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Erblich bedingte Herzerkrankungen

Erblich bedingte Herzerkrankungen
Eine Einführung
Von Dr. med. vet. Tobias Hagel

An dieser Stelle sollen in kurzer, teils sehr vereinfachender Form einige allgemeine Begrifflichkeiten der Vererbung und Genetik erklärt werden, die im Zusammenhang mit jeder erblichen Erkrankung unumgänglich sind und das Verständnis der folgenden Herzdefekte erleichtern. Ein biologisches Grundwissen muss leider vorausgesetzt werden, um nicht den Rahmen dieser Kurzeinführung zu sprengen.

Viele Merkmale des äußeren Erscheinungsbildes (Phänotyp), wie beispielsweise die Fellfarbe eines Hundes, folgen einem einfachen Vererbungsmuster. Man spricht in diesem Zusammenhang nach dem Entdecker dieser Gesetzmäßigkeiten (Gregor Mendel) auch von einfach mendelnden Erbgängen. Wird das Merkmal von nur einem einzigen Gen (Träger der Erbinformation) gesteuert, handelt es sich um einen monogenen Erbgang. Von Ausnahmen abgesehen, die einer geschlechtsabhängigen Vererbung folgen¹, beteiligen sich mütterliche und väterliche Gene zu gleichen Anteilen an der genetischen Information (Genotyp) ihres Nachwuchses². Ein Gen trägt seine Information in doppelter Ausführung.

Reinerbige Elterntiere werden einheitlichen Nachwuchs erzeugen. Mischerbige Hunde tragen bereits unterschiedliche genetische Anweisungen zu einem Merkmal (z.B. Fellfarbe) in sich und können beide vererben. Dabei verhalten sich die unterschiedlichen Erbinformationen der Eltern jedoch nicht gleichwertig zueinander. So kann die eine Fellfarbe (dominant) die andere Farbe (rezessiv) vollständig dominieren und somit auch den Phänotyp der Welpen alleine festlegen. Schwarze Tiere verdanken ihr häufiges Vorkommen einer solchen genetischen Überlegenheit. Die Information des quasi unterlegenen Genes geht damit jedoch nicht verloren. Sie wird an die nächste Generation ebenso weitergereicht und nach außen hin sichtbar, wenn gleiche, rezessive Genotypen von Vater und Mutter aufeinandertreffen. Diesem Umstand verdanken wir zwei Effekte: zum einen müssen zwei schwarze, mischerbige Tiere nicht zwingend nur schwarzen Nachwuchs haben, zum anderen macht die Wurfgröße unserer Hunde ein buntes Farbenspiel der Welpen sogar eher wahrscheinlich. Auch Erbkrankheiten verhalten sich teilweise nach diesem Muster und können ohne entsprechende Kenntnis des elterlichen Gencodes unbemerkt weitergereicht werden bis Tiere wirklich erkranken.

Leider macht es uns die Natur nur selten so einfach, wie bisher geschildert. Die größte Schwierigkeit in der Vorhersage eines Erbschemas stellen polygene Erbgänge dar. Hierbei liegt die Verantwortlichkeit für die Ausprägung eines beliebigen Merkmals nicht mehr in der Hand eines einzigen Genes (siehe monogener Erbgang). Erbkrankheiten werden zumeist von einer Vielzahl verschiedener Gene beeinflusst. Die Summe dieser Einzeleffekte führt zum individuellen Ausbruch der Erkrankung. Man spricht auch von einem Schwellenwert, der überschritten werden muss, um das entsprechende Krankheitsbild grundsätzlich hervorzurufen.
Polygene Erbgänge führen auch dazu, dass ein Krankheitsbild in seinem Schweregrad durchaus variieren kann. Milde Ausprägungsformen, wie wir sie auch von erblichen Herzerkrankungen kennen, machen beim jungen Tier zunächst noch keine drastischen klinischen Symptome. Bleiben ernsthafte Symptome sogar mit dem fortschreitenden Alter aus, so verdankt das Einzeltier diesem Umstand ein Leben von guter bis vollkommen normaler Qualität. Gleichzeitig steigt die Gefahr, das Merkmal weiterzuvererben, bis der Zufall oder die unfreiwillige Häufung von Merkmalsträgern schwerkranke Hunde hervorruft.

In der Erforschung erblicher Erkrankungen hat sich herausgestellt, dass es in der Vielzahl verantwortlicher Gene für eine Krankheit einzelne Gene gibt, die als Hauptgene einen größeren Einfluss als andere haben. Wenn es gelingt, solche Effekte bei einer Erkrankung durch Rechenmodelle mit vielen Patienten theoretisch nachzuweisen (Populationsgenetik), kann in einem zweiten Schritt die Erkennung und Lokalisation der Hauptgene erfolgen (Molekulargenetik). Beginnt man anschließend Hunde nach diesen Genen zu selektieren, kann der Druck einzelner Krankheiten erheblich reduziert werden. Je präziser diese Auswahl möglich ist, desto geringer wird die grundsätzliche Gefahr durch übermäßige Selektion und Verkleinerung der Population andere Defekte zu provozieren.

Solange keine Gentests für eine erbliche Erkrankung vorliegen, versuchen Tierärzte möglichst sichere Kriterien für die Erkennung von Merkmalsträgern zu definieren. Im Bereich der Herzerkrankungen hat sich hier weitgehend die Echokardiografie, eine Herzuntersuchung mit dem Ultraschallgerät, als Mittel der Wahl herausgestellt. Flankierende diagnostische Maßnahmen wie Labor, EKG oder Röntgenaufnahmen sind hinlänglich aus der Humanmedizin bekannt.

1. Persistierender Duktus Botalli
Der persistierende Duktus Botalli (PDA) gehört zu den Herzerkrankungen, die in der Kleintiermedizin vergleichsweise früh als erblicher Defekt definiert wurde. Yorkshire Terrier, Malteser, Deutsche Schäferhunde, Collies, Chihuahuas, PON’s und Pudel gelten u.a. als prädisponierte Rassen. Der Erbgang dieser Erkrankung wurde modellhaft beim Kleinpudel erforscht und folgt nicht den Merkmalen der einfach mendelnden Vererbung. Die embryonale Kurzschlussverbindung kann nach der Geburt vollständig bestehen bleiben (persistieren) oder lediglich als Aussackung klinisch weitgehend unauffällig bleiben. Zwischen physiologisch und pathologisch gibt es somit eine große Bandbreite an Zwischenformen. Werden zwei Hunde mit PDA verpaart, so zeigen ca. 80 % des Nachwuchses variable Formen eines unzureichend rückgebildeten Duktus Botalli. Der PDA entspricht damit einem polygenen Erbgang mit Schwellenwertcharakter. Das Geschlechterverhältnis zeigt einen höheren Anteil erkrankter Hündinnen von 2:1 bis 3:1 gegenüber den Rüden.
2. Aortenstenosen
Die Aortenstenose wird als die häufigste angeborene Herzerkrankung des Hundes bezeichnet. Besonders betroffen sind Boxer, Golden Retriever, Neufundländer, Deutsche Schäferhunde, Bullterrier und Rottweiler. Unter den anatomisch unterschiedlichen Ausprägungsformen der Gefäßverengung ist die Subaortenstenose (SAS) mit 95 % vertreten. Der Nachweis ihrer Erblichkeit erfolgte erstmals an Neufundländern. Es liegt wahrscheinlich ein polygener Erbgang vor. Bei der pathologischen Untersuchung ließen sich die typischen Veränderungen der Aorta frühestens im Alter von 24 Tagen nachweisen. Somit kann die SAS im eigentlichen Sinn nicht als angeborene Erkrankung bezeichnet werden. Die Erbgangsanalysen weisen auf die Beteiligung eines Hauptgenes hin. Aus genetischer Sicht kann bei geeigneten Kriterien ein Selektionsfortschritt erwartet werden. Die unterschiedliche geografische Häufigkeitsverteilung der SAS innerhalb der Neufundländer (z.B. im Vgl. USA/europäisches Festland) kann einerseits Ausdruck verschiedener Studienintensität und andererseits Folge einzelner Subpopulationen sein. Während die erste Erklärung eine Schwierigkeit jeder epidemiologischen Untersuchung darstellt, wäre die zweite Interpretation ein zusätzliches Argument für die genetische Basis der SAS.
3. Pulmonalstenosen
Die Pulmonalstenose tritt sowohl eigenständig, als auch in Kombination mit anderen Herzdefekten auf. Das Vorkommen dieser Erkrankung scheint auf eine Prädisposition mittlerer bis kleinerer Hunderassen hinzuweisen: Boxer, West Highland White Terrier, Cocker Spaniel, Beagle, Englische Bulldogge und Chihuahua zeigen ein erhöhtes Risiko. Das Vererbungsschema dieser Herzerkrankung ist weitgehend unbekannt. Für Englische Bulldoggen und Bullmastiffs wird eine männliche Überzahl an betroffenen Hunden beschrieben.
4. Septumdefekte
Die Scheidewand des Herzens (Septum) kann einerseits im Bereich der Vorhöfe (Atrien) und andererseits zwischen den beiden Hauptkammern (Ventrikeln) durch eine unphysiologische Öffnung unterbrochen sein.
Der seltene Nachweis atrialer Septumdefekte machte genetische Studien trotz des starken Verdachts einer erblichen Komponente bisher unmöglich.
Ventrikelseptumdefekte werden häufiger bei West Highland White Terriern, Yorkshire Terriern, Shi Tzu und Bassethunden angetroffen. Eine familiäre Häufung konnte bisher jedoch nur für den Englischen Springer Spaniel nachgewiesen werden, bei dem sowohl ein unvollständig ausgeprägter autosomal dominanter Erbgang, als auch ein polygener Erbgang diskutiert werden.
5. Dilatative Kardiomyopathien
Die Dilatative Kardiomyopathie (DKM) wird in die Gruppe erworbener Herzerkrankungen eingestuft, weil nachweisbare Veränderungen des Herzens meist erst im mittleren Lebensalter auftreten. Als Ursache der Erkrankung werden u.a. Autoimmunprozesse (Abwehrprozesse gegen den eigenen Körper) und Nährstoffmängel wie Taurin und Carnitin vermutet. Daneben muss die genetische Komponente als wesentlichster Risikofaktor der DKM bezeichnet werden. Deutsche Doggen, Irische Wolfshunde, Dobermänner, Bernhardiner, Cocker Spaniel, Riesenschnauzer, Boxer, Neufundländer, Weimaraner, Irish Setter, Deutsche Schäferhunde und Dalmatiner gelten als prädisponierte Rassen. Darüber hinaus gibt es bei diesen Rassen teilweise häufiger erkrankte Linien. Es scheinen mehr Rüden zu erkranken oder früher betroffen zu sein. In einer kleineren Population von Dobermännern wurde ein unvollständig ausgeprägter autosomal dominanter Erbgang analysiert. Anders als beim Hund, bei dem bisher nur sekundäre Merkmale aus dem Bereich der Echokardiografie für Modellrechnungen herangezogen wurden, konnten beim Menschen einzelne Gene mit Einfluss auf die DKM identifiziert werden.
6. Mitralklappenendokardiosen
Die Mitralklappenendokardiose ist aufgrund ihres häufigen Vorkommens eine der bekanntesten Herzerkrankungen des Hundes. Zu den prädisponierten Rassen zählen insbesondere Teckel, Cavalier King Charles Spaniel, Terrier, Malteser, Pekingesen, Pudel, Chihuahuas, Shi Tzu und Cocker Spaniel. Neben der grundsätzlichen Kenntnis solcher Häufung innerhalb bestimmter Rassen, ist es anhand von größer angelegten Studien bei Teckel und Cavalier King Charles Spaniel rechnerisch gelungen die Erblichkeit der Mitralendokardiose nachzuweisen. Männliche Tiere sind zahlreicher betroffen und entwickeln früher Krankheitssymptome. Den Rechenmodellen lagen echokardiografische Daten zugrunde, so dass vorerst keine molekulargenetischen Ergebnisse existieren.

Epileptische Formen

Epileptische Formen

Anfallsmodelle

Ihre Dissertation „Etablierung von zwei chronischen Epilepsiemodellen und Detektion von spontan auftretenden Anfällen“ (aus dem Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, 2002) leitet Dr. med. vet. Maike Glien mit Grundsätzlichem über den Begriff und die Krankheit der Epilepsie ein.So stellt sie fest: „Begriff Epilepsie bezeichnet kein einheitliches Krankheitsbild, sondern steht für eine heterogene Gruppe von Syndromen, die sich bezüglich ihrer Ätiologie, Symptomatik und Prognose unterscheiden können. Gemeinsames Merkmal aller Epilepsien ist die klinische Manifestation von wiederholt und spontan auftretenden epileptischen Anfällen. Das Bewußtsein des Patienten kann während eines Anfalls gestört sein.“ Den Anfällen liegt eine akute, exzessive Entladung bestimmter Neuronengruppen zu Grunde. Die Commission on Classification and Terminology of the International League Against Epilepsy (1989) klassifiziert die Anfälle nach der Lokalisation der epileptischen Aktivität im Gehirn. Die pathophysiologischen Ursachen und Folgen dieser exzessiven Entladungen von Neuronen sind weitgehend ungeklärt. In der Regel wird, wenn eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist, eine Langzeittherapie mit Antikonvulsiva eingeleitet. Antikonvulsiva sind Substanzen, die das Auftreten epileptischer Anfälle unterdrücken. Sie wirken rein symptomatisch. Dagegen sind Antiepileptika Substanzen, die ursächlich die Pathophysiologie der Erkrankung beeinflussen bzw. die Entwicklung von spontanen epileptischen Anfällen verhindern (sollen). Zwischen 20 und 30 Prozent der Patienten sprechen nicht auf eine Behandlung mit Antikonvulsiva an und gelten als „therapieresistent“ (Schmidt 1986, Leppik 1992). Epileptiker mit komplex-fokalen Anfällen, der häufigsten Anfallsform, sind hier stark vertreten. Hier setzt die Doktorarbeit von Glien an: „Da die Epileptogenese und ihre therapeutische Beeinflußbarkeit sehr komplexe Prozesse sind, die in-vitro nur eingeschränkt nachvollzogen werden können, spielen Tiermodelle in der Epilepsieforschung eine entscheidende Rolle. Ein ideales Tiermodell sollte die Pathophysiologie und/oder das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung widerspiegeln. Anhand solcher Modelle können die der Epileptogenese zugrundeliegenden Mechanismen sowie die daraus resultierenden Veränderungen im Gehirn studiert werden. Außerdem können Wirkungsweisen bekannter Antikonvulsiva, die Folgen einer medikamentösen Langzeitbehandlung mit Antikonvulsiva und Ursachen der Pharmakoresistenz untersucht werden. Auf diesen Erkenntnissen beruhend ist die Entwicklung neuer antikonvulsiver bzw. antiepileptogener Wirkstoffe möglich (Löscher 1993). Aus praktischen Erwägungen werden in der Epilepsieforschung häufig induzierte Anfallsmodelle eingesetzt, bei denen durch Elektrostimulation oder durch die Applikation einer Substanz ein epileptischer Anfall ausgelöst wird, ohne daß die Tiere chronisch an Epilepsie erkranken (Löscher 1999). Ziel meiner Arbeit war die Etablierung eines Epilepsiemodells, das sich durch eine niedrige Mortalitätsrate und eine hohe Ausbeute an Tieren mit spontanen Anfällen auszeichnet. Für das Kainsäure-Modell wird eine Erhöhung der Überlebensrate beschrieben, wenn anstelle der einmaligen Applikation wiederholt kleinere Dosen Kainsäure injiziert werden (Hellier et al. 1998). Es sollte überprüft werden, ob diese Vorgehensweise einer individuellen Dosierung auch auf das Lithium-Pilocarpin-Modell übertragbar ist. Weiterhin sollte der Einfluß der Länge des Status epilepticus auf die Mortalität und die später auftretenden spontanen Anfälle untersucht werden. Parallel zur Etablierung des chemischen Epilepsiemodells sollte ein elektrisches Epilepsiemodell erstellt werden. In Anlehnung an die Vorgehensweise von McIntyre et al. (1982) und Nissinen et al. (2000) sollte bei Ratten der Stämme Wistar und Sprague-Dawley ein Status epilepticus durch elektrische Stimulation der basolateralen Amygdala induziert werden. Die Art und Länge des Status epilepticus sollte näher charakterisiert und sein Einfluß auf die Entwicklung spontaner Anfälle untersucht werden. Neuropathologische Untersuchungen wurden in beiden Epilepsiemodellen von C. Brandt (2002) im Rahmen ihrer Ph.D.-These durchgeführt. Diese These wird zum gleichen Zeitpunkt wie die vorliegende Arbeit eingereicht.Im Anschluß an die Etablierung der beiden Epilepsiemodelle sollte abschließend als erster Schritt zur Validierung eine pharmakologische Studie durchgeführt werden. Aus der Gruppe der sogenannten neuen Antikonvulsiva wurde die Substanz Levetiracetam in beiden Tiermodellen auf ihre antikonvulsive bzw. antiepileptogene Wirkung untersucht. Im Rahmen meiner Arbeit sollte außerdem mit dem Einsatz von Beschleunigungssensoren eine neue Methode zur Detektion spontaner Anfälle verwendet und auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden. Dieses System zur Anfallsdetektion wurde in Grundzügen bereits von H. Voigt (1999) im Rahmen seiner Diplomarbeit eingesetzt, wobei von mir weitere Modifikationen vorgenommen wurden.Die entscheidenden Kriterien zur Klassifizierung sind die klinische Manifestation der Anfälle, EEG-Befunde und die möglicherweise bekannte Ätiologie.Anfälle, die ihren Ursprung in einer bestimmten Region des Gehirns haben, werden als fokal bezeichnet und äußern sich klinisch als unwillkürliche Bewegungen einzelner umschriebener Muskelgruppen. Treten während eines solchen Anfalls Bewußtseinsstörungen auf, spricht man von komplex-fokalen Anfällen.Kennzeichnend für generalisierte Anfälle ist die von Beginn an diffuse Ausprägung der epileptischen Aktivität über beiden Großhirnhemisphären. Klinisch ist der gesamte Körper in das Anfallsgeschehen einbezogen. Fokale Anfälle können sekundär generalisieren, d.h. vom initialen Fokus findet eine Ausweitung derepileptogenen Entladungen über das gesamte Gehirn statt. Primär und sekundär generalisierte Anfälle werden anhand der klinischen Symptomatik in Absencen (Bewußtseinsminderung mit nachfolgender Amnesie), myoklonische (Muskelzuckungen ohne Bewegungseffekt), tonische (Streckkrämpfe), klonische (Ruderkrämpfe), tonisch-klonische und atonische (Erschlaffung der Muskulatur)Anfälle eingeteilt.Eine Epilepsie wird als symptomatisch bezeichnet, wenn die spontanen Anfälle Folge einer eindeutig feststellbaren Grunderkrankung sind. Dem stehen die idiopathischen Epilepsien gegenüber, die auf keiner erkennbaren Ursache beruhen und „aus sich selbst heraus“ entstehen, d.h. in der Regel auf genetischen Faktoren basieren. Der Begriff kryptogen beschreibt eine Epilepsie, der vermutlich eine organische Ursache zu Grunde liegt, die jedoch verborgen ist.Neben fokalen und generalisierten Epilepsien werden noch unklassifizierbare Epilepsien und spezielle Syndrome unterschieden. Zu den speziellen Syndromen gehört unter anderem auch der Status epilepticus. Als solcher wird ein anhaltender epileptischer Zustand oder eine Anfallsserie ohne Wiedererlangung des Bewußtseins über einen längeren Zeitraum bezeichnet. Die gebräuchlichste Definition des Status epilepticus sieht dabei eine Dauer von mindestens 30 Minuten vor. Diese Länge soll einen Wendepunkt darstellen, nach dessen Überschreitung anfallsinduzierte neuronale Schädigungen auftreten. Lowenstein et al. (1999) schlagen eine neue Definition vor, nach der jedes anhaltende Krampfgeschehen mit einer Länge von über fünf Minuten bereits als Status epilepticus bezeichnet werden sollte. Dies würde zu einer verbesserten Berücksichtigung folgender Punkte beitragen. Erstens ist die Beziehung zwischen Krampfdauer und neuronaler Schädigung nicht hinreichend geklärt. Zweitens ist ein einzelner epileptischer Anfall in der Regel kürzer als fünf Minuten. Und drittens sollte die Behandlung eines Anfalls, der über die typische Anfallsdauer hinaus besteht, unverzüglich beginnen, um Komplikationen zu vermeiden.Bei über der Hälfte der Patienten manifestiert sich die Epilepsie in fokalen Anfällen (Hauser et al. 1991, Prats und Garaizar 1999). Bei komplex-fokalen Anfällen liegt der Ursprung der epileptischen Entladungen bei 70 bis 85 % der Patienten im Temporallappen (Dam 1992). Aus diesem Grund wird bei diesen Patienten auch häufig der Begriff „Temporallappenepilepsie“ verwendet.In der Mehrzahl aller Erkrankungsfälle kann keine Ursache festgestellt werden. Nur etwa 25 % aller Epilepsien sind symptomatisch, wobei offene Kopfverletzungen, Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumen, degenerative Gehirnerkrankungen,Infektionen des zentralen Nervensystems und postnatale Komplikationen die häufigsten Auslöser sind (Hauser et al. 1993).Ein Status epilepticus tritt nach einer klinischen Studie aus Hessen (Knake et al. 2001) in Deutschland mit einer Inzidenz von knapp 0,02 ‰ auf, d.h. jährlich sind etwa 14 000 Menschen, bevorzugt Männer und ältere Personen, hiervon betroffen. In der genannten Studie ist nur bei 50 % der Patienten zuvor eine Epilepsie diagnostiziert worden. In den USA liegt die Inzidenz des Status epilepticus in einem ähnlichen Bereich (DeLorenzo et al. 1995).Epilepsien stellen in der Veterinärmedizin die häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen des Gehirns bei Hund und Katze dar. Beim Hund sind idiopathische Epilepsien häufiger als symptomatische, wobei gewisse Rassedispositionen auftreten und in der Mehrzahl Rüden betroffen sind (Löscher et al. 1985). Die medikamentöse Therapie erfolgt mit Präparaten aus der Humanmedizin, wobei nur wenige Antikonvulsiva aufgrund der unterschiedlichen Pharmakokinetik beim Tier zum Einsatz kommen. Beim Hund sind dies Phenobarbital und Primidon, bei der Katze Phenobarbital und Diazepam (Löscher 1994). Allerdings werden nur etwa 40 % der Hunde unter der entsprechenden Therapie anfallsfrei, während 20 bis 40 % der Tiere keine Veränderung im Krankheitsbild zeigen und als therapieresistent bezeichnet werden müssen. Bei den übrigen Hunden ist zumindest eine Reduktion der Anfallsfrequenz zu beobachten.“

Ellbogen Displasie

Ellenbogen-Dysplasie (ED)

Von Monika Meierhans

Alles fing damit an, dass Bullmastiff Duke, schon als er ganz klein war, ab und zu etwas hinkte (mal mit dem einen, mal mit dem anderen Bein). Da es jedoch immer relativ schnell wieder verschwand, nahmen wir an, dass es sich lediglich um Wachstumsstörungen handelte. Als er 5 ½ Monate alt war, wollte er plötzlich während einem Spaziergang nicht mehr weiterlaufen, blieb stehen und stellte sein rechtes Bein nicht mehr ab. Natürlich haben wir zuerst nachgesehen, ob er sich vielleicht an der Pfote verletzt hatte, konnten aber nichts finden, und da es trotz Schonung nicht besser wurde, gingen wir zu unserem Tierarzt Dr. Dieter Fretz in der Kleintierklinik Cham. Der hat Röntgenbilder gemacht und die Diagnose FCP gestellt.

