AVD e.V.-Sommertreffen 2011

AVD e.V. – Alano Verein Deutschland e.V.  – Sommertreffen 2011

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Wir waren wieder auf unserem angestammten Hundeplatz des Polizeihundevereins Essen zu Gast, den wir nun schon seit einigen Jahren für das alljährliche Sommertreffen nutzen. Hierfür gilt unser besonderer Dank an unsere langjährigen Freunde Hannes und Claudia.

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Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir diesen Tag ungetrübt begehen.  Es waren durch die Bank sehr nette, offene, seriöse und gute Hundeführer, sowie Besucher zu gegen. Neben den spanischen Doggen des AVD e.V. waren auch einige Hunde aus Fremdlienen, sowie eine hohe Anzahl von anderen Hunde- und Gebrauchsrassen dabei. So hatten wir auf diesem Treffen neben Dogos  Canarios auch Dobermänner, Rottweiler, Malinois, Hollandse Herder, Staffs, Deutsche Schäferhunde, Mini Bully, Boxer etc. auch einen Chihuahua, der sogar in der Nachtübung gestartet ist.

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Neben dem üblichen Umwelt- und  Stress-Parcours wurde natürlich ausgiebiger und individueller Schutzdienst für alle Teilnehmer geboten. Hier waren neben meiner Person auch unsere mittlerweile etablierten Nachwuchsfiguranten am Ball. Besonders möchte ich hier Marius B. lobend hervorheben, der ohne zu murren eine größere Reihe Hunde am Stück bedient hat. Ich denke nicht dass jemand so schnell meinen persönlichen Rekord der am Stück gehetzten Hunde übertrifft (Früher war ich in dieser Beziehung wirklich schon recht grenzwertig). Und war ich sonst doch häufig etwas „enttäuscht“ bzw. verwundert was die Kondition unserer Nachwuchshelfer angeht, hat sich Marius hier mit einer sportlich motivierten und zähen Arbeitseinstellung präsentiert – so dass ich denke das auch alteingesessene Figuranten hier ihren Hut lüften dürften. Da ich mir zuvor eine Verletzung am Bein zugezogen hatte, war ich froh, dass nicht die ganze Schutzdienstarbeit an mir lastete.

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Selbstverständlich will ich aber allen Figuranten, (auch den nicht genannten) danken, denn ohne versierte und vor allem motivierte Figuranten ist eine erfolgreiche Schutzdienstveranstaltung schlicht nicht durchführbar.

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Neben altbekannten Gesichtern waren auch eine ganze Reihe neue Teilnehmer zu begrüßen. Generell war bei diesem Treffen mal wieder viel Zulauf, ob nun vom schüchternen Zaungast, über den aktiven Hundeführer, über KNPV-Helfer bis zu wirklichen Sport-Gebrauchshundeexperten. So hat es mich natürlich gefreut, dass auch Knut Fuchs (IPO-Weltmeister) uns mal wieder mit einem Besuch beehrte. Natürlich liegt unser Hauptaugenmerk bei den AVD e.V.-Aktiven und ihren Dogos Canarios, doch freut es uns natürlich auch, dass Interesse in den herkömmlichen Gebrauchshundelager für unsere Veranstaltungen nicht nur geweckt sondern stetig gefestigt zu wissen.

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Zu zuchtrelevanten Prüfungen waren dieses Mal nicht gerade viele Hunde gemeldet, allerdings werden wir dieses Jahr noch 3 Termine für Prüfungen bereithalten.

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Bei diesem Sommertreffen konnte an „Delano (Moselhla)“ die Formwertnote „1 (mit deutlichen Abstrichen)“ vergeben werden. (1 bedeutet im vorzüglichen Bereich). Gerichtet vom firmen Formwerttrichter Timm Barche.

