Der Dogo Mallorquin FCI (Ca de Bou)

 Der Mallorquinische Alano und sein Weg in die Sackgasse

(Heute)

(Früher)

Der Dogo Mallorquin ist eine spanische Hunderasse, die ebenfalls auf den alten spanischen Alano zurück zu führen ist.

Auch er wurde schon, mit allerlei verschiedener Namen belegt. Wie wir die uns schon lange mit den spanisch geprägten Doggenschlägen befassen wissen, bei leibe keine Seltenheit.

Neben dem neuen FCI-Rassenamen, wurde er in Spanien unter anderem auch als, Ca de Bou, Perro de Presa, Alano Mallorquin, Presa Mallorquin bezeichnet.

 (Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 (Spanischer Alano)

 (Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 (Spanischer Alano)

 

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 

 (Spanischer Alano)

 

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

(Spanischer Alano)

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

In Deutschland spricht der kynologisch interessierte, von der Mallorca Dogge oder vom mallorquinischen Bullenbeißer.

Wie einige der Namensvarianten schon erahnen lassen, „stammt“ er von den Balearen. Viele würden hier noch genauer die Insel Mallorca  angeben, doch das wäre meiner Meinung nach doch zu spezifisch ausgedrückt.

Genau genommen hat die Rasse ihren Ursprung sogar auf dem spanischen Festland, von wo aus Doggen auf die spanischen Inseln gebracht wurden. Es handelte sich damals um reine Alanos, die wohl im Typ des Stierkampfhundes standen. Diese Hunde wurden auf dem Festland häufig als Alano de Toro oder Perro de Toro tituliert.

Auf den balearischen Inseln wurden sie etwas später häufig auch Ca de Bou genannt.

Ca de Bou bedeute ins deutsche übersetzt ungefähr soviel wie Ochsenhund.

Wie so oft ist es auffällig, dass alle Namen mehr oder weniger funktionsbeschreibend waren.

Diese spanischen Bullenbeißer (spanische Alanos) wurden auf den Inseln auch wieder für die Arbeit an Rindern und für Kämpfe mit Stieren herangezogen.

Des Weiteren schätzen die „Insulaner“ die überzeugenden Wachhundeigenschaften, die diese Alanos an den Tag legten. Diese Alanos erwiesen sich auch auf den Balearen als hart und zäh, sowie als überaus kampffreudig.

In den Zeiten der englischen Bestatzung, führten die Engländer auch ihre Bulldogen ein, die sie für Hundekämpfe verwendeten. Die Engländer waren leidenschaftliche Anhänger von Tierkämpfen, die sie mit allerlei „sportsmännischen“ Regeln belegten und im grossen Still organisierten. Dies war der Auslöser weshalb auch der mallorquinische Alano vermehrt zu diesen brutalen Tierkämpfen herangezogen wurde.

Die Engländer waren begeistert von der Qualität der spanischen Doggen. Um die häufige Frage nach dem Gewicht gleich abzuarbeiten, es gibt Quellen aus denen hervorgeht dass diese mallorquinischen Doggen von den Engländern mit einem Gewicht um die 45 kg angegeben wurden.

Auch die einheimische Bevölkerung fand Interesse an diesem rohen Zeitvertreib. Der Hundekampf begann auf den Balearen zu blühen.

Immer wieder kam es zu züchterischen Vermischungen mit den englischen Bulldoggen der Besatzer. Allmählich veränderte sich das Erscheinungsbild des mallorquinischen Alanos. Er führte mittlerweile einen nicht mehr zu verleugnenden Anteil englischen Blutes.

Bei den englischen Bulldogen, die die Besatzer damals einführten, darf man natürlich nicht den Fehler begehen an die heutigen verkrüppelten Bulldogen der Schönheitsaussteller zu denken. Es waren noch echte leistungsfähige Arbeitshunde.

(Engliche Bulldoggen, alten Typs)

Neben diesen englischen Hunden soll diese mallorquinische Dogge auch etwas Blut vom Ca de Bestiar (Perro de Pastor Mallorquin)erhalten haben. Der Ca de Bestiar ist ein heute noch existierender Schäfer- bzw. Treibhund. Man muss aber anmerken, dass der Ca de Bestiar ein grundlegend anderes Wesen als eine traditionelle spanische Dogge an den Tag legt. Er ist mehr ein scharfer und auch etwas aggressiver Treiber- / Schäferhund, sicher ein guter (argwöhnischer) Wächter, aber sicher ein doch artfremder Hund zum spanischen Alano.