Um ganz sicher zu gehen, dass wir Ihm die Operation nicht doch ersparen könnten, gingen wir noch zu Dr. Mathias Weis nach Zürich (Spezialist für Chirurgie und Orthopädie). Leider bestätigte Dr. Weis die Diagnose (Details im Bericht unten), und zwar an beiden Vorderbeinen. Wir haben uns natürlich Vorwürfe gemacht und Dr. Weis gefragt, was wir denn falsch gemacht haben; schliesslich haben wir schnell auf ein Erwachsenenfutter mit weniger Protein gewechselt, haben ihn bis zum Alter von fünf Monaten immer die Treppen runtergetragen (und Martin trägt ihn nun wieder…), haben ihn gebremst wenn er zu heftig rumrannte und spielte. Dr. Weis sagte aber, dass die schlechte Passform der Gelenke genetisch bedingt sei und wir in dem Sinn nichts falsch gemacht haben.

Diagnose Duke
Ellbogendysplasie beidseits mit fragmentiertem („abgebrochenem“) inneren Kronenfortsatz (Abk. FCP, dieser bildet einen Teil der Gelenkpfanne) und Bildung eines Knorpelchips am inneren Teil der Gelenkrolle des Oberarmknochens (Fachbegriff: Osteochondrosis dissecans (Abk. OCD) am Condylus medialis humeri).

Es ist nicht sehr häufig, dass zu dem FCP noch zusätzlich eine OCD vorhanden ist. Die OCD verschlechtert die Prognose etwas, da die Arthrosebildung dann in der Regel beschleunigt und verstärkt wird.

Die Diagnose kann in der Regel ab dem Alter von sechs bis sieben Monaten mit recht grosser Sicherheit festgestellt werden (mittels der klinischen und der röntgenologischen Untersuchung).

Begriffe
Dysplasie ist ein lateinischer Fachbegriff und heisst: Fehlentwicklung.
Ellbogendysplasie ist demnach eine Fehlentwicklung des Ellbogengelenkes.
FCP und OCD wie auch mit der Zeit dann die Arthrose (kann schon im Alter von sieben oder acht Monaten auftreten!) sind Folgeerscheinungen der ED.

FCP ist die Abkürzung für einen englischen Fachbegriff und heisst Fragmented Coronoid Process (fragmentierter – „zerbrochener“ – innerer Kronenfortsatz).

OCD ist die Abkürzung für einen lateinischen Fachbegriff und heisst Osteochondrosis dissecans und bedeutet etwa Knochen-Knorpelkrankheit mit Bildung eines (Knorpel-) Chips.

UAP ist die Abkürzung für einen englischen Fachbegriff und heisst Ununited Anconaeal Process. Es handelt sich hier um eine spezielle Form der ED, bei der der Processus anconaeus (die von der Elle gebildete „Gelenksnase“) isoliert bleibt und sich nicht mit der Elle verbindet.

Arthrose ist ein lateinischer Fachbegriff und heisst etwa Gelenkdeformation. Meistens ist diese mit einer chronischen Entzündung (Arthritis) und Schmerzen verbunden.

Betroffene Hunderassen
Die ED ist eine bei vielen Hunderassen verbreitete Erkrankung. Die am häufigsten betroffenen Hunderassen sind Berner Sennenhund, die Retriever-Arten, Rottweiler.

Die ED kommt aber auch bei anderen Hunderassen teilweise häufig vor: z.B. Bernhardiner, Grosser Schweizer Sennenhund, Deutscher Schäferhund, Staffordshire Terrier, Mastiff-Arten, Beauceron, Vizsla, Belgische Schäferhunde und andere. Die Liste ist nicht vollständig.

Die ED-Form UAP kommt vor allem beim Deutschen Schäferhund, aber auch beim Bernhardiner und beim Rottweiler und auch anderen Hunderassen vor.

Ursache der ED
Verursacht wird die Erkrankung durch eine genetisch bedingte Disposition. Die Erkrankung beginnt mit einer mehr oder weniger schlechten Passform (mangelhafte Kongruität) des Gelenkes, die dann in der Folge zu Überbelastungen einzelner Gelenkknorpelabschnitte führt.

Ein Hund, der keine genetische Disposition zu dieser Erkrankung aufweist, wird kaum an einer ED erkranken, auch wenn Fütterungsfehler gemacht werden oder der Hund im Junghundealter starken Belastungen ausgesetzt wird. Diese beiden Faktoren würden andere Probleme auslösen (z.B. Störungen in der Knochenmineralisation, Übergewicht, Bänderprobleme, Knochenbrüche, aber keine ED und auch keine HD (Hüftgelenkdysplasie)).

Bei einem Hund, der die genetische Disposition zu dieser Erkrankung hat, kann unter Umständen der Zeitpunkt des Auftretens und / oder der Schweregrad der Erkrankung (geringgradig) durch äussere Faktoren beeinflusst werden. Ausschlaggebend ist jedoch klar die genetische Disposition.

Massnahmen gegen ED
Hauptmassnahme zur Bekämpfung der Ellbogendysplasie ist züchterisches Verantwortungsbewusstsein (konsequente Zuchtselektion). Es sollten ausschliesslich ED-freie Tiere zur Zucht eingesetzt werden. Dies ist meiner Ansicht nach eine Conditio sine qua non (wie z.B. auch das Wesen). Idealerweise sollten zudem auf dem Stammbaum der „Zuchtprodukte“ möglichst alle Vorfahren ED-frei sein (gemäss Eintrag des Röntgenbefundes der offiziellen ED-Auswertung).

Vom Besitzer aus kann kaum etwas zur ED-Vorbeugung gemacht werden. Was jedoch – bei allen Junghunden – ganz allgemein wichtig ist, um das Verletzungsrisiko im Welpenalter zu minimieren, ist die Vermeidung von Überbelastungen. Das heisst kein Spitzensport, keine zu lange dauernden grösseren Belastungen etc.

Spielen mit anderen Hunden (in „vernünftigem Rahmen“), Treppensteigen (nicht übermässiges) oder ähnliches sollten für einen normalen gesunden (auch genetisch gesehen) Junghund aber ohne Schaden möglich sein. Mit einer geeigneten, eher zurückhaltenden Fütterung (nicht zuviel Eiweiss (nicht über 25 %) und eher kalorienarm) kann versucht werden, das Wachstum möglichst gleichmässig zu halten und allzu starke Wachstumsschübe zu vermeiden.

Behandlung

Meistens ist ein operatives Vorgehen nötig (Entfernung von störenden
Knorpel-Knochenfragmenten, Knorpelchips, Auskratzen von Knorpeldefekten). Trotzdem kann die Entwicklung einer Arthrose nicht verhindert werden, das Gelenk wird immer eine gewisse Schwachstelle bleiben, so dass manchmal auch später immer wieder mehr oder weniger starke diesbezügliche Beschwerden auftreten können, die unter Umständen eine Arthrosetherapie erfordern. Die Operation hat vor allem prophylaktischen (vorbeugenden) Zweck (Schadensbegrenzung).

Statistik
Bisher wurden von mir über 700 ED-Operationen durchgeführt. Im Jahr 1999 waren es 52, 2000 waren es 42, 2001 waren es 58, 2002 waren es 55, im Jahr 2003 waren es 57 Fälle. Es ist also keinerlei Tendenz zu erkennen, dass die Problematik im Abnehmen begriffen ist.

Am häufigsten sind unter unseren Patienten Labrador und Golden Retriever, Rottweiler und Berner Sennenhunde anzutreffen.

Typische Krankheiten des modernen Dogo Canario

Typische Krankheiten des modernen Dogo Canario

Die meisten Interessenten kommen zum AVD e.V. und zu unseren Züchtern, da sie einen gesunden Molosser oder besser gesagt einen gesunden Hund in der 45-55 kg –Klasse suchen.

Auffällig ist auch das nahezu alle Welpeninteressenten im AVD e.V. keine Ersthundbesitzer sind. Das überragende Gros der Interessenten hatte zuvor auch molossoide Rassen geführt. Die meist vertretenden Rassen waren hier der Deutsche Rottweiler und der Englische Bullmastiff, beides Rassen den es neben den häufigen Wesensschwächen in der Regel auch an Gesundheit und allgemeiner Fitness mangelt.

Viele haben die legendären Geschichten der robusten und ultimativ leistungsstarken Molosserrasse des spanischen Alano gehört. Sicher ist dieser Ur-Alano das Sinnbild für einen gesunden und leistungsfähigen Molosser überhaupt, einzig die alten germanischen Hatzrüden könnte man in ähnlicher weise als Leitbild anführen.

Nun ist die Frage ob denn der moderne Dogo Canario (Rassebezeichnung nach FCI),  als direkter Sohn des alten Alano, tatsächlich auch über die gleiche Robustheit, Fitness und Gesundheit verfügt, wie sein historischer Vater. Denn auch der (z.B.) Englische Bullmastiff hatte mal zu mindest ausreichend leistungsstarke und sicher auch gesunde Vorfahren.

Es ist ein Fakt das man Gesundheit nur durch strenge Zuchtauswahl sichert und erhält. Doch gibt es Erbkrankheiten, die Früher sicher nicht spezifisch untersucht wurden, wie zum Beispiel die Ellbogen Displasie, eine Erkrankung des Ellbogengelenkes die man ausschließlich röntgenologisch feststellen kann, ebenso wie krankhafte Veränderungen des Rücken oder der Hüfte. Aber trotzdem ist davon auszugehen, dass diese und viele weitere Erbkrankheiten damals weit weniger vorkamen, alles es heute der Fall ist und dies obwohl es früher keine Röntgengeräte gab. Der Grund liegt ganz klar auf der Hand, kranke Hunde unterlagen der natürlichen Auslese, das Wort “natürlich” ist in diesem Zusammenhang sicher diskutabel. Alanos die krank wurden, die ihre harte Arbeit als kompromisslose Packer an Hochwild und Stieren nicht erfüllen konnten, Packer die nicht in der Lage waren Reitern auf schnellen Pferden zu folgen, wurden getötet. Dies klingt sicher  sehr roh und hart doch war es der Grund für die genetische Gesundheit unserer Hunde. Nur die besten leistungsfähigsten Arbeitshunde wurden für die Weiterzucht genommen.

Doch der Mehrheit (nicht allen) unserer heutigen Dogo Canarios (Alanos) fehlt diese funktionsgebundene Arbeits-Auslese. Besonders die Ausstellungsexemplare der modernen immer häufiger anzutreffenden Show-Dogo Canarios haben sich weit vom ursprünglichen Arbeitstyp entfernt. Mehr Gewicht, kürzere Beine, dickere Knochen, alles Merkmale die die Frage nach der Gesundheit berechtigt wieder aufkommen lässt. Auch darf man im Bezug auf die Dogo Canarios der Schönheitsshows, nicht vergessen das sie all zu oft mit krankheitsbelasteten Rassen wie Mastiff, Bullmastiff, Deutsche Dogge, Mastino Napoletano aufgeputscht wurden um durch diese Einkreuzungen mehr tote Masse für den Ring der Schönheits-Hundeausstellungen zu gewinnen. Denn ausnahmslos ALLE Rassen die einmal bei den Schönheitszüchtern gelandet sind wurden auch durch sie deutlich beschädigt, einige sogar gänzlich vernichtet.

Die neue Popularität unserer Rasse wird sicher auch ihr schlimmster Feind werden.

Und die FCI (ein privater aber großer Hundedachverband) führt ihn nicht einmal unter den Gebrauchshunden weder unter den Dienst/Schutzhund-Gebrauchsrassen noch unter den vielleicht am passenden Jagdgebrauchshunden. Das heißt es lässt sich keine Pflicht die die Kontrolle von Wesen und Gesundheit erzwingt vorschreiben. Für diejenigen Leser die glauben oder gehört haben, dass der VDH seine Molosser im Wesen und Gesundheit untersucht und überprüft, sei hier deutlich gesagt, dass dies vollkommender Blödsinn ist. Hunde mit mittlerer HD, schwerster ED vollkommen kaputten Rücken gelten dort noch als gesund, diese Hunde sind genauso gesund, wie die Bordeauxdoggen ausdauerfähig sind, auch wenn sie eine lächerlicher Ausdauerprüfung über 8 km mit zwei Pausen abgelegt haben. Auch sind doch keine Dogo Canarios im VDH auf rassetypisches und festes Wesen geprüft, wenn sie durch den Ausstellungsring wartscheln, der Richter sie einmal anlangt und vielleicht noch in die Hände klatscht. Das ist alles  reine Augenwischerei und sonst nichts. Wer glaubt das dort das Wesen oder die Fitness geprüft wird hat von beidem absolut keine Ahnung!!!

Sicher ist es also so, dass bei weitem nicht alle Dogo Canarios gesund sind. Auch die meisten unserer Vereinsmitglieder sind im AVD e.V, da er der einzige Verein ist, der sich dem Dogo Canario angenommen hat und der sich auch tatsächlich um die Zucht gesunder Hunde bemüht. (Nebenbei ist er auch der einzige Verein für die Rasse Dogo Canario der darüber hinaus auch die Leistungsfähigkeit, die rassetypischen Triebanlage, das Wesen und den Charakter und die Ausdauerfähigkeit über 25 km prüft).

Gibt es also keine kranken Hunde im AVD e.V. ?

So etwas von sich selbst zu behaupten steht vielen der Schwarz und Schönheits-Züchter sicher gut zu Gesicht, da dort Denunziationen und Lügen scheinbar immer wichtiger sind als die Zucht gesunder Hunde. Doch der AVD e.V. will diesen unehrlichen betrügerischen Weg nicht gehen.

Also sagen wir deutlich, dass es auch im AVD e.V. Dogo Canarios (Alanos) gibt, die nicht gesund sind. Auch wenn es ein FAKT ist, dass der Durchschnitt der im AVD e.V. gezüchteten Hunde weit gesünder ist als der weltweite (!) Durchschnitt der Dogo Canarios außerhalb des deutschen AVD e.V. . Wir haben unsere Zuchtlinien auf die leistungsfähigsten und gesündesten Linien und Zuchthunde aufgebaut. Unsere Linien reichen alle auf Importiere zurück und auch bei denen haben wir immer die Gesundheit überprüft. Allerdings muss man auch hier ehrlich sein, wenn wir einen erwachsenen Hund aus Spanien importieren, können wir ihn erst vereicht in Deutschland untersuchen lassen, ist er gesund hat er Chancen in die Zucht zu kommen (im AVD e.V. gehört da allerdings noch jede Menge mehr dazu). Doch die weiteren Ahnen dieses Hundes wurden in der Regel nicht untersucht und wenn doch sind die Resultate für uns nicht verlässlich. So kann es also sein, dass wir versteckte Erbkrankheiten auch in unseren Linien haben, die im ungünstigen Falle auch mal gut ein bis zwei Generationen überspringen können und plötzlich wieder auftreten.

Daher können wir es in den Statistiken des AVD e.V.  auch wunderbar ablesen, dass die seltenen Fälle von genetischen Krankheiten fast nur bei so genannten Outcrossverpaarungen (Verpaarungen mit neuem fremden Blut) auftreten können, umso mehr Hunde unserer Leistungs- Linie in der Ahnenreihe des Hundes vertreten sind umso unwahrscheinlicher sind auch genetische Erkrankungen die auftreten könnten. Nur können wir halt nicht ausschließlich mit Hunden aus unserer Linie züchten, da sie zwar mittlerweile sehr groß ist und viele hervorragende Hunde umschließt, doch ist sie noch nicht breit genug. Im AVD e.V. Zuchtbuch sind mittlerweile um die 300 Hunde eingetragen, was wohl eine beachtliche Zahl ist, doch reicht sie noch nicht aus. Vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich später ausschließlich mit geprüften AVD e.V.- Linien zu züchten, das wäre wie ein ultimativer Meilenstein in der Zuchtgeschichte der ganzen Rasse. Doch noch ist es nicht so. Deshalb sind wir immer noch jedes Jahr in Spanien auf den Kanaren und in weiteren Ländern (nahe zu allen der EU) unterwegs um vernünftige und gesunde Dogo Canarios (Alanos) zu suchen. Viele der spanischen Besitzer und Züchter sind mittlerweile (durch die internationale, vor allem amerikanische Popularitätswelle) so geschäftlich orientiert, dass sie extreme Summen für erwachsene Tiere verlangen.

Uns sind in den letzten Jahre viele Hunde angeboten worden, die über 10.000Euro gehandelt wurden, Hunde die wir vor vier Jahren noch für 5000 Euro gekauft hätten, doch bei den Summen mussten wir in den letzten beiden Jahren doch passen und sind dazu übergegangen von interessant erscheinenden Zuchthunden einfach mehrere Welpen zu importieren., in der Hoffnung, das sie vielleicht später an die Qualitäten ihrer Eltern anknüpfen würden und so vielleicht jeder vierte zuchttauglich und zuchtwertvoll werden könnte. Einige Amis haben bereits einzelne erwachsene Hunde für über 25.000 Euro in die Statten importiert, wohlgemerkt für nur einen einzigen Hund und noch nicht einmal sehr gute.

Es gibt über dreihundert bekannte Erbkrankheiten, an denen  die verschiedenen Hunderassen leiden. Der deutsche rassebetreuende Verein für den Dogo Canario, der AVD e.V., untersucht die am wahrscheinlichsten auftretenden Erbkrankheiten bei seinen Zucht und Nachzuchthunden.

Diese Erbkrankheiten und Mängel sind:

Hüfgeleksdisplasie (HD)

Ellbogendisplasie (ED)

Zahnfeheler

Einhodigkeit

Entropium

Ektropium

Herz-Kreislaufsystem

Darüber hinaus wurden viele Zuchthunde freiwillig auf Rückenerkrankungen wie z.B. Cauda Equina und Bandscheibenvorfälle untersucht. (Züchter ausserhalb des AVD e.V. sind momentan kräftig dabei weitere Erkrankungen wie genetische Herzfehler und Epilepsie zu importieren und in Form ihrer Welpen in Deutschland zu verbreiten.

Dank der strengen Zuchtselektion des AVD e.V., der hier eine wirklich zukunftsweisende Arbeit leistet, haben wir die Erbkrankheiten die international die Rasse Dogo Canario doch erheblich plagen, extrem gemindert bis vollkommen beseitigt. Wobei eine Beseitigung sicher nie wirklich vollkommen ausnahmslos sein kann, bzw. als abgeschlossen zu betrachten sein darf. Doch diese wenigen gesundheitlichen Ausreißer die bei uns im AVD e.V. sind, sind trotzdem nicht im geringsten mit dem schlechten und genetischen kranken Rasseexemplaren der Schönheitszüchter zu vergleichen!

Auch kommt die sonst so weit verbreitete ED und HD, bei den von uns gezüchteten Hunden nur noch bei vielleicht 5 % – 8% der Hunde vor. Es ist z.B. nur ein einziger Hund bekannt, der im AVD e.V. gezüchtet ist und eine schwere Erkrankung der Hüfte aufweist. Eine genaue Statistik wird nach Abschluss der Studie vom AVD e.V. veröffentlicht.

