Der Anfang der deutschen Presa Canario/Alano/Dogo Canario Zucht!

Der Anfang der Deutschen Zucht

Gründung des ersten deutschen Perro de Presa Vereins, des Presa Canario Club e.V.

Die ersten Erwähnungen in deutschsprachiger Literatur

 

Diesmal wollen wir unseren Focus nicht auf aktuelle, alte und uralte spanische Schriften richten, sondern uns ausschließlich auf die in Deutschland erschienene Literatur über die spanischen Doggen, konzentrieren und eingehen, da sie ein wichtiger Schlüssel zum Anfang der deutschen Zucht sind.

1904 schrieb R. Strebel in seinem Meisterwerk “Die Deutschen Hunde” neben vielen anderen und nachfolgenden Doggenarten, auch über den mittelalterlichen Alano (Alaunt/Alan).

1956 wurde im Molosser Magazin von Ruiz E. B. ein Artikel über die iberischen Hunde im Ursprung des Fila Brasileiros veröffentlicht.

1965 schrieb Emil Hauck in seinem Buch “Doggenartige Hunde” sehr genau über die Alano-Nachkommen, wie z.B. über die Kubadogge.

1978 wurde das französische Buch des Gaston Phoebus von Gabriel Bise ins deutsche übersetzt:”Das Buch der Jagd”. In diesem bekannten Werk wird ausführlich auf den Alano eingegangen.

Anfang 1983 erschien in dem deutschen Hundemagazin “Der Kampfhund“ erstmals ein Bericht zum Thema  Ca de Bou / Perro de Presa Canario mit dem Titel “Der mallorquinische Bullenbeißer –eine verlorene Kampfhunderasse“. Dieser Artikel wurde von Rudolf Sewerin verfasst. Rudolf Sewerin, auf den wir später noch genauer eingehen werden, war auch der Hauptverantwortliche dieser Zeitschrift.

Der Bericht behandelt in erster Linie den mallorquinischen Bullenbeisser (Ca de Bou / heute FCI-Nachfolgerasse Dogo Mallorquin). Darüber hinaus werden Vergleiche und Parallelen zum kanarischen Packer (Perro de Presa Canario/ heute FCI Nachfolgerasse Dogo Canario) und dessen direktem Vorgänger, dem spanischen Alano gezogen. Nach unserem Wissen war dies der erste Artikel, der im deutschsprachigen Raum diesen Hundetyp “Spanischer Packer” und seine Rassen behandelte.

Ebenfalls im Jahre 1983 erschien ein Artikel eines anonymen Autors aus der DDR. Der Titel hieß “Die Doggen”. In diesem Artikel wird der Alano bei der Eroberung in Südamerika beschrieben.

Dr. Mag. Otto Schimpf schrieb in der Zeitschrift “Unsere Hunde Ausgabe 3/83″, dass die Basis der argentinischen Dogge, der Perro de Plea (Cordobesischer Kampfhund/Alano) ist. Dieser Alano wurde von spanischen Einwanderern mitgebracht.

Auch der bekannte Kynologe Wolfgang Burenkopf schrieb schon 1983 in einem seiner Artikel vom Alano. Originalzitat Wolfgang Burenkopf:” …die Konquistadoren kamen hauptsächlich aus dem Westen Spaniens, der Extremadura; sie brachten sehr wohl Alanos mit, wie den berüchtigten Bercerrillo, der mehr Indianer tötete als manch tapferer eisengekleidete Hidalgo. Nach einer sehr glaubhaften Theorie sind diese Alanos auch die Vorfahren des Cordobeser Kampfhundes…”

Ende desselben Jahres folgte ein weiterer Artikel im gleichen Magazin. Geschrieben wurde dieser interessante Artikel von Volker Stahl, späteres Mitglied des Presa Canario Club e.V./ Alano Club. Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Expeditions-/Reisebericht auf der kanarischen Insel Teneriffa. Unterstützt wurde Volker Stahl von der Kanarin Carmen Tejera Leandro, keiner Kynologin, aber einer Einheimischen, und somit Expertin für kanarische Kultur, und natürlich einer sehr hilfreichen Übersetzerin. Volker Stahl erzählt hier von seinen Erfolgen und Misserfolgen auf der Suche nach dem legendären Bardino. Allerdings galt diese Suche nicht dem Perro de Bardino Majorero, einem kanarischen Hütehund, sondern dem Perro de Presa Canario. Originalzitiat V.S.: “…Der Bardino, den wir suchen, ist jedoch ein Perro de Presa Canario, also eine Art kanarischer Saupacker oder Bullenbeißer. Unter diesen Bullenbeißern kommt auch ein gestromter Farbschlag vor, eben jener Bardino, den wir meinen…” (Anmerkung Bardino bedeutet gestreift / gestromt). Es handelt sich in diesem Artikel also um die erste deutsche Expedition auf den Kanaren, um die erste Suche nach dem Perro de Presa Canario, den Volker Stahl hier ebenfalls als Sohn des alten Alano bezeichnet. Original Zitat von Volker Stahl:”…liegt die Wahrheit wie so oft in der Mitte, und der kanarische Bullenbeißer ist ein Abkömmling der Alanos, die von den Spaniern im 14.,15. und 16. Jahrhundert mit auf die Inseln gebracht wurden, sich dann dort aber bis zu Beginn dieses Jahrhunderts, beziehungsweise bis zum Bürgerkrieg, weitgehend reinblütig erhalten haben…”

