AVD e.V.-Pfingsttreffen 2010

Alano Verein Deutschland e.V.- Pfingsttreffen 2010

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Am Pfingstwochenende fand das große Schutzhunde & Dogo Canario Treffen in Apolda (Thüringen) statt. Ausrichter war das Team von der AVD-Arbeitsgruppe-Ost. Unser Mann vor Ort ist dort Steffen Lauß, der mit hohem Engagement und viel Ehrgeiz eine Arbeitsgruppe von uns führt. Steffen hat erfolgreich unsere www.dog-control.de -Figuranten-Ausbildung absolviert, besucht regelmäßig alle(!) Vereinstreffen, hat einen AVD e.V.-Zuchtzwingerangemeldet und wartet gerade auf die Geburt seine „B-Wurfes“. Steffen hat „seine Mannen“ bestens im Griff, so dass wir ein sehr gut organisiertes und vorbereitetes Vereinstreffen begehen konnten. 

Das Wetter, welches ich in unseren Berichten ja immer erwähne, war großartig. Die Sonne brannte so stark und grell, dass dieses Alanotreffenwohl als „Sonnenbrillen-Veranstaltung“ in die Vereinsanekdoten eingehen wird. 

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(Jungrüde “Nago”)

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Begonnen wurde, wie üblich, mit einem Ruhelagen- und Wesensparcour. Die Thüringer hatten sich hier jede Menge schöne Übungsstationen einfallen lassen. Die Hunde konnten ihre Umweltsicherheit zum Beispiel beim überqueren von Autodächern, beim passieren von Rüttelplatten, beim durchlaufen, durchkriechen und überspringen von Hürden, Tunneln, Röhren, Flatterbandvorhängen etc. unter Beweis stellen. Am interessantesten fand ich persönlich, die Station in der man mit einem Industriestaubsauger seinen Hund absaugen konnte…, spart das kämmen ;-) 

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Nach dem Ruhelage-Parcour ging es dann an die Schutzdienstarbeit, die bei einem Arbeitstreffen für eine Schutz- u. Gebrauchshunderasse ja nie zu kurz kommen sollte. Sicherlich wird der Dogo Canario (oder wie er früher hieß Alano bzw. Perro de Presa) von der belgischen FCI, nicht als Dienstgebrauchshunderasse geführt und sicherlich haben über 90% der Dogo Canario-Halter keinen Sinn für die Erkennung und vor allem Erhaltung des Dogo Canario als Arbeits- und Gebrauchsrasse. Doch bei uns im Alano Verein Deutschland e.V. sieht dies anders aus. Wir achten penibel darauf, dass die spanische Dogge als Gebrauchshund für den Schutz der Familie, für die Jagd, sowie für den sportlichen und dienstlichen Bereich erhalten bleibt. In keinem Verein/Verband der Welt gibt es annährend so viele Alanos (Perros de Presas) die noch wirklich in der Lage sind echte Leistung zu erbringen. Der AVD e.V. stellt hier sozusagen ein Sammelbecken für die verschiedensten Hundeführer/Halter dar, die eines verbindet: Die Vorliebe für einen leistungsfähigen und arbeitswilligen Hund in der 40-60kg Klasse.

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Zu unseren Besuchern gehören Hundehalter, die Ihre Alanos im familätren Bereich als Familienschutzhund halten, ihre Alanos auf der Jagd führen, ihre Alanos im Hundesport führen (IPO/VPG/Agility), ihre Alanos beim „Weightpulling“ starten lassen, ihre Alanos als Diensthunde im Bewachungs-Sicherheitsgewerbe führen etc. etc etc. . Sie kommen häufig aus vollkommen verschiedenen „Kreisen“ und haben einen sehr umfangreichen aber doch recht unterschiedlichen „Backround“ aufzuweisen. Aber alle dieseAVD-Hundehalter verbindet ihre Leidenschaft für die „Spanische Arbeitsdogge“. 

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Freunde von Dogshows, wie der modernisierte „Showdog-Friend“, heutzutage häufig die Schönheitsausstellung nennt, kommen bei uns in der Regel nur max. einmal vorbei. Entweder sind sie dann bekehrt oder ihre Zuneigung zum “Grotesken” wird dann noch stärker, so dass sie dann häufig sogar vom überzüchteten Ausstelungs-Dogo Canario noch zu deutlich „kaputteren“ Hunderassen wechseln, wie z.B. Mastiff, Deutsche Dogge, englische und französische Bulldoge etc. .