In den USA werden weit mehr Hunde auf HD geröngt als dies in Spanien der Fall ist, doch mehr als HD scheint den Amerikanern an Erbkrankheiten nicht bekannt zu sein. Auch sind deren Masstäbe als geringer einzustufen als die unseren. Wir wurden in den letzten Jahren vermehrt von Amerikanern angeschrieben und angerufen mit der Bitte ihnen erwachsene Hunde zu verkaufen. Einige waren klug und wollten Leistungshunde aus unseren eigenen Linien einige waren genetisch nicht so bewandert und baten uns für sie in Spanien und anderen europäischen Ländern (vornehmlich in Polen) Hunde für sie zu kaufen, da sie wussten, dass wir überall hin gute Kontakte pflegen. In einigen Fällen taten wir dies auch. Auffällig hierbei war für uns, dass wir einige der Hunde zuvor (rein aus eigenem Interesse) auf HD und ED untersuchten, sprich röntgen ließen. Die Hunde hatten teils nicht sehr gute Ergebnisse wie z.B. leichte HD und sogar ein Dogo Canario mit mittlerer HD war dabei. Und nun kommt’s diese Hunde wurden in den USA später erneut HD geröngt und die Hunde waren alle gut eine Stufe besser. Als Beispiel, wenn der Hund in Deutschland HD-mittel war, war er in den USA nur noch HD-leicht. Auch ist dies bereits anders herum passiert Hund in den USA gekauft der dort als HD-B (Übergang/Verdacht) angegeben war und in Deutschland nach geröngt Resultat HD-C (leichte HD).

Also wissen Sie was Sie in Zukunft davon zu halten haben, wenn auf einer amerikanischen Internetseite die HD-Ergebnisse der Zuchthunde angeführt sind.

Zur besseren Orientierung:

Deutschland:

HD-A (frei)

HD-B (Übergang)

HD-C (leicht)

HD-D (mittel)

HD-E (schwer

USA:

HD-A: Perfect/Excelent

HD-B: Good

HD-C. Fair

HD-D: Medium

HD-E: Heavy

(nur dass Sie die Hunde in den USA demnach getrost eine Stufe schlechter einordnen müssen).

Abschließender Fakt ist:

-das der Dogo Canario (Alano) ein überdurchschnittlich gesunder Molsser ist.

-das aber auch beim Dogo Canario bedingt durch falsche Zuchtselektionen genetische Krankheiten, immer häufiger auftreten und gefestigt werden.

-das der AVD e.V. den gesundheitlich besten Durchschnitt der Rassepopulation aufweist.

-das  der AVD e.V. sich die strengsten und zukunftsweisensten  Zuchtvorschriften zum Wohle der Rasse auferlegt hat.

-das der AVD e.V. im Durchschnitt die gesündestens Dogo Canarios und Molosser überhaupt züchtet (und das weltweit)!

Zum Wohle der Rasse: AVD.e.V. !

Datum: 12.02.08

Dienst- und Schutzhundetraining in Holland

Auf dieser Seite möchte ich Anstöße zum Mitdenken und Mitmachen geben. Da gerade in Holland die Hunde und deren Ausbildung im Polizei und Sicherheitsbereich um Welten unseren hiesigen Ausbildungsmethoden voraus sind, dachte ich mir auf dieser Seite etwas Aufschluß zu geben. Mit der Hoffnung, Erkenntnisse und damit ein Umdenken in unseren Ausbildungsmethoden zu erreichen.

Wie beschrieben sind uns die Holländer gerade in diesem Bereich um Welten voraus. Dies beginnt in der Zucht des Diensthundes und der zusammenhängenden Selektion der Zuchtpartner, geht über die Ausbildung des Hundes bis hin zur Auffrechterhaltung des erlernten Wissens des Hundes.

Als Beispiel: Damit ein Hund in Holland aktiv im Dienst arbeiten darf sind etliche Prüfungen zu bestehen und dem Hund sehr viel Wissen zu vermitteln. Die Hunde müssen das Basiszertifikat der KNPV, PH1, besitzen. Anders ist es nicht möglich den Hund zur Überprüfung vorzustellen. Der Hund wird danach auf Herz und Nieren untersucht und überprüft. Ist dies in Ordnung geht der Hund einen Monat auf einen gezielten Kurs für den Dienst. Hier muß der DHF beweisen, daß er den Hund weiter ausbilden und SICHER führen kann. Der DHF muß beweisen, daß er sämtliche gängigen Krankheiten beim Tier erkennen und zuordnen kann, er muß zeigen, daß er in Ernstsituationen stets souverän und taktisch überlegen und mit dem Hund arbeiten kann und keinesfalls überstürzt oder unkontrolliert mit dem Tier umgeht. Ist dieses klargestellt und Hund wie Hundeführer sicher einsetzbar, kommt die eigentliche Diensthundeprüfung. Hier wird vom Hund sehr viel verlangt.
Der Hundeführer muß nun zeigen, daß er die Ausbildung der PH1 beibehalten kann. Zu dieser Ausbildung muß der Hund verschiedene Parcours bewältigen. Hier wird verlangt, daß der Hund auf Kommando verschiedene Hindernisse überwindet. Da wären ein ca. 2,5m hohes Brett welches mit einem Auf- und Abstieg versehen, ca. 10m lang und nur 30cm breit ist. Auf Kommando muß der Hund nun halten und abliegen und darf erst auf ein weiteres Kommando weitergeschickt werden.

 Nun kommt ein ca 4m hoher Turm, auf welchen eine Gittertreppe führt. Hier muß der Hund ebenfalls auf Kommando hinaufgeschickt, abgelegt und zurückgerufen werden.

 Anschließend kommt der Sprung über ein ca. 1,20m hohes Hindernis, egal welcher Art, mit Rücksprung.

 Hierauf folgt die Steilwand bis 2m und ein Tunnel von ca 15-20m und einem Durchmesser von nicht mehr als 50cm.


Wie in unserer PH1 Körung müssen die Hunde auch bei der Diensttauglichkeitsprüfung den Graben springen.

Desweiteren muß der Hund ein Suchfeld nach Gegenständen absuchen und diese apportieren können.

Es kommt dann die Revierarbeit, wo der Hund eine wehrlose Person im Wald, auf der Wiese und in anderen Geländen suchen und anzeigen muß. Sollte der Hund diese Revierübung mit einem Biß “versauen” kann er nicht in den Dienst übernommen werden. Da die Diensthunde in Holland nicht nur zum Schutz eingesetzt werden sondern auch Rettungshundearbeit verrichten müssen ist es sehr wichtig, daß diese Hunde sauber in der Ausbildung und klar im Kopf sind.
Des weiteren wird geprüft wie der Hund am Mann arbeitet. Dazu gehört das Stockstellen (Mutprobe), de Werp, und das Fahrradstellen.
Unabhängig davon ist ebenfalls das Zurrückrufen und der Scheinangriff (der Angreifer ergibt sich) sehr belangreich. Sollte der Hund noch so gut in allen anderen Sparten der Prüfung sein, wenn er auf Kommando, in einer Entfernung von über 60m, nicht zurückkommt oder die sich ergebende Person beißt, darf der Hund nicht in den Dienst genommen werden. Sollte der DHF mehr wie zwei Mal durch diese jährliche Überprüfung fallen, kann er seinen Job an den Nagel hängen und normalen Streifendienst verrichten…

Auch in den Praxisübungen sind diese Hunde um einiges anders, um nicht zu sagen für den DHF sicherer gearbeitet, als ich es aus Deutschland kenne.
So ist es hier, nur als Beispiel, ganz normal, daß der DHF in prenzligen Situationen mit dem Abwehrschild aus Plexiglas arbeitet. Der Hund wird hier sehr kurz auf ca. 30cm. geführt und ganz gezielt zum Einsatz gebracht. Mit den Kommandos “Arm” oder “Bein” kann der DHF in der Ernstsituation seinen Hund ganz klar dirigieren um Herr über diese Situation zu werden. Die Leinen welche hier eingesetzt werden sind hierfür ca. 5m lang und haben zwei Schlaufen. Eine am Ende der Leine und die zweite ca. 30cm nach dem Karabiner. Dies ermöglicht eine zusätzliche Kontrolle über den Hund und die Situation.

Auch im Einsatz ist es wichtig, daß diese Hunde stets souverän und mutig arbeiten. Offene Aggressivität dürfen diese Hunde nicht zeigen. Hier werden zum Teil 5 Hunde auf einmal zum Absuchen von großen Geländen eingesetzt, da kann und darf kein Hund ausflippen bzw. gegen den anderen oder gar einen Kollegen gehen.
Die Hunde müssen einmal die Woche ein Praxistraining absolvieren.
-In Deutschland kenne ich es so, daß viele DHF froh sind wenn sie einmal im Monat ein solches Training bekommen.
Hier ist stets ein “Instrukteur” dabei, welcher selbst sehr viel Paxiserfahrung mit sich bringen muß, um seine Leute richtig schulen zu können, die Helfer einweist (es wird stets mit zwei bis drei Helfern gearbeitet) und die DHF in Taktik schult.

Vor jedem Training gibt es klare Anweisungen. Sind diese vergeben wird ein Rollenspiel aufgezogen. Der DHF weiß zuvor nicht was auf ihn zukommt.
So gibt es z.B. den Funkspruch, daß ein Einbruch gemeldet wurde, schon hier hat der DHF sich so zu verhalten wie in einer Echtsituation. Er fährt also zu der dementsprechenden Adresse, wo schon der Instrukteur auf ihn wartet. Er kommt ganz aufgelöst auf den DHF zu und schildert ihm eine Situation.
-Wie in unserem Fall, daß er mit seiner Familie vom Urlaub heimkam und gerade eine Person in seinem Haus auffand welche sich an seinen Sachen vergriff. Woraufhin er ein Stück Holz nahm und dem Einbrecher auf den Kopf geschlagen hat. Dieser konnte allerdings doch noch, stark blutend, in einen benachbarten Maisacker fliehen.
Der DHF hat nun die Situation zu beurteilen.

Zunächst schließt er das Haus ab und holt den Hund, fragt ob der Hausbesitzer noch weitere Personen gesehen hat und wohin ungefähr der Flüchtende gelaufen ist. Er setzt seinen Hund zum Revieren an, welcher das gesamte Terrain absuchen muß. Und tatsächlich zeigt der Hund nach einigen Minuten an. Der DHF begibt sich zu seinem Hund und sieht, daß dieser den Flüchtenden gefunden hat. Er liegt stark blutend im Acker. Der Hund liegt bellend auf der Person, bewacht und zeigt diese, ohne jeglichen Biß, an.
Ein Kollege kümmert sich um den verletzten Arrestanten und der DHF muß nun noch das Areal und das Haus nach weiteren Personen absuchen.
Zur Sicherheit fordert er noch zwei Kollegen an, da es im Haus absolut dunkel und nichts zu sehen ist. Zu dritt, mit Hund und Schutzschild wird nun nach abgesprochener Taktik das Haus nach weiteren Tätern abgesucht. Während die Kollegen eine Tür nach der anderen öffnen, steht der DHF mit Hund und Schild immer in der Mitte um etwaige Angreifer abzuwehren. Und tatsächlich nach kurzer Zeit wird die Tür zu einem Doppelraum geöfnet und ein zweiter Täter kommt in Sicht. Bewaffnet mit einem Messer (aus Holz) und Pfefferspray (Wasser aus einer Spritzpistole), versucht er die Beamten zurückzuhalten. Blitzschnell wird das Schild zum Schutz vorgehalten um Hund und Hundeführer zu schützen. Es gibt die dreimalige Aufforderung alles fallen zu lassen und sich zu ergeben. -Vergebens. Nun greift der Beamte resolut ein. Mit dem Schild wird der Angreifer, dessen Messer und Pfefferspray abgewehrt, zurückgedrängt und der Hund mit dem Kommando “Bein” zum Beißen eingesetzt. Mit Hilfe des Schildes ist es nun möglich Hund und Hundeführer auf eine Distanz zu bringen ohne, daß der Gegner nur einen Treffer landen kann. Hat der Hund seinen Griff gesetzt wird der Gegner durch die zwei hintenfolgendenden Kollegen zu Boden gerissen und unter Kontrolle gebracht. Erst jetzt darf der Hund zum Ablassen kommandiert werden.
Nach diesem Einsatzt gibt es wieder eine Besprechung. Wo der DHF die gesamte Situation schildern und beurteilen muß. Sollte es Unklarheiten in Einsatztaktik oder gar Unsauberkeit des Hundes geben wird alles wiederholt. Wenn nicht kommt sogleich der nächste Hund zum Einsatz.

Hier nun ein paar Bilder aus Roosendaal bei Rotterdam. Wir waren dort zum Praxistraining eingeladen. In dieser Staffel arbeitet übrigens der einzigste Rottweiler, SHARP, der bei der Überprüfung die Mechelaars in seiner Arbeit sogar übertroffen hat und somit als einzigster Rotti bei der Polizei in Holland im Einsatz ist.


Hier sind wir nun auf einem verlassenen Gelände, welches von der Polizei angemietet wurde um mit ihren Hunden praxisorientiert zu trainieren.


Es wird hier der beschriebene Einbruch simuliert. Hinter dem Haus flüchtete der verletzte Einbrecher und soll nun vom Hund gefunden werden.


ca. 30 Meter hinter dem Haus ist der Flüchtige zusammengebrochen und wurde dank Hund schnell gefunden um verarztet und verhaftet zu werden.


Nun die Hausdurchsuchung nach etwaigen anderen Tätern.


Bevor der Hund im Haus eingesetzt werden darf, muß der Diensthundeführer eine zweimalige Warnung an die Person aussprechen, die sich eventuell noch im Haus befindet.


Der Hund wird hier stets an der Leine geführt. Die Kollegen folgen dicht dahinter.


In der nächsten Übung wird ein hochaggressiver Mensch im Haus vermutet, zur Eigensicherung kommt nun das Schild zum Einsatz.


Taktisches Durchsuchen mit zwei zusätzlichen Beamten und Hund.


Auch hier schön zu sehen, wie das Team Mensch-Hund mit dem Einsatzschild die Situation versucht zu entschärfen.


Und es hat sich gelohnt. Aus einer dunklen Ecke kommt der Täter herausgeschossen und geht mit einem Prügel(Immitation aus Schaumstoff) auf die Beamten los.


Hier nun das nächste Team bei der Einsatzbesprechung. Der Instrukteur “Gerad” gibt ganz klare Anweisungen und beschreibt die Situation.


Beim Suchen


Taktische Besprechung


Danach ging es ins Gebäude.


Mit Erfolg. Der Täter wurde gefunden und nach einer harten Auseinandersetzung vom Hund und den Beamten entschärft.


Und das nächste Team. Auch wenn diese zwei erst seit kurzem bei der Polizei sind, in der Ausbildung stehen sie qualitativ ihren Vorgängern überhaupt nicht nach.


Wie zuvor die beiden anderen Teams müssen nun auch diese zwei beweisen was sie gelernt haben.


Auch hier wird das Haus mit drei Mann und Hund durchsucht und der Täter ausgeschaltet.


Nach dem Öffnen der Tür geht der DHF mit Schild und Hund sofort in den Weg und schirmt alles ab.


Der Kollege links gibt Anweisungen, der Kollege rechts blockiert die Tür, falls in diesem bereits durchsuchten Raum etwas übersehen wurde.

Mit diesem Bild schließt sich dieser Praxistag. Es war wirklich hoch interessant und ich werde mit Sicherheit Vieles in Deutschland mit in unsere Arbeit bei der Polizei einbauen.

Doch nun ein paar Bilder von verschiedenen nachgestellten bzw. vorauszuahnenden Situationen im Praxistraining mit der holländischen Polizei.
Die Bilder wurden zum Teil selbst gemacht oder der holländischen Hundezeitschrift HONDENSPORT UND SPORTHONDEN entnommen. Welche ich sehr empfehlen kann, da sie jeden Monat über das berichtet was uns Bürger nachts gut schlafen läßt…
Infos zu dieser Zeitschrift können auch unter www.hondensport.com entnommen werden

Hier sehen wir nun ein sogenanntes Trockentraining, außerhalb jeglicher Objekte. Der angehende DHF soll hier den gezielten Einsatz ohne Streß lernen.

Steht der Arrestant nun unter der Kontrolle der Kollegen, darf der Hund getrennt werden. Auch hier ganz klare Anweisungen durch den Instrukteur (links)

Nun die nachgestellte Ernstsituation. Fußballchaoten randalieren und schmeißen mit Steinen (Nachbildungen aus Schaummaterial) nach den Beamten. Die Situation eskaliert. In solchen nachgestellten Situationen können bis zu 20 verschiedene Helfer mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben im Einsatz sein um die Hunde optimal zu schulen.

Schnell wurden die Anstifter mit Kollegen von der Gruppe getrennt und mittels Hund ausgeschaltet um weiteren aggressiven Handlungen entgegenzusetzen.

Und nochmals die gleiche Situation im Trockentraining auf dem Hundeplatz. Die hintenstehenden Beamten stehen zur Absicherung und müßen so tun als ob sie ihr Schild und ihren Schlagstock im Anschlag haben.

Auch im Einsatz mit dem Dienstpferd muß der Hund stets zuverlässig und gezielt eingesetzt werden können.

Nächste gestellte Situation. Eine Schlägerei zweier Männer in einem Lokal in Amsterdam. Der Diensthund muß nun zum Einsatz kommen um die Situation kontrollieren zu können. Trotz starker Belastung hält der Hund den Griff sauber und fest und richtet somit keine weiteren Verletzungen an, bis die Beamten herbeieilen um die Situation zu kontrollieren.

Und im Anschluß wird ein Kind vermißt. Der Hund hat dies zu unterscheiden und dementsprechend sich zu verhalten. Hier wunderschön zu sehen von Polizeihund “Rocko”.

Auch dies ist ein Polizeihund mit Basiszertifikat PH1. Er ist im Einsatz bei der Wasserschutzpolizei und leistet hier vorzügliche Arbeit.

Hier muß der Polizeihund eine Person finden und anzeigen welche sich im Wald mit einem Tarnnetz versteckt hat. Wie schon beschrieben, ein Biß und der Hund wird suspendiert.

Hier sehen wir nun ein paar Fotos von der jährlichen Überprüfung des Diensthundes in Holland. Auch Futterverweigern und Gegenstandsbewachen sind hier Teil davon.
Gerade diese Übungen verlangen vom Hund Selbstkontrolle und Intelligenz. Aggression und dummes Triebverhalten haben hier nichts verloren.

Ein Test auf das Vertrauen und die Zusammengehörigkeit von Hund und Hundeführer.

Anzeigeübung in einem Park. Wie beschrieben, sollte der Hund beißen ist er durchgefallen!!

Anzeigen eines Verdächtigen im Wald. Der Hund muß nun unterscheiden, da von einer stehenden Person stets auch aktive Gewalt ausgehen kann muß der Hund wissen, daß er hier besser aufpassen muß, als wenn dieselbe Person am Boden kauert und kaum Lebenszeichen von sich gibt. Für deutsche Verhältnisse kaum zu glauben, aber der Hund kann das genau unterscheiden.

Auch das Stockstellen ist eine sehr wichtige Übung für einen angehenden Diensthund. Diese Übung verlangt Mut und Souveränität, genauso wie Härte und Durchsetzungsvermögen.

Hier eine Suchübung wie in der PH1 es sind in diesem eingegrenztem Areal verschiedene Gegenstände zu finden. Auch im Ernstfall kann den Hunden die gleiche Situation geboten werden. So sieht man jede Woche im holländischen Fernsehen wie der Diensthund im Einsatz arbeitet und z.B. nach einer Schießerei die verschossenen Patronenhülsen suchen und apportieren muß. Das Argument, daß hierdurch DNA Spuren verloren gehen stimmt nicht und wird ganz klar wiederlegt.

Und nochmals eine Anzeigeübung in wieder einem anderen Areal von einer Zivilperson. Der Gedanke der gleichzeitigen Rettungshundetauglichkeit beim Diensthund spielt in Holland eine sehr wichtige Rolle.

Auch die Wasserarbeit stellt ein Teil der Diensttauglichkeitsprüfung dar. Die Anzahl der verschiedenen Übungen fördern sehr die Intelligenz des Hundes. Nur so lernt er sein Gehirn gezielt einzusetzten und verschiedene Situationen richtig zu beurteilen. Was ihn dann im Nachhinnein natürlich wieder umgänglich und sozial werden läßt, da er ja weiß wo er wie was zu machen hat.

Dies waren also nun ein paar kleine Ausschnitte dieser Zulassungsprüfung. An dieser Stelle möchte ich nochmals erwähnen, daß die PH1 welche zum größten Teil vom “Normalbürger” in Holland absolviert wird Vorraussetzung ist, um überhaupt an dieser Basisprüfung teilnehmen zu dürfen. Durch die große Anzahl an Hunden, welche jedes Jahr von der Bevölkerung zur Prüfung gebracht werden, hat die Polizei keine Probleme gute Hunde zu finden welche nicht nur diensttauglich sind, sondern vor allem schon eine Grundausbildung genossen haben welche ein Weiterarbeiten im zivilen Bereich sehr erleichtert. In dem Monat der Umstellzeit von der PH1 zum Diensthund muß lediglich der Jutegeruch des Vollschutzanzuges abgebaut und dem Hund eine Eingewöhnungszeit beim neuen Hundeführer zugestanden werden. Dieses System bildet einen so vorzüglichen Kreislauf für den Hund, dessen Selektion, dessen Zucht, bietet der Polizei regelmäßigen Nachschub an Hunden und gibt letztendlich der Bevölkerung, welche diese Hunde mit unterstützt in Ausbildung und Zucht, die ersehnte Sicherheit!! Und dies ohne Papiere, aber mit viel Stolz…
So war und ist es also möglich einen Bereich abzudecken welcher jedem zu gute kommt. Auch hier in Deutschland sollte man sich darüber Gedanken machen, einen solchen Kreislauf ins Leben zu rufen damit auch hierzulande kontinuierlich gleichbleibende Qualität an Hunden für die Polizei vorhanden ist.

