AVD-Indoor-Nachtübung 2015

BERICHT: Indoor-Nachtübung (Diensthunde-Übung) 21.03.15

indoor 2015

Die Indoor-Nachtübung in Lüneburg, fand in einem ehemaligen Fitnesscenter statt, welches jede Menge Möglichkeiten für verschiedene Szenarien bot.

Ich denke, nach den bislang erhaltenen Rückmeldungen, sagen zu können, dass es allen Aktiven viel Spaß gemacht hat, und ihnen einen guten Einblick in unsere Arbeit zu geben. Des Weiteren konnten sich die Hundeführer davon überzeugen, wie viel schwerer es für den ein oder anderen vermeintlich souveränen Schutzhund ist, auch mal in fremden Räumlichkeiten zu arbeiten. Und man konnte doch deutlich erkennen, dass so einige mit den an sie gestellten Anforderungen und Belastungen ganz ordentlich zu tun hatten…

Wir haben im Vorfeld eigentlich erwartet, dass diese spektakuläre Trainingsmöglichkeit noch stärker frequentiert wird. Der ganz große Teilnehmerandrang blieb aber aus. (Wir hatten 32 startende Hunde)
Hierzu kann man schlicht und ergreifend nur sagen: “schön blöd! Denn wer nicht da war, hat echt was verpasst“.
Niemand in Deutschland bieten solche speziellen und abwechslungsreichen Schutzdienst-Events wie wir… Niemand!

Binti Indoor Fitness arne

Die ganze Schutzhunde-Fraktion debattiert im Internet ständig herum, was man nicht mal ausprobieren, trainieren, etablieren und testen sollte, aber wenn wir es dann machen bekommen wir im Vorfeld zwar ganz zackig weit über Hundert Anrufe, doch kommt meist nur ein kleiner Teil dieser Personen. Warum ist dies so? Weil so viele Schutz- und Diensthundeführer doch immer extreme Angst haben mal die Hosen runter zu lassen.
Wie mein guter Freund Sati Gill aus England immer sagt: “bring your dog and put your dog where normaly your mouth is“…
Interessanter Weise liegt die Beherzigung dieses Satz den weiblichen Hundeführern häufig deutlich mehr, als ihren männlichen “Kollegen“.

Natürlich kann nicht jeder Hund immer glänzen, aber genau dafür machen wir es ja. Wir zeigen auch Ausbildungsschwächen und Fehler auf, an den man danach gezielt arbeiten kann.
Und eines gleich noch vorweg ich persönlich arbeite jetzt seit 18 Jahren mit Schutzhunden und ich habe noch nie “DEN“ perfekten Hund gesehen. Also keine Sorge, kein Experte erwartet dass ihr ihn habt ;-)

Unsere Trainings- sowie Wettkampf-Events sind einerseits ein perfekter “Eye Opener“, für die selbstverliebten Hundeführer und auf der anderen Seite, eine perfekte Möglichkeit an den Schwächen und “Sollbruchstellen“ der Hunde zu trainieren. Bei uns geht kein Hund als Verlierer raus, die Scheintäter versuchen alles um den Hund (zumindest zum Ende der Übung) so gut wie möglich aufzubauen und diesen so zu bestätigen, dass er mit vielen neuen aber auch positiven Impulsen wieder in seine Autobox springt.

Natürlich weiß langsam jeder, dass wir auch viele komische Trittbrettfahrer und Nachahmer haben und natürlich mag dies auch den ein oder anderen “Nicht-Insider“ eventuell etwas skeptisch werden lassen, bzw. hemmt ihn eventuell an der Teilnahme. Bei uns gibt es aber kein wildes und planloses Hundehetzten, keine stumpfe Aggressionsausblidung die auf Schärfe abzielt, nichts illegales, sondern durchdachte und gebrauchsorientierte Schutzdienstarbeit mit ausgebildeten Scheintätern. Wir sind weit von denen Chaotentruppen entfernt, die meinen ohne jegliche Fachausbildung und Sachkunde einfach mal schnell in den Anzug zu springen und ein paar Hunde zu hetzten, so etwas gibt es bei uns (seit vielen Jahren nicht mehr) nicht!

