AVD e.V.-Sommertreffen 2009

AVD e.V. – Sommertreffen 2009

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Wie in den letzten Jahren fand das Sommertreffen auch dieses Jahr wieder in Essen (NRW) statt. Dort sind wir zu Gast bei Freunden, wie der beflügelte Satz, seit der Fußball-WM, ja so schön heißt. Genau genommen waren wir dort Gast des Polizeihundevereins Essen. Dort steht uns eine weiträumige Vereinsanlage mit vielen Vorzügen zur Verfügung.  Einen riesigen Hundeplatz, ein wirklich großes Vereinsheim, Hundeboxen, Platz zum Camping, hervorragende Versorgung mit Speis und Trank etc. – alles wunderbar! (Wenn man mal von den fehlenden Figuranten-Duschen absieht Smiley)

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Die Veranstaltung war mit vollem Programm für den Samstag geplant und am Sonntag gab es, ebenfalls wie geplant, ein kleines, lockeres Abschluss-Training.

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Dieses Jahr war es so, dass eine ganze Reihe der Aktiven bereits am Freitagabend eintrudelte. Bedingt durch die Zusammenkunft lustiger und Gleichgesinnter Hundefreunde, sowie durch zwei absolut passend fallender Geburtstage, artete dieses „Früherkommen“ in eine richtige Feier aus.

Nach einer viel zu kurzen Nacht und einem leckeren Frühstück, begann dann am Samstagvormittag die Veranstaltung.

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Auf dem Programm stand neben den Zuchtwertprüfungen, ein sehr interessanter Übungsparcours, Ruhelagearbeit, Unterordnung, Junghundetraining, Ringhetze, natürlich auch jede Menge Schutzdienstarbeit für die bereits erfahrenden Hunde. Halt ein echtes Arbeitstreffen für Freunde von Arbeits- und Gebrauchshunden und nicht etwa eine Schönheits-Show für die Eitelkeiten der Hundeführer.

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In der Dunkelheit startete dann das Highlight der Veranstaltung der Nachtübungs-Wettkampf.

Die Nachtübung wurde in vier verschiedenen Klassen eingeteilt. Der Parcours war sehr anspruchsvoll gestaltet. Von allem war etwas dabei.  Man brauchte schon einen sehr gut ausbalancierten und wesensstarken Hund um bei der Bewertung weit vorn zu sein. (Wobei es sich in erster Linie ja um einen „Nachtparcour“ handelt der dem Hundeführer Spaß machen soll und gewisse Erkenntnisse über den eigenen Hund offenbaren soll. Also kein bierernster Wettkampf, wo es schlicht um Platzierungen und Pokale geht). Wie gesagt man brauchte einen Hund der sich nicht so schnell ins Boxhorn jagen lässt, um weit vorn mitmischen zu können. Ein zu linksliegender, scharfer Hektiker konnte genauso wenig den Sieg erringen, wie ein zu rechtsliegender „Schlafbär“.

Der Nachtparcours bestand aus sehr anspruchsvollen Ruhelagen, sowie aus sehr spektakulären Schutzdienstteilen. Im Schutzdienst agierten die Scheintäter nicht nur mit klassischem Druck, sondern auch mit ausgeklügelter Psychologie gegen die „Prüflinge“.

Dieses Mal wurden zwei der vier Klassen von Malinois gewonnen. Der sog. „Mali“ ist im Schutzhundbereich immer mehr im „kommen“ und so werden natürlich auch unsere AVD e.V.- Events (die ja bekanntlich offen und unabhängig sind) natürlich immer mehr von „Mali-Führern“ frequentiert. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass bislang neben unseren guten Dogo Canario Hündinnen, kaum Hündinnen anderer Gebrauchshundrassen wirklich gute Leistung gezeigt haben (Rüden sehr wohl). Doch beim Malinois ist es anders, da haben wir bei den AVD-Veranstaltungen langsam ein Sammelbecken von wirklich guten Hündinnen.