Denn eines ist Fakt, von unseren Nachbarn aus Holland können wir sehr viel lernen.
Auch die Tatsache, daß in Deutschland immer noch der Allroundhund gesucht und angeblich auch gefunden wird, ist meines Erachtens absolut utopisch sowie teils vieleicht auch verlogen. Abgesehen davon, daß ich von einem Hund den ich auf nur einen Bereich spezialisiere immer mehr Leistung und Sicherheit bekommen werde als von einem Hund der von allem nur ein bischen können darf und kann, kann ich als DHF nicht verlangen, daß ich einen solchen  Kommisar Rex gerade in Deutschland bekomme (mit seltensten Ausnahmen).
Denn wenn ich einen solchen Hund suche und bevorzuge, muß dieser bereits in den Vorfahren dementsprechend selektiert worden sein und genetisch etwas mitbringen. Was bedeutet, daß ich über das Standardprogramm wie das der VPG und IPO, wo eine Minimalausbildung reicht um mit dem Hund arbeiten und züchten zu können, wo der minimalst veranlagte Hund auch bestehen kann, wo der selbständig arbeitende und hochintelligente Hund sogar nur schwer bestehen kann, nicht verlangen kann, daß hier besonders intelligente, anpassungsfähige und vitale Hunde herauskommen.
Denn,- jedes Programm ist für seine Hunde verantwortlich.
Und was kann ich in diesem Bereich schon für Hunde erwarten, wenn mittlerweile die PO so angepasst wurde, daß auch der Schlechteste der Schlechten hier noch gut bestehen kann. Wenn kranke, trieblose und genetische Krüppel in einem solchen Programm bestehen können, kann ich doch nicht behaupten, daß dies die Krönung sei…?!
Spätestens in den nächsten 10 Jahren wird durch diese Minimalselektion die genetische Qualität der Gebrauchshunde im IPO Bereich so drastisch abnehmen, daß es ohnehin keinen anderen Weg geben wird als andere Ausbildungsprogramme zu etablieren, Vorraussetzung die Tradition des deutschen Arbeitshundes möchte erhalten werden und nicht der dicke Geldbeutel einiger weniger…!!
Beispiel SV: Erst jetzt haben wir echte Probleme damit was unsere Vorfahren zusammengezüchtet haben. Der Genverlust durch In -und Linienenzucht ist so enorm, daß es fast keine Rasse gibt welche mehr Erbkrankheiten besitzt. Mit dem zusätzlichen Verlust des Selektionssystem ist es abzuwarten, wann dieser Hund ebenfalls für den Dienst bei der Polizei verloren geht.
Beispiel DMC: Mit der Eingrenzung von ausländischen Deckrüden wurde auch in diesem Bereich die genetische Vielfalt so minimiert, bis wir in ein paar Jahren auch hier nur noch genetische Einseitigkeit vorfinden werden. Denn erst das Selektionsprogramm unserer ausländischen Nachbarn und der daraus selektierten Deckrüden machte unsere DMC Linien so wertvoll.
-Doch durch die Angst, der eigene Deckrüde würde dann nicht mehr gebraucht, da eh nur minimalst selektiert, machte man hier eine Schranke vor und behandelt die hiesige Zucht wie auf einer Insel.
Also ran ans Werk und Umdenken. Auch wenn es anfangs schwer sein wird. Die Zukunft und unsere Kinder werden es uns danken. Für alle Diensthundeführer und Menschen, welche Lust am Umdenken bekommen haben, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Alleine in den “neuen” Bundesländern wird immer öfter nach dieser Philosophie, mit viel Erfolg, umgestellt. Der erste deutsche DHF wird schon nächstes Jahr mit seinem Diensthund an einer PH1 Körung teilnehmen. Steht auf und macht mit.
Unterstützt was uns unterstützen wird, wenn wir es nötig haben…!!!
Nehmt von Eurem Recht gebrauch, Hunde effektiv, artgerecht und fachbezogen, für einen echten Arbeitsbereich auszubilden!!
Bevor uns auch noch diese Tradition durch die hiesigen Verbände und deren fehlgeleitete Informationspolitik verloren geht.

Ich weiß auch schon jetzt, daß es einigen von euch wieder überhaupt nicht paßt, was hier geschrieben wurde, obwohl es doch der Wahrheit entspricht, oder??
Und ich weiß, daß es immer der gleiche Schlag von Menschen ist, der hier probiert Gegenargumente zu finden. Und ich weiß, daß genau dieser Schlag Mensch noch nie über den eigenen Tellerrand hinauskam, sich aber trotzdem Vorurteile erlaubt, vielleicht noch an dementsprechender Position sitzt, und dann ein Urteil spricht. Euch allen möchte ich etwas mehr Toleranz und Weitsichtigkeit vermitteln. Ob dies den Tierschutz betrifft oder den Sachverständigen. Macht euch Gedanken über was Ihr entscheidet. Wenn Ihr meint, daß das alles nur Kriminelle sind welche zu uns stehen und gerne mit uns trainieren möchten, dann wären der größte Teil der Deutschen und der deutschen Diensthundeführer Verbrecher und Tierquäler!!
Die Anzahl der Menschen welche hinter unserer Sache stehen wächst von Tag zu Tag. Und sie wächst genauso schnell wie die Hunde in unserem Land qualitativ für den Dienst und Sport versagen.
Denn mit Ärmelchen holen, einer “Schrägwand”(der absolute Witz im Gebrauchshundesektor)  und dem bischen Minimalaufwand um an das Standardprogramm hinzukommen, kann man weder einen guten Arbeitshund selektieren, noch einen guten Hundeführer, noch die Zucht und Tradition aufrecht erhalten, noch der Bevölkerung die Sicherheit bieten welche sie verdient und jährlich mit ihren Steuern bezahlt. Im Gegenteil, hier wird propagandiert, daß alles schon immer super war und sich in Zukunft auch nichts ändern muß. Die Leute vor Ort wissen allerdings von was ich rede. Ein Bürokrat welcher dann noch zum Sachverständigen anerkannt wird, in seinem Leben vielleicht ein paar IPO Prüfungen gemacht hat, wenn überhaupt und ansonsten noch nie etwas anderes gesehen hat, darf dann über solch brisante Themen urteilen und seinen Stempel darunter setzen. – Wer darunter zu leiden hat ist natürlich der DHF, der Sport und letzlich natürlich der Hund!!
Dies gehört verändert und abgeschafft.
Mit diesen Worten möchte ich dieses Kapitel beenden, in der Hoffnung, daß noch mehr Menschen umdenken, uns unterstützen, mit uns trainieren und damit für mehr Sicherheit in diesem Kreislauf sorgen. In der Hoffnung, daß vielleicht doch der ein oder andere Sachverständige aufwacht und in sich kehrt und sich vielleicht überwindet mit uns Kontakt aufzunehmen,-wir beißen nicht und sind schon lange keine Chaoten!! Fahrt mit uns mit nach Holland seht Euch die Hunde an und laßt Euch überzeugen.

Würde mich mein Hund verteidigen? / Will my dog protect me?

Würde mich mein Hund verteidigen?

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(Hier finden Sie zwei Artikel die das gleiche Thema behandeln. Inspirirt von zwei weiteren Berichten die in den BV-Nachrichten `98 erschienen, haben wir hier das Thema aufgegriffen und abgehandelt).

 1.)

Würde mich mein Hund verteidigen?

Es gibt viele verschiedene Gründe die Menschen bewegen sich einen Hund anzuschaffen. Neben Hunden die im behördlichen Gebrauch sind (Rettungshunde, Polizeihunde, Militärhunde etc.) gibt es eine Unzahl Hunde die im privaten Besitz stehen und eine Arbeitsaufgabe erfüllen sollen. Eine dieser Aufagaben will ich hier abhandeln, die Aufagabe des privaten Schutzhundes. Die meisten Käufer von größeren Hunderassen haben den Wunsch ihr Hund möge sie gegen Angriffe verteidigen.

Dieser Wunsch ist nicht nur von Käufern von Gebrauchshunden aus Leistungszucht ausgeprägt, sondern vielmehr bei allen Käufern und Besitzern nahezu aller Rassen und Mischlingen. Gerade Frauen haben oft ein unerschüterliches Vertrauen in die Wehrfähigkeit ihres Hunde. Man hört oft die Aussage der Hund werde schon wissen wann er Frauchen zu beschützen hat, er wird dann ganz intuitiv reagieren und seinen Besitzer, zur Not mit dem eigenen Leben, verteidigen. Dieser Wunsch entspricht natürlich, in den aller meisten Fällen, nicht der Realität und ich wünsche diesen Menschen nur das sie um Himmels Willen nie in eine wirklich gefährliche Situation geraten!

Doch dieser Irrglaube basiert nicht nur auf eine grobe Fehleinschätzung der eigenen Hunde sonder auch auf die vielen Fehlinformationen die man aus den unzähligen Hundebüchern erhalten kann, da hat man beim lesen der vollmundigen Rassebeschreibungen schon schnell das Gefühl das nahezu alle Rassen ihre Besitzer verteidigen würden.

Viele Züchter von angeblichen Schutzhundrassen, Herdenschutzrassen und Molosserrassen erzählen ihren Welpenkäufern auch gerne das sie auf keinen Fall mit ihren Welpen eine Schutzhundausbildung absolvieren sollen, da der Hund sonst scharf werden würde und vielleicht zu einer angriffslustigen Bestie motieren wird. Der Hund werde sie schon zuverlässig beschützen da es im Erbgedächnis der Rasse tief verwurzelt sei!?! In Wirklichkeit ist es wohl eher so das die Züchter nicht wollen das die von ihnen gezüchteten Hunde auf dem Hundeplatz als absolut untauglich etlavrt werden könnten. Und falls doch mal einer ihrer Hunde auf seine Wehrfähigkeit hin überprüft und für untauglich befunden wurde, ist man natürlich auch nicht um Ausreden verlegen wie z.B. “…der Hund würde die inzinierte Situation erkennen und würde somit nicht auf das Theaterspiel reagieren… etc..”.

Viele Hundebesitzer erzählen auch ganz stolz das ihr Hund ihnen bereits totsichere Indizien geliefert hätte das er sie im Ernstfall verteidigen würde. Wenn man dann mal genauer nachfragt hört meistens nicht das der Hund bei einer echten Notwehrsituation tatsächlich einen Angreifer gebißen hätten, sondern meistens Ausagen wie “…der Hund würde den Postboten anhaltend verbellen…, ….der Hund würde immer bellend hinter jedem Jogger und Radfahrer herjagen…, ….der Hund empfängt sämtliche Menschen die ihm entgegen kommen mit Knurren und aufstellen der Rückenhaare…, …wenn Fremde den Hund anfassen wollen zeigt er die Zähne…”!!!!

Diese Beispiele sind sicher auch für den interessierten Laien so leicht zu zerpflücken und zu wiederlegen, dass wir sie hier nicht extra behandeln wollen.

Ganz klar muß man sagen das die Schutzwirkung durch einen Hund natürlich an der Stärke des Angriffs gemessen werden muß. Ein Hund hat sicherlich in sich schon einen gewißen Schutzfaktor. Wo man mit einem großen und vielleicht bellenden Hund schon so manchen potentiellen Angreifer beeindrucken kann braucht man zur Abwehr eines wirklich aggressiven Angreifers schon einen Hund der wirklich beißt! Wenn man dann noch von mehreren, vielleicht auch bewaffneten, Tätern ausgeht braucht man schon einen genetisch hochveranlagten und sehr gut ausgebildeten Hund. Man muß auch in aller deutlichkeit sagen, dass ein Schutzhund der zwar gerne austeilt aber nicht einstecken kann natürlich auch nicht als geeignet zu bezeichnen ist. Der Hund muß neben seinem Wehr- und Schutztrieb natürlich auch ein hohes Maß an Härte mitbringen, da es für den Angreifer sonst ein Leichtes wäre ihn durch Schläge und Tritte zu vertreiben. (Allerdings ist auch der beste Personenschutzhund durch einen noch stärkeren Angriff auszuschalten, z.B. Schußwaffeneinsatz).

Einen genetisch so veranlagten Hund (egal welcher Rasse), der vom Wesen her in der Lage ist  sie wirklich zu verteidigen, finden sie ausschließlich bei einem Züchter der genau auf diese Eigenschaften züchtet!

Für einige Leute mag die Vorstellung eines konsequent verteidigenden und hart beißenden Hundes ein gewißes Unwohlsein hervorrufen, da sie bei ihrer bevorzugten Vorstellung eines Schutzhundes lieber einen Hund sehen würden der allein durch seine aüßere Abschreckungswirkung schützt. Allerdings sollten diesen Leuten klar sein das nur ein wirklich mutiger, triebstarker und harter Hund auch wirklich einen echten Schutz dastellt. Bei einem echten Angriff hat der Hund eigentlich nur die Wahl zuzubeißen oder wegzulaufen, alles andere sind Wunschvorstellungen!

Ich selbst bin absolut gegen Hunde die nur blenden und nicht wirklich schützten. Ein bißchen Schutzhund geht nicht oder ist zumindest nicht sinnvoll. Man muß sich klar überlegen wofür man einen Schutzhund braucht. Gerade erwachsene Männer brauchen sicher keinen Schutzhund der sie gegen freche Teenager oder betrunkene Landstreicher verteidigt, noch dazu wäre das auch absolut nicht gesetzeskonform. Ich würde immer lieber einen Hund sehen der absolut nicht verteidigt dafür aber ein absolut freundlicher Begleihund ist, als einen linksliegenden Köter der mit viel Schärfe eine große Show macht und vielleicht auch schwache Gegner attakieren würde aber einem starken Gegner sofort das Feld überlässt. Denn so ein Hund ist sicher tausendmal gefährlicher als ein mutiger, selbstbewuster und voll ausgebildeter Personenschutzhund. Ein umwelttauglicher Schutzhund sollte eine mittlere Reizschwelle gepaart mit hoher Belastbarkeit, guten Nerven und ein starkes Durchsetzungsvermögen aufweisen.

Das ein unsicherer und ängstlicher Hund nicht geeignet ist wird wohl den meisten Lesern klar sein, aber auch ein überaggressiver, angriffslustiger Hund mit niedriger Reizschwelle ist heutzutage ebenfalls nicht zu gebrauchen, da dieser Hund in der Öffentlichkeit kaum geführt werden kann, da immer die Gefahr besteht das der Hund überreagiert und somit vielleicht eine eigentlich friedfertige Person beißen könnte. Und einen Hund den sie nicht im alltäglichen Leben mit sich führen können müßen sie zwangsweise zu Hause im Zwinger oder in der Wohnung lassen, da sie so von ihm längere Zeit des Tages getrennt sind kann er sie schließlich auch nicht beschützen!

 Gute Personenschutzhunde sind absolut familien- und umwelttauglich! Gerade unsere “Alanos/Dogo Canarios FCI” demonstrieren immer wieder ihr gutes Balancewesen indem sie einerseits total kinderlieb, offen und freundlich sind und andererseits auch die Veranlagung und die Nerven haben um ihre Familie sicher zu verteidigen.

Jetzt wird sich der interessierte Leser sicherlich langsam fragen ob private Hunde überhaupt schützen (beißen) dürfen? Die Antwort ist Ja, solange die geltenen Notwehrgesetzte beachtet werden (§32StGB und §227BGB: 1. Eine durch Notwehr gebotene Handlung ist nicht strafbar. 2. Notwehr ist diejenige Verteidigungshandlung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder anderen abzuwenden. Darunter ist zu verstehen, daß man bei einer Verteidigungshandlung die Verhältnismäßigkeit der Mittel beachten muß). Auch der Hund darf die Notwehrhandlung für seinen Hundeführer oder auch für andere, in Gefahr befindliche Personen

 , leisten. Der Hund muß sich aber genau wie ein Mensch an die Notwehrgestze halten, da der Hund natürlich nicht in der Lage dazu ist auf die gesetzliche Grundlage seines Handeln zu achten muß der Hundeführe reiflich prüfen ob ein Schutzhundeinsatz gerechtfertigt ist bevor er seinen Hund einsetzt. (Also nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen)!

Eine der wichtigsten Fragen die hier sicher auch beantwortet werden muß ist: “Aus welchen Beweggründen verteidigt ein Hund eigentlich”? Die Frage ist garnicht so schlecht, oder? Viele Hundebesitzer glauben das ihr Hund sie bereitwillig verteidigt da sie ihn ja schließlich füttern, pflegen, ihm alle seine Bedürefnisse ewfüllen oder sie ihn  halt schlichtweg lieben und der Hund sie schließlich auch liebe und somit seinen Meuteführer verteidigt. Aber warum sollte eigentlich ein Rudelniedriger Hund seinen Rudelführer (Besitzer) verteidigen, ist es nicht vielmehr so das eigentlich der Rudelführer sein Rudel verteidigen muß und nicht andersherum? Eine Mutterhündin verteidigt ihre Welpen und ein Alpha Rüde verteidigt sein Rudel, richtig aber warum sollte ein Hund seinen viel stärker erscheinenden Besitzer beschützen? Die Antwort liegt eigentlich nicht im viel zitiertem Schutztrieb. Der Schutztrieb erscheint uns Menschen zwar herorisch und irgendwie ritterlich aber in Wirklichkeit ist auf den Hund der aus dem Schutztrieb (basierend auf den Meutetrieb) herraus aggiert nicht viel verlaß, da der Hund um eine körperliche Auseinandersetzung zu bestehen weit mehr als nur Schutztrieb braucht. Der Hund der in einer Notwehrsituation bestehen will darf keine Abneigung gegen die Auseinandersetztung haben, er muß vielmehr sogar Spaß und Freude an der kämpferischen Auseinandersetztung haben. Der aktive Schutzhund ist also vermenschlicht gesagt kein reiner Beschützer und Verteidiger gegen alles Böse, sondern vielmehr einem Raufbold der jeder kämpferrischen Herrausforderung freudig entgegen geht. So ist auch zu erklären das fast alle guten Schutzhunde bei Angriffen genauso verteidigen wenn nicht der eigene Besitzer sondern eine fremde Person den Hund an der Leine führt!
Diese Tatsache zu wissen ist sicher für viele Leser etwas enttäuschend, da sie jetzt die Schutzhunde vielleicht nicht mehr in so einem romantisch und verklärten Blick sehen.

Auch bei der Zucht von Schutzhunden sollte man statt auf den Schutztrieb vielmehr Wert auf Blastbarkeit, Härte, gute Nerven, ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen, Umwelttauglichkeit und hohen Beute- u. Wehrtrieb legen.

Im “AVD e.V” achten wir nicht nur bei der Ausbildung sondern auch bei der Zuchtselkektion unserer “Alanos/Dogo Canario FCI” auf diese Eigenschaften, denn der Zuchthund vererbt nicht das Erlernte sondern nur das selbst Ererbte!

Ein weitertes wichtiges Thema ist die Ausbildung. Der wahre Schutzhund muß nicht zwangsläufig ausgebildet werden. (Wobei jeder Schutzhund führig und kontrollierbar sein sollte, das Komando “Aus” ist ein absolutes Muß). Gerade bei unseren “Alanos/Dogo Canario FCI” gibt es eine Vielzahl von Hunden die tatsächlich von Natur aus verteidigen. Ich habe schon viele Male Nachzuchthunde aus unserem Zwinger “De la Arena” erwachsen wiedergesehen und auf ihre Schutzdiensttauglichkeit hin überprüft. Es waren nachweisbar völlig rohe und ungearbeitete Hunde die sofort die Gefahr erkannten und erbittert ihren Hundeführer verteidigten. Es gibt also Hunde die die Fähigkeit als Schutzhund vererbt haben. Diese Hunde stammen zu 99,9% aus Leistungszucht und sind nicht mit ihren anderen Rassevertretern aus Schönheits- oder Schwarzzucht zu vergleichen. Innerhalb einer Schutzhundrassse gibt es extrem große Unterschiede, Rotweiler ist nicht gleich Rotweiler, Alano ist nicht gleich Alano etc.!

Aber eins muß klar rausgestellt werden, der gut veranlagte aber unausgebildete Hund ist einem gut veranlagten und ausgebildeten Hund in seinen Schutzfähigkeiten deutlich unterlegen!

Training ist also nicht unbedingt nötig, schadet aber natürlich nicht, sondern macht den Hund zu einem vielfach besseren, sicherer einsetztbaren und kontrollierbaren Schutzhund.

Ein brauchbarer Schutzhund muß einen guten Gehorsam haben und stehts in voll in der Hand stehen!

Ich spreche hier natürlich die ganze Zeit von einem echten Schutzhund (privater Personenschutzhund) und nicht von einem Sporthund!

