AVD e.V.-Ostertreffen 2012

Alanotreffen AVD-Oster-Event 2012

Für das erste Treffen im Jahr hatte der AVD e.V. den Hundeplatz der AVD-AG-Berlin angemietet. Das Vereinsgelände in Berlin bietet nicht unbedingt viel Luxus, doch im großen und Ganzen ist alles da was man braucht. Wesensparcour, Vereinsheim, Überdachte Zuschauerbereiche, Parkplätze, Hundeboxen, Küche und Grill und vor allem viel Auslaufmöglichkeit für die Hunde. 

Wir hatten um die 70-80 Besucher (incl. Vereinsmitglieder) eine Zahl die nicht grandios aber für den Standort Berlin doch zumindest akzeptabel ist. Und obwohl der Hundeplatz nicht über Gebühr groß ist, hat man doch immer das Gefühl als würden sich die Leute noch etwas verlaufen. 

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Neben den Dogos Canarios wurden auch andere Hunderassen präsentiert so hatten wir neben den immer stärker vertretenen Belgischen Malinois, auch Dobermänner, Deutsche Schäferhunde, Amerikanische Bulldogen, Presas Malorquins, Am. Staff., englische Bullterriern auch zwei Minibullys als Gastrassen zu begrüßen. 

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Der Alano Verein Deutschland e.V. der selbst die historischen, spanischen Doggenschläge und die heutige Rasse Dogo Canario betreut, ist immer offen für sämtliche andere Hunderassen, solange es sich bei den Hundeführern selbst um verantwortungsvolle und motivierte Hundeführer handelt. Ich kann mit Freude berichten, dass wir besonders aus dem Dienst-Gebrauchshundelager immer häufiger ein positives Feedback über unsere Veranstaltungen erhalten. 

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Aus dem übrigen Molosserlager inklusive der Schönheitshunde (Showdogs) lässt die Teilnehmerzahl eher nach. Dies liegt nicht daran dass wir diese Hunde und schon gar nicht ihre Hundeführer selbst vergrämen oder gar nicht Willkommen heißen würden, der Grund ist eher darin zu sehen dass diese (zum Teil auf groteske Optik und Anatomie gezüchteten) „Schönheits“-Hunde hier im Punkte Leistung, Arbeitsfähigkeit und festes Wesen leider nicht viel zu bieten haben. Dies reiben wir ihnen zwar nicht unter die Nase, doch handelt es sich (vor allem bei unserem Ostertreffen) bei unseren Veranstaltungen um Arbeitstreffen bei denen die Hunde ihr gutes, belastbares und leistungsfähiges Wesen präsentieren können. Bei uns wackeln nicht stundenlang irgendwelche übergewichtigen, anabolikagedopten  Dickschiffmolosser durch den Ausstellungsring, bis selbst der interessierte Laie nicht mehr erkennt wer hier am fettesten – oh Entschuldigung – am „schönsten“ daherkommt…

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Das Wetter hatte uns im vergleich zu den anderen Jahren doch etwas mies mitgespielt. So hatten wir neben interwalartig, wiederkehrenden Regenschauern, sogar zwischenzeitlich etwas Schnee. Der April der macht was er will, so ist’s halt. 

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Nach einer kurzen Begrüßung wurde mit einem Training-Wesensparcours begonnen, der für alle Hunde offen war – von jung bis alt. Hier gab es Laubsauger, Menschengruppe, Flaschenpool, ein sehr interessantes Baugerüst, einen Tunnel, einen Schirm- sowie eine Planenstation, Hürden, A-Wand etc. und „last but not least“ eine „Hänge-Wackel-Brücke“. Dies alles war für die Hunde die hier das erste Mal auf dem Platz waren sicher recht interessant und bot so viele verschiedene Trainingsansätze und Möglichkeiten. 

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Hier nach war dann das Schutzdiensttraining dran. Eigentlich sollten als erstes die Junghunde drankommen, doch da die Junghundbesitzer sich scheinbar doch etwas zierten. Wurden die Hunde der verschiedenen Alters und Ausbildungsklassen durcheinander gearbeitet. Dies ist für die Hunde, sowie für die Figuranten eine interessante Herausforderung, wirkt in meiner Meinung nach aber nach außen hin etwas chaotisch und undurchsichtig was den Ablauf betrifft. Dies werden wir bei den kommenden Veranstaltungen etwas anders organisieren und zuvor festlegen, bzw. die Reihenfolge der Hunde fixieren.      

