AVD e.V.- Treffen Ostern 2007

Alano/Perro de Presa/Dogo Canario Oster-Treffen

Ostern 2007

 

Das diesjährige Ostertreffen war sehr gut besucht und insgesamt recht gut gelungen. Viele Vereinskameraden sind angereist um Ihre Hunde vorzuführen, zu arbeiten und sie weiter auszubilden. Neben dem engeren Kreis waren auch einige interessierte Hundesportler zu Gast bei unserem AVD e.V.- Ostertreffen.

Das Treffen ging über 2 Tage, wobei (wie üblich) am ersten Tag deutlich mehr los war.

 

So waren insgesamt sicher 50 bis 60 Menschen mit mindestens 60 bis 70 Hunden auf dem Vereinsgelände zu sehen.

Natürlich blieben nicht alle bis zur Nachtübung (die bekanntlich ja erst Nachts losgeht) geblieben, doch kann man mit Fug und Recht sagen, dass das Alano/Dogo Canario-Arbeitstreffen einen guten Anklang fand.

 

 

Nach einer kurzen Begrüßung fingen wir  ca. um halb zwölf an die Junghunde im Bereich “Ruhelage und Umweltfestigkeit“ zu trainieren. Alle Junghunde wurden an verschiedenste Stresssituationen mit und ohne fremde Personen gewöhnt. Hier wurde der Nachwuchs mit Wasser begossen, musste über Planen laufen, vorbei an Helfern die plötzlich Schirme öffneten, die Hunde anfassten, unerwartet stolperten oder mit Kanistern schmissen, unter Vorhängen durchlaufen, vorbei an einen 9mm Revolverschützen usw. usw. .

 

Die Junghunde zeigten sich im Gros übrigens sehr wesensfest, so dass nur wenige nachhaltig beeindruckt waren. Generell würde ich sagen, dieses Alano/Dogo Treffen wurde besonders durch die Junghunden (8 Wochen bis 13Monaten) dominiert.

Danach waren die Besitzer der Junghunde mächtig gespannt ob denn im Schutzdienst auch schon was drin ist… Und auch hier zeigten sich die Junghunde sehr gut. Wir können mit unserem Nachwuchs wohl zufrieden sein.

Die Figuranten gaben sich große Mühe den Wünschen der Hundeführer gerecht zu werden und ihre Vierbeiner möglichst gut zu fördern.

 

Nach Beendigung des Nachwuchstrainings wurden uns von Tobi’s “Viper“ (Quentin de la Arena) und von Thomas’s  “Ginger“ (Honra de la Arena) zwei, wie ich meine, für den sachkundigen Zuschauer beeindruckende Vorführungen dar geboten.

 

Quentin de la  Arena war gerade einmal 6 Monate alt und zeigte was er bereits in der Hundeschule Dog-Control gelernt hat und was für ein genetisches Potential in so einem jungen Kerlchen steckt.

Quentin de la Arena wurde von Tobi sauber bei Fuß auf den Hundeplatz geführt und im Abstand von ca. 25 Metern Entfernung zum Scheintäter abgelegt, wo er korrekt liegen blieb.

Der Hundeführer ging (ohne Hund) zum Scheintäter, der ihn mit Handschlag begrüßte, plötzlich schlug die Stimmung um und der Scheintäter griff den Hundeführer an. Jetzt wo Quentin de la Arena sah, dass sich sein Hundeführer in Bedrängnis befand, sprang er auf und raste auf den Scheintäter los und versuchte den Angriff zu vereiteln, was ihm etwas leidlich gelang.

 

Dann trennte bzw. unterbrach der Hundeführer durch Kommando die Kampfhandlung und nahm seinen “Viper“ wieder bei Fuß und entfernte sich. Nun ergriff der Scheintäter einen Plastikring (zwingt mich nicht Hulahup-Reifen richtig zu buchstabieren) der mit Flatterband behangen war und bedrohte das Tobi-Viper-Team, worauf hin Tobi seinen Alano/Dogo Canario FCI gegen den Täter schickte. Der halbjährige Rüde ging ohne abzubremsen voll durch die “Barriere“, wie wir im Mondioring sagen, eine Barriere bedeutet soviel wie eine optische Blockade die den Hund beeindrucken und vom Einbiss abhalten soll. Doch obwohl sein Ziel völlig verdeckt war, sprang der Hund durch den  Reifen und landete einen festen und sicheren Griff. Diese Übung stammt auch aus dem in der Hundeschule

“Dog-Control“ verwendeten Mondioring-System.