Manche Dinge scheinen sich einfach auszuschließen. Dies ist ja auch mein Erklärungs-Ansatz, auf den ich immer wieder komme, um den sog. „Mitbewerbern“ vor Augen zu führen, dass wir (der AVD e.V.-Delegación Alemán del Dogo Canario) überhaupt gar keine wirkliche Konkurrenz zu den Schönheitszüchtern dar stellen können. Wir sprechen definitiv grundlegend unterschiedliche Interessenten an!

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Weiter zum Alano-Pfingsttreffen: Wir hatten neben einer großen Zahl von Dogos Canarios auch wieder eine Reihe von Fremdrassen dabei. Die für uns schon fest zum Programm gehörigen, blitzschnellen Malinois sowie weitere Dienstgebrauchshunderassen und deren Kreuzungen (wie z.B. Hollandse Herder, Deutscher Schäferhund, Rottweiler etc.), waren natürlich auch wieder da und sorgten für einige schöne Einlagen. 

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Etwas seltener (für unsere Alano-Treffen) war die hohe Teilnehmerzahl von Hundeführern (die wohl hauptsächlich für den Nachtübungs-Wettkampf angereist waren), mit American Staffordshire Terrier und englischen Bullterriern. So hatten wir neben einer Belegschaft des 1. American Staffordshire Club e.V.(VDH) auch einige „alte Haudegen”, die einigen Besuchern noch von den damaligen Veranstaltungen des Bullterrier Verein e.V. in Ellwangen in Erinnerung waren.  Die Zahl der „Leistungsbullterrier“ ist ja bekanntlich in Deutschland dramatisch in den Keller gegangen, und deshalb war es für einige sicher sehr interessant noch einmal Bullterrier zu sehen, die aus den alten Leistungslinien von Rudolf Sewerin und Co. entsprungen sind (Bullterrier wie z.B. Bravehart’s Duke oder, Friar Tucks Gallant).  

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Nach dem die Hunde der Teilnehmer dieses AVD-Events, so gut wie dies bei dem doch hohen Andrang möglich war, im Schutzdienst gearbeitet waren, war dann der amtliche Teil der Veranstaltung dran. Jetzt wurden die zuchtrelevanten ZWP’s (AVD-Wesensprüfungen) abgelegt und Formwertnoten vergeben.  

Alle Formwertnoten lagen im positiven, zuchtuneingeschränkten Bereich. Bei den ZWP’s wurden dieses mal drei ZWP-2 erfolgreich abgelegt! Dies ist ein sehr schönes Resultat, da wohl allgemein bekannt ist, dass besonders im Teil der Schutzdienstüberprüfung, häufig die Hunde scheitern.    

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(Alero de la Guardia stammt aus Maxima de la Arena x Demonio de la Arena)

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Besonders beeindrucken war, für den Insider, die Vorführung des Rüden Alero de la Guardia, der so gut wie untrainiert die ZWP-2 mit einer beeindruckenden Leistung absolvierte. Alero stammt aus der Verbindung Maxima de la Arena x Demonio de la Arena und ist somit ein „Doppel-Wotan“. Ohne Übertreibungen  würde auch jeder alteingesessene Hundesportler diesen Rüden mit Fug und Recht als wirklich „roh“ bezeichnen. Und genau dass, bzw. diesen Typ Hund, der sein Potential wirklich von Natur aus mitbringt und nicht durch mühevolles Training erlangt hat, ist es den wir immer wieder versuchen in unserer Zucht zu etablieren. Es wäre (genetisch betrachtet) vollkommener Quatsch  auf Ausbildungskennzeichen, wie z.B. SchH3 etc., zu achten. Viel interessanter und erfolgversprechender ist die Zuchtverwendung von Hunden die vielleicht nicht eine 1000% fehlerfreie, aber dafür eine grundsolide Wesen- bzw. Charaktervorstellung hinlegen ohne zuvor ausgebildet zu sein. Der gute genetische Hund bringt, nach aller Wahrscheinlichkeit um nicht von einer genetischen Gewissheit zu sprechen, besseren Nachwuchs als der Hund mit der Spitzenausbildung. 