Da ich selbst leider, für die meisten unschwer zu erkennen, doch deutlich von der momentanen Grippewelle gezeichnet war, habe ich zur Unterstützung die Figuranten Marius B., Alexander M., Sascha P. “rekrutiert“. Alle haben eine solide Scheintäterausbildung genossen und erfolgreich unseren Figurantenlehrgang absolviert und bestanden. Des Weiteren hat von Anfang bis Ende unser hochmotivierter Tobias K. mitfiguriert. Tobias hat zwar den Lehrgang noch nicht gemacht und ihm fehlen noch einige theoretische Grundlagen, dafür hat er aber bereits mehrfach meine eigenen Hunde gearbeitet (ich habe da ein paar von), und auch bei anderen realen Übungen schon mehrfach gezeigt was in ihm steckt. Ich bin überzeugt davon, dass wenn er dabei bleibt, er über kurz oder lang ein Top-Scheintäter, vor allem für spektakuläre Aktionen, wird!

Und auch der Figurantenlehrgang wird wohl nicht mehr lang auf sich warten lassen.

Alle Teilnehmer dieser Indoor-Nachtübung waren sehr freundlich, fair und engagiert – so wie es sein soll. Irgendwelche komplexbehafteten “Spinner“ die im Irrglauben bei uns aufschlagen, wir würden mal schnell für 20,- Euro ihre Hunde böse machen, blieben gottlob auch aus.
Es gibt reichlich Leute, die keine Ahnung von dieser Materie (weder fachlich noch rechtlich) haben. Beziehungsweise würde ich sogar soweit gehen zu behaupten, dass sicher 98% der “Hundetrainer“ in Deutschland von der Thematik der Schutz-Gebrauchs- und Diensthundeausbildung leider überhaupt keine Ahnung haben, obwohl sie dies gerne anbieten bzw. dies zumindest ihren Interessenten so suggerieren. Und selbstverständlich ziehen dieser Typus von Hundeausbilder natürlich auch ein denkbar schlechtes bzw. problembehaftetes Klientel an. Deshalb muss ich es immer wieder betonen, so etwas gibt es bei uns nicht! Auch wenn es bei uns schon mal “kreativ zur Sache geht“, wir wollen nur absolut integre und seriöse Hundeführer, andere werden bei uns keine Heimat mehr finden.

Zurück zur Indoor-Nachtübung:

Wir trafen uns zwischen 16:00 und 18:00 Uhr und starteten dann mit den ersten Hunden. Ich selbst habe (aus Angst dass wir es zeitlich nicht bewältigen können) alle meine Hunde zu Haus gelassen. Im nach hinein doch etwas schade, weil es doch noch ganz gut gepasst hätte. Vor allen “Mia“ hätte sicher dafür sorgen können, den Teilnehmern zu zeigen wie solche Übungen auch nahezu fehlerfrei durchgeführt werden können. Wir hatten insgesamt 32 startende Hunde, die in den verschiedenen Räumlichkeiten, individuell angepasst, von mehreren Scheintätern bedient wurden.
Die Teilnehmer kamen aus mehreren verschieden Bundesländern und ein Starter kam sogar aus Holland, was mich persönlich gefreut hat. Und eine wirklich große Freude für mich war es auch, einige alte Gesichter, die sich einige Zeit ziemlich rar gemacht hatten, wieder begrüßen zu können.

Bedanken möchte ich mich bei allen Startern, bei Medi für die Nebelmaschine, bei den absolut fitten Scheintätern und natürlich bei Hinnerk R. für die Organisation und Location.

Bleibt uns, der Realität und den guten Hunden gewogen!

Somit verbleibe ich bis zum nächsten Event oder auch dem nächsten Trainingstermin,

mit besten Grüßen und meinem obligatorischen “Gut Griff“

Euer Arne