In derselben Ausgabe dieses Hundemagazins wurde noch ein weiterer Artikel über die Entstehung des modernen Dogo Argentino abgedruckt. Dieser stammte vom spanischen Mitarbeiter J.M.Sanz Timón. In diesem Artjkel geht der spanische Kynologe, Jäger, Züchter, Form-Richter und Tierarzt Sanz Timón sehr akribisch und ausführlich auf den spanischen Alano ein. Einige aufschlussreiche und markante Zitate aus diesem Artikel:” …der Cordobeser Kampfhund hat als Basis den spanischen Alano, der in Portugal unter dem Namen “Cao de Fila”, auf den Kanaren als “Perro de Presa Canario” und auf den Azoren als “Fila da Terceira” bekannt ist…, …der heutige Dogo Argentino ist das Ergebnis einer Selektion auf Typ und Farbe des alten spanischen Alano, zu dem man sehr wenig Blut fremder Rassen genommen hat…, …so ist der heute wohlbekannte und durchaus lebendige Perro de Presa Canario ein direkter Nachkomme des ausgestorbenen Alano…”

 

In einem weiteren Artikel über den Dogo Argentino pflichtet Dr. Mag. Otto Schimpf Herrn Sanz Timón in seinen Ansichten über den spanischen Alano und dem Dogo Argentino als vermischte Nachfolgerasse bei. Originalzitat von Dr. Schimpf:”…die Überlegungen, unter Einbeziehung des Alano, treffen meines Erachtens, ziemlich genau den Nagel auf den Kopf…, …indem er einen Presa Canario als Cordobeser ausgebe, muß ich Norez Martinez rechtfertigen…”

 

In derselben Ausgabe des Magazins schreibt der heute verstorbene Präsident des deutschen Dogo Argentino Clubs (Dogo Argentino Club 1976 e.V.):”…die Ausführungen des Herrn Sanz Timón finden unsere Zustimmug…, …auch die Wahrscheinlichkeit seiner Theorie, dass die Grundlage des Dogos viel auf dem spanischen Alano basiert, ist uns seit den Veröffentlichungen von Dr. Schneider-Leyer klar…”

 

Mitte der 80er schrieb R. Sewerin einen Bericht über die Herkunft des Dogo Argentino und des Fila Brasileiro, in dem er sehr genau auf den Alano eingeht.

Gleich zu Beginn der 90er veröffentlichte die Zeitschrift “Wild und Hund” einen Artikel von Klaus Böhme, mit dem Titel:”Das Buch der Jagd des Gaston Phoebus”. Gaston Phoebus, der im 14.Jahrhundert über die Jagd schrieb, ist wohl allseits bekannt. Ebenso ist bekannt, dass er sehr ausführlich über die Schwarzwildjagd mit Packern berichtete, wobei er zwischen den Bezeichnungen Alano, Alant und Alanz wechselte.

1991 wurde in Deutschland ein Artikel über die “Spanische Monteria” von Sanz Timón veröffentlicht. In diesem Artikel wird genau auf den Alano und seinem direktesten Nachfolger, dem Perro de Presa Canario, eingegangen.

1991 ist ein Artikel über die Bordeauxdogge in Deutschland erschienen. In diesem Artikel wird auf die Alano-Doggender Spanier genau eingegangen.

In einem Bericht über Bullterrier bei der spanischen Saujagd, aus dem Jahr 1991, geht der Autor auch auf die spanischen Alanos der Meuteführer ein.

1992 wurde in einem Hundefachmagazin ein umfangreicher Artikel mit dem Thema:”Der Presa Canario” veröffentlicht.

Ein weiterer Artikel erschien 1992 in den BV Nachrichten mit dem Titel:”Vom Mauerblümchen zum brauchbaren Hund/Presas auf dem Vormarsch”.

1994 erschien der Artikel:”Was tut sich bei den Presas?”

 

1994 veröffentlichte Rudolf Sewerin ein Büchlein, was er “Der Alano und seine Söhne” nannte. Dieses Büchlein war zwar ein interessantes Werk, wies auch exakt die geschichtlichen Eckdaten des alten Alanos auf, und es wurde wohl auch erwähnt, dass der Presa Canario dem alten Alano am dichtesten stünde, doch hat es sicher mehr geschadet als genützt, weil es auch immer wieder als Anlass für Feinde der Rasse benutzt wurde, es als Beweis für sämtliche Verunglimpfungen gegen die Rasse heran zu ziehen:

 

In diesem Buch gibt es Textpassagen aus denen man mit etwas Böswilligkeit ableiten könnte, dass eine Kreuzung aus den Rassen Presa Canario, Presa Mallorquin, Rafeiro d’ Alentejo, Fila da Terceira, Fila de Sao Miguel, Cane Corso, Mastino Napoleatano, Bordeauxdogge, Dogue du Midi, Dogo Argentino, Fila Brasileiro und der Kuba Dogge, immer noch einen spanischen Alano ergeben würde. Zwar müsste man dann schon sehr überspitzt die Dinge betrachten, aber Leute, die Böses im Schilde führen, gibt es ja nun bekanntlich genug. Auch fällt in diesem Buch auf, dass die Presa Canario-Importe des Presa Canario Club e.V., schlicht weg verheimlicht werden. Auch erhält man in diesem Büchlein den Eindruck, als sehe sich der Autor plötzlich als eine Art Erfinder dieser Rasse. Warum der Autor dieses in diesem Büchlein so schreibt, und hier so verfährt, ist mir ein Rätsel. Ich denke, er hatte zu diesem Zeitpunkt vielleicht politische Gründe, die ich aus unserer heutigen Sicht nicht nachvollziehen, und schon gar nicht für gut oder gar richtig, erachten kann. Wie auch immer. So unterscheidet sich dieses kleine Büchlein doch deutlich von den vorherigen Schriften.

Im Augenblick, wo ich diese Zeilen hier niederschreibe, fallen mir spotan noch mehrere Publikationen, Artikel und Veröffentlichungen ein, die ich vergessen habe, aufzulisten. Doch diese kleine Sammlung will absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, sondern lediglich verdeutlichen, dass es sehr wohl Lektüren zum Thema “Spanische Doggen”- und das auch in Deutschland- gab!