Im deutschen Sporthundbereich hat die neue Bezeichnung “VPG-Sport” die alte Bezeichnung “Schutzhund-Sport” eingenommen. Ein Sporthund wird in verschiedenen Bereichen (Fährte, Unterordnung, Schutzdienst) ausgebildet, wobei viel Wert auf exakte Ausführungen gelegt wird. Es wird also auch sportlicher Schutzdienst trainiert, wobei der Hund u.a. lernt auf einen Schutzärmel zubeißen und diesen auf Komando wieder loßzulassen etc.. Diese Ausbildung macht Spaß, schadet nicht und ist sicherlich für viele  Hundeführer ein schönenes Betätigungsfeld. Allerdings hat diese Arbeit so gut wie nichts mit der Ausbildung zu einem echten Schutzhund zu tun. Man sollte besser sagen das auf den Sporthundplätzen Hunde für den sportlichen Wettkampf ausgebildet werden. Diese Hunde müßen Keinen verteidigen, weshalb ich für sie die Bezeichnung “Sporthund” auch weit passender finde als die irreführende Bezeichnung “Schutzhund”.

Um nicht ständig Mißverständnissen aufzusitzen habe ich mir die Bezeichnung “Personenschutzhund” und “Personenschutzdienst” ausgedacht und rechtlich schützen lassen.

Bei der Ausbildung des echten Schutzhundes wird vielmehr auf möglichst realistische Situationen und echtes Verteidigen Wert gelegt. Bei einer seriösen Ausbildung wird der Hund aber keineswegs aggressiv, scharf oder böse gemacht.  (Diese Ausbildung sollte nur von professionellen Hundetrainern durchgeführt werden!!!) Es würde  hier zuweit führen um auf das komplexe Thema der Ausbildung zum  “Personenschutzhund” einzugehen.

Auf die Frage, von Leuten die unser Interesse für Schutzhunde als mitelalterlich abtun, “…ob wir heutzutage überhaupt noch Schutzhunde brauchen?…” Muß ich klar mit Ja antworten, selbstvertständlich bin ich der letzte der meint jeder Hans und Franz müsse sich einem Schutzhund anschaffen. Aber ein Blick auf die aktuellen Kriminalitässtatistiken zeigt einen deutlichen Anstieg an Straftaten (Körperverletzungen, Vergewaltigungen, Raubüberfälle etc.), das alles lässt mich eher darauf schließen das wir einen weit höheren Bedarf an tauglichen Schutzhunden gebrauchen können als es jemals der Fall war…

Klar höre ich auch manchmal von Hundeführern die meinen “…sie können sich auch ganz gut allein verteidigen…”, was ich auch sehr löblich finde. (Ich zähle mich übrigens selbst auch zu diesen Menschen), obwohl ich auch schon Situationen erlebt habe wo ein Hund goldrichtig plaziert war). Allerdings würde ich deswegen nie soweit gehen und anderen Menschen den legalen Schutz durch ihre Hunde absprechen!

Ich weiß das ich mit diesem Artikel sicher nicht allen den Zahn vom beschützenden Komisar Rex, Lassie und den vielen zottliegen Tierheimwautzis ziehen kann. Aber schließlich hoffe ich doch das sie nie in eine wirkliche Notwehrsituation geraten.

Eine Anschaffung eines Schutzhundes ist nur sinnvoll für Leute die auch Hunde mögen und ihren vierbeinigen Kamaraden auch in allen anderen Bereichen schätzen. Es wäre Quatsch sich nur wegen der Schutzfunktion einen Hund zu kaufen. Schutzhunde sind keine Selbstverteidigungswaffen es sind Lebewesen die noch viel mehr zu bieten haben!

Von Arne Pohlmeyer

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2.)

Würde mich mein Hund verteidigen?

Eine Frage die sich wirklich fast jeder Hundebesitzer stellt. Sehr viele Leute sind der Meinung, dass Ihr Hund dies im Notfall instinktiv machen würde.

Es gibt tatsächlich Hunde, die dies tun- allerdings sind es leider nur sehr wenige. Zumindest wirken die meisten Hunde abstreckend auf Menschen, die etwas Böses im Sinn haben. Von daher ist man (oder Frau) beim Spaziergang  im Wald alleine durch die Anwesenheit des Hundes sicherer unterwegs. Einige Anzeichen gibt es allerdings, die darauf schließen lassen, ob ein Hund im Notfall den Gegner angreift oder ob er aus einigem Sicherheitsabstand seinem Unmut über die Situation durch Bellen kundtut.

Beginnen wir mit Zeichen, die gar nichts darüber aussagen, ob der Hund aktiv wird oder meidet im Falle eines Angriffes auf den Besitzer: -Knurren oder anbellen von Leuten im Dunkeln. -Generelles Brummen und Misstrauen Fremden gegenüber- Anschlagen auf dem Grundstück, Leute “nicht vom Hof lassen” etc.. Das sind also schon mal die häufigsten Dinge, aus denen der Hundebesitzer normalerweise ableitet, das der Hund aktiv verteidigen würde. Wirklich aussagekräftige positive Anzeichen gibt es nicht. Am ehesten davon auszugehen ist bei der Art des Drohens. Geht ein Hund beim Drohen wirklich auf Tuchfühlung mit der unerwünschten Person, boxt evtl. schon mit geschlossem Fang oder beißt dicht neben der Person in die Luft ist die Chance, dass er auch bereit wäre die Zähne einzusetzten, schon größer. Allerdings ist davon auszugehen, dass ein wirklich gefährlicher Angreifer es in Kauf nimmt, evtl. gebissen zu werden. Für alle anderen “Bösewichte” reicht in aller Regel wie gesagt die Anwesenheit eines größeren Hundes. Der wirklich gefährliche Angreifer wird aber auch aktiv den Hund bedrohen oder angreifen. Hier trennt sich dann abermals die Spreu vom Weizen. Die potentiellen “Wadenbeisser”, die sich schwache Opfer (z.B. Leute die Panik vor Hunden haben) für Ihre Abwehrattacken aussuchen, fallen hier aus. Es kann durchaus reichen, das der Angreifer nur schnell und bedrohlich auf den vermeintlich gefährlichen Wachhund (der evtl. schon mal die Oma auf dem Hof gebissen hat) zu rennt, um ihn zu verjagen. Hat man dagegen einen sehr selbstsicheren, mutigen und starken Hund der sich nicht so einfach verteiben lässt, muss der gefährliche Angreifer in diesem Moment mit einem harten Abwehrbiss rechnen. Hunde, die wirklich einen Angreifer so bremsen, das er komplett kampfunfähig wird müssen ausgebildet werden.

Bei guter Diensthundeausbildung wird das  Beuteverhalten des Hundes so geschult, das er auch in einer echten Situation des agressiven Angriffs auf ihn oder sein Rudel den Menschen fasst und nach dem Einbiss auch eine attraktive Beute im Köper des Angreifers sieht. So gibt es nicht nur einen oder mehrere kurze Abwehrbisse, vielmehr hält der Hund seinen Einbiss und beginnt mit einem kontern und schütteln seiner “Beute”. Es ist davon auszugehen dass der Angreifer nun von seinem Vorhaben Abstand nimmt und sich der unterlegenen Situation ergibt. Ist dies nicht der Fall und versucht stattdessen den Hund dennoch mit Schlägen, Tritten, Waffe oder Schlagstock zu vertreiben ist es extrem wichtig, das der Hund über eine extrem hohe Härte verfügt (was ebenfalls sehr selten ist, selbst unter den Dienshunden der Behörden). Begegnet der Hund z.B. einem harten Schlag mit einem Knüppel durch noch stärkere Kampfhandlung seinerseits, wird der Angreifer sich in dieser Situation doch ergeben, einfach weil er merkt das jegliche Gegenwehr vom Hund durch noch stärkere Kampfhandlung quitiert wird. Auch der psychologische Aspekt selber großen körperlichen Schaden zu nehmen, wenn das Spiel noch weiter getrieben wird, ist nicht zu unterschätzen. (Selbstverständlich muss der Hund eine gewisse Größe und Kopfanatomie besitzen um maximale Wirkung beim Einbiss zu erzeugen). Ein ausgebildeter Hund trennt natürlich auf Kommando dann auch sofort den Biss vom Angreifer.

Fazit: Echten Schutz gegen gefährlichste Angreifer bietet nur ein Hund der beste genetische Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringt (sehr selten) und darüber hin aus gut ausgebildet wurde.

Eine sogenannte Schutzhund 1-3 ( IPO oder VPG) Ausbildung hat praktisch keinen Einfluss auf den Schutzaspekt beim Hund. Es ist eine spezielle realistische Ausbildung erforderlich, die der Ausbildung der dienstlichen Behörden ähnelt.

Mit einem Hund der evtl. verhaltene Abwehrbisse setzt ist man nicht besser bedient als mit einem großen Hund der einfach bellt oder knurt in einer bedrohlichen Situation. Gegen ernsthafte Angriffe nützen diese Hunde nichts, alle anderen Leute werden durch den psychologischen Effekt eines knurrenden, bellenden Hundes genauso abgehalten.

Wenn Sie als Leser jetzt über diesen Text etwas verblüfft sind – bedenken Sie, das kaum ein Ganove weiß, wie wenige Hunde es doch gibt die wirklich ernsthat verteidigen würden.

Von T.G.

Der Villano de las Encartaciones

Der Villano de las Encartaciones

Der Villano de las Encartaciones

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“Villano de las Encartaciones“

Einige mögen sich wundern warum wir den “Villano de las Encartaciones“ hier als eine „Rasse“ vorstellen, obwohl er nach aller Wahrscheinlichkeit, wissenschaftlich betrachtet eigentlich nur ein Variante ist.

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Doch über kurz oder lang wird es mit dem Villano de las Encartaciones sicherlich genauso laufen, wie mit den vielen anderen Landschlägen Spaniens. Irgendjemand wird es für überaus wichtig halten, diese alten Arbeitshunde auf  alberne Schönheitsausstellungen zu schleppen, eine FCI-Anerkennung zu erwirken und sich schlussendlich noch als Erfinder der Rasse zu deklarieren. (Ein Prototyp vom „Ausstellungs-Standart“ ist bereits verfasst und geistert schon in Spanien umher).

Das Internet wird dann mit der neuen “Rasse“ weiter voll gestopft und in Spanien rennen dann 90% der Züchter zu dem amtierenden  “Villano de las Encartaciones- Schönheitschampion“ zum decken…

Obwohl, der heißt dann sicher gar nicht mehr so, der Name wäre ja viel zu lang und nicht opportun für die FCI. „Villano“ wird nämlich häufig auch als „Bösewicht“ übersetzt und dass geht natürlich nicht… Ich denke die Anerkennung wird dann auf „Dogo de las Encartaciones“ oder „Dogo Encarto“ oder „Dogo Norte“ oder ähnliche moderne Kreationen lauten.

 

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Gewinner der ersten Ausstelung, diese Villano Ausstellung wird 

irrtümlich häufig als erste Alano Espanol (moderno) Ausstellung bezeichnt.

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Die ersten Villano-Besitzer ließen sich bereits auf Ausstellungen blicken. Natürlich kann man nicht pauschal jeden verdammen, der zu so einer Schönheitsausstellung fährt. Man kann es einem Züchter auch nicht vollends verdenken, der sonst nie größere Anerkennung für seine Hunde erfährt. Doch sollte jede kleine Anerkennung und jeder kleine Arbeitserfolg weit höher stehen als die Anerkennung im Show-Ring. Denn diese Anerkennung ist es, die alle Rassen so massiv beschädigt…

So könnte man also sagen, haben wir diesen kurzen Artikel, in weiser Vorahnung verfasst bzw. hier eingereiht.

Nun aber zum eigentlichen Thema, was ist der “Villano de las Encartaciones“ denn nun?

Der Villano ist eine regionale Variante des alten spanischen Alano, er ist ein direkter Sohn und Nachfolger unserer historischen, iberischen Doggen. Jenen Hunden mit denen wir uns nun schon so lange und voller Bewunderung befassen.

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Viele gehen sogar davon aus das diese“Alanos“ vollkommen unvermischt, in ihrer lokalen Isolation überlebt haben.

Der Villano ist eine ortsgebundene Erscheinung aus der spanischen Region „Las Encartaciones“. Las Encartiones liegt ganz im Norden Spaniens, genauer im westlichen Baskenland.

 

Woher der Name „Villano“ stammt, bzw. seit wann er Gebrauch findet, konnte mir bislang niemand vereicht sagen. Es gibt Züchter die berichten, dass sich diese Hunde seit vielen Generationen in dem Besitz ihrer Familien befinden. Sie haben die Hunde von ihren Vätern, die wiederum von ihren Vätern und so weiter und so weiter.

In Spanien gibt etwas von einander abweichende Theorien zur Herkunft bzw. Abstammung dieser Villanos. Die Mehrheit geht aber davon aus, dass sich der Villano direkt aus dem historischen Alano entwickelt hat, im grunde der gleiche Hund der nur mit einem anderen Namen belegt wurde. Einige meine auch, er wäre ein Kreuzungsprodukt von einheimischen Schäferhunden oder Jagdhunden mit dem alten Alano. Die meisten erzählen aber, dass der “Villano de las Encartaciones“ nur eine auf Ausdauerfähigkeit und Schnelligkeit gezüchtete Variante des alten Alano ist. Man muss aber betonen, dass hier vom historischen Alano die Rede ist, eine Verbindung bzw. Gleichsetzung zum modernen “(FCI-) Alano Espanol“ und seinen Clubs weisen die meisten Villano-Züchter zurück. In diesem Zusammenhang wird aber häufig berichtet, dass andersherum, einige namentlich bekannte Villanos einen Teil, oder sogar den Großteil, des Grundstockes für die moderne „Alano Espanol-Zucht“ bildeten.

In der Region “Las Encartaciones“ ist man der Auffassung, dass die modernen Alano Espanoles (der spanischen Clubs) Kreuzungen aus ihren „Villanos“, Jagdhunden, kanarischen und mallorquinischen Presas und vor allem deutschen Boxern seien.

Einige “Alano Espanol Club Züchter“ wiederum äußern, dass das Wort “Villano“ nichts weiteres sei als eine Namensvariante bzw. ein Synonym für das Wort “Alano“. Der Villano wird übrigens häufig auch rein funktionsbezogen als als “Perro de Presa Encarto” oder “Perro de Presa de las Encartaciones” oder als “Alano Ganadero” bezeichnet.

Sie lieber Leser, haben eventuell auch schon einmal gehört, dass in der Rückzüchtungs-Storie der spanischen Alano Espanoles Clubs, immer die Rede von 300 absolut rein erhaltenen Alanos aus dem Norden Spaniens die Rede ist. Von irgendeinem vergessenen Tal im Norden Spaniens. Und das von 22 dieser Hunde ein Gentest gemacht wurde, der ergab, dass sie mit keiner existierenden Rasse eine Verwandschaft aufweisen. Dies sollte die absolute Reinheit dieser Alanos untermauern. Ich selbst glaube übrigens nicht, dass dieser Gentest, in dieser Art, überhaupt möglich ist. Das wirklich interessante und spannenden hierbei ist aber, dass diese 300 Alanos bei den Rinderzüchtern aus „Las Encartaciones“ gefunden wurden. Diese Alanos wurden von ihren Besitzern als “Villanos de las Encartaciones“ bezeichnet.

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Nach Angaben von einem der wichtigsten spanischen „Alano Rückführer“ (den man wohl als den Pionier bezeichen darf), wurden die besten dieser Rinderhunde herausgesucht und bildeten DEN Grundstein der modernen „Alano Espanol Zucht“. (Des weiteren sollen noch einige Exemplare aus der Extremadura, so wie verwandte Rassen wie Dogo Canario, Dogo Argentino, Ca de Bou und die nicht verwandte Rasse des deutschen Boxer eine wichtige Rolle gespielt haben).

Auch wird ab und zu von einem der ersten oder auch dem „ersten“ spanischen Alano Treffen berichtet. Hier ist das Plakat zu diesem Treffen. (Schauen Sie mal genau, wie dieses erste Alano-Event genannt wurde).

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Ich schließe mich (vorerst) der allgemeinen Meinung an, dass der “Villano de las Encartaciones“ eine auf Agilität gezüchtete Form des alten Alano ist. (Sicherlich gibt es auch atypische Formen, die auf einen Podenco Einschlag oder ähnliches hinweisen könnten, doch gibt es ebenso viele recht schöne Hunde. Eine große Typenvielfalt lässt sich auf jeden Fall nicht verleugnen. Es scheint, wie es in Spanien eigentlich immer ist, man muss genau schauen und nach seiner eigenen Nase gehen bzw. suchen).

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Der “Villano de las Encartaciones“ ist seit (nicht mehr einzugrenzender) langer Zeit im Besitz der Viehzüchter. Diese Viehzüchter hielten und halten auch heute noch ihre Rinder in einer halbwilden Form. Sie treiben die Rinder in den steilen Gebirgszügen auf unbefriedete Weideflächen und lassen die Rinder dadurch ziemlich „verwildern“. Infolge dessen sind die Rinder recht störrisch und schwer zu bändigen.

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Diese “Störrischkeit” ist in erster Linie der Grund für das Überleben des “Villano de las Encartaciones“. Denn ohne mutige Packer wären die Bemühungen der Rinderzüchter und Treiber oft zum scheitern verurteilt. In diesen Regionen werden die Rinder noch immer so gehalten, wie wir dies aus dem Mittelalter kennen. Und diese mittelalterliche Art erfordert halt auch die Verwendung von „mittelalterlichen“ Hunden.

Altmodische Hunde für altmodische Aufgaben – wie ich immer zu sagen pflege!

Interessant hierbei ist die Tatsache, dass sich die Villanos nicht wie kopflose „Kampfhunde“ verhalten, die einmal an einer Beute gelassen, nicht mehr davon abzubringen sind. Sondern wie ganz klare und nervenfeste Gebrauchshunde. Sie treiben die Rinder ruhig und packen durchgehende Rinder nur auf den Befehl ihres Herrn. Sie halten mit sicherem Griff und wenn Sie von ihrem Besitzer abgeknebelt worden sind, starten sie nicht gleich einen neuen „Angriff“ sondern bleiben ganz „relaxt“ und begleiten die Rinderherde weiter ganz ohne irgendwelche unkontrollierte Aggression. (Geführt werden sie häufig als Koppel, bestehend aus einem Rüden und einer Hündin. Allerdings erlaubt es ihre Rudelverträglichkeit auch mehrere Villanos zusammen ein zusetzten).

 

Bei der Beschreibung ihrer weiteren Charakterzüge ist auffällig, dass auch diese sehr denen die wir vom „Alano“ kennen gleichen. Sie werden in der Regel als sehr loyal und liebevoll im Umgang mit ihrem Meister und seiner Familie beschrieben. Eher ablehnend und wachsam Fremden gegenüber, sowie mutig und schneidig gegen potentielle Gegner.

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Bislang (!) gibt es in Spanien um den  “Villano de las Encartaciones“ aber noch keine negativen „Gruppierungen“ wie die der Schönheitsaussteller oder die der häufig asozialen „Kampfhunde-Szene“. Gruppierungen die man in Spanien sehr wohl auch häufig um den „Dogo/Presa Canario“ antrifft.

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Der “Villano de las Encartaciones“ ist bislang fast ausschließlich in den Händen der Landwirte und der Jäger. Ja genau der Jäger (!), die hätte ich jetzt fast vergessen. Die Jäger waren überhaupt erst der Grund warum ich auf den  “Villano de las Encartaciones“ gestoßen bin.

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Es gibt viele, die ihre Villanos neben der Verwendung an den Rinderherden, oder sogar ausschließlich, ihre Villanos halten um sie auf der Wildschweinjagd zu führen.

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Hierbei können sie auch auf ganz beachtliche Erfolge zurück blicken.

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Die Villanos sind zäh, schnell und wendig genug um auch im Gebirge zu jagen, können auch an den schnellsten Jagdhunden (zumindest) Anschlusshalten und verfügen über einen (alanotypischen) Packergriff. Sie sind in der Lage gebundene Schwarzkittel, über langen Zeitraum sicher zu halten.

Übertypisierte „Boxerköpfe“ oder „Bulldogbeine“ sind ungewollt und werden meist verpönt. Optisch sehen sie häufig noch sehr alanotypisch aus, wenn man von den alten Jagd-Alanos ausgeht. Es wird aber bevorzugt mit Hunden zu züchten, die eher leicht und hochläufig sind. Neben dem Griff und dem Charakter ist eines der wichtigsten Kriterien (der Gebrauchszüchter), die Schnelligkeit und die körperliche Koordination. So sind  “Villanos de las Encartaciones“ die deutlich über 35kg kommen, bei den meisten Jägern eher unerwünscht.

Es wird allerdings immer wieder berichtet, dass früher wohl die Villanos deutlich schwerer gewesen seien, allerdings nicht größer.

Dieses „leichter werden“ lässt sich natürlich auf züchterische Selektion zurückführen, eventuell hat hier aber auch die (sicher nicht gerade geringe) Inzucht etwas mitgespielt.

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Nun wollen wir das Thema  “Villano de las Encartaciones“ erst einmal schließen.

Sobald es interessante Neuigkeiten aus dem Norden Spaniens gibt, (und die wird es mit Sicherheit geben) wird an dieser Stelle hiervon berichtet.

Ansonsten wollen wir unseren alten Alanos, ihren direkten  Nachfolgern sowie ihren Enkeln wünschen, dass es ihnen gelingen möge weitere diese, für sie unpassenden Zeiten, zu überdauern.

Es ist schon schlimm genug was den Hunden durch ihren Funktionsverlust angetan ist, da braucht man nicht noch die FCI und deren Anhänger, die immer weiter versuchen, Hunderassen und Hundetypen zu zerstückeln, um sich so möglichst viele autarke moderne Rassen zu verschaffen bzw. zu kreieren…

Der genetischen Vielfalt, der Gebrauchsfähigkeit und der Gesundheit steht dies immer nur im Wege…

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Ihr

Arne Pohlmeyer

(30.03.2009)

 Besten Dank an unseren Freund Antonio, Muchas Gracias Antonio!

