AVD e.V.-Ostertreffen 2009

AVD e.V. Oster-Treffen 2009

AVD e.V. (Alano Verein Deutschland e.V.)-Ostertreffen 2009

Zum ersten Mal haben wir eine Veranstaltung in der Hauptstadt durchgeführt. In den letzten Jahren richtete der AVD e.V. in der Regel sein Ostertreffen in Niedersachsen aus. Dieses Jahr aber entschieden wir uns das Treffen in Berlin abzuhalten, um so quasi zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Neben dem ersten Treffen in Berlin, haben wir auch die offizielle Einweihung der „AVD e.V.Arbeitsgruppe-Berlin“ gefeiert.

Die “AVD e.V.-AG-Berlin“ wird für alle seriösen Hundefreunde ihre Pforten, einmal die Woche öffnen. Der Trainingstermin wird, soweit mir bekannt ist, immer der Sonntag sein.

Das Ostertreffen ist bekanntlich immer die erste Veranstaltung im Jahr. Häufig, haben wir Ostern noch mit schlechtem oder wechselhaftem Wetter zu kämpfen, dieses Jahr aber wurde uns nahezu perfektes Wetter geschenkt. Den ganzen Tag strahlender Sonnenschein, einige zogen sich sogar einen gebührenden Sonnenbrand zu. Des Nachts wurde es etwas kühl, blieb aber trocken, sprich jeder der eine dicke Jacke dabei hatte, konnte eigentlich nicht klagen.

Die Veranstaltung begann ca. um 12:00 am Samstag. Zuvor hatten die Teilnehmer bereits ihre Park- und Zelt-Plätze bezogen. Sicher bedingt durch dass schöne Wetter waren auffällig viele zu sehen, die ihre Zelte aufschlugen und ein gemütliches Camping, den Hotels auf der Liste der Ausschreibung vorzogen.

Das Gelände der AVD e.V.-Arbeitsgruppe-Berlin ist nicht besonders groß (allerdings sehr schön), was dazu führte das doch einige Besucher außerhalb des Geländes parken mussten. Dies war auch ohne weiteres möglich, da das Vereinsgelände neben Feldern und einem weiteren Hundeplatz liegt.

Normaler Weise sind unsere Ostertreffen, im Vergleich zu dem Pfingst-, sowie Sommertreffen, meist nicht so stark besucht, doch die Teilnehmer kamen (für ein Ostertreffen) doch in großer  Zahl. Natürlich gibt es auch immer einige Gäste die nur mal kurz auf Steppvisite vorbei schauen, was ja auch in Ordnung ist. Doch der Harte Kern blieb tatsächlich vom frühen Mittag bis in die späte Nacht (ca. 4:00 Uhr) motiviert und hartnäckig auf dem Platz, um auch nichts zu verpassen. Und die Insider wissen ja schließlich auch, dass es in der Regel zum Schluss am spannendsten wird…

Da ich von Vereinskameraden, die selbst verhindert waren, nach Veranstaltungen häufig gefragt werde, wie viele Besucher denn da waren, bin ich dazu übergegangen immer grob die Besucher zu zählen. Das habe ich  diesmal allerdings nicht sehr gewissenhaft gemacht. Rückblickend würde ich ungefähr schätzen, dass wir um die 70 Besucher (incl. Kurzbesucher, bzw. der „Laufkundschaft“ als die ich sie immer bezeichne) hatten. Für die erste Veranstaltung in Berlin und dafür das Ostern war, eine schöne Besucherzahl.

Da wir die Treffen immer offen ausschreiben, waren natürlich neben den Dogo Canarios auch andere Rassen bzw. Mischlinge vertreten, wie z.B. Malinois, Cane Corso, Deutscher Schäferhund, American Bulldog, Rottweiler, Dobermann und selbst eine seltene griechische Hassen-Brake konnte ich entdecken.