Nach dem Trainingschutzdienst, wurden vier Hunde zur Zuchtwertprüfung und vier Hunde zu den Formwertprüfungen gemeldet. Alle Hunde konnten mit positiven Resultaten die zuchtrelevanten Prüfungen bestehen: 

Zuchtwertprüfungen (Richter Frank Nedel):

ZWP 1:

Name: J7’s  Cruz (J7’s Ebony x M’Loco de Irema Curto)

Allgemeiner Eindruck: Der Rüde präsentiert sich in allen Bereichen befriedigend. Er könnte sicher noch etwas selbstbewusster bzw. offener sein. 

Resultat: Bestanden

ZWP1:

Name: La Casa del Locos Adioz (Buaro de la Guardia x Raja de la Arena)

Allgemeiner Eindruck: Befriedigende Vorstellung. Der Jungrüde wirkt noch etwas lingslastig und hat hier sicher noch nicht sein ganzes Potential entfaltet. Es handelt sich allerdings auch um einen Jungrüden im Alter von (erst) 12 Monaten.

ZWP2:

Name: Cadimo de la Guardia (Dardo de la Arena x Maxima de la Arena)

Allgemeiner Eindruck: Im Komplettpaket zeigt der Hund hier eine Gute Vorstellung. Da der Rüde bei den Schüssen etwas schreckt und bei den (ansonsten tadellosen) Kampfhandlungen deutlich laut wird, wird diese ZWP zwar selbstverständlich als voll bestanden gewertet, allerdings nicht als fehlerfrei. Insgesamt hat der Rüde einen guten und druckvollen Eindruck hinterlassen, er könnte sich allerdings noch etwas gelassener zeigen.  

ZWP2:

Name: La Casa del Locos Amparo (Buaro de la Guardia x Raja de la Arena)

Allgemeiner Eindruck: Sehr gute Vorstellung des Hundes. Es handelt sich um einen Jungrüden im Alter von 12 Monaten, der hier eine Vorstellung zeigt, die Nahe am Optimum ist. 

Formwertprüfungen (Richter Timm Barche):

Name: Yacanto de la Arena

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Allgemeiner Eindruck vom Typ: Sportlich gebauter Rüde, etwas zu leichter mittelgroßer Rüde, der noch etwas mehr molossoider sein könnte und deutlich mehr Knochenstärke aufweisen sollte. 

Bewertung: Formwertnote 2 (mit deutlichen Abstrichen)

Name: J7’s  Koreena (J7’s Ebony x M’Loco de Irema Curto)

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Allgemeiner Eindruck vom Typ: Sehr trockene, rüdenhafte Hündin, mit sehr starkem Kopf, die allerdings insgesamt etwas zu lose ist und eine etwas steilgewinkelte Hinterhand aufweist

Bewertung: Formwertnote 2 (mit deutlichen Abstrichen)

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Name: J7’s  Cruz (J7’s Ebony x M’Loco de Irema Curto)

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Allgemeiner Eindruck vom Typ: Sehr typvoller, trockener Rüde, mit sehr schönem, starkem allerdings etwas spitzen Rüdenschädel. Hinterhand leicht überwinkelt.

Bewertung: Formwertnote 1 (mit deutlichen Abstrichen)

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Name: Arreba de la Cruz (Bader’s Rocky x Knautschlack Matarife)

Allgemeiner Eindruck vom Typ: Typvolle, rüdenhafte Hündin trockene Hündin, die trotz ihres hohen Alters noch den korrekten Typ erkennen lässt.  (Die Hündin wurde im Alter von ca.12 Jahren vorgestellt) 

Bewertung: Formwertnote 1 (mit deutlichen Abstrichen)

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Nach den positiven Resultaten der Formwertprüfungen war dann der Aufbau der Nachübung dran. Hier hatten wir wieder eine unnötige Verzögerung, die uns das wartende Publikum voller Vorfreude, allerdings nachsah. Hier müssen wir für kommende Veranstaltungen ebenfalls bessere Vorbereitungen treffen und vorab eine Gruppe zum Aufbau der Nachtübungsstationen bestimmen. Es kann nicht sein, dass sich zwar schnell helfende Hände finden, doch keiner so genau weiß wo er denn nun anpacken soll. Beim nächsten Treffen werde ich im Vorfeld um Mithilfe bitten und vorher bereits bestimmen wer wann welche Station aufbaut. Dies ermöglicht uns ein enormes Zeitersparnis. Denn dann können auch während das Tages-Programm noch läuft, schon einige Stationen aufgebaut werden, die ich hinterher nur noch kontrollieren bzw. in der Planreihenfolge einbauen muss. Ich würde mich freuen, wenn sich vor dem nächsten Treffen schon unsere Hilfsbereiten Freunde, bei mir melden würden um die Nachtübungspläne zu besprechen und festzulegen, wer wann was aufbaut. Dann schaffen wir es vielleicht auch mal ohne Verzögerung bei Einbruch der Dunkelheit beginnen zu können. 