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Die Zuchtwertprüfung Stufe 2 konnte von folgenden Hunden uneingeschränkt bestanden werden, beide lieferten eine gute Vorführung ihrer Wesensqualitäten ab:

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-Pantera de la Arena, AVD-227

-„Delano (Moselhla)“

 

(Richter Nedel, Scheintäter Pohlmeyer)

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“Delano” (Arnold von Baden x Anja de la Guardia)

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Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass es doch möglich sein sollte sich den AT-Namen, das Geburtsdatum, sowie die Zuchtbuchnummer des eigenen Hundes zu merken, bzw. einfach die Ahnentafel des Hundes mitzuführen. Die Ahnentafeln sind nämlich genau aus diesem Grund eingeschweißt damit man sie ohne Sorge vor Beschädigung mitführen kann. Da es sich noch um eine überschaubare Anzahl von Vereins-Hunden handelt, lässt sich zwar für die Prüfer die Identität des Hundes einfach ermitteln, doch wenn ich dann hier sitze und die Bögen sortiere, abhefte und z.B. in diesem Bericht erwähne, habe ich gelinde gesagt keine Lust erst bei der Zuchtbuchstelle nachzufragen wie denn der jeweilige „Wauzi“ mit richtigen Namen heißt, welche Zuchtbuchnummer er hat etc. , das sollte beim ausfüllen auf sämtliche Prüfungsbögen bitte in Zukunft vorher korrekt vermerkt werden.  Anderenfalls schreibe ich in den Berichten halt auch nur noch von „Müller‘s Wauzi“ o.ä. ….

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Nach den Prüfungen wurden noch einige Nachzügler am Vollschutz bedient, während die anderen Helfer bereits die Stationen des Nachtparcours fertigstellten. Die Nachtübung wurde wieder als Wettkampf ausgetragen, in diesem sich die Hunde in Umwelt-, Stress- und Schutzdienst-Situationen beweisen und miteinander messen konnten. Gestartet wurde in vier Klassen. Die absolute Eliteklasse war die sogenannte Goldklasse, eine Starterklasse die den Hunden besonders im Punkto Härte, Belastbarkeit und Durchsetzungswillen alles abverlangt. Mir ist weltweit keine Diensthundeprüfung , keine Gebrauchshunde-Körung, Schutzhundewettkampf oder ähnliches bekannt, bei denen den Hunden so viel abverlangt wird (wir sprechen hier also über innere Werte) wie dies bei den Nachtübungswettkämpfen des AVD e.V. in der Goldklasse der Fall ist.

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Nur die AVD-Zuchtwertprüfung 3 (ZWP3) übertrifft die Anforderung in der Reizlage noch deutlich, aber diese hat auch nur ein kleiner, elitärer Kreis von Hunden bislang abgelegt. .

Die anderen Klassen der Nachtübung von „Junghund-Klasse“ bis „Silber-Klasse“ sind natürlich auch immer sehr anspruchsvoll und spannend, fordern ausgeprägten Durchsetzungswillen, doch verlangen sie nicht den hohen Härtegrad der erfolgreichen Goldklasse-Starter.

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Hier die Treppchen-Platzierungen der Nachtübung:

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Junghundklasse:

  1. Platz: Cali de la Arena
  2. Platz: Amparo la Casa de Locos
  3. Platz: El Nino de la Arena

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Bronzeklasse:

  1. Platz: Zorro de la Arena (volle Punktzahl)
  2. Platz: Quina de la Arena
  3. Platz: Lara Croft vom Teufelshaus (Min.Bull.Ter.)

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Silberklasse:

  1. Platz: Digger (Mix)
  2. Platz: Pantera de la Arena
  3. Platz: Oso de la Arena

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Goldklasse:

  1. Platz: Thekla Pohlmeyer ( Malinois)
  2. Platz: Buaro de la Guardia
  3. Platz: Lenny (Lauß)

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Obwohl wir tagsüber doch wesentlich mehr Hunde und Besucher auf dem Platz hatten, wurden dann doch „nur“ 45 Starter zur Nachtübung gemeldet. Einerseits hätte man gern noch einige Kandidaten, die sich tagsüber sehr vielversprechend gezeigt hatten  bei der Nachtübung wieder gesehen, andererseits hat auch diese Teilnehmerzahl schon gereicht, so dass wir mit den letzten Startern der Goldklasse schon nicht mehr weit vom Morgengrauen entfernt waren. Die Nachtübung bestand aus kreativ zusammengesetzten und für die jeweiligen Klassen sensibel gesteigerten Anforderungen. So gab es, Luftgebläse, engen Räumen, Folientunnel, den Feuertonnengang, Gespenster im Fackelschein die über ein Megaphon grusselige Töne abgaben etc. und natürlich 3 Scheintäter die es galt zu stellen und deren Angriffe und Gegenwehr zu unterbinden. In der finalen Goldklasse setzten die Scheintäter dann alles gegen den Hund ein was sie nur irgend aufzubringen hatten. In einer Station gab es ein „Kettensegen-Massaker“, was nur ein Hund gemeistert hat, die anderen fühlten sich wohl doch zu sehr in einen Horrorfilm versetzt ;-)

