AVD e.V.-Ostertreffen 2008

Alano-Dogo Canario-Ostertreffen 2008

Wie so häufig wollen wir bei diesem Bericht über die vergangene Veranstaltung mit dem Wetter beginnen.

Ja das Wetter – das hat uns diesmal wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht!

Die letzten Jahre hatten wir Ostern eigentlich immer recht gutes Wetter gehabt, manchmal etwas kalt aber immer überwiegend trocken und vor allem gab es kaum einmal Straßenprobleme (vom üblichen Osterstau einmal abgesehen).

Das war diesmal alles ganz anders, viele unserer Mitglieder aus dem Mittel und süddeutschen Raum steckten im Schneechaos fest oder  sahen auf Grund der Schneefälle gänzlich von einer Anreise ab.

Also war das diesjährige Ostertreffen nicht gerade sehr stark besucht, was mich hier wohl auch legitimiert den Bericht über das Ostertreffen 2008 etwas knapp und prägnant zu verfassen.

Es waren also nicht, wie sonnst üblich, etliche Zuschauer und Teilnehmer die ich selbst häufig nicht kenne, sondern mit vielleicht 6-7 Ausnahmen alles gut Bekannte Vereinskameraden.

Da es diesmal überschaubar und somit nachvollziehbar war, habe ich mir mal schnell die Mühe gemacht und alle Besucher des AVD e.V.- Ostertreffens durchgezählt und bin auf immerhin über 40 Leute gekommen. Wie üblich war allerdings ein Großteil der Leute spätestens zur Silberklasse der Nachtübung wieder auf dem Heimweg oder in der warmen Koje verschwunden.

Zum Ablauf kann man eigentlich folgendes sagen: Alles wie immer! Mit einer traditionellen Verspätung begann wir mit dem „Wesens-Trainings-Parcours“ für die Welpen und Junghunde. Da hieß es mal wieder drunter-drüber-durch endlang an allerhand Umwelt- und Stresssituationen.

Danach begann die Beuteförderung und der Schutzdienstaufbau der neuen Generationen, auf die wir zurecht alle sehr stolz sein können.

Im Anschluss kamen dann die in Ausbildung stehenden und auch die alten Hunde an die Reihe. Sie zeigten sehr schön zu was ein anständiger Alano (Dogo Canario FCI) in der Lage ist, und hierbei meine ich nicht nur die separierte Schutzdienstleistung, schnödes Beißen können einige Gebrauchshunde ja genauso gut. Aber das Zusammenspiel von glasklaren Verstand, vollkommen festen und sicherem Wesen, hoher Belastbarkeit, freundlicher Ruhelage und nicht zuletzt absolut durchsetzungsstarken Schutzdiensthandlungen. Das ist das was einen echten Alano (Dogo Canario FCI) auf dem Gebrauchshundeplatz (und nicht nur dort) auszeichnet und ihn so einmalig macht.

Trotz Schneefall und Eiseskälte sprang z.B. Padrino de la Arena auf’s Dach des zuvor bereitgestellten Opel Omegas, um den Scheintäter auch dort zu stellen.

Zu den Prüfungen wurden nur 3 Hunde gemeldet. Alle wurden in den Wesesnsprüfungen (ZWP’S) vorgestellt.

Erster Hund war Alf vom Teufelshofs, der die ZWP 1 ablegte.

Zweiter war Ora de la Arena die die ZWP2 ablegte.

Und der dritte war der Routine Hampa de la Arena der ebenfalls die ZWP 2 abgelegt hat.

Nun mag sich der ein oder andere nicht Insider wundern, warum Hampa de la Arena so häufig verschiedenen Wesensprüfungen unterzogen wird, obwohl er ja schon zuchtzugelassen ist und er sogar die ZWP3 erfolgreich absolviert hat. Der Grund ist in einem darin zu sehen, dass sein Hundeführer dokumentieren will, dass sein Rüde konstant leistungsfähig ist und zum anderen strebt er an, die Hundeführerauszeichnung für den aktivsten Hundeführer 2008 im AVD e.V. zu erlangen. Dies nur noch einmal als Hinweis für alle die ebenfalls den sportlichen Ehrgeiz haben, sich um diese Ehrung zu bemühen und so vielleicht diesen freundschaftlichen Wettstreit aufzunehmen. Es zählen alle Prüfungen für den Hundeführer auch wenn sie mit einem fremden Hund geführt werden.

So nun aber wieder zu den Zuchtwert-Prüfungen des Ostertreffens 2008:

ZWP1-Alf vom Teufelshof:

Ruhelage:

Personen-Gruppe:

Wirkt temperamentvoll und triebig, aber ohne Auffälligkeiten, ohne Beanstandung.