Nach dem landen dieses spektakulären Griffes, übte der Scheintäter noch hohen Druck, in der Form aus, dass er den Junghund in der Luft drehte und ihn mit dem Rücken aufkommen lies, diese Rollen musste der Jungrüde ein paar mal halten bis der Scheintäter die Kampfhandlung einstellte.

 

Die nächste Mutprobe musste der Hund bestehen in dem er gegen den mit einem Wassereimer bewaffneten Täter antreten musste. Der Scheintäter nahm den Hund nett an um ihn dann einen Schock zu verpassen in dem er ihn mit Wasser übergoss. Doch auch hier hielt der Jungrüde Quentin de la Arena seinen Griff ohne sich vom Figuranten beeindrucken zu lassen.

Zum Abschluss wurde Quentin dann noch gegen einen Täter, der sich auf dem Dach eines eigens präparierten Autos befand, geschickt. Der Jungrüde kam mit vollem Tempo auf das Dach geschossen und beendete die Bedrohung durch den Täter.

Eine wirklich aussagekräftige Vorführung, der Rüde war nur 6 Monate alt und war bei allen Kampfhandlungen unangeleint auf sich allein gestellt. Er stammt übrigens aus der Verpaarung “Demonio de la Arena“ x “Cobra de la Arena“ .

 

 

Die zweite Vorführung mit Thomas und seiner erfahrenden Ginger folgte gleich im Anschluss.

Thomas betrat nicht das eigentliche Ausbildungsgelände, sondern lief mit seiner professionell ausgebildeten Hündin direkt zwischen den Besuchern im Zuschauerbereich, als plötzlich ein Täter Thomas deutlich aggressiv angriff. Diesen Übergriff auf ihren Hundeführer vereitelte die Hündin durch konsequenten Griff und Fixierung des Täters. Das ist ja auch das was wir von einem guten Hund aus unserem Verein erwarten wollen.

 

Doch jetzt wurde das Szenario noch deutlich interessanter in dem ein zweiter Täter den Hundeführer angriff. Die Hündin wechselte sofort auf den zweiten Täter und stoppte auch dessen Angriff. Und jetzt ging das ganze ein paar mal hin und her da die beiden Täter immer abwechselnd den Führer des Hundes angriffen.

Diese Übung haben wir der Hündin beigebracht, da sie tatsächlich als Schutzhund geführt werden soll, und wir davon ausgehen, dass ein Angriff von mehreren Tätern mindestens so wahrscheinlich, wenn nicht sogar noch deutlich wahrscheinlicher ist, als ein Angriff von nur einen Täter, gegen einen Hundeführer mit seinem großen Hund. Honra de la Arena demonstrierte auf jeden Fall das sie dazu im Stande ist und das natürlich vollkommen sauber und sicher. Bei einer ähnlichen Vorführung mit einer der häufiger verwendeten Diensthundrassen, wären sicher alle Anwesenden gebeten worden einen gebührenden Sicherheitsabstand einzuhalten, bei Honra de la Arena war dies nicht nötig, hier konnte die Vorführung (realitätsecht) direkt zwischen den Zuschauern statt finden.

Honra de la Arena stammt übrigens aus Odin x Sheila .

 

Nach den Vorführungen waren nun die erwachsenen Hunde an der Reihe in den verschiedenen Bereichen gearbeitet zu werden.

 

Auch das lief alles sehr positiv und Reibungslos ab (Von einer, durch meinen Fehler versuchten, AusnahmeJ einmal abgesehen).

 

Alle nutzen kräftig das Angebot an Figuranten und Trainingsmöglichkeiten.

So wurden z.B. reihenweise die Figuranten auf das Dach unseres präparierten Autos (übrigens ein Porsche) gebeten um zu schauen welche Hunde es dem jungen Viper gleich tun würden und ebenfalls den Täter vom Dach holen würden. Am lustigsten machte uns das wohl Odin vor, der nicht über die Motorhaube oder den Kofferraum ging sondern mit einem lockeren Satz direkt auf das Dach sprang und den Figuranten runterpflückte.