Rudolf Sewerin ein wichtiger Eckpfeiler der deutschen Alano-Dogo Canario Zucht

Gründung des ersten Deutschen Presa Canario Club

Ende der 80er Jahre wurden die ersten Rasseexemplare von Spanien und den Kanaren nach Deutschland importiert. Es wurde gehofft, dass man mit dieser alten robusten Rasse nun endlich einen gesunden und leistungsfähigen Molosser gefunden habe, der in der Lage sei, den Hunden aus dem Gebrauchshundelager, Paroli bieten zu können.

1989 wurde dann auch der erste deutsche Verein für die Rasse in Deutschland unter dem Namen “Presa Canario Club e.V.” eingetragen. Dem  Presa Canario Club e.V. PCC e.V. saß Herr Rudolf Sewerin vor. Dieser Club verschrieb sich der  Zucht von wesensfesten und arbeitsfähigen Perro de Presa Canarios, und suchte gesunde Rasseexemplare, die nach Meinung der Verantwortlichen, dem alten Alano, bekannt aus der Literatur, am nächsten kamen.

Der am 10.04.89 erste, durch die spanische Cania Central (FCI) anerkannte und veröffentlichte Standart, wurde bereits 1992 ins Deutsche übersetzt, und in Deutschland veröffentlicht.

 

Dieser Presa Canario Club e.V. bewarb sich, trotz seiner Zuchtziele, um die Aufnahme im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen). Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt, da die Rasse noch nicht von der FCI-Dachorganisation anerkannt war. Rudolf Sewerin brachte die folgenden Tatsachen gegen die Verweigerung des VDH vor:

1. Dass sich die Rasse Presa Canario im Aufbau befände.

2. Dass die spanische Canina (ein FCI-Mitglied, genau wie der VDH) die Rasse bereits anerkenne, bzw. bereits FCI-Ahnentafel für die Hunde des Perro de Presa Canarios ausstellen würde, obwohl es laut FCI keine Rasse unter dem Namen gäbe.

3. Dass auch in Österreich, ein weiteres FCI-Mitgliedsland, FCI-Ahnentafeln für diese Hunde ausgestellt werden.

Erste FCI-Registrierung in Österreich: Rudolf Sewerin (Präsident des Presa Canario Clubs e.V., Dr. Otto Schimpf (Präsident des Österreichischen Dogo Argentino Clubs), Ing. Reisingr (Präsident des ÖKV), Sanz Timón (spanischer Tierarzt, Jäger, Kynologe und Spezialrichter für spanische Rassen) und Thomas Schulz (Mitglied im PCC e.V.) (Alle Angaben auf den damaligen Zeitpunkt bezogen). Und die Perro de Presa Canarios (Alanos) “Tara” und “Bindo”, beides kanarische Importe.

Der VDH blieb aber hart und erklärte, dass die Rasse nach ihren Statuten nicht existieren würde, und es sogar für jedes VDH-Mitglied strikt verboten wäre, sich mit ihr zu beschäftigen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es drei eingetragene Zuchtzwinger im PCC e.V.: Dem ersten Zwinger “Matarife” von Rudolf Sewerin selbst, folgten die beiden Zwinger “De Tinguaro” und “Bentaiga”, viele weitere sollten später folgen.

Da es dem Verein unter Führung von Rudolf Sewerin anfangs wichtig schien, die selbst gezogenen Welpen des Presa Canario Club e.V. doch mit FCI anerkannten Ahnentafeln abzugeben, ließ sich Rudolf Sewerin einen gewieften Schachzug einfallen. Alle vorhandenen Züchter des PCC e.V. hatten ihren Wohnsitz in Deutschland, weshalb es unmöglich war über Spanien oder Österreich zu züchten und somit die gewünschten internationalen Papiere zu bekommen. (Kleine Anmerkung: Übrigens stellte neben Spanien und Österreich auch noch Puerto Rico FCI anerkannte Ahnentafeln für unsere Rasse unter der Bezeichnung Perro de Presa Canario aus.)

Aber der PCC e.V. hatte ein wichtiges Mitglied, allerdings keinen Züchter in Österreich. Dieses Vereinsmitglied hieß Andreas Freiwald.

Dieser Herr Freiwald wurde später auch einige Zeit lang als Zuchtbuchführer des Alano Club/Presa Canario Club e.V. eingesetzt.

Nun war es also so, dass man jemanden in Österreich hatte, der zu diesem Zeitpunkt zwar kein Züchter war, aber Willens war, zu helfen. Nun wurde für Herrn Freiwald der Zwingername “De La Selva Libre” im ÖKV (Österreichisches FCI Mitglied) geschützt. Alle Welpen des Presa Canario Club e.V. sollten nun als angebliche Zuchtprodukte des Herrn Freiwald in Österreich registriert werden. Um aber deutlich zu machen, woher die Welpen wirklich stammten, erhielten die Welpen sehr lange Namen in denen neben den Namen des FCI Zwingers auch der Name des wirklichen Zuchtzwingers auftauchte. So z.B. “Duque Matarife De La Selva Libre”.

Noch der D-Wurf des Zwingers Matarife wurde im ÖKV registriert und mit österreichischen FCI-Ahnentafeln versehen an deutsche Hundeführer abgegeben.

 

Unter den ersten spanischen Import-Hunden traten besonders Linda, Catalina, Tara, Moro, Ron, Bindo und Hacha in Erscheinung.