Diesmal waren auch wieder viele neue Gesichter zu sehen, einige Mitglieder die sonst als feste Stammgäste regelmäßig zu sehen sind, blieben wiederum bei dieser Veranstaltung aus.

Die Besucherklientel setzte sich, wie eigentlich immer, aus verschiedenen „Schichten“ zusammen, viele hatten einen vollkommen unterschiedlichen „backround“, kamen aber blendend miteinander klar. Ich konnte diesmal insgesamt sogar 5 Polizeibeamte zählen, die an unserer AVD e.V. Veranstaltung teilnahmen.

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Es wurden viele Dogo Canarios vorgeführt und präsentiert. Einige aus den Zuchtstätten  des AVD e.V. (Delegación Alemán del Dogo Canario), und eine gar nicht mal so kleine Zahl, aus unbekannten so genannten „privaten deutschen Hobby Würfen“.  Wir freuen uns ja immer über unsere Besucher und ihre Hunde, doch will ich nicht verschweigen, dass es uns natürlich ein Dorn im Auge ist, immer noch von Menschen zu hören, die ohne jegliche genetische wie auch rassespezifische Ahnung, Welpen produzieren und dies dann als Hobby bezeichnen, bzw. von privaten Unfallwürfen sprechen. Wir wollen hier auf keinen Fall die Käufer bzw. Halter von Dogo Canarios diskriminieren, nur weil ihr Hund nicht über den AVD e.V. kontrolliert gezüchtet wurde, sie sind (wie jeder bestätigen kann, der schon mal an einer unserer Veranstaltung teilnahm)  selbstverständlich willkommen und werden immer absolut fair behandelt. Es geht mir hier also nicht um die Welpenkäufer, sondern um ach so privaten „Hobbyzüchter“ und deren Vermehrungsunfälle. Jeder der sich, mal informiert und vor Augen hält, was die Hunde im AVD e.V. alles leisten und beweisen müssen bevor sie zur Zucht kommen, wie streng sie auf genetische Fehler (Erbkrankheiten, Wesens- und Leistungs-Schwächen etc.) ausgesiebt werden, muss verstehen warum wir diese sog. Privaten Hobbyzüchter, beim besten Willen nicht als seriös bezeichnen können. Vor allem wundert es mich immer, wenn denn ein Rüde ungewollt eine Hündin deckt, ohne Prüfungen, ohne Zuchtzulassung,  und so quasi ein Hobbyzüchter entsteht, warum dieser Hobbyzüchter dann seine Welpen überhaupt für Teuergeld verkauft? Warum verschenkt er sie nicht? Tolles Hobby!

Merkwürdig nicht wahr? Und da es ja ach so einfach ist, mal kurz ein paar Texte vom AVD e.V. abzuschreiben und zu kopieren, kann man sich sogar noch schnell für ein „Paarmarkfünfzig“, eine mehr oder weniger, seriös wirkende Homepage ins „world wide web“ setzen lassen…

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Aber weg von den Schattenseiten unserer Rasse zurück zum Alano Arbeitstreffen Ostern 2009.

Was wurde geboten? Da es sich nicht um eine Show für Zuschauer handelt, und es nicht darum geht, alles rosa rot und hübsch frisiert dar zustellen, dürfen bei uns alle alles mitmachen. Das heißt dass auch diesmal die Betonung auf Arbeitstreffen lag. Jeder durfte seinen Hund, ob er gute oder schlechte Veranlagung zeigte, ob er ein totaler Anfänger oder ein ausgebuffter Profi auf dem Platz arbeiten. Die Hunde wurden in den „Sparten“ Ruhelage, Umweltfestigkeit, Menschenfreundlichkeit, Stressgleichgültigkeit sowie im Schutzdienstbereich gearbeitet gefördert und geprüft.

So nahmen Hunde vom Welpenalter (jüngster Teilnehmer 12 Wochen alt) bis zum Rentenalter an allen Trainingsangeboten teil.