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Wobei ich im Nachhinein denke, dass neben der extremen Geräuschkulisse die Abgase der Kettensäge keine unbeachtliche Rolle spielten. In einer anderen Station überfiel Marcel mit vollem und harten Körpereinsatz das Starterteam, welches just in diesem Moment aus dem Tunnel ins freie wechseln wollte. Und „last but not least“ sei die letzte Reizlagen-Station erwähnt, bei der Timm als Täter (in der Goldklasse) alles gab. Es handelte sich um einen Pferdeanhänger,  dessen Eingang (halbhoch) mit einer Wand aus Kennelboxen und Kanistern versperrt war. Diese Wand galt es zu überwinden oder zu durchbrechen, während der Scheintäter mit zwei großen Kanistern bewaffnet den Hunden so zusetzte, dass es für die Hunde ein äußerst schweres Unterfangen war, überhaupt erst einmal in den Anhänger zu gelangen.  Selbst die schweren Brocken  wie Parko, Lenny und Buaro flogen bei dem Versuch den Täter hinter der Barrikade zu erwischen mehrfach spektakulär wieder raus und mussten neu ansetzten. Und auch im Anhänger angekommen (durchgekämpft)  gelang es den Hunden nicht ohne große Mühe den Täter zu fassen, da dieser es den Hunden wirklich extrem schwer machte einen Griff zu setzen. Der Scheintäter hat sich so vehement „gewehrt“ , dass man den Eindruck gewinnen konnte er sei wohlmöglich gar nicht durch Vollanzug geschützt und müsse deshalb „auf Teufel komm raus“  den Hunden den Einbiss versperren…

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Und zuvor waren noch einige Insider am diskutieren ob die Goldklasse denn überhaupt hart genug sein kann, wenn ich selbst nicht mitfigurieren würde… Ich wollte selbst aber seit langen mal wieder einen Hund in der Goldklasse starten lassen, weshalb es doch ungerecht gewirkt hätte wenn ich selbst mitfiguriert hätte.   Wie auch immer bei dieser Station hat Timm uns gezeigt „wo der Hammer hängt“  und dass er sehr wohl in der Lage ist maximalen Druck auf den Hund aufzubauen.  Auf der anderen Seite will ich aber auch erwähnen das alle Starter der Goldklasse diese harte Station gemeistert haben und alle in der Lage waren (natürlich unterschiedlich schnell) den Täter im Endeffekt sicher zu binden.  Von dieser Hundequalität könnten sich definitiv eine Reihe der Militär- und Polizei-Diensthunde eine dicke Scheibe abschneiden!

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Aber auch in den anderen Klassen gab es gute und zum Teil auch überraschende Vorführungen und Platzierungen. Die Junghundklasse (mit nur einem Punkt Abzug) konnte “Cali de la Arena“ mit Frank Koppe, souverän für sich entscheiden. Cali de la Arena  ist momentan (i.m.Augen) der beste Junghund seiner Altersklasse. Cali de la Arena stammt aus der zweiten Verpaarung “Hampa de la Arena x Quina de la Arena“ und ist somit aus derselben Verbindung, aus dem ein Jahr zuvor z.B. der hochveranlagte Nachwuchs-Deckrüde “Zorro de la Arena“ hervorging.

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“Cali de la Arena”

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Wen haben wir noch? Digger – den müßen wie erwähnen! Digger ist ein Mix der in seinen Adern verschiedene Rassen führt, er gehört Marius Brecht und hat (und dies nicht unspektakulär) die Nachtübung in der Silberklasse gewonnen. Mir ist kein Hund bekannt der so einen Wandel vollzogen hat. Natürlich gibt es mal „mäßige“ Hunde die dann doch ganz gut werden etc. , doch „Digger“ ist wirklich ein Phänomen. Viele konnten sich noch gut daran erinnern, wie Marius zu Beginn seiner Nachtübungskarriere, häufig völlig betrübt den NÜ-Parcours verlies, da sich sein „Digger“ hierfür scheinbar nicht geeignet zeigte. Probleme waren in Ruhe- wie in Reizlage zu sehen. Doch nun nach einer psychischen Ausreifung, sowie konsequenter Ausbildung und Training  kämpft “Digger“ immer in den vorderen Reihen der Silberklasse – und diesmal war ihm sogar der Sieg zueigen. Deshalb wünsche ich Marius (und ich denke hier werden sich einige anschließen) weiterhin viel Erfolg mit seinem „Digger“ und gratuliere zum Pokal der Silberklasse.