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Wobei ich hier diese (üblichen) Verzögerungen auch nicht negativ überbewerten will, da es schließlich schlimmeres gibt als mal eine Dreiviertelstunde mit Gleichgesinnten bei einem Kaffee im Vereinsheim zu warten, oder noch einmal die Hunde zur „Gassigehrunde“ aus dem Wagen zu holen. 

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Die Nachtübung wurde diesmal mit nur 7 Stationen versehen. Da wir das Vereinsheim als Überfallstation nutzten und wir vor dem Vereinsheim, unter der Überdachung, sowieso schon recht viele Leute hatten, verzichtete der Wettkampfleiter (F.N.) auf die übliche Personengruppe. Die Personengruppe hätte nämlich in diesem Fall draußen auf dem Trainingsgelände jeden einzelnen Hund in Empfang nehmen müssen und dies wäre bei den Witterungsverhältnissen nicht gerade angenehm geworden. Beziehungsweise hätten wir sicher das Resultat gehabt, dass bei der Junghundklasse noch eine riesige Personengruppe da gewesen wäre, allerdings spätestens in der Silberklasse hätten sich die meisten dann doch lieber vor dem warmen Ofen im Vereinsheim „abgesetzt“…

Es wurde allerdings angeregt, bei kommenden Nachtübungen wieder mehr wirkliche Sozialstationen einzubauen. Nur diese Stellen eben auch das größte Unfallrisiko bei Nachtwettkämpfen da. Ich werde es aber mit unseren bewiesenen und erfahrenen Nachtübungs-Leiter Frank Nedel erörtern wie weit wir hier gehen können ohne unnötige Risiken zu erzeugen. Frank Nedel ist neben dem Ablauf nämlich löblicher Weise auch sehr auf die Sicherheit bedacht. Das Vergeben der Punkte in diesem Nachtübungsparcour wurde von vier verschiedenen Vereinsmitgliedern übernommen. So haben wir (im Gegensatz zur allgemeinen Annahme) keiner Bewertung von nur einem Richter, sondern faktisch immer von mehreren, die auch nur das richten was sie tatsächlich bewerten und beurteilen 

können. Anmerken will ich hier allerdings trotz dieses Fakts, dass Frank Nedel für mich der unparteiischste und korrekteste Richter ist, den ich mir nur vorstellen kann. Ich selbst habe unter seiner Gradlinigkeit beim richten von Hunden auch schon öfters schlucken müssen, da auch ich selbstverständlich mein „Fett“ weg bekommen habe. Unserer englische und wettkampferprobte Freund Sati (5K) meinte anerkennend, er hätte lange keinen Richter getroffen, der so gut, schnell und exakt Hunde beurteilen könne wie dies Frank Nedel kann. Ich selbst denke dass Frank als Richter für jegliche Sportart bzw. jeglichen Wettkampf eine faire Bereicherung wäre. Die Gleichbehandlung geht bei Frank soweit, dass ich in einem Nachtwettkampf drei Hunde nacheinander holen kann und er mir exakt vor jeder Station erneut mit den selben Worten, erklärt was ich zu tun habe. Als ich ihm einmal gesagt hatte, dass ich dies doch nun langsam wüsste, antwortete er nur entgeistert, dass es doch sonst nicht für jeden Hund gleich wäre, wenn er nicht auch jeden Hundeführer exakt in das gleiche Gespräch „verwickeln“ würde…

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So zurück zum Nachtwettkampf. Der Wettkampf wurde, wie ich es vor Jahren eingeführt habe, in vier verschiedenen Klassen eingeteilt, damit auch für jeden Hund eine gerechte Klasse dabei ist. 