Dies kann ich deshalb so gut beurteilen, da ich in den letzten zwei Jahren (aus beruflichen Gründen) unzählige Malinois überprüft habe und klar zu dem Urteil komme, dass nicht alles „Gold ist was gelb ist“. Also auch beim Mali gibt es genügend Hunde die vom Wesen nicht das darstellen, was wir von einem wirklich wesensfesten Gebrauchshund erwarten. Gute Malihündinnen muss man i.d.R. schon lange suchen. Angenehmer Weise ist es aber tatsächlich so, dass unsere AVD-Veranstaltungen scheinbar die guten Malis anziehen. Man muss gar nicht los rennen, sie kommen zu uns! Eine absolut erfreuliche Entwicklung.

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Natürlich wird die Konkurrenz für unsere Dogo Canarios (Alano / Pero de Presa) natürlich auch immer stärker, aber aus meiner Sicht ist dass auch gut so! Einige werden sich vielleicht über diese Aussage wundern, aber ich sehe es so, dass es für uns nur gut ist wenn wir uns rasseunabhängig, an den spitzen Hunden, an der „Elite“ orientieren. Natürlich wäre es noch schmeichelnder für uns, wenn wir die Dogo Canarios des AVD e.V. mit den Dogo Canarios aus Schöheits- oder Schwarzzucht, oder mit den Dogo Argentinos, den modernen Cane Corsos, den American Bulldogs, den Boerboels, den Filas, den Bordeauxdoggen, den Bullmastiffs und wie sie alle heißen, vergleichen würden. Denn bei so einem Vergleich würden unsere Hunde natürlich immer sehr positiv rausragen.

Doch rein um nicht betriebsblind zu werden und um nicht in die Versuchung zu geraten sich auf den erarbeiteten Lorbeeren auszuruhen, sollte man sich über diese starke Konkurrenz freuen. Für unsere Züchter sollte eine anständige  Vorführung einer Fremdrasse, kein Grund zu Missgunst, sondern immer ein Ansporn sein, weiter auf die Wesensfestigkeit und Leistungsfähigkeit unserer Rasse zu achten und stets zu versuchen diese zu verbessern. Auch wenn dies immer wieder schwer erscheinen mag, da diese Aufgabe alleinig auf den Schultern des AVD e.V. und seiner Züchter lastet, unserer Hunde und unsere Rasse ist es wert!

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(ZWP-Ruhelage)

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(Wesensfest : “Greif”-Hampa de la Arena)

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(“Greif” bei einer Reizlage der ZWP)

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Der AVD e.V. ist allein auf weiter Flur und tritt mit strengster Zuchtordnung und viel Einsatz (und auch mit überaus viel „Gegenwind“) an, das Wesen und die Leistung in unserer Rasse zu festigen. Wie viel einfacher haben es da die Schönheits- und Schwarzzüchter. Die nur auf die lächerliche Optik ihrer Hunde achten müssen. Diese Art der Dogo Canario Schönheitszucht kann wirklich von jeder noch so einfältiger Person bewältigt werden. Eine leistungsorientierte  Zucht wie sie der „AVD e.V.-Delegación Alemán del Dogo Canario“durchführt ist da schon um 100% schwieriger. Aber die Arbeit ist es wert und die Erfolge der letzten zehn Jahre sind sicher in der Geschichte des modernen Dogo Canario einmalig.

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Zurück zum sommerlichen „Alanotreffen“. Das Treffen war sehr gut besucht, die Nachtübung wiederum war „nur“ gut besucht. Dies ist ein Phänomen was mich langsam etwas stört. Die Verantwortlichen reißen sich meist fast ein Bein aus, um den Nacht-Wettkampf optimal herzurichten und dann meldet nur ein drittel der Anwesenden ihre Hunde. Mit der Ausrede, dass die Nachtübung zu hart sei, kann man eigentlich nicht mehr kommen, da wir hierfür ja extra verschiedene Klassen, mit verschieden harten Anforderungen gebildet haben. Und eine AVD-Nachtübung ist immerhin eine AVD-Nachtübung und kein nächtlicher „Molosserspaziergang“.

