AVD e.V.-Ostertreffen 2010

AVD e.V.-Ostertreffen Alano Verein Deutschland e.V.

*** AVD e.V. – Ostertreffen 2010  ***  Alano Verein Deutschland e.V. ***

 

 

 

Das diesjährige Ostertreffen des Alano Verein Deutschland e.V. – Delegación Alemán del Dogo Canario, fand in der alten und neuen Hauptstadt Berlin statt.

Ausrichter war unsere ansässige AVD-Arbeitsgruppe die dort einen eigenen Hundeplatz unterhält.

 

Viele Dogos Canarios und ihre Besitzer sind gekommen um mit uns zwei schöne Tage, rund um das Thema Mollosser und Arbeitshund, zu begehen. Worauf wir schon seit langem stolz sind, ist die Tatsache, dass wir kein Nischendasein fristen, sondern offen und auch interessant für Neulinge, Rasseinteressenten und Besitzer anderer Hunderassen sind. So waren auch auf diesem AVD e.V.-Treffen wieder jede Menge Fremdrassen, neben unseren Alanos (Dogo Canario FCI), vertreten.

.

.

.

 

Das Wetter war, trotznegativer Prognose, erfreulich gut, so dass wir die gesamte Zeit trainieren, prüfen, testen und im Wettkampf starten konnten. Fast schon standardmäßig wurde mit einer Art Wesensparcour, bestehend aus verschiedenen Ruhelagestationen begonnen. Die Hunde zeigten sich durch die Bank auffallend freundlich, sicher, wesensfest und unerschrocken. Danach war dann der Schutzdienst dran. Da ein Großteil unserer Besucher gerade aus dem Hintergrund heraus zu wissen dass unsere Hunde gute und umweltsichere Schutzhunde sind und unsere Figuranten etwas von ihrem tun verstehen,  deswegen zu unseren Treffen kommen, wurde natürlich der Schutzdienst dementsprechend auch recht ausführlich prozessiert. Es sind ja auch schließlich AVD e.V.-Arbeitstreffen und keine Mollosser-Monograficas, wo es nur ums (übergewichtig) gute Aussehen geht. Entschuldigen Sie bitte diese kleine Spitze gegen die Liebhaber (teils auch Fanatiker) von Schönheitsshows.  Also weiter im Text, nach dem allgemeinen Schutzdienst-Training und Ausbildungsaufbau waren die Zuchtwertprüfungen dran. Die Zuchtwertprüfungen stellen, die moderne und gut durchdachten AVD-Wesensprüfungen da. Sie sind zuchtrelevant und bestehen aus einer Kombination aus verschiedenen Ruhelage-, Stress-, Umwelt-, Sozialverhaltens-Prüfungen und einem Schutzdienstteil (Überfall und Mutprobe).

Von den 7 vorgestellten Hunden konnten 4 die Wesensprüfungen bestehen.

. .

. .

 

 

.

Das für mich schönste Resultat zeigte Orlanda de la Arena, die so gut wie roh zur Prüfung vorgestellt wurde. Bislang von ihrem Besitzer ausschließlich jagdlich geführt und geprägt, zeigte sie, dass sie sich auch im Schutzdienst nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Eine Prüfung von einem rohen Hund, hat für mich immer einen deut mehr Gewicht als die gleiche Prüfung von einem trainierten Hund. (Obwohl man auch anmerken muss, dass die gesamte bandbreite der Zuchtwertprüfung nie komplett, bzw. nie vollkommen künstlich hintrainiert werden kann). Doch wie auch immer für mich hatte Orlanda de la Arena (Elly x Wotan) somit meinen imaginären Tagespokal sicher. (Ich pflege nämlich, selbst bei jedem Training, hinterher in aller Ruhe zu überlegen welcher Hund mir im Bezug auf seinen Leistungsstand am besten gefiel. Immer berücksichtigen wie viel oder wie wenig Training er zuvor genossen hat). Neben Orlanda de la Arena, haben auch noch Raja de la Arena (ZWP2), Parko (ZWP2) und Hampa de la Arena (ZWP2) erfolgreich ihr belastbares Wesen unter Beweis gestellt.