 
                            (1989: Bindo 5 Jahre, 54 kg, 65 cm, typvoll, HD-frei, wesensfest und kampftriebstark – einer der besten Importe. Importiert wurde er von Thomas Schulz mit Unterstützung von Rudolf Sewerin. Er gewann zwar 1990 nicht die Pfingstnachtübung, eine verbreitete Fehlinformation, war aber sicher rundum ein echter Ausnahmehund. Über Hunde wie unsere Zora haben auch wir ihn in unseren Linien).

Im Presa Canario Club e.V. ging die Arbeit eher schleppend voran. Hündinnen nahmen nicht auf, der Nachwuchs war teils zu klein und substanzlos, es fielen nur vereinzelt Würfe, und es gab auch noch nicht viele interessierte Mitglieder.

Auch wurde dem Vorsitzenden des Presa Canario Clubs e.V. bewusst, dass die Anerkennung des Perro de Presa Canarios noch in weiter Ferne läge. Zwar war es ihm möglich, weitere wichtige Importe aus Spanien durchzuführen, doch stellte er ebenfalls fest, dass die spanischen, vor allem die kanarischen  Züchter untereinander sehr zerstritten schienen, weshalb es auch keine guten Aussichten auf eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gab. Der Name bzw. die Rassebezeichnung “Perro de Presa Canario”, die zu diesem Zeitpunkt auf den Kanaren zwar recht gebräuchlich war, kannte in Deutschland außerhalb des PCC e.V. wohl kaum jemand.

 

Das Ziel war es von Anfang an gewesen, einen robusten, traditionellen Arbeitstyp des spanischen Presas zu erhalten und wieder rauszuzüchten. Einen Perro de Presa Canario zu erhalten, der seinen Ahnherrn, dem alten Alano, nahe käme. Rudolf Sewerin hatte als erster Vorsitzender des Presa Canario Clubs mehrfach geäußert, dass es ihm klar sei, dass der Ursprung des Perro de Presa Canario fast ausschließlich im alten spanischen Alano läge.

Auch wollte er keinen modernen Presa Canario, der in jeder zweiten kanarischen Zuchtanlage, unter vollkommen verschiedenen Zuchtzielen, gezüchtet wurde. Rudolf Sewerin wollte den Urtyp des Presa. (Anmerkung: Es ist aber nicht so, dass Rudolf Sewerin der erste war, der sich als Zuchtziel den ursprünglichen, alten Alano gesetzt hatte. Schon vor Beginn der ersten Presa Canario-Importe nach Deutschland, begannen spanische Kynologen, aus verschiedenen Presas, wieder den Typ des alten, legendären spanischen Alano, heraus zu filtern. Dieses Zuchtprogramm in Spanien sollte auch weitreichende Früchte tragen.)

Wenn Sie also durch extra gestreute Fehlinformationen einiger Hundehändler glauben, der Alano als Rasse, sei ein deutscher Mischling oder eine deutsche Erfindung des Herrn Rudolf Sewerin, oder wie ab und zu auch behauptet wird, eine Erfindung des Herrn Stefan Baumgartners, (dessen Name ja auch für allerlei unwahre Stories herangezogen wird), liegen Sie definitiv falsch!

In Spanien wurden Saupacker und Bullenbeißer schon immer als Alanos -was im übrigen nur Dogge heißt – bezeichnet. Auch vor den Sicherungsversuchen von Luis Arribas, Dr. Carlos Contera, Luis Centenera, Juan Manuel Ahedo und ihren Mitstreitern, war der Name Alano in Spanien bei Jägern, sowie Rinderzüchtern, gebräuchlich, und wurde mit der Bezeichnung “Perro de Presa” oder “Perro de Agarre” gleichgesetzt. Aus den 1960er Jahren gibt es z.B. Belege, dass viele Kampfstier- und Rinderzüchter ihre Hunde als Alanos bezeichnen.

Unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Gründe, schien es recht logisch, dass Rudolf Sewerin als Vorsitzender, den Verein (PCC e.V.) intern in “Alano Club e.V.” umbenannte.

Es wurden auch Zuchtbestimmungen ausgearbeitet, die Anfangs aber nicht absolut streng befolgt wurden. Es musste erst einmal eine Basis geschaffen werden, die dann immer strenger nachselektiert werden sollte. So war der Plan des Vorsitzenden und Zuchtleiters Rudolf Sewerin.

(Anmerkung: Diese Vorgehensweise wurde zwar später öffentlich kritisiert, doch wollen wir nicht vergessen, dass sie bei vielen vom Aussterben bedrohten Rassen, weltweit angewandt wurde: Man züchtete mit dem Besten, was man finden konnte, auch wenn nicht alle Zuchttiere den Anforderungen voll entsprachen. Eine Zucht mit ausschließlich hervorragenden Hunden, hätte eine Einstellung der Zucht bedeutet!)

 

Die selbstgezüchteten Hunde sollten in der Lage sein, im Schutzdienst einer Mutprobe und einem Überfall standzuhalten, sollten möglichst gesunde Hüften haben, sollten sich tauglich für die Arbeit am Schwarzwild zeigen, und allgemein über ein festes, rechtsliegendes Wesen verfügen.

(“Moro”:Extrem durchsetzungsfreudiger und belastbarer Rüde von Gran Canaria, zu leicht vom Typ, HD-frei, wesensfest und kampftriebstark.)

Wesensmäßig waren die ersten Presa Rüden Moro und Bindo schon sehr gut. (Wobei es Moro an Größe und Substanz fehlte). Beide Rüden hinterließen zwar Nachwuchs in Deutschland, (zusammen 7 Würfe), doch standen ihre Nachzuchten dem Verein nur vereinzelt zur Weiterzucht zur Verfügung.

