Der Cane Corso FCI

Der Cane Corso FCI

Der Cane Corso (FCI)

Der moderne Cane Corso ist eine doggenartige Hunderasse aus Italien, die bereits eine (vorläufige)Anerkennung durch die FCI erhalten hat.

Spanien regierte Italien über zwei Jahrhunderte lag. Dadurch haben sich in Italien nicht nur viele Parallelen entwickelt, sondern einiges blieb schlicht erhalten.

  

Der Cane Corso geht auf die nach Italien mitgeführten spanischen Doggen zurück.

Diese Hunde wurden im Allgemeinen als „Alano“ oder „Perro de Presa“ bezeichnet.

Beide Namensvarianten findet man in italienischen Schriften wieder. Das spanische Wort Presa bedeutet soviel wie „Packer“. Beziehungsweise Hund zum Packen (Cane é Presa – in Italien).

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(Ein echter Presa, der leider all zu häufig hinhalten muss…)

(Das Wort Cane steht für das deutsche Wort Hund).

Die zweite Namensvariante Alano bedeutet Dogge. Selbst heute ist dieses Wort in Italien noch gebräuchlich und wird mit dem deutschen Wort Dogge gleichgestellt.

Doch heute ist dieser (Cane é) Presa leider meist zum Corso geworden.

Woher das Wort „Corso“ eigentlich stammt ist strittig, einige meinen es wäre eine Ableitung vom lateinischen Wort „cohors“ was soviel wie Wächter heißt, einige wiederum meinen es würde sich vom Wort „Korsar“ (Pirat) ableiten, da die Hunde in der Funktion als Wächter häufig auf Booten und Schiffen anzutreffen waren. Die Idee einer Ableitung von der Insel „Korsika“ wird von den meisten als eher unwahrscheinlich abgetan.

Der hier zu behandelnde Cane Corso ist aber (in der Regel) kein reiner Alanonachfolger bzw. Cane é Presa mehr, da er mit verschiedenen modernen Hunderassen gekreuzt wurde.

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(Cane Corso im Mastinotyp)

(C.C. läßt ebenfalls Mastino Napoletano-Blut erahnen)

(Cane Corso, für uns übertypisiert)

 

(Cane Corso, für uns übertypisiert)

Die stärksten Einkreuzungen  erfuhr der heutige  Cane Corso durch den Mastino Napoletano, den Deutschen Boxer, die Deutsche Dogge, den Bullmastiff, den Show-Dogo Canario, den Rottweiler und verschiedene “Bandogformen“.

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(moderner FCI-Cane Corso)

(Deutscher Boxer)

(Mastino Napoletano FCI)

(Deutsche Dogge)

(Englischer Bullmastiff)

(Deutscher Rottweiler)

Die meisten der Einkreuzungen veränderten natürlich diesen italienischen Hundetyp, und dass leider nicht zum besseren…

(Schöner noch Leistungsfähiger Typ, ohne negative Übertreibungen)

 

(Schöner und Leistungsfähiger Presa-Typ, leider viel zu selten).

Selbstverständlich mendelt sich aber hin und wieder die Form des alten spanischen Presas (Alanos) heraus. Weshalb einige Exemplare des (heutigen) Cane Corso nicht ganz einfach vom (heutigen) Dogo Canario zu unterscheiden sind.

Man findet in Italien (vornehmlich Süditalien) aber sehr wohl Züchter die seit Generationen nur mit reinen Presas (Alanos) züchten und diese für Kämpfe, sowie für die Rinderarbeit heran ziehen. Diese reinen und wertvollen Exemplare werden fälschlicher Weise von einigen Laien als “Cane Corso“ klassifiziert. Nur der Experte vermag es die Unterschiede der Zuchtlinien zu erkennen. Besonders verwirrend für einen Außenstehenden erscheint sicher die Tatsache, dass sich auch einige Cane Corso Züchter dieser echten Presas bedienen, um quasi ihre Cane Corso Zucht charakterlich aufzupeppen.

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(“Alano – Cane é Presa”)

(“Alano – Cane é Presa”)

Der heutige Cane Corso ist bei den Schönheitszüchtern sehr beliebt. Das Ausstellungslager war es dann auch, dass dafür verantwortlich zu machen ist, dass der moderne Cane Corso leider sehr viele Krankheiten sowie einen häufigen Mangel an Leistungsfähigkeit aufzuweisen hat.  Besonders die HD sowie erblich bedingte Herzerkrankungen sind bei den Hunden der Schönheitszüchter mehr als häufig.

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(Seltener Farbschlag)

In Italien ist der Schutzhundesport recht beliebt (auf jeden Fall wenn man das mit Spanien vergleicht). Viele mögen große und wehrhafte Wach- und Schutzhunde. Nicht wenige haben auch einen Faible für die (selbstverständlich) verbotenen Hundekämpfe. Der Cane Corso wird auch häufig, meist mit mäßigem Erfolg, für die Schutzhundearbeit herangezogen. Bei genauer Betrachtung fällt aber auf das viele der angeblichen Leistungs-Cane Corso direkt auf  spanische Presas oder aber auf “Bandogs“ („Bandog“ hier als Begriff für eine Kampfhundekreuzung und nicht historisch angewandt).

 

(Presa/Dogo Canario in Italien)

In Italien findet man übrigens auch extrem große „Pitbulls“, die zur Verwirrung einiger übrigens häufig auch an den Ruten kupiert werden. Das Kupieren der Ruten, oder „docken“ wie die Pitfreunde sagen, ist in Italien übrigens bei vielen Arbeits-Rassen und Gebrauchs-Kreuzungen üblich, auch wenn diese Hunde im Ausland häufig nicht beschnitten werden.

Der heutige Cane Corso würde, wenn man das Glück hätte einen gesunden und wesensfesten zu finden, sich eigentlich für alle Aufgaben eignen, für die sich auch unsere Rasse eignet. Nur ist es halt erdenklich schwer einen wirklich guten Rassevertreter zu finden. Der Qualitätsdurchschnitt ist bei uns auf jeden Fall weit höher. Und umso besser der Cane Corso (im Punkto Wesen, Gesund, Leistung) ist umso mehr Alanoblut (Presablut) führt er meistens…

Diese Zeilen mögen den Freunden des Cane Corso etwas ketzerisch erscheinen, doch wer uns kennt weiß, dass wir alles klar aussprechen wollen und nichts schönen wollen. Vereinzelte Cane Corso gefallen auch mir sehr gut, doch die entsprechen auf keinen Fall dem Durchschnitt.

Bitte lesen Sie auf folgenden Artikel:

Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster„Der spanische Alano in Italien“.

Ihr

Arne Pohlmeyer