 

Gerade als der letzte ZWP-Kandidat den Platz verlies brach auch schon die Dunkelheit ein. Dunkelheit, ja Dunkelheit, bei den meisten Hundetreffen läutet sie das Ende der Veranstaltung ein, nicht so im AVD e.V.. Bei einem AVD-Treffen wartet fast jeder inbrünstig darauf, dass die Sonne untergeht. Wenn es nämlich dunkel geworden ist, beginnt der spannende Teil des Alanotreffens, der Nachtübungs-Wettkampf!

 

Alle Teilnehmer, ob mit Dogo Canario, American Bulldog, Schäferhund, Miniatur-Bullterrier, Ca de Bou, Malinois und was noch alles für Rassen, meldeten sich schon „brav“ im laufe des Tages an. Die Starter füllten die Meldebögen aus und kreuzten an in welcher Klasse ihr vierbeiniger Kumpel laufen sollte. Die Klassen waren wie im Alano Verein Deutschland e.V. üblich, die Junghundklasse, die Bronzeklasse, die silberklasse und für die ganz draufgängerischen die Goldklasse.

 

Die Klassen spiegeln natürlich nicht in sich, bzw. nicht automatisch die Qualität des Hundes wieder, hier muss natürlich das Alter, die Erfahrung und der Trainingszustand des Hundes berücksichtigt werden. Zu dieser Berücksichtigung ermahne ich immer alle, die aus einer gewissen Oberflächlichkeit heraus, ihre Bewertungen häufig zu eng, zu schnell und zu totalitär fällen…

 

Auch sind diese Nachtübungs-Wettkämpfe immer etwas anders gestaltet, so dass es sehr selten sein dürfte, dass die gleichen Hunde immer die gleichen Platzierungen erringen werden. Natürlich gibt es auch die Kandidaten mit bomben Wesen und reichlich Erfahrung. Hunde die zusätzlich zu ihren hervorragenden Triebanlagen, ihrer Härte und ihrem Schneid auch noch durch gute Prägung, sozusagen „mit allen Wassern gewaschen sind“. Solche Ausnahmehunde spielen natürlich in der Regel immer in den obersten Rängen mit…

 

Der Nachtübungs-Parcour bestand aus 7 verschiedenen Stationen die der Hund durchlaufen musste. Da gab es Gespenster, Schneemänner die an einer Seilbahn herunter rauschten. Nervenaufreibende Traktorenüberquerungen, Feuer, dunkle Tunnel, fremde Menschen im Clubheim und eine Reihe von Überfällen auf das „Führer+Hund-Team“, die der vierbeinige Beschützer mit aller Kraft zu vereiteln hatte…

 

Es sind 45 Hunde bei dieser Nachtübung gestartet! Eine gute Zahl, wenn man bedenkt, dass in der Regel nur maximal die Hälfte der auf den Treffen anwesenden Hunde auch tatsächlich startet…

 

Man könnte von unseren Nachtübungen eigentlich immer einen ellenlangen und sicher auf spannenden Bericht schreiben, doch ich denke wer sich wirklich hierfür interessiert sollte sich aufmachen und einfach das nächste mal selbst mitmachen. Virtuelle Hundeführer (Das Wort des Jahres 2009) gibt es schließlich schon zu genüge… Der AVD e.V. veranstaltet jedes Jahr ca. 5 große Nachtübungswettkämpfe, also sollte es wohl kein Problem sein, einen passenden Termin einmal wahrzunehmen…

 

Die Treppchenplätze des Nachtübungswettkampfes “Ostern 2010“ haben folgende Hunde belegt:

 

Jungendklasse:

 

  1. Platz: Xena de la Arena
  2. Platz: Xara de la Arena
  3. Platz: Yacanta de la Arena

 