Ein Problem vor dem die ersten Züchter des Alano Clubs (PCC e.V.) standen, war die Tatsache, dass es weit einfacher war, wesensfeste und kampftriebstarke Rüden zu finden, und auch zu züchten, als Hündinnen in derselbgen Qualität. So wurde auch mit Hunden gezüchtet, die zwar gute Anlagen zeigten, die aber die geplanten Zuchtprüfungen doch noch nicht, wie gewünscht, bestehen konnten. Es wurden im Punkto Wesen und Kampftrieb sehr hohe Erwartungen in die ersten Perro de Presa Canario-Importe gelegt, die sie im Gros so aber noch nicht erfüllen konnten.

Der ehemalige Präsident des Clubs für Dogo Canarios auf Teneriffa meinte hierzu, dass Rudolf Sewerin mit falschen Vorstellungen auf die Kanaren gekommen sei. Man hätte zu diesem Zeitpunkt zwar noch wesensstarke Presas auf den Kanaren gehabt, aber Rudolf Sewerin habe seiner Meinung nach zu sehr erwartet, einen kompletten und fertigen Gebrauchs- Kampf- und Schutzhund zu finden. Quasi einen Allrounder, vergleichbar mit den guten Exemplaren seiner Bullterrierzucht.

 

Doch der Packer der Kanaren war damals zwar noch nicht durch die Schönheitszucht entstellt, doch züchtete ihn auch niemand nach strenger, prüfungsorientierter Leistungs- und Gebrauchsauswahl. Es gab keine modernen, kynologisch fundierten Prüfungen, die angewendet wurden, um die Zuchttauglichkeit zu bestimmen.

So ist es auch verständlich, dass es erst noch gravierende Ausreißer bei den Nachzuchten der ersten Würfe gab. Erst wesentlich später konnte man von guten Durchschnitten in den Würfen sprechen, und auch hier waren die Resultate doch häufig noch sehr unterschiedlich, bzw. stark davon abhängig, welche Elterntiere sich hier genetisch trafen.

 

Der Verein importierte seiner Zeit, mit die besten Presas, die überhaupt nach Deutschland importiert wurden. Rüden wie Tornado, Tschüß, Moro, Jamito, Tristrán, Sultán, Bindo, Capitán oder Leone brachten wirkliche Qualität nach Deutschland. Auch wurden im Presa Canario Club e.V. (Alano Club) mitunter sehr gute Hunde gezüchtet.

(“Leone”: Ein sehr guter Presa Rüde, hervorragender Packer aus besten Arbeitslinien.)

Doch musste man auch genau wissen, was man wollte, denn sehr homogen waren die Würfe im Club alle noch nicht. Auch gab es immer wieder Vermutungen und einzelne Hinweise von Einkreuzungen fremder und verwandter Rassen.

Es gab z.B. einmal einen Wurf im Club, den ein belgischer Züchter machte: Dabei verpaarte er eine Dogo Argentino-Hündin aus dem “Hause Knauserwald” mit einem spanischen Presa Rüden, der in Spanien stand und keine deutsche Zuchtzulassung hatte. Der Wurf erhielt Papiere vom Verein. Es gab zwar folgenden, abstrafenden Zusatz:”Vater in einem vom AC/PCC e.V. anerkannten Zuchtbuch nicht nachweisbar. Nicht zuchtzugelassen. Rassezugehörigkeit unbekannt. Mutter im Zuchtbuch des argentinischen Kennel Clubs unter Dogo Argentino nachweisbar.”

Sicher gibt es als Zuchtleiter immer wieder Fälle, wo man gewillt und gedrängt ist, ein Auge zuzudrücken, allerdings wurde im Presa Canario Club e.V. (später Alano Club) teilweise ein Spagat hingelegt, der für unseren Geschmack deutlich zu weit geht. Doch dies war nicht ein Problem des einzelnen Züchters. Auch wollen wir hier den, nur als Beispiel angeführten belgischen Züchter, der selbstständig in Spanien Kontakte auftat, in keiner Weise verunglimpfen.

Allen war klar, dass der alte Alano, neben seinem engsten Nachkommen, dem Perro de Presa Canario, auch seine Spuren in vielen weiteren Nachfolgerassen hinterließ. So gab es auch einige, die damit rechtfertigten, dass sie auch für Verpaarungen zwischen verwandten Rassen, Ahnentafeln vom Verein beziehen könnten, da auch ihre Hunde Alano-Abkömmlinge seien. Dies ist kynologisch gesehen, wenn man mal das oft festgefahrene stolze Ego des Rassehundezüchters weglässt, sicher sogar zu einem Teil richtig.

Denn wie wir alle wissen, ist keine Rasse, so wie sie ist, vom Himmel gefallen. Alle sind sie Kreuzungen zwischen verschiedenen Hunde-Rassen und -Typen. Hier ein wichtiger Link zum Thema Reinrassigkeit. Klick hier!

So musste also jeder sehr genau schauen, aus welchen Zuchthunden er sich seine Welpen aussuchte, bzw. was ihm wichtig war. Denn die Kontrolle vom Zuchtverein selbst, ließ hier, unserer Meinung nach, etwas zu wünschen übrig, bzw. war man sich nicht ganz einig, wie man das gesetzte Ziel erreichen sollte und wollte. Es gab Stimmen im Verein, denen eine möglichst große, genetische Vielfalt, und eine schnelle Verbesserung des Kampftriebes wichtiger waren, als die Reinrassigkeit und die Ahnenreihen des jeweiligen Hundes – andere wiederum lehnten einige Hunde mit fragwürdigem Hintergrund im Verein strickt ab, und beschränken ihre Interesse ausschließlich auf die reinen Presa-Linien bzw. Hunde.

                              (Terror beim “CS-Rad”, Terror hatte die AD (20 km) ZTP-BV, war HD-frei, was zusammen die Bewertrung 2-1-2 (Wesen-Gesundheit-Typ) ergab. Sehr interessanter Importrüde von den Kanaren, der zum Teil recht ungewöhnliche Farbschläge vererbte).