Interessant war mit Sicherheit, für die Teilnehmer die das erste mal da waren, dass der AVD e.V. größten Wert auf  Ruhelage sowie auf Umweltsicherheit legt. Viele unserer Neider verbreiten ja gern einmal,  Aussagen wie „…im AVD e.V. geht es nur um den Schutzdienst, außer beißen zählt da nichts…“. Es ist sicher so dass selbst unsere Neider zugeben würden, dass es außerhalb des AVD e.V.  mit Sicherheit, keine große Population an Dogo Canarios (Alano / Perro de Presa) gibt, welche für den privaten Schutz geeignet sind. Doch ist es ein Irrglaube, dass wir im AVD e.V. auf Schutzdienst züchten, (der genetisch Interessierte, wird zugeben, dass dies auch gar nicht möglich wäre). Nein das tun wir also nicht, wir züchten nicht auf Schutzdienst sondern auf   WESENSFESTIGKEIT (!) Für uns bedeutet das, dass ein Hund nicht nur das eine kann, er muss rundum offen, klar und belastbar sein. Wir wollen weder einen fetten, schläfrigen übertypisierten Ausstellungsmolosser züchten, noch einen linksliegenden scharfen Beißer. Für uns muss ein Dogo Canario (Alano / Perro de Presa) wirklich „nervenstark“ sein, dass ist uns bei weitem wichtiger als spritziger (hochleistungs-)  Hundesport oder die schönste Farbe der Saison… Wir vertreten den Dogo Canario in Deutschland, als eine Hunderasse, die sich perfekt für aktive Leute eignet, die einen gesunden, belastbaren, wesensfesten, familientauglichen und Schutzhund-geeigneten Molosser suchen.

Auffällig ist wie viele Dogo Canarios, die außerhalb, des AVD e.V. gezüchtet wurden, an Gesundheits- wie an Wesensdefekten leiden. Es gibt sehr wohl eine gewisse Zahl die auch im Schutzdienst beißen würde, doch meist mit schwachen Nerven und deutlichen Anzeichen von Unsicherheit und negativer Schärfe. Da ist mir persönlich ein freundlicher, offener umwelttauglicher Hund der nicht beißt lieber als ein scharfer linksliegender „Schnapper“.

 

Natürlich gibt es im AVD e.V. auch Hunde die nicht unseren Vorstellungen entsprechen, aber das ist bei über 300 Dogo Canarios wohl auch kein Wunder. Doch mit dem Durchschnitt unserer Hunde können wir wohl recht zufrieden sein, vor allem wenn man sich in der Welt des Alano (Dogo Canario / Perro de Presa) auskennt und so Vergleichsmöglichkeiten hat…

Wie gesagt wir haben also auch bei diesem Treffen sehr auf die so genannten Ruhelagebereiche der Hunde geachtet. Die Hunde wurden durch Menschengruppen geführt, sowie mit verschiedenen ungewohnten Stresssituationen konfrontiert.

Nach dem allgemeinen Training mit den Hunden, waren dann die Zuchtwertprüfungen (ZWP’s) an der Reihe. Die ZWP’s sind die Wesensprüfungen unserer Rasse, sie stellen einen Teil der zuchtrelevanten Prüfungen dar. Sie sind wiederum in zwei Phasen eingeteilt, die Ruhe- sowie die Reizlage. Die Prüfung selbst gibt es in drei verschiedenen Stufen (ZWP1, ZWP2, ZWP3).

Bei diesem „Alanotreffen“ wurden drei Hunde in der Stufe 1 gemeldet und zwei in der Stufe 2.

Die einzigste Hündin die beim diesjährigen Ostertreffen zur ZWP vorgestellt wurde, startete ehrenhalber, da sie aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Zucht zugelassen werden kann.