Bronzeklasse:

 

  1. Platz: Talisa de la Arena
  2. Platz: Sultán de la Arena
  3. Platz: Capone (Deutscher Boxer)

 

Silberklasse:

 

  1. Platz: Curly (Malinois)
  2. Platz: Holly (Dt. Schäferhund)
  3. Platz: Odin (Malinois)

 

Goldklasse:

 

  1. Platz: Hampa de la Arena
  2. Platz: Debby vom Herrenberger Schloß (Malinois)
  3. Platz: Parko (Nedel)

 

 

Die Siegerehrung war, dank der guten und zügigen Durchführung der Nachtübung, schon um 2:00 Uhr Nachts beendet. Dann hieß es für die Teilnehmer, möglichst zügig in die Falle. Am nächsten morgen starteten wir mit der Platzarbeit um 10:00Uhr. Nicht unerwähnt lassen,  wollen wir das wirklich leckere Frühstück was wir vorher noch genießen durften. Da, wie ich am nächsten morgen feststellte, nicht alle die wenigen Ruhestunden der Nacht zum schlafen genutzt hatten, waren einige natürlich doch recht ausgelaugt. Doch wer feiern kann, der kann am nächsten Tag auch die Hunde arbeiten, oder wie heißt dies preußische Sprichwort?

Und gearbeitet wurde und dies nicht zu knapp. Sogar zwei Dogo Canario-VPG-Einlagen wurden uns noch geboten…

 

In den frühen Nachmittagstunden sammelten wir dann unsere sieben Sachen zusammen und machten uns, auf die zum Teil noch lange, Heimreise…

 

Im Resümee der Veranstaltung können wir sehr zu frieden sein. Vor allem lässt es uns aus züchterischer Sicht in eine gesichert erscheinende Zukunft blicken. Vor allem die Junghunde waren wirklich sehr leistungsstark und zeigten wunderbare Charakterveranlagungen. Vor allem die folgenden Verpaarungen aus 2009 haben hier positive Früchte zum Vorschein gebracht: (Ronja) Requisa de la Arena x Demonio de la Arena, Hampa de la Arena x Ora de la Arena (Zwinger De la Legion) und Cobra de la Arena x Demonio de la Arena. So macht züchten Freude! Nichts ist schlimmer als Hundeführer die nie Interesse haben ihre Hunde auch mal auf Treffen vorzustellen. Seinen Junghund bei einem Arbeitstreffen vorzustellen, macht nicht nur für den Hund Sinn, sondern gibt auch dem Züchter die Möglichkeit sein Zuchtprodukt objektive zu beurteilen. Natürlich können nur die wenigsten Welpenkäufer regelmäßig mit ihren Hunden auf Veranstaltungen erscheinen, dies ist mir schon klar. Aus reinem informativem Interesse und auch aus Respekt dem Züchter gegenüber, sollte man aber schon versuchen mindestens einem Treffen im Jahr beizuwohnen. (So ist auf jeden Fall meine, nicht ganz uneigennützige, Meinung zu diesem Thema)…

 

Unmittelbar steht auch schon das nächste AVD-Treffen (Pfingsttreffen in Thüringen) vor uns. Mal schauen wer dort so alles kommt, ich bin gespannt!

 

So und nun wollen wir es mit diesem kurzen Bericht belassen, den nächsten werde ich wohl schon in Kürze verfassen dürfen.

 

Unser besonderer Dank für dieses schöne Ostertreffen,  geht an die komplette AVD e.V.-Arbeitsgruppe Berlin (allen voran an Sabrina u. Andy), an alle Helfer, an alle Figuranten, an die Grillmeister, an alle Teilnehmer die aus ganz Deutschland anreisten und an alle die mit ihrer guten Laune zu diesem gelungenen und äußerst harmonischen Treffen beitrugen!!!

 

Es grüßt

 

Arne Pohlmeyer

AVD e.V.-Präsident