Als Beispiel hatten wir diesbezüglich auch eine feste Meinung, insofern unser Interesse ausschließlich den reinen Presas galt.

(Anmerkung: Man darf in diesem Zusammenhang aber auch nicht den festgefahrenen, kynologischen Dünnbrettbohrern nach dem Maul reden, die meinen, jeder importiere Presa aus Amerika, sei vielleicht ein American Stafford, oder jeder importierte Presa aus Portugal, sei ein Fila de Sao Miguel, oder jeder importierte Presa aus Italien sei ein Mastino oder Cane Corso, oder jeder importierte Presa aus Frankreich sei eine Bordeaux Dogge etc.)

 

Die Jahre 96, 97, 98 und 99 waren sicher die Stärksten des Vereins. Nie zuvor wurden so viele Alanos vorgestellt, geprüft und zuchttauglich geschrieben. Auf einmal war das Interesse für Alanos und den Presa Canario Club e.V. voll erweckt.

“Monster”, Züchter Rudolf Sewerin. Monster war der am umfangreichsten ausgebildete Presa des Clubs, neben dem S, der AD, AD II, der CS-BV, hatte er auch die Ausbildungsprüfungen SchH, BH und FH I erfolgreich bestanden.

K-Indio Basanta “Tschüß”, der Vater  unserer Zora – einer der aller besten Importrüden- wenn nicht DER beste Importrüde, der je importiert wurde. Durch Familie Basanta, von den Kanaren nach Spanien, vom spanischen Festland durch Rudolf Sewerin nach Deutschland.

Importrüde “Terror”: Besitzerin Leoni Sütterlin

“Balou”:  Importiert von den Kanaren durch Eveline Bader, auf Anhieb die PCC/AC-ZTP bestanden. Hervorragender Rüde, (auf dem Foto noch erkrankt, Filarienbefall), der kaum die Aumerksamkeit erfuhr, die ihm zugestanden hätte.

“Quijarudo Matarife”: Unser “Rocky”, PCC/AC-ZTP, BV-ZTP, S-Keiler, BH, Formwertnote 2, HD-frei, ED-frei.

“Tornado”, (Vollberg), war eine absolute Perle. Markus importierte ihn, ohne zuvor etwas über unsere Rasse zu wissen. Aufmerksam geworden, stellte er ihn im AC/PCC e.V. vor und legte vollkommen ohne Training die ZTP-BV ab. Ein extrem wesensfester Importrüde, der alle seine Vorzüge beeindruckend unter Beweis stellte. Er ist der Großvater von “unserem” Puma. Markus machte mit ihm noch die BH und stellte ihn im AVD e.V. zur Formwertprüfung vor, wo er die Note 1 (mit deutlichen Abstrichen) errang.

Im Gegensatz zu den doch häufig mäßigen Rasseexemplaren des deutschen Zuchtbeginns, standen da plötzlich eine große Zahl typvoller und absolut leistungsfähiger Packer mit bestem Wesen. Die Treffen waren voll ,und die Alanos machten den deutlich länger durchgezüchteten Bullterriern, die Plätze bei Wettkämpfen und in Nachtübungen streitig. Der Bullterrier Verein e.V., ebenfalls unter dem Vorsitz von Rudolf Sewerin, und der Alano Club/Presa Canario Club e.V., teilten sich zu diesem Zeitpunkt einen Hundeplatz, eine Zeitschrift, ein Clubhaus, einen Vorsitzenden – und auch die Treffen und Veranstaltungen wurden zusammen abgehalten. Das, was bei Gründung des Presa Canario Clubs niemand geglaubt hätte, passierte: Die Alanos zogen mit den Bullterriern auf Augenhöhe. Natürlich sind die Rassen schwer zu vergleichen, da sie einfach zu viele unterschiedliche Facetten, sowie vollkommen unterschiedliche Vor- und auch Nachteile aufwiesen.

Aber bei den Schutzdienstwettkämpfen, und vor allem bei den Nachtübungen, wurde es deutlich: Die Alanos standen nicht länger im Schatten! Egal bei welcher Rasse, sie waren absolut konkurrenzfähig in jeder Klasse!

 

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Durchschnitt der Alanos/Presas des Clubs qualitativ weit besser als der Durchschnitt in Spanien.

Auch waren diese Hunde weit besser und hochwertiger als die Hunde der ersten deutschen Züchter außerhalb des Clubs. Es verhielt sich nämlich so, dass Mitte der 90er die ersten Züchter außerhalb des AC/PCC e.V. anfingen, auch Hunde unter dem Namen “Presa Canario” zu verkaufen. Sie wussten über die Rasse nicht viel und kopierten einfach die Rassebeschreibungen aus den Cluborganen des AC/PCC e.V.. Deren Zuchthunde stammten aber weder aus Spanien und noch aus dem deutschen AC/PCC e.V., sondern aus dem Ostblock: vornehmlich aus Ungarn. Die Nachwuchshunde dieser Ostblockimporte wurden wiederum an andere Deutsche verkauft, die wiederum mit ihnen züchteten. So entwickelte sich also eine parallele Presa-Zucht in Deutschland, die allerdings mit Hunden gezüchtet wurde, die nicht annährend mit den Hunden im Club mithalten konnten – weder vom Wesen, noch von der Gesundheit, noch von der Leistung, noch von der Reinrassigkeit, noch vom Typ! Und das, obwohl wir hier, von dem aus unserer heutigen Sicht, doch recht chaotischen und uneinheitlichen AC/PCC e.V. sprechen.

Bitteres Kapitel und Untergang des Alano Club PCC e.V.

