allerdings einen sehr leichten Presa/Alano-Typ. Hunde mit Bulldog- bzw. Boxerköpfen wie wir dies bei den Züchtern des modernen Alano Espanol Moderno häufig sahen, werden hier überhaupt nicht gewählt. Die „Packer der Encartaciones“ müssen wahre Ausdauercracks sein. Lange Fänge, lange, gerade Läufe und einen für einen Packer eher leichte Knochenbau, sind hier charakterisch. Schwere und deutlich molossoide Hunde kommen zwar vor, werden aber definitiv nicht favorisiert. Wiederum streng regional geprägt, werden diese Hunde übrigens meistens als Perro de Presa Ecarto oder als Villano de las Encartaciones betitelt.  (Lesens Sie auch diesen Artikel hierzu, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

Wir sind in den Genuss gekommen in dieser Region zu jagen und hierbei den wichtigsten Mann des „Perro de Presa Encarto“ kennen zulernen. Anmerken will ich, nicht ganz ohne Freude und Stolz, dass dieser Mann niemals Hunde an nicht Praktiker (Jäger oder Rinderzüchter) abgegeben hat, niemals Hunde ins Ausland gab und selbst gute Angebote von spanischen Meutejägern aus Mittel- und Südspanien für seine Welpen ausschlug. Doch uns schenke er einen Welpen aus seiner Line. Dies ist natürlich eine große Ehre für uns, da es aus unserer Sicht hier einen riesengroßen Unterschied zu den bekannten Presa/Dogo Canario-Züchtern gibt, die natürlich ihre Welpen an jeden verkaufen, der anständig zahlt. Es war für uns ein hoher Vertrauensbeweis, dass wir zusammen mit diesem Mann jagen konnten und wir diesen erwähnten Welpen erhalten haben. Dieser Hund soll ausschließlich für die Schwarzwildjagd gedacht sein. Auch hat er uns angeboten in der Zukunft weitere „Encartaciones Packer“ kostenlos zu geben, einzige Auflage sie müssen arbeiten! 

Sicherlich wirken diese traditionellen spanischen Packer, für viele in Deutschland etwas zu leicht und ausdruckslos, da sie ausschließlich auf Funktion und eher geringes Gewicht gezüchtet wurden. Doch ist es für uns sehr interessant, da wir hier wirklich etwas gefunden haben, was überaus authentisch ist. Reinerer Abstammung zu den alten spanischen Alanos aus dem Mittelalter wird man wohl kaum finden können. Nur gab es auch hier sicherlich einige (durch einseitige Zuchtselektion bedingte) Typ-Veränderungen. Wir gehen davon aus, dass der alte, historische Alano in einer enormen Typenvielfalt vorkam, im Gros aber ein Gewicht um die 40-45kg hatte. Hierauf weisen verschiedene historische Quellen hin (lesen Sie auch diesen Bericht, klick hier). 

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Wie sich der Alano der Konquistadoren auf den Kanarischen Inseln, verändert hat, so dass wir heute häufig Dogo Canarios von weit über 60 kg sehen, hat er sich in der bergigen nordspanischen Region Encartaciones ebenfalls im optischen Typ verändert. Bei diesen nordspanischen Linien haben wir hier meist Hunde von nur 30 bis 35kg.  

Vorerst das Ende dieses Artikels

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Vorerst das Ende dieses Artikels

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Um vorerst ein Ende dieses, sicher noch ausbaufähigen Artikels zu finden (schließlich befindet sich die Rasse in einem fortwährendem Entwicklungsprozess), sei folgendes noch einmal in aller Deutlichkeit herausgestrichen:

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Wir schätzen und lieben die moderne Hunderasse Dogo Canario (Presa Canario) und verehren den Hundetyp Alano aus dem sie hervorgegangen ist. Wir respektieren alle ehrlichen und anständigen Züchter der Rasse, vollkommen egal in welchem Land sie leben!

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Wir stehen im regelmäßigen Kontakt mit vielen spanischen und internationalen Züchtern und Rassekennern, dies heißt aber nicht, dass wir automatisch alles Beführworten was im Ausland geschieht. Noch heißt es dass wir die Hunde von befreundeten Züchtern über die anderer Züchter stellen. Es geht schlicht um die Qualität des einzelnen Hundes!

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Nicht die selbstgestrickten Geschichten der Züchter, sondern die beweisbare und überprüfbare Qualität der Hunde zählt für uns! Und dies gilt für uns auch im Ausland!  

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Was wir allerdings nicht wollen und akzeptieren ist eine ständige Beweihräucherung von Blut-Linien die vollkommen zu Unrecht als authentisch beworben werden, andere Blutlinien wiederum (ebenso unberechtigt als) unrein und unecht diffamiert werden. Im Endeffekt sollte der Hund und nicht die Politik im Vordergrund stehen. Handelt es sich um ein gesundes, wesensfestes, ausdauerfähiges und charakterstarkes Rasseexemplar, ist es auch ein gutes Rasseexemplar. Sind diese Eigenschaften nicht vorhanden ist der Hund nicht gut, und dieses gilt ob der Hund nun aus Spanien kommt oder aus sonst einem Land!

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Ihr

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Arne Pohmeyer