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(Deutscher VDH Champion: “Hermann”)

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Wir hatten neben den Alanos (Perro de Presas / Dogos) verschiedenste Hunderassen beim Treffen. Von den kleinen Hunderassen wie Chiwawa, Jack Russel, Foxterrier, Stafford Terrier, engl. Bullterrier, Ca de Bou, über die Dienstgebrauchshunde  wie z.B. Dobermann, Deutscher Schäferhund, Tervuren, Holandse Herder, Rottweiler etc., bis zu den Schwergewichtlern wie Dogue de Bordeaux, Mastiff, Cane Corso moderna, Bullmastiff etc., waren alle Rassen vorhanden. Wenn ich es überschlage waren alleine 16 Malinois da! So eine Anzahl von Malinois treten im Durchschnitt etwa bei einer Körung des Deutschen Clubs für Belgische Schäferhunde an. Und dies war keine Malinois sondern eine AVD e.V.-Veranstaltung. Wir freuen uns natürlich sehr über die rege Teilnahme der „Malis“, doch hätten eigentlich noch viele mehr auch an der Nachtübungen teilnehmen „müssen“.

Dem einen war die Startgebühr von 10,- bzw. 12,-Euro zu hoch, der andere musste früh ins Bett, der andere wollte doch erst lieber nur zu schauen etc. . Natürlich sieht man bei einer AVD-Nachtübung eventuell auch was an so einem „knochenschreddernden“ „KNPV-Certifikat-Hund“ dran ist, bzw. eventuell werden ihm auch schon mal die holländischen Hosen runter gezogen, und davor hat halt ein angeblicher Spitzengebrauchshundezüchter auch schon mal etwas Muffensausen… Aber lassen wir dass, wir wollen uns nicht ärgern, schließlich sind ja auch einige hoch interessante Hund mit ihren fairen und sportsmännischen Hundeführern gestartet.

Bei dieser wirklich ausgeklügelten Nachtübung haben eigentlich unsere „geheimen“ Stars wie Demonio, Arnold, Honra, Silverio, Cobra, Arier, Patrino, Sancho etc.   gefehlt, aber so ist es nun einmal. (Im Bezug auf einen der Hunde muss ich mir hierbei allerdings an die eigene Nase fassen).

Wie auch immer die Konkurrenz war stark genug!

Hier die Platzierungen:

Jugendklasse:

Platz 1 – Yacanto de la Arena

Platz 2 – Akira de la Legion

Platz 3 – X. de la Arena

Platz 4 – Ambra de la Legion

Platz 5 – Yaimito de la Arena

Platz 6  – Wolf de la Arena

Platz 7 – Aurelia Monteria Tradicional

Bronzeklasse:

Platz 1 – Artus de la Legion

Platz 2 – Pantera de la Arena

Platz 3 – Quina de la Arena

Platz 3 – Alfonso vom güldenen Winkel (Foxterrier)

Platz 4 – Ramera de la Arena

Platz 5 – Django (Malinois)

Platz 6 – Turco de la Arena

Platz 7 – Merle

Platz 8 – Tyron (Mix)

Silberklasse:

Platz 1 – Antik von den brennenden Herzen (Malinois)

Platz 2 – Oso de la Arena

Platz 3 – Lenny

Platz 4 – Digger vom wilden Mix (Mix)

Platz 5 – Tiger Capitán de la Arena

Platz 6 – Ora de la Arena

Platz 7 – Berta (Malinois)

Platz 8 – Orca de la Arena

Platz 9 – Holly (DSH)

Platz 9 – Orry vom Klopferle (DSH)

Platz 9 – Adi (Malinois)

Platz 10 – Mago de la Arena

Platz 10 – Hermann (Deutscher VDH Chamipon)

Platz 11 – Josy (Malinois)

Goldklasse:

Platz 1 – Thekla (Malinois)

Platz 2 – Hampa de la Arena

Platz 3 – Debby vom Herrenberger Schloß (Malinois)

Platz 4 – Nando (Malinois)

Platz 5 – Parko

Platz 6 – Odin (Malinois)

Bedingt durch eine etwas peinliche Unterbrechung, die ausgerechnet ich – mit einer Verunsicherungshilfe von Steffen Lauß -,  verursacht habe, dauerte die Nachtübung incl. der gemütlichen Siegehrung mal wieder bis tief in die Nacht an. Aber dass kennt man ja von uns…