 

Wir hatten dieses Jahr Ostern mal wieder Hunde mit äußerst guter Qualität auf den Platz. Neben den ganzen Überfliegern fiel es dann einigen Hundeführern schon recht schwer kleinere Probleme bei Ihren Hunden zu verzeihen oder überhaupt zu verstehen. Es ist nun mal so das leider nicht jeder den absoluten Granatenhund haben kann. Manche brauchen halt etwas länger, manche brauchen halt etwas mehr Training und manche brauchen halt etwas mehr Unterstützung von ihren Besitzern. Selbst bei unseren Leistungsverpaarungen gehört ein wenig Glück auch immer dazu und überall wo es Glück gibt, gibt es leider auch jemanden der halt etwas Pech hat. Aber wenn wir nicht immer alle unsere Hunde mit absoluten Spitzenhunden wie WotanOdinSheilaArnold und Co vergleichen würden, sondern vielmehr einen Vergleich zu anderen sogenannten “Presa Alano Dogo Clubs“ oder anderen Molosserrassen wie den vielen Cane Corsos, American Bulldogs, Bordeauxdoggen, Dogo Argentinos, Mastinos, Dogo Malorquins, Fila Brasileiros, Bullmastiffs etc. heranziehen. Dann würde sicher ganz klar herausgestellt werden, dass Wesensfestigkeit in großer Einheit nur durch unsere Zuchtselektion erreicht werden kann.

 

Wir arbeiteten bis zum Einbruch der Dunkelheit, währenddessen bereiteten einige hilfsbereite Vereinskollegen schon einmal den Nachtübungsparcour vor.

 

Die Nachtübung bestand aus 8 Stationen (4 x Stress- u. Ruhelage und 4x Schutzdienst) und wurde wieder in drei Klassen durchgeführt:

  • Die Jugendklasse (vom Welpenalter bis zu 12 Monaten)
  • Die Silberklasse ( für die Erwachsenen Hunde)
  • Die Goldklasse (für die harten Vollprofis, die Champs)

Viele fragen uns gerne was denn in so einer Nachtübung passiert. Einige fragen weil sie probieren unsere Nachtübungen zu kopieren da ihnen selbst nur Sachen einfallen die man als  kynologischen Blödsinn bezeichnen könnte, die anderen Fragen da sie sich nicht trauen mit einem untrainierten Hund bei uns teilzunehmen. Dazu ist zu sagen das Nachtübungen immer etwas anders sind und keiner von uns dafür seinen Hund extra trainiert, was ja auch absolut kontraproduktiv und voll am Sinn der Nachtübung vorbei wäre!

 

Ich will die Stationen dieser Oster-Nachtübung nur kurz anhand von den erwachsenen Hunden erläutern.

  • 1.) Station der Hund musste über ein ca. 1.30m hohes und 6m langes Gittergerüst laufen unter dem einige Kerzen flackerten.
  • 2.) Der Hund musste sich zu einer Menschengruppe, die ein Saufgelage dar stellen sollten, begeben.
  • 3.)Hier wurde der Hund an einer Blechplatte vorbeigeführt, auf die aus großer Höhe ein Knäul aus Kanistern und Holzlatten mit großem Krach aufschlug.
  • 4.) Der Hundeführer musste sich mit seinen Hund in ein Auto setzten, woraufhin plötzlich ein Scheintäter durch das geöffnete Fenster griff und auf den Hundeführer einschlug, jetzt sollte der Hund den Scheintäter fassen. Daraufhin hielt der Scheintäter eine voll laufende Motorsäge (ohne Kette) direkt vor den Kopf des Hundes um ihn in seiner Verteidigungshandlung zu stoppen.
  • 5.) In diese Station musste der Hundeführer in einen großen Anhänger laufen in dem ein Scheintäter wartete. Der Scheintäter hatte einen Beuteärmel in der Hand, den er dem Hund bestmöglichst anbot und versuchte möglichst die Hunde in ein klares Beute- Griffverhalten zu ziehen. Jetzt wo der Hund fest den Ärmel in Beschlag hatte schenkte der ST den Ärmel und griff urplötzlich den Hundeführer an. Hier sollte der Hund zeigen das er nicht übertrieben equipmentfixiert  ist und somit den Ärmel wieder ausspucken und den Angriff auf seinen Hundeführer vereiteln. Dies war eine recht schwere Übung, da auch einige sehr gute Hunde nur mit Mühe zum Ausspucken ihres Lieblingsspielzeugs zu bewegen waren. Sicher eine Übung über die viele Hundesportler noch nie nachgedacht hatten…
  • 6.)Jetzt wurde es spukig, der Hund wurde durch, mit  Fackeln beleuchtete und gut verkleidete Schaufensterpuppen geführt.
  • 7.)Dies war die größte Station, der Hunde musste durch einen Planen- und Dosenvorhang laufen um in eine art Raum, der wiederum mit Plastikmüll vollgestellt war, zu gelangen. Aus diesem Raum musste der Hund durch einen weiteren undurchsichtigen Vorhang kriechen (oder wie einige auch springen) um draußen von einem Scheintäter massiv angegriffen zu werden.
  • 8.)In der letzten Station begab sich der Hundeführer mit Hund zu einer freundlichen Menschengruppe, die plötzlich grundlos aggressiv wurde. Jetzt wo der Hund voll auf die Gruppe fixiert war griff ein Täter mit äußerster Vehemenz von der anderen Seite an. Falls der Hund diesen hinterhältigen Überfall vereitelt hatte, griff ein weiterer Scheintäter den Hundeführer an, um zu sehen ob der Hund vom ersten Täter ablassen und seinen Hundeführer gegen weitere Angreifer verteidigen würde.