Ein etwas bitteres Kapitel für die Rasse begann, als einige aus dem AC/PCC e.V. ausschieden und nach einer gewissen Zeit, wo man nichts von ihnen hörte, plötzlich massiv in der Presse auftauchten, sie bewarben ihre Alanos, ihre Welpen und ihre Treffen, die auf keinem festen Hundeplatz sondern überall verteilt auftauchten. Diese Treffen wurden als Alano on Tour bezeichnet.

Und das was wohl alle Außenstehende am meisten verwunderte die ganzen Anzeigen liefen unter dem Namen Alano Club e.V,. (PCC e.V.).

Wie sich aber als bald herausstellte, hatte dieser Verein oder besser diese Gemeinschaft, den ein eingetragener Verein sind sie nie geworden eigentlich nichts mit dem echten Alano Club (PCC e.V.) gemein.

Zwar waren dort jetzt einige Leute anzutreffen, die frührer auch bei Veranstaltungen im BV e.V. und AC/PCC e.V. anwesend waren und teilweise sogar wichtige Ämter im Verein bekleideten, doch handelte es sich nicht um Anzeigen und Veranstaltungen des echten AC/PCC e.V. .

Die Personen die nun diese neue Gruppe oder auch Absplitterung des Alano Clubs führten und sich selbst als Alano Club bezeichneten, sind aufgrund von Streitigkeiten mit Rudolf Sewerin wohl zu dieser Vorgehensweise gekommen. Geleitet wurde diese Gruppe von Herrn Baumgartner, der zuvor im AC/PCC e.V. selbst auch recht aktiv war und unter dem Zwingernamen Bentaiga züchtete.

 
Eine Anzeige die noch aus dem AC/PCC e.V. (Vorsitz Sewerin) stammte. Herr Baumgartner züchtete vier Würfe im AC/PCC e.V. (unter Vorsitz von Sewerin), wobei er für den vierten Wurf (Toni x Lara) keine Papiere mehr ausgestellt bekam. Danach arbeitete er ausserhalb des AC/PCC e.V. (Vorsitz Sewerin).

Das ganze führte natürlich zu jeder Menge Verwirrung, da es Außenstehen kaum möglich war zu erkennen welcher AC/PCC e.V. hier nun für seine Veranstaltungen wirbt.

 
Aus einer Mitteilung/Veröffenlichung von Herrn Baumgartner. Man kann an diesem Auszug gut erkennen, das er mit Alano Club e.V. (gegründet als PCC e.V.) gekennzeichnet war. (ZTP,KöI, KöII sind übrigens Wesensprüfungen. ScH-steht für eine Ausbildunsprüfung.  HD & ED sind die Gesundheitsauswertungen der Hüften und der Ellbogen. K. AD bedeutet keine Ausdauerprüfung.)

Diese neue abgesplitterte Gruppe richtete auch Veranstaltungen zusammen mit dem Bullterrier Club 97, der selbst wiederum eine abgesplitterte Gruppe des Bullterrier Verein e.V. darstellte. Klingt alles recht verwirrend, nicht wahr?

Auch gab es in dieser Gruppe rund um Herrn Baumgartner, einen großen Prozentsatz von Hunden an deren Reinrassigkeit viele zweifelten.

Rudolf Sewerin meinte das dieser aus Italien importierte, in Deutschland als  “Alano” geführter Rüde Namens Rosso R-Bentaiga, seiner Meinung ganz klar ein Boxer oder Boxermischling sei, sicher  aber kein Alano. Wir wollen uns hier nicht zuweit aus dem Fenster hängen, da auch uns die Abstammung des Rüdens vollkommen unbekannt ist. Er ist nur als Beispiel recht schön herran zu ziehen, da er ein typischer Streitfall war. (Wie gesagt vollkommen wertfrei).

Aus dieser kurzen Zeit heraus hat sich auch die Behauptung entwickelt und bei manchen gefestigt, das jeder Presa bzw. Alano ein Mischling sei.

 

Der Vorsitzende des AC/PCC e.V. Rudolf Sewerin war sehr wütend darüber weshalb er sich über die Initiatoren dieses neuen Clubs, in der Club eigenen Zeitung sehr vehement Luft machte. Dort wurden diese Gründer die sich einfach unter demselben Namen aufmachten, nun auf das allerschärfste abgeurteilt.

Doch die Gegenreaktion lies nicht lange auf sich warten, denn der Anführer der neuen Gruppe verfasste ein kleines Büchlein über den Alano und den Alano Club / Presa Canario Club und stellte sich selbst dort als ersten Vorsitzenden und Rasseerfinder vor. Um der Wahrheit aber Platz zu geben, muss hier auch erwähnt werden, dass fast der ganze Text des Büchleins aus den Schriften des Herrn Severin selbst und aus seiner Zeitung stammte. Natürlich die Seiten in denen die Hunde des Herrn Sewerin unter aller Sau dargestellt werden und die Zeilen in denen Rudolf Sewerin selbst abgestraft wird nicht.

Wir wollen auch hier möglichst neutral bleiben und nicht von privaten Dingen schreiben, die wir selbst nur vom Hörensagen haben. Es gibt sicher einiges was zwischen dem Vorsitzenden Rudolf Sewerin und seinen frühren Weggefährten vorgefallen ist, worüber sich wohl niemand anders anmaßen sollte zu schreiben oder zu urteilen.

Einige Leute fragen sich scheinbar häufig, wer denn nun mehr Leichen im Keller hatte. Hierzu sagen wir klar, dass wir die Meinung vertreten, dass man es auch einfach mal gut sein lassen kann, die Herren in Ruhe lassen sollte, denn schließlich züchten sie nicht mehr. Das ganze “schmutzige Wäsche waschen”, hat unserer Rasse immer nur geschadet.