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Am nächsten morgen, waren dann die meisten auch verschwunden, ein paar wenige fingen noch einmal mit dem Training an. Schade ist es immer wieder, dass einige nur am Sonntag kommen, wobei doch der Samstag der spannende Tag ist. So gab es auch diesmal wieder einige Besucher die erst am Sonntag kamen und somit nur noch das endgültige Ausklingen der Veranstaltung miterlebten. Es wird am Sonntag zwar noch gearbeitet, doch es ist nie mit dem starken Andrang des Samstags zu vergleichen. Ich bezeichne den Sonntag immer (etwas neckisch) als „Restehetzen“…

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Besonders gefallen hat mir die rege Teilnahme (tagsüber) von den Nachwuchshunden. Es waren wirklich einige, qualitativ sehr gute Junghunde aus dem Hause “De la Legion“ und “De la Arena“ auf dem Platz zu bewundern. Hauptsache diese Junghunde bleiben uns erhalten, dann können wir für zukünftige Veranstaltungen in eine positive Zukunft blicken.

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Im Resümee darf ich die Veranstaltung wohl als äußerst gelungen bezeichnen. Viele Besucher, gute Hunde, viele nette und disziplinierte Hundeführer, für jeden Freund von wesensfesten Hunden etwas dabei – alles wie es sein soll. Sicher nicht unsere letzte Veranstaltung in NRW. Wie sagt der Rosarote Pather immer so schön: „Wir kommen wieder keine Frage!!!“

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Früher wurde ganz gerne, vornehmlich im Internet, verbreitete dass die Alano-Treffen auch immer mal wieder von eher unseriösen Hundeführern besucht werden. Mit diesem Vorurteil (mit dem wir eigentlich auch leben könnten), müssen wir uns wirklich nicht mehr belasten, denn die Hundeführer die mit uns die AVD-Veranstaltungen bestreiten, sind souverän, professionell und absolut nicht unseriös! Bei jedem der letzten AVD-Treffen startete z.B. mindestens ein Polizist, manchmal auch mehrere, als Teilnehmer.

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Auch Mitglieder des deutschen Tierschutzes sind ebenso unsere Gäste. Bei uns gibt es nichts unseriöses, nichts brachiales, nichts unfaireres, nichts was man nicht auch bei Veranstaltungen von etablierten Gebrauchshundlern sieht – Nur haben unsere Hunde halt etwas breitere Köpfe als ein Schäferhund…

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Eine interessante und schöne Vorführung wollen wir nicht unerwähnt lassen. Mareike stellte uns mit ihrer Hündin “Lina” (Orlanda de la Arena) die Retungshundearbeit vor. Ein Gebiet auf dem nur sehr wenige Hundeführer arbeiten. “Lina” (Orlanda de la Arena) ist weltweit der erste Hund seiner Rasse der erfolgreich die Prüfung zum Rettungshund abgelegt hat!

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Vielen Dank für die Trainingsvorführung und nochmals Herzlichen Glückwunsch – Mareike!

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(Die Hündin meldet eine völlig fremde, vermisste Person)

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(Die Hündin sucht auf Weisung das Gelände nach einer vermissten Person ab. Ihre Arbeit beginnt immer mit dem Anlegen der “Rettungs-Kenndecke”)

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(Dieter’s Mali ist zwar eigentlich blitzschnell und gut zu Fuß, doch muss er es sich

auch gefallen lassen, mal ganz ruhig durch die Gegend geschoben zu werden).

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(“Unsere” verlässliche Freundin, mit der schönen Handschrift)

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(Unser Vizepräsident Frank Nedel, ohne ihn wäre so manches kaum möglich)

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Abschließen möchte ich diesen kurzen Bericht mit einem dicken „Dankeschön“ an alle Teilnehmer, an alle Organisatoren aus Essen, allen vorweg Claudia und Hanes, aber auch Barbera mit ihrem ganzen Verein, an alle Figuranten (Marius, Steffen, Timm, Theo), an alle helfenden Hände wie z.B. Denis, Nora, Denise, Saskia, Benny, Mike etc. etc., an die Fotografen Tobi und Denise und natürlich an Frank ohne den die AVD-Veranstaltungen in diesem Maßstab nicht durchzuführen wären. Also nochmals Danke, auf Euch ist Verlass und das ist was zählt!!!

Arne Pohlmeyer

Präsident AVD e.V.

05.09.09