Hier die Resultate:

ZWP1:

Rareza de la Arena

(bedingt bestanden / mit deutlichen Abstrichen – Teilnahme ehrenhalber da Zuchtsperre)

Alero la Guardia

(bestanden)

Sancho de la Arena

(bestanden)

ZWP2:

Hampa de la Arena

(bestanden)

Alvarez  la Guardia

(bestanden)

Nach den Zuchtwertprüfungen war es dann an der Zeit die letzten Vorbereitungen für die Nachtübung abzuschließen.

Die Nachtübung bestand aus 8 Stationen, wovon 5 Ruhelage Stationen waren und 3 Stationen Reizlage. (Bei den Reizlage Stationen mussten die Hunde die Angriffe von den Bösewichten abwehren).

Die Nachtübung verlief für die meisten Hunde eigentlich recht gut, volle „Enttäuschungen“ gab es diesmal eigentlich nicht. Gestartet wurde wieder in 4 verschiedenen Klassen. Die Goldklasse wurde diesmal von den Dienst-Gebrauchshunden dominiert. Neben drei Malinois startete auch ein Deutscher Schäferhund (sogar ein BSP-Teilnehmer).

Hier die Ergebnisse der Nachtübung:

Junghund-Klasse

1. Platz: Talisa de la Arena

2. Platz: Artus de la Legion

3. Platz: Tosca de la Arena

Bronze-Klasse

1.Platz Sancho de la Arena

2.Platz: Sultán de la Arena

3.Platz: Alero la Guardia

Silber-Klasse

1.Platz: Patrino de la Arena

2.Platz: Honra de la Arena

3.Platz: Oso de la Arena

Gold-Klasse

1.Platz: Hampa de la Arena

2.Platz: Debby vom Herrenberger Schloß (Malinois)

3.Platz: Nando von der Nebelhöhe (Malinois)

Nach dem die Siegerehrung beendet war, zeigte uns die Uhr (4:00), dass wir schleunigst ins Bett sollten, da wir ja schließlich am Sonntagmorgen wieder um 10:00Uhr starten wollten.

Am nächsten morgen läuten wir den Tag mit einem netten Frühstück ein. Es wurde, neben Brötchen und Kaffe, auch reichlich Rührei serviert, so dass wir uns wohl gestärkt wieder an die Arbeit machen konnten. Am Sonntag wurden die Hunde noch einmal im Schutzdienst gearbeitet und an kleineren Problemen gefeilt. Wir stellten auch noch eine Körung des DMC (Deutscher Malinois Club e.V.) nach, da wir eine Mali Hündin zu Besuch hatten, die zwei Wochen später diese Prüfung ablegen sollte. Auch dies war sicher für die Alanofreunde mal eine nicht uninteressante Vorstellung.

 

Insgesamt, kann man auch dieses Treffen als absolut gelungen bezeichnen. Es war für alle etwas dabei (nur nicht für die Ausstelungsfreaks). Das Treffen beendeten wir dann am frühen Nachmittag, so dass unsere Besucher auch noch etwas vom Osterfest hatten. Der sonntagliche Kirchgang viel natürlich aus, aber schließlich gibt es ja auch immer noch den Ostermontag. Also nicht das uns noch jemand vorwirft unsere Osterveranstaltung hätte es unchristliches…

Der Alano Verein Deutschland e.V. möchte sich bei der gesamten AVD-Arbeitsgruppe-Berlin bedanken. Unsere weitere Anerkennung gebührt den Figuranten S. Lauß, M. Brecht und T. Barche, die das Wochenende kräftig mithalfen, die Hunde im Schutzdienstbereich zu überprüfen und zu trainieren. (Übrigens sind es alles Absolventen des Dog-Control-Figurantenlehrganges gewesen).

Nun möchte ich diesen Bericht schließen und hoffe auf ein erneutes Wiedersehen in einem guten Monat, beim großen AVD-Pfingstreffen in Thüringen!

Arne Pohlmeyer

13.04.09