Wir respektieren sowohl den ersten (heute nicht mehr existenten) deutschen Club unter der Leitung von Rudolf Sewerin, der ihn von Gründung an bis zu seinem Ende vorsaß, sowie den Züchter des Zwingers Bentaiga, der auch einige exzellente Presas nach Deutschland importierte!

Doch eines muss klar gestellt werden es gab nur einen echten und auch eingetragenen Verein, den Alano Club (Presa Canario Club e.V.) unter Vorsitz des Herrn Rudolf Sewerin. Und dieser Verein wurde aufgelöst und existiert nicht mehr, es gibt in Deutschland also keinen Presa Canario Club e.V. oder Alano Club mehr, oder zumindest einen der tatsächlich etwas mit dem echten Verein zu tun hätte.

Wie oben erwähnt ein bitteres Kapitel, da es die Ära der Schlammschlachten einleitete. Und diese Ära scheint leider heute noch nicht zu Ende, ganz im Gegenteil es ist kein Ende abzusehnen.

Der eingetragene Verein importierte bis zu seiner Auflösung im Jahr 2000 weiter Presa Canarios nach Deutschland. Kurz nach der Auflösung des “Presa Canario e.V. (AC)“ wurde dann der “Alano Verein Deutschland e.V.“ gegründet. (der allerdings erst etwas später seine Anerkennung beim Amtsgericht beantragte) Der AVD e.V. ist zum jetzigen Zeitpunkt der einzige Verein für die spanischen Doggen und die Rasse Dogo Canario in Deutschland, der zuchtbuchführend ist und diese Hunde auch tatsächlich betreut.

Die Unterschiede zwischen dem alten AC/Presa Canario Club e.V. und dem neuen Alano Verein Deutschland e.V. (AVD e.V.)

Zum Abschluss dieser kleinen Exkursion in die deutsche Presa/Alano Vergangenheit, möchten wir noch ein paar wichtige Punkte und Unterschiede zwischen unseren heutigen AVD e.V. und den früheren AC/PCC e.V. herausstellen.

 

Der AVD e.V. verwendete für sein Zuchtprogramm einige Hunde die noch im AC/PCC e.V. geboren waren, dabei wurde allerdings genau beachtet welche Ahnenreihen hinter den Hunden standen. Die Gründer des AVD e.V. hatten ausschließlich an echten Presa Linien Interesse. Des Weiteren importierte der AVD e.V. auch weiterhin Hunde aus guten spanischen Linien. Die wichtigsten Punkte und teils auch Unterschiede zum früheren AC/PCC e.V. sind folgende:

-Der AVD e.V. steht bei der Zucht klar zu seinen Prioritäten: Gesundheit, Wesen, Leistung und Typ! Ohne dabei das Interesse, den Ruhm und das Ansehen einzelner in den Vordergrund zu stellen.

-Der AVD e.V. sieht sich nicht als Nachfolger des AC/PCC e.V.. Er ist direkt nach und auch Aufgrund der Einstellung des AC/PCC e.V. gegründet worden, allerdings wurde er vollkommen selbstständig und frei gegründet. Der AVD e.V. ist völlig autark, nur seinen eigenen hohen Zielen verpflichtet.

-Dem AVD e.V. ist es unter seiner Zuchtleitung gelungen, eigene Linien aufzubauen. Der AVD e.V. hat es also geschafft eine wirkliche Linie von gesunden, wesensfesten, typvollen und leistungsstarken Presas zusammen zustellen. Kein wildes Verpaaren mehr und hoffen, dass vielleicht der Vater durchschlägt und den einen Extremhund bringen, kein experimentelles Kreuzen, sondern wirkliche Zucht. Ein überaus wichtiger Punkt, denn dass ist bisher niemanden in Deutschland gelungen.

-Der AVD e.V. ist nicht darauf aus sich mit Gott und der Welt anzulegen, wir wollen einfach nur gute und vor allem gesunde, im Körper wie vom Wesen, Hunde züchten. Doch steht fest dass wir auch rückhaltlos hinter unserer Rasse und unseren Züchtern stehen müssen.

-Der AVD e.V. verfügt über sehr gute und hilfreiche Kontakte ins europäische Ausland (vornehmlich Spanien). Doch will er sich nie unterordnen, kleinmachen oder sich bei irgend Jemanden anbiedern. Das hat der AVD e.V. nicht mehr nötig, wir können mit Stolz behaupten, dass die nach AVD e.V. Zuchtordnung gezogen Hunde, in der Leistung, dem Wesen und in der Gesundheit den weltweit besten Durchschnitt darstellen. Selbst vom Formwert, der bei uns weiß Gott nicht an erster Stelle steht, können wir es sicher mit jedem deutschen Züchter außerhalb des AVD e.V. aufnehmen. Auch geht der AVD e.V. nicht den Weg, den einige der einzelnen Züchter außerhalb des AVD e.V. gehen, dass plötzlich nur noch Hunde aus fremden Zwingern zählen und die eigenen versteckt werden. Wir sind nämlich im Gegensatz zu einigen anderen stolz auf unsere Hunde und auf unsere Linien.

-Der AVD e.V., steht nicht für die so genannte Vereinsmeierei. Um sich selbst zu schützen, werden im AVD  e.V. keine privaten Streitereien geduldet. Wir brauchen keine Paragraphenreiter, sondern wirkliche Enthusiasten zum Wohle der Rasse.

-Der AVD e.V. versteht unter dem Begriff Wesensfestigkeit weit mehr als nur einen Hund der gut im Schutzdienst beist, wir achten genauso streng auf seinen Mut und seine Durchsetzungskraft, wie auch auf seine Ruhelage, seine Reizschwelle, seine Familienfreundlichkeit und seine Umwelttauglichkeit.