Bei dieser Nachtübung starteten insgesamt 34 Hunde.

Das wir mit den Anforderungen bei unseren Nachtübungen richtig liegen, zeigt z.B. dass die ersten drei Plätze der Goldklasse auch an Hunde gingen die alle samt die schwere ZWP3 mit Erfolg bestanden hatten.

Nachtübung

 

Jugendklasse:

  • 1. Platz: Pantera de la Arena (HF: D. G.)
  • 1. Platz: Patrino de la Arena (HF: Ronny N.)
  • 2. Platz: Quentin de la Arena (HF: Tobias V.)
  • 3. Platz: Ora de la Arena (HF: Steffen L.)
  • 3. Platz: Julchen von Kirchenholz (APBT) (HF: Christian R.)
  • 4. Platz: Freya (Import de la Arena( (HF: Christina K.)
  • 5. Platz: Olé Olé de la Arena (HF: Mike R.)
  • 6. Platz: Q-Perle de la Arena (HF: Frank N.)
  • 6. Platz: Quattro de la Arena (HF: Florian S.)
  • 6. Platz: Orca de la Arena (HF: Tobias O.)
  • 7. Platz: Nuera de la Arena (HF: Peter K.)
  • 8. Platz: Primavera de la Arena (HF: Mike R.)
  • 9. Palma de la Arena (HF: Winny W.)

 

Silberklasse:

 

  • 1. Platz: Cobra de la Arena (HF: A. P.)
  • 1. Platz: Dureza de la Arena (HF: A. P.)
  • 2. Platz: Dora von Walhalla (HF: Florian S.)
  • 3. Platz: Maxima de la Arena (HF: Josef R.)
  • 4. Platz: Lenny (HF: Maik L.)
  • 5. Platz: Mago de la Arena (HF: Steffen L.)
  • 6. Platz: Leo de la Arena (HF: Christian R.)
  • 6. Platz: Eddy (Malinois) (HF: K. Krauß)
  • 7. Platz: Maria de la Arena (Theo & Claudia)
  • 8.Platz: Kedo (Campo del Norte) (Tobias B.)
  • 9.Platz: Akbar von Baden (HF: Jochen Maier)
  • 10.Platz: Mora de la Arena (Albert Spreu)

 

Goldklasse:

 

  • 1. Platz: Demonio de la Arena (HF: Jens M.)
  • 2. Platz: Hampa de la Arena (HF: Timm B.)
  • 3. Platz: Dardo de la Arena (HF: Josef R.)
  • 4. Platz: Honra de la Arena (HF: Thomas G.)
  • 5. Platz: Parko (de la Arena) (HF: Frank N.)
  • 6. Platz: Delicia de la Arena (HF: Melanie H.)
  • 6. Platz: Marlow (Malinois) (HF: K. Krauß)
  • 7. Platz: Rudi (Holandes Herder) (HF: Mario B.)
  • 8.Platz: Hank (Malinois) (HF: K. Krauß)

 

Nach einer kurzen Nacht begannen wir am zweiten Tag des Alano Verein Deutschland e.V.-Oster-Treffens um ca. 10 Uhr morgens.

Wir arbeiteten in freundlicher Atmosphäre noch bis zum Nachmittag mit unseren Alanos/Dogo Canari  FCI und traten die für einige mehr oder weniger weite Heimreise an.

 

Rundum ein gelungenes Hundetreffen!

 

Besonderer Dank an alle helfenden Hände!