Update:

Zu Beginn des Jahres 2010, folgten wir einer Jagdeinladung, die uns in die ursprüngliche Region der “Villanos de las Encartaciones” führte.  War dieser Artikel (übrigens der erste deutschsprachige Artikel zu dieser Materie) hier bislang zwar als fundiert aber doch nur als theoretisch anzusehen, haben wir jetzt jede Menge neue Erfahrungen und vor allem wichtige Informationen aus erster Hand sammeln können. Während dieser erwähnten Jagdreise, im Norden Spaniens, lernten wir DEN Experten der Rasse kenne. Seine Familie hält diese spanischen Packer bereits seit vielen Generationen, bzw. solange das „Familiengedächniss“ reicht. Die Hunde arbeiten an die (halb-)wilden Rinderherden und werden auch seit geraumer Zeit erfolgreich auf der Schwarzwildjagd geführt. Die echten, authentischen Linien befinden sich fest in der Hand der reinen Praktiker. Die Hunde werden nur zum Eigengebrauch gezüchtet. So werden diese Blutlinien bewahrt wie Schätze und nur innerhalb der Familie oder an gute Freunde weitergereicht.   

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Was für uns sehr aufschlussreich war, ist die Tatsache, dass „unser neuer Freund“ auch DER Ansprechpartner für die „Rekuperateure“ des  modernen Alano Espanol war. Er war sozusagen der „Reiseführer“ in das „geheime“ Tal im spanischen Norden.

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Die beiden gestromten Hunde sind Villanos aus dem Stamm unserers “neuen Freundes”. 

Die Bilder stammen aus seiner privaten Stierarena und nicht etwa aus Südspanien was 

wohl vielevermuten. Der falbe Rüde ist ein bekannt gewordenen (unter anderen durch diese Bilder) “Alano Espanol Moderno”-Rüde, 

der zur Ausbildung zu ihm gegeben wurde.

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So gut wie alle der bekannten „reinen Alanosöhne“ die zu Beginn in die moderne Alano Espanol Zucht eingeflossen sind, waren ihm bekannt oder wurden durch seine Hilfe erworben.   

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Er wusste sogar mehr oder weniger genau die Mischungsverhältnisse dieser Hunde. Einige bekannte „Alano Espanol Moderno Grundbausteine“ waren z.B. Mischlinge seiner Villanos mit modernen Presa Canarios, andere führten Blut bekannter deutscher Boxer und einige waren tatsächlich reine Villanos de las Encartaciones.

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Wie es uns (zum Teil nicht ohne eine gewisse Problematik) schon immer bei den Söhnen des historischen Alano verfolgt, gibt es hier in den Bergen auch eine Reihe Namensvarianten für den spanischen Packerhund. Zum Teil bin ich ja schon weiter oben in diesem Artikel, auf die Namensvarianten eingegangen. Doch da auch gerade aus dem Lager dem neuen „Alano Espanol Moderno FCI-Lager“ heraus auch wieder einige verwirrende Namenslogiken geäußert wurden, will ich hier kurz ein wenige zum Namensverständnis beitragen.

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Spanien ist in sich kein wirklich geschlossenes Land, keine wirkliche Einheit. Es gibt unzählige Dialekte (die einige sogar als eigene Sprachen betiteln), es ist reich an Kultur, aber eben auch an zum Teil grundverschiedenen kulturellen Ausrichtungen. Einige (als Beispiel seien hier die Basken erwähnt) wollen sogar die Abspaltung vom spanischen Staat und plädieren für verschiedene, autonome Gebiete. Jetzt könnte man meinen dass dies doch überhaupt nichts mit dem Thema Hund zu tun hat…, dies hat es auch nicht, aber andersherum beeinflusst es die Hunde und vor allem die Namensgebung.

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Darüber dass die älteste Doggenform in Spanien (und Portugal) schon seit (ohne eine genauer zu bestimmenden Ursprungszeit) dem Mittelalter bekannt und existent war als Alano bezeichnet wurde, sind sich alle ernstzunehmenden Kynologen einig. Es wird allgemein vermutet, dass Ursprung des Namens in einer Ableitung von dem Volkstamm der Alanen herrührt. Von der Beutung hat es die Bedeutung einer Dogge im Allgemeinen angenommen. So sprechen in Spanien auch heute viele von anderen Alanos wie z.B. vom Alano Alemán (der deutschen Dogge) etc. .

Zu dem Wort Dogge (Alano) gesellte sich dann relativ früh die Funktionsbezeichnung Perro de Presa (Hund zum Packen), etwas später wurde das Wort Alano häufig auch durch das Wort Dogo ersetzt. Alle diese Namen bezogen sich auf den gleichen Hund, den wir als Typ der iberischen Dogge definieren können.  

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Diese iberischen Doggen unterlagen natürlich auch einer regional unterschiedlichen Selektion. So züchtete z.B. der nordspanische Rinderzüchter in den Bergen einen leichteren und wendigeren Typ als dies zum Beispiel bei den Stierkämpfern aus Madrid der Fall war. Auch wurden sicher die rein jagdlich geführten Alanos wohl nach einem etwas anderen Zuchtziel selektiert, als die Kriegshunde der Konquistadoren (die den Grundstein der kanarischen Doggenzucht bildeten). 

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Doch selbstverständlich handelt es sich um ein und denselben Hund. Hunderassen im modernen Sinn gab es noch nicht, doch trotzdem kann man die Hunde als eine reine Einheit bezeichnen, die in einer sicherlich nicht unbeachtlichen Typenvielfalt vorkam. Diese Einheit wurde in der modernen Zeit durch das allmähliche Aussterben der Alanos zerstört. Durch fortschreitende Industrialisierung in vielen Teilen Spaniens, war das Überleben der Packerhunde nicht mehr durch ihre Arbeits-Notwendigkeit gesichert. So führte es dazu dass sich der historische Alano  nur in einzelnen (zum Teil weit auseinander liegenden) Regionen erhalten hat. Dieses „Inseldasein“ führte nachvollziehbar natürlich zu einer Zerschlagung dieser „Rasse-Einheit“.   Ein Zuchtaustausch fand natürlich nur noch in Einzelfällen statt, da einfach die flächendeckende Verteilung der Hunde unterbrochen war…

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Übersetzter Artikel-Auszug aus einem deutschen Hundemagazin 

von Sanz Timón (Spezialrichter für spanische Rassen, Tierazt und Jäger)

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Neben der zum Teil recht einseitigen streng regional geprägten Selektion der Alanos, kamen natürlich auch immer mehr regionalgeprägte Namensvarianten auf. 

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Des Weiteren wurden auch viele Alanos, in ihren abgespalteten Alanoregionen mit neuen modernen Hunderassen vermischt, so dass man sie nur noch als Söhne der echten, historischen Alanos bezeichnen kann.  

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So hinterließ die historische Iberische Dogge, der alte Alano in Spanien Nachfolgerassen wie z.B. den Ca de Bou (Alano Malorquin) auf den Balearen, den Dogo Canario (Presa Canario) auf den Kanaren und den Villano de las Encartaciones (Alano de las Encartaciones).

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Der historische Alano hinterließ auch im Ausland seine Spuren, doch hier wollen wir diesmal nur auf Spanien eingehen. 

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Die moderne spanische Hunderasse des „Alano Espanol FCI“ ist im Gros ein modernes „Rückführungsprodukt“ aus verschiedenen Alano-Nachfolgerassen und einigen anderen modernen Rassen wie z.B. dem Deutschen Boxer. (Lesen Sie auch diesen Artikel zum Alano Espanol Moderno, klick hier).  Ähnliche Rückführungsideen gibt es (international) auch bei anderen Rassen als Beispiel sei der „Olde English Bulldog“ erwähnt, der ebenfalls nicht alt ist, aber versucht alte „Werte“ zu verkörpern…

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Von den drei erwähnten und für uns überaus wichtigen Alanosöhnen, die da wären:

-Dogo Canario (Perro de Presa Canario)

-Dogo Marlorquin (Ca de Bou / Presa Marlorquin)

-Villano de las Encartaciones (Presa Encarto)

werden nur noch zwei mit Fug und Recht als Alanowertvoll bezeichnet und zwar der Perro de Presa Canario (Dogo Canario) und der Presa Encarto.

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Der Dogo Canario stammt in seinem reinen Ursprung von den Kriegshunden, den Alanos die die spanischen und portugisischen Eroberer mit auf die Kanaren brachten. Masn muss aber einräumen, dass es in moderner Zeit auch mehr oder weniger bedeutende Einkrezungen, mit Fremdrassen (wie z.B. Bardino Majorero, Deutsche Dogge, engl. Bullterrier etc.) gab, die aber nicht die gesamte Rasse verändert haben, bzw. nicht in allen Linien starken Einfluss nehmen konnten. Der Presa/Dogo Canario stellt eine etwas (zum Teil auch deutlich) schwerer gezüchtete Form des alten Alano dar.  

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Alano 1905 und Dogo Canario 2001

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Unvermischter, alter Perro de Presa Canario (Alano Canario) und aktueller AVD e. V.-Dogo Canario

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Der Dogo Marlorquin, oder Alano Malorquin wie er noch vor einigen Jahren von spanischen Kynologen bezeichent wurde, ist heute kaum mehr als eine verkrüppelte Karrikatur des historischen Alano. Da die Alanos, die Ochsenhunde(Ca de Bou) dort so massiv mit modernen Ausstelungs-English Bulldogs vermischt wurden, dass man nur schwerlich noch gesunde und arbeitsfähige Hunde finden kann. Der „Zug“ ist für den Dogo Marlorquin wohl leider endgültig abgefahren…

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Alter Alano Malorquin und moderner Ausstellungs-Dogo Malorquin

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Der „Presa Encarto“ wird in seiner Region, von seinen wenigen Züchtern  meistens als „Villano de las Encartaciones“ bezeichnet. Die Züchter achten expizit auf wenidie, laufstarke und „gebirgstaugliche“ Zuchttiere. Die heute eher ungewollten schwereren Schläge, der gleichen Rasse, werden als „Presa Chato“ bezeichnet. Die Verfechter des modernen Alano Espanol, weisen daraufhin, dass der reine Teil ihrer Hunde, auf diese Packer aus dieser „vergessenen“ Region zurückgehen. Aus politischen Gründen favorisieren sie allerdings die Namensgebung „Alano de las Encartaciones“ oder „Presa de Chato“ und vermeiden die Titulierung „Villano de las Encartacions“.  Interessant ist, dass gerade dieser Hundeschlag, wohl die wenigsten Einkreuzungen fremder Rassen erfahren hat und somit für viele Experten als reinster Nachfolger der historischen Alanos angesehen wird. Dies ist wohl auch berechtigt, doch muss deutlich angemerkt werden, dass die Packer in dieser Region sehr einseitig auf wenig Gewicht und hohe Laufstärke gezüchtet wurden. Dies ergibt meist ein Resultat (was nicht durch Vermischung entstanden ist) von einer sehr leichten Form des alten Alanos. Hunde zwischen 30 und 35kg.  (Zum Thema Gewicht des historischen Alano, lesen Sie auch bitte folgenden Artikel, klick hier).

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Alte Alanos aus einer Jagdmeute und aktueller Villano de las Encartaciones

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“Presa Chato”

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Für unsere Zucht im AVD e.V., werden die (mühevoll ausgesiebten) funktionsfähigen  und leistungsstarken Exemplare der modernen Hunderasse Dogo Canario (Presa Canario) zur Zucht verwandt.  

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Alter, traditioneller Rassevertreter der Kanaren und aktueller AVD e.V.-Deckrüde 

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Wir sind aber auch stolz erwähnen zu können, dass wir die ersten Deutschen sind, die einen echten „Villano de las Encartaciones“ ihr Eigen nennen können. Uns wurde der Respekt und die Ehre zu Teil einen Hund direkt vom „Altmeister“ überreicht (geschenkt) zu bekommen. Sonst gibt er seine Hunde nur in seinem direktem Umfeld ab, niemals zuvor aber ins Ausland und noch nicht einmal an fremde spanische Jäger. Wie bereits erwähnt werden diese Blutlinie streng und elitär bewahrt. Wir werden diesen Villano de las Encartaciones jagdlich führen (dies war sozusagen auch eine Auflage) und werden seine Entwicklung interessiert verfollgen und gegebenenfalls von dieser Stelle weiter berichten. (Lesen Sie auch diesen Bericht über unsere Jagdreise Anfang 2010, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

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Muchas Gracias Antonio y Titto

Arne Pohlmeyer

12.06.2010

Der Cane Corso FCI

Der Cane Corso FCI

Der Cane Corso (FCI)

Der moderne Cane Corso ist eine doggenartige Hunderasse aus Italien, die bereits eine (vorläufige)Anerkennung durch die FCI erhalten hat.

Spanien regierte Italien über zwei Jahrhunderte lag. Dadurch haben sich in Italien nicht nur viele Parallelen entwickelt, sondern einiges blieb schlicht erhalten.

  

Der Cane Corso geht auf die nach Italien mitgeführten spanischen Doggen zurück.

Diese Hunde wurden im Allgemeinen als „Alano“ oder „Perro de Presa“ bezeichnet.

Beide Namensvarianten findet man in italienischen Schriften wieder. Das spanische Wort Presa bedeutet soviel wie „Packer“. Beziehungsweise Hund zum Packen (Cane é Presa – in Italien).

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(Ein echter Presa, der leider all zu häufig hinhalten muss…)

(Das Wort Cane steht für das deutsche Wort Hund).

Die zweite Namensvariante Alano bedeutet Dogge. Selbst heute ist dieses Wort in Italien noch gebräuchlich und wird mit dem deutschen Wort Dogge gleichgestellt.

Doch heute ist dieser (Cane é) Presa leider meist zum Corso geworden.

Woher das Wort „Corso“ eigentlich stammt ist strittig, einige meinen es wäre eine Ableitung vom lateinischen Wort „cohors“ was soviel wie Wächter heißt, einige wiederum meinen es würde sich vom Wort „Korsar“ (Pirat) ableiten, da die Hunde in der Funktion als Wächter häufig auf Booten und Schiffen anzutreffen waren. Die Idee einer Ableitung von der Insel „Korsika“ wird von den meisten als eher unwahrscheinlich abgetan.

Der hier zu behandelnde Cane Corso ist aber (in der Regel) kein reiner Alanonachfolger bzw. Cane é Presa mehr, da er mit verschiedenen modernen Hunderassen gekreuzt wurde.

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(Cane Corso im Mastinotyp)

(C.C. läßt ebenfalls Mastino Napoletano-Blut erahnen)

(Cane Corso, für uns übertypisiert)

 

(Cane Corso, für uns übertypisiert)

Die stärksten Einkreuzungen  erfuhr der heutige  Cane Corso durch den Mastino Napoletano, den Deutschen Boxer, die Deutsche Dogge, den Bullmastiff, den Show-Dogo Canario, den Rottweiler und verschiedene “Bandogformen“.

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(moderner FCI-Cane Corso)

(Deutscher Boxer)

(Mastino Napoletano FCI)

(Deutsche Dogge)

(Englischer Bullmastiff)

(Deutscher Rottweiler)

Die meisten der Einkreuzungen veränderten natürlich diesen italienischen Hundetyp, und dass leider nicht zum besseren…

(Schöner noch Leistungsfähiger Typ, ohne negative Übertreibungen)

 

(Schöner und Leistungsfähiger Presa-Typ, leider viel zu selten).

Selbstverständlich mendelt sich aber hin und wieder die Form des alten spanischen Presas (Alanos) heraus. Weshalb einige Exemplare des (heutigen) Cane Corso nicht ganz einfach vom (heutigen) Dogo Canario zu unterscheiden sind.

Man findet in Italien (vornehmlich Süditalien) aber sehr wohl Züchter die seit Generationen nur mit reinen Presas (Alanos) züchten und diese für Kämpfe, sowie für die Rinderarbeit heran ziehen. Diese reinen und wertvollen Exemplare werden fälschlicher Weise von einigen Laien als “Cane Corso“ klassifiziert. Nur der Experte vermag es die Unterschiede der Zuchtlinien zu erkennen. Besonders verwirrend für einen Außenstehenden erscheint sicher die Tatsache, dass sich auch einige Cane Corso Züchter dieser echten Presas bedienen, um quasi ihre Cane Corso Zucht charakterlich aufzupeppen.

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(“Alano – Cane é Presa”)

(“Alano – Cane é Presa”)

Der heutige Cane Corso ist bei den Schönheitszüchtern sehr beliebt. Das Ausstellungslager war es dann auch, dass dafür verantwortlich zu machen ist, dass der moderne Cane Corso leider sehr viele Krankheiten sowie einen häufigen Mangel an Leistungsfähigkeit aufzuweisen hat.  Besonders die HD sowie erblich bedingte Herzerkrankungen sind bei den Hunden der Schönheitszüchter mehr als häufig.

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(Seltener Farbschlag)

In Italien ist der Schutzhundesport recht beliebt (auf jeden Fall wenn man das mit Spanien vergleicht). Viele mögen große und wehrhafte Wach- und Schutzhunde. Nicht wenige haben auch einen Faible für die (selbstverständlich) verbotenen Hundekämpfe. Der Cane Corso wird auch häufig, meist mit mäßigem Erfolg, für die Schutzhundearbeit herangezogen. Bei genauer Betrachtung fällt aber auf das viele der angeblichen Leistungs-Cane Corso direkt auf  spanische Presas oder aber auf “Bandogs“ („Bandog“ hier als Begriff für eine Kampfhundekreuzung und nicht historisch angewandt).

 

(Presa/Dogo Canario in Italien)

In Italien findet man übrigens auch extrem große „Pitbulls“, die zur Verwirrung einiger übrigens häufig auch an den Ruten kupiert werden. Das Kupieren der Ruten, oder „docken“ wie die Pitfreunde sagen, ist in Italien übrigens bei vielen Arbeits-Rassen und Gebrauchs-Kreuzungen üblich, auch wenn diese Hunde im Ausland häufig nicht beschnitten werden.

Der heutige Cane Corso würde, wenn man das Glück hätte einen gesunden und wesensfesten zu finden, sich eigentlich für alle Aufgaben eignen, für die sich auch unsere Rasse eignet. Nur ist es halt erdenklich schwer einen wirklich guten Rassevertreter zu finden. Der Qualitätsdurchschnitt ist bei uns auf jeden Fall weit höher. Und umso besser der Cane Corso (im Punkto Wesen, Gesund, Leistung) ist umso mehr Alanoblut (Presablut) führt er meistens…

Diese Zeilen mögen den Freunden des Cane Corso etwas ketzerisch erscheinen, doch wer uns kennt weiß, dass wir alles klar aussprechen wollen und nichts schönen wollen. Vereinzelte Cane Corso gefallen auch mir sehr gut, doch die entsprechen auf keinen Fall dem Durchschnitt.

Bitte lesen Sie auf folgenden Artikel:

Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster„Der spanische Alano in Italien“.

Ihr

Arne Pohlmeyer

  

Der Dogo Mallorquin FCI (Ca de Bou)

 Der Mallorquinische Alano und sein Weg in die Sackgasse

(Heute)

(Früher)

Der Dogo Mallorquin ist eine spanische Hunderasse, die ebenfalls auf den alten spanischen Alano zurück zu führen ist.

Auch er wurde schon, mit allerlei verschiedener Namen belegt. Wie wir die uns schon lange mit den spanisch geprägten Doggenschlägen befassen wissen, bei leibe keine Seltenheit.

Neben dem neuen FCI-Rassenamen, wurde er in Spanien unter anderem auch als, Ca de Bou, Perro de Presa, Alano Mallorquin, Presa Mallorquin bezeichnet.

 (Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 (Spanischer Alano)

 (Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 (Spanischer Alano)

 

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

 

 (Spanischer Alano)

 

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

(Spanischer Alano)

(Ca de Bou – Mallorquinischer Alano)

In Deutschland spricht der kynologisch interessierte, von der Mallorca Dogge oder vom mallorquinischen Bullenbeißer.

Wie einige der Namensvarianten schon erahnen lassen, „stammt“ er von den Balearen. Viele würden hier noch genauer die Insel Mallorca  angeben, doch das wäre meiner Meinung nach doch zu spezifisch ausgedrückt.

Genau genommen hat die Rasse ihren Ursprung sogar auf dem spanischen Festland, von wo aus Doggen auf die spanischen Inseln gebracht wurden. Es handelte sich damals um reine Alanos, die wohl im Typ des Stierkampfhundes standen. Diese Hunde wurden auf dem Festland häufig als Alano de Toro oder Perro de Toro tituliert.

Auf den balearischen Inseln wurden sie etwas später häufig auch Ca de Bou genannt.

Ca de Bou bedeute ins deutsche übersetzt ungefähr soviel wie Ochsenhund.

Wie so oft ist es auffällig, dass alle Namen mehr oder weniger funktionsbeschreibend waren.

Diese spanischen Bullenbeißer (spanische Alanos) wurden auf den Inseln auch wieder für die Arbeit an Rindern und für Kämpfe mit Stieren herangezogen.

Des Weiteren schätzen die „Insulaner“ die überzeugenden Wachhundeigenschaften, die diese Alanos an den Tag legten. Diese Alanos erwiesen sich auch auf den Balearen als hart und zäh, sowie als überaus kampffreudig.