Die ersten mallorquinische Doggen, könnte man also noch mit großer Berechtigung als reine Alanos bezeichnen. Doch durch den deutlichen Einfluss von Englischen Bulldoggen und vielleicht auch durch etwas Einfluss des Ca de Bestiar, kann man den späteren  mallorquinische Kampfhund nur noch als Verwandten des alten spanischen Alano anführen.

 

 

(Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

(Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

 (Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

1964 wurde von der FCI der Rassestandart mit der Namensbezeichnung „Perro de Presa Mallorquin“ vorläufig anerkannt. Diese Annerkennung, und mit ihr wieder eine steigende Popularität, kam aber genau genommen zu spät, den in den 60er Jahren existierte nur noch einige wenige Exemplare dieser „Hunderasse“. Etwas später (in den 1970ern) wurde ein Versuch gestartet diese alte „Rasse“ wieder aufzubauen und ihr neues Leben einzuhauchen.

Durch ein mehr oder weniger durchdachtes und ausgearbeitetes Zuchtprogramm, begann man durch verschiedene Kreuzungen und gezielte Inzucht wieder eine größere Population zu schaffen. In dieses Zuchtprogramm wurden neben den alten, noch gebliebenen Exemplaren einige Ca de Bestiar und englische Bulldoggen heutigem Ausstellungsformates (!) eingeführt.

(Ca de Bestiar / Pastor Mallorquin)

Sicher war der Ca de Bestiar- Anteil weit geringer als der der englischen Bulldoggen.

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

Heute ist die Population auf ein, als gesichert zu bezeichnendes Maß, angestiegen. Der spanische Name wurde von der FCI auf  “Dogo Mallorquin“ geändert. Man sieht ihn wieder überall auf Ausstellungen herum stehen, man könnte also sagen, dass es sich zum guten gewand hat(?)

 – Nein das hat es leider nicht, ein wirkliches Aussterben hätte, so hart es auch klingt, in meinen Augen dem stolzen Hund von damals besser angestanden, als dass er jetzt als Zerrbild seiner selbst durch die Ausstellungsringe wartscheln muss.

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

Der Dogo Mallorquin ist durch die neuzeitigen Einkreuzungen von englischen Schönheits-Bulldoggen so beschädigt worden, dass  er leider nicht mehr als gesunder Arbeitshund zu bezeichnen ist.

 

 (Englischer Bulldog)

Natürlich gibt es auch hier, einige positive Ausnahmen, von Züchtern, (die wohl unbewusst), mehr oder weniger und auch nur hin und wieder den alten Alanovater herausmendeln.

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

 (Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

 (Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

Ausserhalb von Spanien, ist der Dogo Mallorquin besonders im ehemaligen Ostblock (vornehmlich in Polen), sowie in Frankreich recht beliebt.

Des Weiteren gab es schon sehr frühe spanische Exporte nach Puerto Rico, wo man auch heute noch viele Dogo Mallorquins finden kann. Im Schnitt wurden die Ca de Bous in Puerto Rico nicht ganz so stark durch die Schönheitszucht deformiert, wie es bei uns in Europa der Fall.

Auch findet man ab und zu in unseren Breitengraden, kleine aber doch recht sportliche und sogar temperamentvolle Dogo Mallorquins, bei genauerer Recherche handelt es sich aber häufig um Pitbullmischlinge die mit dem echten Ca de Bou nicht viel gemein haben.

Der heutige Dogo Mallorquin ist (zu 95 %) also ein reiner Ausstellungshund ohne Funktion. Sicher interessant für Leute die auch mit der Anschaffung einer englischen Bulldogge geliebäugelt haben.    

Trotz der zum Teil schönen Fotos die ich hier eingefügt habe, darf man sich nicht täuschen lassen, der heutige Dogo Mallorquin schließt sich im Groß wohl für aktive Leute, die einen sportlichen Familien-, Arbeits- und Schutzhund suchen, aus. (Ausnahmen bestätigen auch hier leider nur die Regel).

Ob sich das Steuer beim Dogo Mallorquin noch in die richtige Richtung lenken lässt, wage ich zu bezweifeln.

Arne Pohlmeyer