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Gefolgt wurde „Digger“ übrigens (mit nur 1,5 Punkten abstand) auf dem zweiten Platz von “Pantera de la Arena“. Pantera hat (wie oben nachzulesen) bei diesem Treffen auch die ZWP2 erfolgreich bestanden. Pantera de la Arena hat ja schon früh gezeigt, dass Nachtübungen genau ihr “Ding“ sind. Trotzdem ist vielen die Hündin gar nicht so präsent im Gedächniss wie es mir manchmal scheint, doch nach dieser Vorstellung auf diesem Event dürfte sich dies geändert haben. Hatten wir noch weitere spektakuläre Einlagen? Hmm ja ich denke schon, doch die eigenen Hunde zu loben wirkt für mein Verständnis immer etwas unglücklich, doch will ich nicht verleugnen, dass ich schon recht stolz bin das “Zorro de la Arena“ seinen Nachtübungspokal ohne nur einen einzigen Punkt zu verlieren gewann. Sowie dass meine Malinoishündin “Thekla“ mit hohen Einsatz von Härte, Kampftrieb und Durchsetzungswillen die Goldklasse für sich entschied, obwohl ich schon aus Sicherheitsgründen auf die Punkte in der Personengruppe verzichtete. Auch war die Konkurrenz mehr als ernst zu nehmen, gerade „Buaro de la Guardia“(Goldklasse 2. Platz) ist z.B. ein Hund der immer ganz vorn mit streitet und sicherlich nicht von vielen Hunden geschlagen werden kann.

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“Thekla”

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Wie auch immer, mir haben eine ganze Reihe weiterer Hunde bei dieser Nachtübung sehr gut gefallen, weshalb ich einfach einmal allen pauschal zu ihren Hunden und zu ihrer sportlichen Einstellung gratulieren möchte. Denn es gibt immer auch wieder Hundeführer die dann doch kurz vor Beginn der Nachtübung einen Rückzieher machen und sich nicht trauen ihren Hund im Wettkampf starten zu lassen. Dies begründet sich häufiger auf ein etwas gestörtes Ego des Hundeführers, denn auf Mängel des jeweiligen Hundes. Natürlich soll die Nachtübung in erster Linie Spaß machen und sollte nicht zu ernst gesehen und bewertet werden. Diese sind zwar sehr interessant und aufschlussreich, doch natürlich nicht so aussagekräftig, was die wirkliche Qualität des Hundes betrifft, wie z.B. die Zuchtwertprüfungen, die (insbesondere durch die Mutprobe) schon deutlich eher den genetischen Wert des Hundes rausstellen.

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Ich hoffe und denke, dass dieses AVD-Event den Teilnehmern und den zahlreichen Besuchern wieder viel Freude gemacht hat und hoffe wir sehen uns auf den kommenden Veranstaltungen wieder!

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Helfende Hände: Heine Diekau & Maik Lauß

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Freuen würde ich mich, wenn die zufriedenen Besucher, uns beim bewerben der kommenden Veranstaltungen hilfreich zur Seite stehen werden, denn Lobbyarbeit gibt es noch viel zu tun.

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Unser Dank geht an die Figuranten, an alle Helfer, alle helfenden Hände und natürlich der gesamten PSV-Gruppe!

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Somit verbleibe ich mit besten Grüßen und meinem obligatorischen “Gut Griff“

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Arne Pohlmeyer

(Präsident AVD e.V.)

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Die Fotoausbeute scheint diesmal recht mager gewesen zu sein. Falls der ein oder andere doch noch ein paar schöne Bilder gemacht hat, würde ich mich freuen diese hier veröffentlichen zu können. Meine Adresse dürfte bekannt sein…