In den Zeiten der englischen Bestatzung, führten die Engländer auch ihre Bulldogen ein, die sie für Hundekämpfe verwendeten. Die Engländer waren leidenschaftliche Anhänger von Tierkämpfen, die sie mit allerlei „sportsmännischen“ Regeln belegten und im grossen Still organisierten. Dies war der Auslöser weshalb auch der mallorquinische Alano vermehrt zu diesen brutalen Tierkämpfen herangezogen wurde.

Die Engländer waren begeistert von der Qualität der spanischen Doggen. Um die häufige Frage nach dem Gewicht gleich abzuarbeiten, es gibt Quellen aus denen hervorgeht dass diese mallorquinischen Doggen von den Engländern mit einem Gewicht um die 45 kg angegeben wurden.

Auch die einheimische Bevölkerung fand Interesse an diesem rohen Zeitvertreib. Der Hundekampf begann auf den Balearen zu blühen.

Immer wieder kam es zu züchterischen Vermischungen mit den englischen Bulldoggen der Besatzer. Allmählich veränderte sich das Erscheinungsbild des mallorquinischen Alanos. Er führte mittlerweile einen nicht mehr zu verleugnenden Anteil englischen Blutes.

Bei den englischen Bulldogen, die die Besatzer damals einführten, darf man natürlich nicht den Fehler begehen an die heutigen verkrüppelten Bulldogen der Schönheitsaussteller zu denken. Es waren noch echte leistungsfähige Arbeitshunde.

(Engliche Bulldoggen, alten Typs)

Neben diesen englischen Hunden soll diese mallorquinische Dogge auch etwas Blut vom Ca de Bestiar (Perro de Pastor Mallorquin)erhalten haben. Der Ca de Bestiar ist ein heute noch existierender Schäfer- bzw. Treibhund. Man muss aber anmerken, dass der Ca de Bestiar ein grundlegend anderes Wesen als eine traditionelle spanische Dogge an den Tag legt. Er ist mehr ein scharfer und auch etwas aggressiver Treiber- / Schäferhund, sicher ein guter (argwöhnischer) Wächter, aber sicher ein doch artfremder Hund zum spanischen Alano.

Die ersten mallorquinische Doggen, könnte man also noch mit großer Berechtigung als reine Alanos bezeichnen. Doch durch den deutlichen Einfluss von Englischen Bulldoggen und vielleicht auch durch etwas Einfluss des Ca de Bestiar, kann man den späteren  mallorquinische Kampfhund nur noch als Verwandten des alten spanischen Alano anführen.

 

 

(Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

(Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

 (Akzeptabeler Typ. Heute nur noch seltene zu finden)

1964 wurde von der FCI der Rassestandart mit der Namensbezeichnung „Perro de Presa Mallorquin“ vorläufig anerkannt. Diese Annerkennung, und mit ihr wieder eine steigende Popularität, kam aber genau genommen zu spät, den in den 60er Jahren existierte nur noch einige wenige Exemplare dieser „Hunderasse“. Etwas später (in den 1970ern) wurde ein Versuch gestartet diese alte „Rasse“ wieder aufzubauen und ihr neues Leben einzuhauchen.

Durch ein mehr oder weniger durchdachtes und ausgearbeitetes Zuchtprogramm, begann man durch verschiedene Kreuzungen und gezielte Inzucht wieder eine größere Population zu schaffen. In dieses Zuchtprogramm wurden neben den alten, noch gebliebenen Exemplaren einige Ca de Bestiar und englische Bulldoggen heutigem Ausstellungsformates (!) eingeführt.

(Ca de Bestiar / Pastor Mallorquin)

Sicher war der Ca de Bestiar- Anteil weit geringer als der der englischen Bulldoggen.

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

Heute ist die Population auf ein, als gesichert zu bezeichnendes Maß, angestiegen. Der spanische Name wurde von der FCI auf  “Dogo Mallorquin“ geändert. Man sieht ihn wieder überall auf Ausstellungen herum stehen, man könnte also sagen, dass es sich zum guten gewand hat(?)

 – Nein das hat es leider nicht, ein wirkliches Aussterben hätte, so hart es auch klingt, in meinen Augen dem stolzen Hund von damals besser angestanden, als dass er jetzt als Zerrbild seiner selbst durch die Ausstellungsringe wartscheln muss.

 

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

(Dogo Mallorquin – heutiger Typ)

Der Dogo Mallorquin ist durch die neuzeitigen Einkreuzungen von englischen Schönheits-Bulldoggen so beschädigt worden, dass  er leider nicht mehr als gesunder Arbeitshund zu bezeichnen ist.

 

 (Englischer Bulldog)

Natürlich gibt es auch hier, einige positive Ausnahmen, von Züchtern, (die wohl unbewusst), mehr oder weniger und auch nur hin und wieder den alten Alanovater herausmendeln.

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

 (Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

(Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

 (Unpopulärer noch arbeitsfähiger Typ)

Ausserhalb von Spanien, ist der Dogo Mallorquin besonders im ehemaligen Ostblock (vornehmlich in Polen), sowie in Frankreich recht beliebt.

Des Weiteren gab es schon sehr frühe spanische Exporte nach Puerto Rico, wo man auch heute noch viele Dogo Mallorquins finden kann. Im Schnitt wurden die Ca de Bous in Puerto Rico nicht ganz so stark durch die Schönheitszucht deformiert, wie es bei uns in Europa der Fall.

Auch findet man ab und zu in unseren Breitengraden, kleine aber doch recht sportliche und sogar temperamentvolle Dogo Mallorquins, bei genauerer Recherche handelt es sich aber häufig um Pitbullmischlinge die mit dem echten Ca de Bou nicht viel gemein haben.

Der heutige Dogo Mallorquin ist (zu 95 %) also ein reiner Ausstellungshund ohne Funktion. Sicher interessant für Leute die auch mit der Anschaffung einer englischen Bulldogge geliebäugelt haben.    

Trotz der zum Teil schönen Fotos die ich hier eingefügt habe, darf man sich nicht täuschen lassen, der heutige Dogo Mallorquin schließt sich im Groß wohl für aktive Leute, die einen sportlichen Familien-, Arbeits- und Schutzhund suchen, aus. (Ausnahmen bestätigen auch hier leider nur die Regel).

Ob sich das Steuer beim Dogo Mallorquin noch in die richtige Richtung lenken lässt, wage ich zu bezweifeln.

Arne Pohlmeyer

Der Alano Espanol eine eigenständige Hunderasse?

Vorab muss man erst einmal herausstellen was “Alano“ eigentlich heißt. 

“Alano“ heißt übersetzt Dogge!

Was also schon mal eindeutig zu sagen ist, dass es sich hier um einen doggenartigen Hund handelt, sprich ein Hund vom Doggen-Typ. 

Nun gibt es ja bekanntlich eine ganze Reihe von Rassen die allgemein dem Doggentyp entsprechen. 

So gibt es neben dem Alano Espanol auch den Alano de Bordeaux (die Bordeauxdogge) den Alano Ingles (Englische Dogge), den Alano Brasileiro (Brasilianische Dogge), den Alano Cuba (die Kuba Dogge) um nur einige andere Doggen zu erwähnen. 

“Alano“ ist also keine Rassebezeichnung sondern nur eine Typbezeichnug: 

Alano=Dogge

Nun lässt sich beim “Alano Espanol“ ziemlich einfach ableiten, dass es sich um eine spanische Dogge handelt. 

In Spanien existierte seit dem frühen Mittelalter eine wehrhafte Dogge die zur Jagd auf wehrhaftes Wild, zum bändigen von Stieren sowie als Wach- und als Kriegshund Verwendung fand. Diese Dogge wurde allgemein als Alano bezeichnet. 

Dieser alte spanische Alano erreichte im Laufe der Jahrhunderte einen weltweiten Ruf als unübertrefflicher Packer.

Español

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El respeto de todos los criadores y recuperatores de Alano Espanol y el G.A.P.A.E. !

Un agradecimiento especial para el Sr. Dr. Contera, Sr. Augustin del Rio, Sr. Manuel Járen Nebot,

Sr. Joaquín Cárdenas y Sr. Jose Ignacio Vega.

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Ist der alte Alano restlos ausgestorben?

Der “Alte Alano“ verschwand im 20 Jahrhundert nahezu vollkommen von der Bildfläche, da sein Einsatzfeld immer kleiner wurde. Für Stierkämpfe wurde er kaum mehr verwendet, Kriegshunde brauchte man auch nicht mehr und bei den großen spanischen Monterias (den Drückjagden auf Hochwild) waren die, häufig etwas unverträglichen, Packer auch nicht mehr so gern gesehen.

So starb der “Alte Alano“ fast(!) aus. Die reinsten Nachfolger der alten Alanos (Alanotypen) finden wir heute in der modernen Rasse Presa/Dogo Canario und in einigen wenigen Exemplaren die in den spanischen Regionen Carranza, Cantabria, Vizcaya (Carranza), Llera (Burgos) rein erhalten blieben (so der Stand der Kynologie).

Diese wenigen Exemplare reichten aber nicht vollkommen aus um den alten Alano ohne neues Blut am Leben zu erhalten. (Lesen Sie bitte hierzu auch den Bericht über die Reinrassigkeit, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier)

Verschiedene Typen von Alano Espanoles?

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??? Echte Alanos, Boxer, Mixe, Presas de Jabali ???

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Wir finden in Spanien immer wieder leistungsfähige Hunde die als spanische “Alanos“ bezeichnet werden, und im besten Typ liegen. 

(Vergleichbar im Formwert mit Hunden wie z.B. unserer Tara, Sheila, El Toro, Jinete, Capitán, Cobra etc.). 

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(Capitán de la Arena)

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Diese guten, typischen Alanos finden wir in der Regel bei Rinderzüchtern und Jägern die als Meuteführer auf die Schwarzwildjagd spezialisiert sind (schließlich eine der typischen Aufgaben der alten Alanos). 

 

Auch waren wir in den letzten Jahren häufig recht verwundert, was man plötzlich für (aus unserer Sicht) untypische Alanos in Spanien bei einigen Züchtern und vor allem auf Ausstellungen finden konnte. 

 

Und leider gibt es auch welche die überhaupt keine echten Alano Zuechter sind. In Spanien beginnt so allmählich wieder ein echter Alano Boom, was dort in der einschlägigen Presse so alles als “Presa” oder “Alano Espanol” angeboten wird Bedarf einer genaueren Überprüfung. Man findet mittlerweile die verschiedensten optisch stark von einander abweichenden Typen, in den verschiedensten Preiskategorien. Man erhält fast den Eindruck, dass da alles zwischen Presa/Dogo Canario und Boxer und zwischen Pit und Dogo Argentino etc. als Alano Espanol angeboten von verramscht wird.

 

Bei vielen Züchtern die über Hundeklubs züchten, fanden wir Hunde die eher dem Typ des Deutschen Boxers entsprachen als dem des alten Alanos, viel zu kurze Fänge, falsche Winklungen, zu wenig Gewicht etc., auch waren diese Hunde auffällig bzw. untypisch verträglich mit anderen Hunden. Wurde doch von den Alanos aus alter Zeit so häufig berichtete wie schwierig sie auf den Monterias zu führen waren, da sie häufig das Raufen anfingen. Vor allem war der Transport der Alanos häufig recht abenteuerlich. 

 

Nun sahen wir plötzlich “Alano Espanoles“ die lustig im Rudel herumtollten, Rüden spielten ohne Dominanzgehabe miteinander ohne dass auch nur ein Funken Streit aufkam. So etwas erfreut einen natürlich, gerade wo wir doch bei unseren Hunden (vor allem bei den Rüden) zu Haus, in Deutschland, doch häufig größere Probleme mit dem Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden haben. Aber merkwürdig war es doch, gerade wenn man die alten Schriften und Erzählungen nicht vergisst in dem immer wieder von den angekoppelten Alanos gesprochen wird. Eine Koppel bestand aus einem Rüden und einer Hündin, nie mehr. 

Also mussten wir diese neuen Alano Espanol-Typen doch etwas genauer unter die Lupe nehmen…

 

Sie sahen auf den ersten Blick aus wie Boxermischlinge. Mischlinge mit deutschen Boxern? Dabei kamen mir dann einige Zeilen von Rudolf Sewerin in den Kopf, R. Sewerin schrieb einmal: …„Ein Tierarzt hat sich in Madrid in der Vergangenheit immer wieder damit interessant gemacht, hat diese Hunde sogar unter dem Namen Alano gezüchtet. Wir wissen aber inzwischen verbürgt, dass es sich bei seinen Alanos um Boxermischlinge handelt, Hunde um die 25 kg“… 

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Ich denke dass Rudolf Sewerin hier wohl den Züchter und Kynologen Dr. Contera meinte, der ein wichtiger Mann in der neuen Entwicklung des Alano Espanol war und der aus der Nähe von Madrid stammt. Dr. Contera beschäftigte sich seit 1977 mit dem spanischen Alano und seinen Nachfolgern. Auch wenn Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Sewerin wohl mit seinen Recherchen nicht falsch lag, ist (meines Wissens) hier eine Bezug auf Senior Contera nicht angebracht. Neben den vielen Züchtern die den bulldogartigen, boxerähnlichen Alano Espanol Typ züchten und favorisieren, lehnt Contera diesen strikt ab. Ebenso wie den boxerähnlichen Alano-Typ verurteilt er den Vorbiß als Gebißform auf’s schärfste! (Ob dies eine neue Sinnes-Wandlung ist, wie einige behaupten, oder schon immer so war kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Gewissheit sagen. Ihm war allerdings immer eine Betonung der Funktionalität und der Leistungsfähigkeit des Alanos sehr wichtig. Dr. Contera favorisierte allerdings einen sehr hochläufigen und eher leichten Typ, da er meinte, dass dieser auf den Monterias in seiner Geschwindigkeit den Findern (meist Podencos Ibericos) in nicht all zu viel Geschwindigkeit nachstehen würde. 

 

Dieses Motiv klingt zwar logisch, verwundert aber doch wenn man auf die ursprünglichen Monterias blickt, wo die Alanos überhaupt nicht frei zum stöbern geschickt wurden, sondern ausschließlich zum “Festmachen” eingesetzt wurden. Der Rüdemann (“Alanero”) schnallte seine Alanos erst, wenn die Findermeute die Sauen gefunden und gestellt hatten. Die Alanos wurden nicht frei mit der Findermeute losgelassen, sondern gezielt an den sogenannten “Bail” herangebracht und erst dann geschnallt. Es war eigentlich nicht üblich die Alanos zu schnallen, wenn sie nicht direkt Schwarzwild vorhatten.

 

Senior Contera ist sicher ein ernstzunehmender Kynologe dem Respekt gebührt. Neben dem Alano Espanol beschäftigte er sich auch einige Zeit mit einem spanischen Hühnerhund, dem er in spanischen Jägerkreisen zu viel Ansehen verhalf.

 

Viele weitere spanische Züchter gesellten sich zu der “Rekreation” des Alanos. Die meisten kreuzten moderne Hunderassen die wiederum Blut der alten Alanos führten, wie z.B. Dogo/Presa Canario, Dogo Argentino, Ca de Bou ect. . 

Die meisten von Ihnen betonten, dass sie einen leistungsfähigen Hund schaffen wollten. 

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Neben dieser positiven Einstellung zum Alano, war ihnen aber auch der folgenschwere Irrglaube zu Eigen, dass es sich beim Deutschen Boxer um einen reinen Alano-Sohn handelt. 

Da kamen wir natürlich ins Grübeln. 

Bei deutschsprachigen Autoren, fanden wir so gut wie keine Hinweise auf diesen modernen “Alano Espanol”. Im Infomaterial von Stefan B. fanden wir folgendes:

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Die beiden (hier angeführten) Texte über den Alano Espanol von Stefan B. unterschieden sich doch nicht unerheblich voneinander. Also hieß es weiter recherchieren, alte Kontakte aufwärmen und schauen was wir über diese modernen boxerartigen Alano Espanols raus finden.

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Castro Diaz

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Einen kleinen Teil der Resultate unserer Recherchen, sehen Sie hier in diesem Artikel. 

 

Alano Espanol spanischer Rückzüchtungsversuch

Der alte, wahre, historische und authentische Alano ist war ein Hundetyp, keine Rasse im Sinne der FCI, der auch in der heutigen Zeit Nachfolgerassen hinterlies.

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Hunderassen wie Presa/Dogo Canario, Dogo Marlorquin, Dogo Argentino, Villano de Encartaciones, Cane Corso, Flia… etc. führen alle (mehr oder weniger viel) Blut dieses alten Alanos. Die neue spanische Hunderasse Alano Espanol führt ebenso Blut der alten Alanos ist aber keinesfalls automatisch mit diesen gleichzusetzten!

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Deutlich bevor sich in Deutschland jemand um die Wiederbelebung des Alanos bemühte, schloss sich in Spanien eine Gruppe von Veterinärstudenten zusammen. Dies wird mehr oder weniger genau auf 1980 datiert. Diese Gruppe bemühte sich einige Hunde, die den Anschein machten echte Überreste des Alten Alanos zu sein, zu finden. Einige “Presas” konnten sie erwerben und begannen mit ihnen die Alano Espanol Zucht.  Auf diesen Zuchtanfang basiert der Großteil der aktuellen Alano Espanol Zuchten die man heute finden kann. Die Zucht kam natürlich nicht ohne Einkreuzungen weiterer Hunde aus, da die Basis viel zu gering war um nur mit Nachkommen dieser ersten “Alano Espanols” aus den 80er zu züchten.

Diese Hunde wurden verschieden Hunden und Rassen gekreuzt und ihre Linien erweitert. Wie in diesem Artikel erwähnt gab es auch einige nicht unerhebliche Einkreuzungen mit Fremdrassen wie z.B. den erwähnten Deutschen Boxer.

Dr. Contera, der zu der Pionier-Gruppe der ersten “Alano Züchter” gehörte. Bemängelt und verurteilt die Entwicklung “seiner” Rasse, seines Alano Espanoles” und schreibt heutzutage folgendes zu diesem Thema (übersetzte und zusammengefügte Textzitate aus dem spanischen):

…”

…” Die meisten der heutigen Alano Espanol-Züchter züchten nicht im Einklang mit der Tradition, sondern haben die Selektion der Rasse auf den Teppich des Ausstellungsrings verschoben. Der offizielle (und aktuelle) FCI-Rassestandart ist mehr als widersprüchlich, verwirrend und würde die Boxermischlinge verteidigen. Des Weiteren ist im Standart kein “Hinweis” auf den Alano Espanol als Jagdhund, da den Verantwortlichen die Funktionen des Alano Espanol nicht wichtig ist. Alano Espanoles werden aus diesem Grund immer attraktiver für Stadtmenschen und Privatpersonen die den Alano Espanol in der Etagenwohnung halten wollen. 

Die Züchter fördern die falsche Vorstellung, dass der Alano ein sanftes Haustier sei. 

Der schlimmste Fehler ist, dass die Rasse keinen Funktionstest unterzogen wird und dass mit Hunden mit Vorbiß gezüchtet wird. Der Vorbiß (vorgreifender Unterkiefer) hat den ganzen Alano Espanol geschwächt.  

Die Einkreuzungen von Boxern führte zu einer Verkürzung der LebensdauerDer echte Typ des Kopfes (Kopfform) ist so gut wie verloren. Die meisten Alano Espanol Züchter sind “Doggy-Menschen” und keine echten Jäger. Sie haben Scheuklapen auf, sprechen mit gespaltenen Zungen und haben die Rasse Alano Espanol in nur 4 Generationen bis zur Unkenntlichkeit zerstört.  Sie haben die Rasse in der Form geschwächt,  sie haben den Hund versüßt und sabbelig gemacht, ihn liebevoll, sensibel und laut gemacht. Alles um ein attraktives Haustier für die städtischen Bewohner zu erschaffen. Die Hunde haben neben dem Vorbiss, ultra-konkave Profile, wirken plump und zylindrisch. Die Alanos Espanoles haben nun hervorstehende runde Augen

Die südspanischen Züchter haben zweitklassiges Zuchtmaterial eingeführt. Sie haben einen Krüppel zur Zucht verwendet. Der berühmt “Turco” ist ein Boxer aus Bilbao. Eine Reihe weiterer inakzeptabler Rasseexemplare folgten in die Zucht: TarantoCurroGoicoVitorino etc. verbreiten den falschen Typ und die erwähnten Fehler. Sie beschmutzen das Blut des Alano Espanol. Jeder sollte den Stammbaum seines Alano Espanol nach diesen Hunden durchsuchen und darauf achten, dass die Namen dieser Hunde nicht in der Ahnenreihe der Welpen auftauchen. “…

“…

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Um kein böses Blut aufkommen zu lassen, dies habe nicht ich sondern Dr. Contera der Alano Espanol Pionier geäußert!!! Es wird nämlich eine ganze Reihe Alano Espanol Züchter und Welpenkäufer geben, die die aktuellen Aussagen ihres „Rassepioniers“ nicht besonders ermunternd finden werden. Da die erwähnten Namen der AE-Rassevertreter in vielen Ahnenreihen auftauchen (vornehmlich im AE-FCI-Club, aber auch bei einigen anderen Züchtern und Vereinen).

Um aber informativ und umfangreich über die Thematik des „falschen Alanotyps“ zu berichten, ist es sicher nicht uninteressant einen der (wenn nicht sogar DEN)  Alano Espanol „Recuperations“-Pioniere hier zu Wort kommen zu lassen.