Die Nachtübung heißt zwar auch bei uns Nachtübung, ist aber genau genommen keine reine Übung sondern ein Nacht-Pokalkampf. Diese Art der Hundeüberprüfung auf Wesen und Charakter wirkt sicher interessant, ist aber für mich kynologisch betrachtet als Instrument zur Zuchtselektion nicht geeignet bzw. gesondert zu beachten. Der gravierenste Unterschied zu einer Überprüfung die den charakterlichen Zuchtwert des Hundes ermitteln könnte, ist die Tatsache dass der Hund während der Nachtübung (aus Sicherheitsgründen) an der Leine, der Nabelschnur zum Hundeführer, bleibt. Gerade Hunde die hier im engen Kontakt mit ihrem „Alphawolf“ leben, zehren natürlich sehr von dem Vorteil der Leinenpflicht. So haben wir häufig ein verschobenes Bild, was vom Profi zwar schnell gerade zu rücken ist, allerdings vom Laien werden hier häufig völlig falsche Schlüsse gezogen. Selbstredend ist eine traditionelle „Henz´sche Mutprobe“ auf dem Waldweg oder auch blanken Acker weit aussagekräftiger über den Zuchtwert des Hundes als jegliche Nachtübung an der Nabelschnur… Noch deutlicher sehen wir die reine, untrainierbare Wertigkeit beim zuchtrelevanten Leistungszeichen S/

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Ich wollte hier jetzt sicher nicht Nachtübungen und schon gar nicht unsere Nachtwettkämpfe als „schlecht“ darstellen, sicher nicht. Doch in erster Linie sollen sie Spaß machen und Trainingsdefizite aufdecken und den nicht zu punkte-verbissenen Hundeführern machen sie auch großen Spaß – und dies freut mich dann wieder persönlich. 

Bei unserer kynolgischen Selektion dürfen sie uns allerdings nicht beeinflussen, bzw. geben uns die Ergebnisse der Nachtwettkämpfe keine objektiven Aussagen über einen zuchtwertvollen oder weniger zuchtwertvollen Hund. (In einer Diskussion würde ich hier als bedingte Ausnahme eventuell die Goldklasse stehen lassen). 

Ok zurück zur Nachtübung:

Hier gab es Überfälle auf den Hundeführer, hartes Bedrängen von Scheintätern gegen den Hund, Feuertonnen, enge Tunnel, gruselige Megaphon-Geräusche, Lagerfeuer, fiese Druckluft aus einem Profikompressor, Kanisterattacken, anrüchige Aufblaspuppen aus dem Erotikbedarf und  einen Traktor der einen Anhänger zog um den Hund auf eine kleine rumpelnde Fahrt mitzunehmen (eine neue, wie ich finde sehr schöne Idee). Theos freundlicher Weise zur Verfügung gestellte Nebelmaschine, konnten wir bedingt durch die schwache Absicherung der Stromversorgung auf dem Hundeplatz, leider nicht in Betrieb nehmen.

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Bei den Nachtübungen hatten wir diesmal einige, normaler weise deutlich souveräner wirkenden Hunde, die sich bei diesem Wettkampf nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben – aber was soll’s so ist es eben, ein Fun-Wettkampf – Wer so etwas zu ernst nimmt ist selbst schuld… Vor allem die Scheintäter haben versucht auch Starter die bei Überfällen leider nur mit null Punkten versehen werden konnten, sofort an Ort und Stelle wieder aufzubauen und dies gelang erfreulich gut.

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Hier die Treppchenplatzierungen der Nachtübung:

Jugend-Klasse:

1.Platz: A’Patrasch von der Lönshütte (Malinois)

2.Platz: El Muerte de la Arena

3.Platz: Franja de la Guardia

Bronze-Klasse:

1.Platz: Yacanto de la Arena

2.Platz: Zora (Malinois)

3.Platz: Ramera de la Arena

Silber-Klasse:

1.Platz: Antik von den brennenden Herzen (Malinois)

2.Platz: Oso de la Arena

3.Platz: Ajax (DSH)

Gold-Klasse:

1.Platz: Buaro de la Guardia

2.Platz: Lenny 

3.Platz: Pia (Malinois)

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Die Nachtübung endete trotz mageren 35 Startern mitten in der Nacht, weshalb sich die meisten nach der Siegerehrung auf den Weg machten. Insgesamt muss ich aber von einem freundlichen und fairen Publikum bzw. Teilnehmern sprechen. Trotz einiger kleiner Defizite  im organisatorischen Ablauf (die wohl überall mal vorkommen), kann ich aber erfreut berichten, dass das Treffen bei den Teilnehmern im Gros einen sehr guten Anklang fand, bzw. habe ich bereits eine Reihe positiver Nachrichten von Neulingen erhalten, die uns hier ein freundliches und motivierendes Feedback gaben. 

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Also packen wir es an, nach einem Brainstorming zur Verbesserung der Abläufe, werden wir bald die nächsten Veranstaltungen in Angriff nehmen. 

Ich grüße mit meinen obligatorischen „Gut Griff“ und verbleibe mit besten Wünschen

Arne Pohlmeyer

(Präsident AVD e.V.)