Dies ist für uns natürlich keine Neuigkeit, denn genau nach diesem Credo wählen wir im AVD e.V. unsere Zuchthund aus und dies schon seit über 10 Jahren…  

Die ZWP 2 konnten die folgenden Hunde bestehen:

Alero de la Guardia

Hampa de la Arena

Allegra de la Guardia

Nach den ZWP’s wurden dann die letzten Vorbereitungen für den Nachtübungs-Wettkampf vollbracht. Die Nachtübung wurde dieses Mal, mit nur 6 Stationen, recht kurz und knapp gehalten. Dies lag in erster Line daran, dass  wir mit 60 Hunden doch recht viele Starter hatten.

Die Klassen waren wie gehabt die Jugendklasse, die Bronzeklasse, die Silberklasse und die Goldklasse. 

Nach einer Ansprache, bei der deutlich auf unsere Platzordnung bzw. unsere Allgemeinen Regel hingewiesen wurde, ging es dann los…

Trotz der „nur“ 6 Stationen (3x Reizlage und 3x Ruhelage) war es beim letzten Hund der Goldklasse schon wieder hell. 60 Hunde sind halt schon eine echte Zahl! Die macht man nicht mal in drei vier Stunden weg… 

Nach der Siegerehrung, brachen diesmal alle Besucher auf (in ihre Zelte, Wohnwagen, Hotels oder nach Haus). Dies nur erwähnt da es für unsere Treffen in Thüringen eigentlich unüblich ist. Meistens feiern zumindest ein Teil der „Verrückten“ noch bis zum Frühstück. Doch diesmal waren scheinbar alle Teilnehmer, nach diesem Marathontag, zu erschöpft und gingen artig schlafen…

Die Treppchenplätze des Nachtübungswettkampfes haben folgende Hunde errungen:

Junghundklasse:

1. Platz:  Xena de la Arena (Requisa x Demonio)

2. Platz: Yetta de la Arena (Cobra x Demonio)

3. Platz: Xara de la Arena  (Requisa x Demonio)

Bronzeklasse:

1. Platz: Maria de la Arena (Abaja x Wotan)

2. Platz: Akira de la Legion (Ora x Hampa)

3. Platz: Talisa de la Arena (Elly x Arnold)

Silberklasse:

1. Platz: Atos de la Legion (Ora x Hampa)

1. Platz: Antik von den brennenden Herzen (Malinois)

2. Platz: Oso de la Arena 

2. Platz: Odin (Malinois)

3. Platz: Lenny (Conquista x El Maestro)

Goldklasse:

1. Platz: Hampa de la Arena (Sheila x Demonio)

2. Platz: Parko (Nedel)

3. Platz: Debby vom Herrenberger Schloß (Malinois)

Am nächsten Tag wurden,  nach einem schönen Frühstück, noch einmal die Hunde rausgeholt und einige SD-Stationen und Übungen noch einmal nachgearbeitet. Ab den späten Mittagstunden machten sich dann auch die letzten der hartnäckigen Hundeführer auf den Weg in Richtung Heimat. 

Wir können dieses Pfingstreffen als sehr gut besucht bezeichnen, es war zwar kein Rekord, aber doch waren extrem viele Hunde und deren Halter vor Ort. 

Die geschätzten Besucher-Zahlen schwanken (intern) von 100 bis 120 Personen. Hierbei natürlich eine gewisse „Laufkundschaft“ mit eingerechnet. 

Die Qualität der vorgestellten Hunde war durchweg sehr ansprechend. Habe ich noch im letzten Jahr  die Leistungen der Nachtübungsteilnehmer kritisiert, so waren die gezeigten Leistungen diesmal zum Teil wirklich sehr gut.

Trotz der hohen Teilnehmerzahl der Nachtübung, empfand ich es als sehr Schade, dass doch sehr viele anwesende, gute Hunde nicht gemeldet wurden. Als Beispiel seien hier zum Beispiel die sehr guten Rüden Apollo de la Legionund Silverio de la Arena genannt. Naja, vielleicht beim nächsten Mal…

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(Silverio de la Arena)

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Um diesen Bericht nicht ausufern zu lassen, will ich ihn hiermit und mit meinem Dank an die gesamte AVD-Arbeitsgruppe Thüringen und deren fleißigen Helfern beenden.

Wir sehen uns am 28.08.2010 in Essen!

Bis dahin verbleibe ich mit Besten Grüßen und dem traditionellen „Gut Griff“.

Arne Pohlmeyer

AVD e.V.-Präsident