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Fairer Weise muss man aber anmerken, dass es auch zu Beginn der neuen spanischen Rückzüchtung des Alano Espanoles, bereits Hunde gab die in der Kopfform, stark den bulldogartigen Typ präsentieren und dies stark an die nachfolgenden Generationen weitergaben. Natürlich kann es sein, was man manche ebenfalls erzählen, dass diese Hunde zuvor auch schon mit Rassen wie Boxer u. eng. Bulldog etc. vermischt waren, doch wurde dies in den 80er bis 90er Jahren, von den Pionieren des Alano Espanol, noch nicht so negativ gewertet, wie sie es heute tun.

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Vater

Sohn

Enkel

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Carpintero” ist einer der Hunde, die den Ursprung des modernen Alano Espanol bildeten. Seinen runden Oberkopf, seinen kurzen stupfen Fang und sein aufgezogenes Nasenbein vererbte er und seine Kinder an die nachfolgende Generationen weiter. Auch die buschigen Ruten (siehe Altermira und Chato) verankerten sich in einigen Zuchtlinen. 

Eine weitere “Linie” die in Spaninen und mittlerweile international polpulär geworden ist, ist die “Turco-Linie“:

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Vater

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Tochter

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Enkel

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Urenkel

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Ur-Enkel

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Ur-Ur-Enkel

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Es gibt aber auch “Linien” die den historischen Typ des alten Alano, zumindest in guter Form, herausgemenelt haben. Die Unterschiede der folgenden Ahnenreihe (Bilderreihe) im Vergleich zu den beiden oben angeführten, sollten dem interessiertem Betrachter wohl nicht verborgen bleiben.

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Mutter

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Tochter

 

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Enkel

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Ur-Enkelin

Der neue boxerähnliche Alano Espanol “Alano Espanol moderno”

In der Zwischenzeit wurden ja im Internet etliche Alano Espanol Seiten eingestellt die häufig (nicht alle) auch diese Boxer ähnlichen Typen zeigten. Auffällig hierbei, dass fast alle dieser Züchter zwar immer auf die alten Funktionen, vor allem auf die Verwendung des Alanos bei der Schwarzwildjagd pochten, in der Regel aber eigentlich keine Meuteführer und somit Praktiker waren. Zwar findet man auf ihren Internetseiten häufig auch ein, zwei Bilder von Hunden an ihrem Hausrind oder an der wohlbekannten Gatter-Bache nebenan, dass war’s dann meistens aber auch.

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Zwei Alano Espanol im neuen Typ

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Natürlich verkauften auch einige von Ihnen ein paar Hunde an Jäger und natürlich nahmen vielleicht auch einige mal an einer Saujagd teil. Von passionierten Jägern oder Jagdgebrauchshundezüchtern zu sprechen würde hier aber doch zu weit führen.

Auch ist der durchschnittliche, spanische Meuteführer nicht bereit die durchschnittlichen Clubpreise zu bezahlen.

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Ruck Zuck ging es auch los, dass diese Alano Espanol-Züchter (spanische Doggenzüchter) ihre Hunde auf Ausstellungen präsentierten, was wie jeder Liebhaber von gesunden leistungsfähigen Hunden weiß, immer ein Schritt in die Zerstörung einer Rasse ist. Hundeshows haben immer alle Arbeitsrassen nachhaltig beschädigt!

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Positives muss man aber auch erwähnen! Erfreulich stellten wir fest, dass das historische Wissen dieser Züchter weit größer war als das geschichtliche Wissen der meisten kanarischen Züchter!

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Auch stellten wir fest, dass viele Züchter dieses neuen Typs behaupteten, dass Ihre Hunde rein auf die wenigen überlebenen Alano Exemplare zurück gingen. Dies erschien uns wenig glaubwürdig, da es nach aller Wahrscheinlichkeit nicht genügend alte Exemplare waren um ausschließlich auf sie aufbauen zu können. Eine neu kreierte „Storie“ besagt, dass angeblich 300 reine Exemplare (hauptsächlich im Baskenland) gefunden wurden. Dies ist eine reine Schutzbehauptung, um der FCI eine neue, eigenständige Rasse aufzutischen. Selbst wenn wir glauben würden, dass die Zahl so groß war, wäre dies ohne Belang, da ziemlich genau festgehalten wurde wie viele bzw. wie wenige Hunde überhaupt in die Rekreation (oder “Recupertion”) des neuen Alano Espanol floßen. Vor Ort konnten wir die meisten Züchter dann doch zu ehrlicheren Aussagen bringen. Nach dem wir den Züchtern etwas auf den Zahn füllten, erhielten wir dann in der Regel als Antwort folgende Aussage:

Es wird versucht den alten Alano anhand seiner Nachkommen (Seiner Söhne) wieder zu rekonstruieren – diese neue Rekreation wird von den meisten als “Alano Espanol” geführt!

Beginn der Rekonstruktion war mehr oder weniger genau 1980, wo sich eine kleine Gruppe auftat um den “Alano Espanol” als eigenständige Rasse wieder zu beleben. Nun gab es vorher auch genügend Züchter bzw. in der Regel Jäger die Ihre Hunde als Alano Espanol oder auch schlicht als Presa oder Alano bezeichneten, die im Typ auch unseren Hunden entsprachen. Aber hier wollen wir uns jetzt erstmal mit dem boxerähnlichen, leichten Hunden beschäftigen, die so viele aus dem Internet kennen.

Die Züchter dieses neuen Typs mischten also verschiedene moderne Rassen zusammen, hier wurden meistens folgende Rassen genannte Presa/Dogo Canario, Ca de Bou und Dogo Argentino, sowie der Villano de las Encartaciones (den Villano de las Encartaciones kann man “noch” nicht als moderne Rasse bezeichnen). Soweit ja auch noch logisch aber dann wurde von einigen Züchtern auch vermehrt der Deutsche Boxer (und gelegentlich auch reine Jagdhunde / Laufhunde) in das Zuchtprogramm aufgenommen.

Ein Fakt den man meist erst vor Ort zu hören bekommt. Man muss halt richtig fragen, denn viele Züchter die im Internet nichts vom Boxer erwähnten, antworteten auf die Frage in welcher Generation der eine oder andere Hund einen Boxer führt, erstaunlich offen und präzise.

Nun muss man hier auch sagen, dass diese Spanier sehr wohl wissen, dass der Presa/Dogo Canario, der Villano de las Encartaciones “Presa Encarto” und der Presa/Dogo Malorquin (Ca de Bou) in ihrer unvermischten Variante eigentlich komplett echte und reine iberische Alanos sind und das der Dogo Argentino (“Alano Argentino”) zu über 70 % auf reine alte Alanos zurück geht. Deshalb war es ja auch mehr als logisch das sich die spanischen Züchter an diese direkten Söhne hielten. Nur, gibt es bei einigen Züchtern den fest verankerten Irrglauben das auch der Deutsche Boxer vom spanischen Alano abstammt (und nicht etwa vom germanischen Bullen- und Bärenbeißer). Das ist einer der Gründe weshalb viele Züchter des neuen Alano Espanol -Typs (“Alano Espanol moderno“) recht offen zugeben, dass teilweise massiv Deutsche Boxer eingekreuzt wurden. So massiv, dass sogar reinrassige Boxer (mit Papieren) gleich als Alano Espanols in den Clubs registriert wurden.

Durch diese neuen Züchter ist der Bekanntheitsgrad des Alano Espanol in Spanien so explosionsartig gestiegen, dass es mittlerweile eine Reihe von Clubs, Rassestandarts und Züchter gibt.

Auch gibt es wieder verschiedene Unterlager, die als Rassebezeichnung zum Beispiel Villano, Perro de Presa Espanol oder Perro de Toro Espanol fordern und sich absolut ungebunden und selbstständig sehen.

Wie in Spanien häufig, sind sich die meisten Züchter “Spinne Feind“, weshalb jeder zweite auch seinen eigenen Zuchtverband gegründet hat. Seit dem gibt es auch (leider) immer mehr Alano Espanols die vollkommen ohne Funktion in Privathand stehen, Leute die die Hunde weder jagdlich noch sonst irgendwie nutzen. Und sicher sind es in Zukunft wieder diese Leute und Züchter die man auf Ausstellungen durch den Showring stolzieren sieht.

Verschiede Alano Espanol-Clubs, Vereine und Verbände, die in einigen Punkten den Typ betreffend, teilweise grundverschiedene Auffassungen vertreten, gibt es in Spanien mittlerweile in großer Zahl.

Gegen besseres Wissen, wird in Deutschland häufig behauptet es gäbe nur einen einzigen Alano Espanol Verband in Spanien, natürlich der mit der spanischen Canida (FCI) kooperiert…

Aber dass alles kennt man ja auch von anderen Rassen, wo nur diejenigen genannt werden die sich der Schönheitsdachorganisation der FCI unterwerfen und häufig selbst zu der Zerstörung ihrer Rasse beitragen.

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 Link zu einer Bildergallerie mit weiteren Bilder des Typus “Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlano Espanol moderno”, klick hier!

Die reinsten spanischen Alanos findet man in der Rasse Presa/Dogo Canario und in wenigen Exemplaren des Presa Encarto

Jetzt stellen sich sicher viele die Frage ob denn demnach alle Alano Espanol Züchter mit Boxermischlingen züchten, die Antwort ist NEIN, es gibt sehr wohl noch Züchter die Alanos im echten alten Typ züchten, sie bezeichnen sie häufig als Perro de PresaPerro de AgarreAlano Jabali aber auch als Alano Espanol.

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Es sind durch die Bank alles Züchter, die ihre Hunde auch tatsächlich für die Sauhatz oder für die Arbeit an den Rinderherdenzüchten und nicht für den internationalen Internetverkauf.

Sie sind in der Regel keinem Verband angeschlossen und arbeiten autark. (Wobei ich an dieser Stelle hinzufügen muss, dass sich Mittlerweile auch Organisationen gebildet haben, die den Alano Espanol, mehr oder weniger, leistrungsorientiert betreuen. Sie lehen den Ausstelungsring als Selektionsmerkmal ab).

Selbstverständlich gibt es hin und wieder, auch in den spanischen „Schönheits-Clubs“ einige wirklich leistungsorientierte Züchter, doch auch hier gilt leider der Leitsatz „Ausnahmen bestätigen die Regel“…

Um sicherheitshalber gleich im Vorfeld wieder Fehlinterpretationen auszuräumen, wir haben absolut nichts gegen die Züchter des neuen TypsDie meisten von Ihnen sind wirklich freundliche und hoch motivierte Personen über die wir hier nichts negatives sagen wollen!

Doch wollen wir dennoch klar herausstellen, dass deren Hunde (in der Regel) nicht den korrekten Typ der alten spanischen Alanos entsprechen, weder vom Wesen noch vom äußeren Erscheinungsbild (Formwert).

Und wie bereits erwähnt gibt es bei den Praktikern immer noch alte robuste Arbeitstypen, knochenstarke Alanos mit einem Rüden-Gewicht zwischen 40 und 50 kg, mit anständigem Fang und ordentlich Feuer im Wesen.

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Eine wirkliche Trennung zu den Bezeichnungen AlanoPresa Canario (Dogo Canario) und Presa Espanol lässt sich hier natürlich schwerlich ziehen.

(Lesen Sie hierzu bitte auch diesen Artikel über den Namenswirr unserer Rasse, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

Viele dieser alten robusten Typen stammen aus sehr traditionsreichen Linien, die nur von Praktiker zu Praktiker weiter gegeben wurden. Bei genauerer Nachforschung sind in vielen dieser Linien wieder Hunde von den Kanaren und einige dieser (wie oben geschildert) überdauerten, alten Hunde zu finden.

Es sind auch immer wieder Hunde dabei, die von spanischen Festlandzüchtern stammen, die wiederum nie auf Jagdeigenschaften selektiert haben (z.B. der Presa Canario-Zwinger „Atlas Asio“ hat mehrere seiner “Presas” an Jäger verkauft, die diese Hunde wiederum zur Weiterzucht ihrer Alano Jabali (Schwarzwild-Doggen) bzw. Alano Espanol genutzt haben.

Natürlich muss man sich auch vor Augen halten, dass viele der Meuteführer die Ihre Meuten (Rehalas) auf den großen Monteriasführen häufig nur wenige Packer dabei haben. Auch gibt es unter ihnen welche, denen es völlig egal ist aus welchen Linien ihre Alanos stammen bzw. teilweise auch andere Rassen sowie Mischlinge führen. Ihre Divise lautet: „Wenn der Hund funktioniert ist er gut, wenn nicht, dann ist er schlecht, mehr zählt nicht“.

So finden wir in manchen Rehalas häufig Hunde die als Packer genutzt werden, die im wesentlichen gar nichts mit den Alanos zu tun haben. Unter anderen finden wir neben den häufig verwendeten Alano-Sohn dem Dogo Argentino, auch Rassen wie BoxerMastin EspanolPitbull und (nicht einmal so selten) den Deutschen Rottweiler und allerlei Mischlinge (häufig Kreuzungen aus Podencos mit spanischen u. kanarischen Alanos oder mit Dogo Argentinos). (Lesen Sie hierzu bitte auch den Bericht über die spanische Saujagd, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

Aber wir wollen uns nicht allzu sehr mit Hunden aufhalten die uns vom alten Alano wegführen.

Zusammengefasst muss man also sagen, dass es in Spanien sehr wohl noch Alano Espanoles gibt die von Typ, von der Verwendung und von der Funktion sehr genau den Alanos entsprechen die aus alten Zeiten so rumreich die Jagd- und Geschichtsbücher füllten.

In der Regel stellen diese Hunde eine etwas leichtere Form des modernen Presas bzw. Dogo Canarios dar (Rassebezeichnung nach FCI).

Wir haben jetzt ja klar heraus gestellt dass, wie oben beschrieben (…“Die reinsten Nachfolger der alten Alanos (Alanotypen) finden wir heute in der Rasse Presa/Dogo Canario und in einigen wenigen Exemplaren die in den abgelegenen spanischen Regionen rein erhalten blieben“…).

Wir müssen uns aber genauso klar darüber sein , dass diese neuen boxerähnlichen Typen des Alanos nicht dem echten, alten Alano Typ entsprechen, uns auch glasklar vor Augen führen, dass die häufig überschweren deutlich zu massiven, übermolossoidien, unbeweglichen Dogo Canario Schönheitschampions, wie man sie bei vielen Ausstellern findet, genauso wenig dem echten Typ entsprechen. Gerade für die Jagd braucht man einen absolut gesunden, leistungsfähigen, ausdauerstarken und harten Arbeits-Typ.

Man findet die besten spanischen Alanos in der modernen Rasse Presa/Dogo Canario, aber auch hier nur wenn man sich die robusten und leistungsfähigen Arbeitsschläge raussucht, sowie bei den wahren Gebrauchszüchtern vom Perro de Presa Encarto und Alano Espanol.

Die einzige Rasse die unseren guten Hunden auf den Monterias, wirkliche Konkurrenz liefern könnte ist der Dogo Argentino, da es beim Dogo Argentino Linien gibt die seit sehr langen Zeiten konsequent auf die Schwarzwildtauglichkeit selektiert sind. Aber auch beim Dogo Argentino (Alano Argentino) wollen wir nicht vergessen, dass er ebenfalls auf unsere Spanische Dogge zurückreicht.

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Link zu einer Bildergallerie mit typvollen Alanos,Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster klick hier! 

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Abschluß – Liebe Leser

Bitte verzeihen Sie uns wenn wir uns in diesem Artikel mehrfach wiederholt haben, doch haben wir in letzter Zeit leider häufig feststellen müssen, dass einige unserer Artikel in der Kernaussage vollkommen falsch verstanden und wichtige Fakten vollkommen außer acht gelassen wurden.

Dies kann daran liegen, dass viele Leser die Berichte nur oberflächlich überfliegen. Dies ist sicher noch verständlich. Des Weiteren gibt es auch einige Gestallten in der deutschen Dogo Canario „Szene“, die nichts anderes zu tun haben, als Textpassagen von uns abzuschreiben (illegal zu kopieren) und in vollkommen falschen Zusammenhängen wiederzugeben.

Deshalb sehe ich mich gezwungen, bei unseren Artikeln in Zukunft mit deutlichen Merksätzen zu arbeiten. Dies soll Sie lieber Leser nicht befremden, ich bin selbstverständlich davon überzeugt, dass Sie vom Intellekt her absolut in der Lage sind, den Inhalt unserer Artikel auch ohne Merksätze voll zu erfassen.

Es grüßt Ihr

Arne Pohlmeyer

Nachtrag:

Uns wurde von einen engagierten Alanofreund einmal vorgeworfen, dass doch auch der spanische FCI- Alano Espanol Club, sehr wohl auch einige Jäger in seinen Reihen haben soll und auch dort die Leistung im Vordergrund stehen soll.

“!“Und bei diesen Züchtern eckt dieser Bereicht hier eventuell an.“!“

Sicher liegt es uns fern, in irgendeiner Weise zu provozieren, auch sind wir (wie mehrfach erwähnt) von der Gastfreundlichkeit einiger spanischer Züchter sehr angetan.

Doch wenn die Verantwortlichen des spanischen FCI-Clubs, ähnlich viel Wert auf die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und den Charakter des Alanos legen würden, wie wir dies tun, wären sie nicht zur FCI gerannt, hätten sie die „Rasse“ nicht als Rasse ohne Gebrauchsfunktion eintragen lassen und hätten sich nicht an Schönheitsausstellungen beteiligt. Eine Rasse mit eingetragener Gebrauchsverwendung (wie z.B. die Dienstgebrauchshunde oder die Jagdgebrauchshunde) können innerhalb der FCI bekanntlich akzeptabel existierten und gezüchtet werden. Doch der FCI-Antrag in Spanien, für den Alano Espanol, sah keine Gebrauchseintragung vor. Eben kein Jagdgebrauchshund, obwohl man dies in Spanien so häufig hört.

Demnach ist der Alano Espanol, laut FCI, ein weiterer so genannter „Luxushund“. Eine Hunderasse ohne Gebrauchsfunktion, vergleichbar mit Mops, Mastiff oder Mastino und all den vielen anderen..

Auch wollen wir (nachdenklich) darauf hinweisen, dass es auffällig ist, dass gerade die Züchter, die häufig Alano Espanols auf Schönheitsausstellungen führen, zu Hause häufig noch Mode- und Schmusehunde züchten, so gut wie nie aber andere Arbeitshunde.

Genauso muss man aber auch dem „Alano Espanol FCI Club“ zu Gute halten, dass er recht viel Engagement zeigt. Wobei er aber auch, aus politischen Gründen, einige Schlüsselfiguren der Alano Espanol Rekreation wissentlich totschweigt. Vereins-Politik halt…

Wir müssen in dieser Thematik sicher niemanden anprangern, doch wollen wir genauso unseren, ungezwungen, informativen und unabhängigen Schreibstiel beibehalten. Verpflichtet sind wir keinem Dachverband, keinem Züchter, sondern nur unseren Idealen zur Erhaltung der Rasse. Das Anecken scheint uns wohl zu Eigen zu sein…

Der Leser mit Weitsicht und der Fähigkeit geschichtliche und internationale Zusammenhänge und Parallelen zu erkennen, mag es uns verzeihen…

Merksätze zu diesem Artikel (Sicher ist Sicher)

Merksätze zu diesem Artikel:

-Das Wort “Alano“ bedeutet allgemein Dogge, es ist keine genaue Rassebezeichnung im Sinne der FCI!

-Alano Espanol heißt übersetzt Spanische Dogge.

-Die reinsten spanischen Alanos findet man in der Rasse Presa / Dogo Canario und im “Presa Encarto”.

-Der Alano Espanol ist streng genommen keine eigenständige Rasse. (Rein wissenschaftlich / kynologisch betrachtet). Wird sich aber vorraussichtlich in die Reihe der FCI-Ausstellungsrasse einreihen.

-Der Name Alano Espanol wird in Spanien von vielen verschiedenen Alano Espanol – Clubs und Verbänden als Rassebezeichnung verwendet.

Es gibt in Spanien sehr viele Hunde die von Ihren Züchtern als Alano Espanols geführt werden, diese sind häufig Kreuzungsprodukte aus den Rassen Deutscher Boxer, Dogo Canario, Dogo Malorquin, Villano de las Encartiones und Dogo Argentino u.a. . Wobei manche Züchter Ihre Alano Espanol-Zucht massiv auf den Deutschen Boxer aufgebaut haben. Diese Züchter und Hunde findet man auch häufig im Internet und trifft sie auf Schönheitsausstellungen, auf jeden Fall deutlich häufiger denn auf Drückjagden. Die Mehrheit dieser Züchter spricht von einer Rekonstruktion oder Rekuperation der Rasse / des Typs Alano Espanol. Diese Rekonstruktion soll Anfang der 80er Jahre begonnen haben.

-Viele dieser boxerähnlichen neuen Alanotypen sind genauso weit entfernt vom ursprünglichen echten, sprich alten spanischen Alano -Arbeitstyp, wie die heutigen überdimensionalen Showchampions beim Dogo Canario aus FCI-Zucht..

-Das geschichtliche Wissen der meisten “Alano Espanol“-Züchter ist in der Regel weit umfangreicher als das historische Wissen, des Großteils der kanarischen Züchter. (Was auf den Kanaren meist nur bis in die 1970er zurückreicht).

-Nicht alle als Alano Espanol bezeichneten Hunde sind Boxermischlinge! Es gibt immer noch typische Alanos im Wesen und Formwert. Diese Hunde findet man häufiger bei reinen Jägern, die ihre gezüchteten Hunde, auch (nur) an Jäger abgeben.