Personen-Kreis:

Ohne Beanstandung

Schüsse:

Schussaggressiv

Schirm:

Ohne Beanstandung

Vorhang:

Ohne Beanstandung

Freier-Umwelttest:

Ohne Beanstandung, allerdings gibt die Mit-Besitzerin des Hundes Hilfestellung.

Reizlage:

Überfall:

Kommt schnell rein, Griff mit Intervalldruck.

Mutprobe:

Schnelles Nachsetzen, geht gut in den Mann und hält griff unter Belastung.

Gesamteindruck:

Temperamentvoller, sehr angespannter bzw. aufgestaucht wirkender noch junger Rüde, mit niedriger Reizschwelle. Ansonsten tadellose Vorführung.

Ergebnis:

Bestanden (Ehr. da FR).

ZWP2-Ora de la Arena:

Ruhelage:

Personnen-Gruppe:

Neutral, ohne Beanstandung

Personenkreis:

Freundlich, ohne Beanstandung

Schüsse:

Schussaggressiv

Schirm:

Dominant-aggressiv

Vorhang:

Ohne Beanstandung

Freier Umwelttest:

Sehr freundlich

Reizlage:

Überfall:

Ohne Beanstandung (Belastung trifft Geschirr)

Mutprobe:

schnelles nachsetzen, bremst sichtbar vor Kontakt ab, starker Aufprall, bekommt Griff den sie unter Belastung hält.

Gesamteindruck:

sehr schöne Vorführung der noch jungen Hündin.

Ergebnis:

Bestanden

ZWP2-Hampa de la Arena:

Ruhelage:

Personengruppe:

sehr wild und ungestüm, noch akzeptabel

Personenkreis:

Sehr wild und ungestüm, noch akzeptabel

Schüsse:

Ohne Beanstandung

Schirm:

Ohne Beanstandung

Vorhang:

Ohne Beanstandung

Freier Umwelttest:

Ohne Beanstandung

Reizlage:

Überfall:

Voll, wird aber etwas lang vom Hundeführer gehalten.

Mutprobe:

Hund geht ungebremst in den Mann, setzt Griff und hält unter Belastung.

Gesamteindruck:

Solide Vorführung.

Ergebnis:

bestanden

Nach Beendigung der Wesensprüfungen, befanden wir uns bereits mitten in der Dämmerung, was bedeutete das alle mit anpacken mussten um den Parcours der Nachtübung aufzubauen.

Die Leitung sowie die Planung (mit ein wenig Hilfe meinerseits) unterlag diesmal Denis Grasow, der diese Aufgabe auch gut erfüllte.

Zur Nachtübung wurden diesmal  21 Hunde gemeldet, was ich unter Berücksichtigung des Wetters und der Tatsache, dass in der Regel nur etwa die Hälfte der Anwesenden Hunde gestartet werden, noch für eine beachtliche Zahl halte.

Es gab vier Klassen die auf die Vorraussetzungen der Hunde (im Bezug auf Training, Genetik, Ausbildung und Alter angepasst sein sollten). Die vier Klassen waren die Junghundeklasse für die Welpen, die Bronzeklasse für die Newcomer, die Silberklasse für die reifen Hunde und die Goldklasse für die ganz robusten Haudegen.

Die Gewinner der Klassen waren:

Jugendklasse:  Romper de la Arena (Elly x Arnold)

Bronzeklasse: Pantera de la Arena (Zora x Rocky)

Silberklasse: Quentin de la Arena (Cobra x Demonio)

Goldklasse: Hampa de la Arena (Sheila x Demonio)

Der Ablauf der Jugendklasse und der Bronzeklasse gefiel mir sehr gut!

Der Ablauf der Silberklasse weniger, da sie diesmal psychologisch zu schwer gestaltet wurde, (was nicht geplant war) einer der beiden Scheintäter versuchte in zwei Stationen die Hunde durch absolute Reizausschaltung die Hunde so wenig zu animieren bzw. zu verwirren, das die meisten sich mehr als unsicher waren, ob der Täter überhaupt gebissen werden sollte bzw. durfte. Dies verunsicherte extrem die wenig erfahrenen oder noch unerfahrenen Hunde. Ich selbst hatte mir z.B. aufgrund seiner sehr guten Entwicklung der letzten Monate ausgemahlt, dass der junge Rüde Pancho (Oso de la Arena) gewinnen könnte. Doch dem war nicht so, er hat zwar keine schlechte Figur gemacht (von dem Timm’s blauer Arm noch zeugt), doch seine hohe und druckvolle Angriffsgeschwindigkeit in der Reizlage konnte er überhaupt nicht ausspielen und ging dem Figurantenspiel auf dem Leim.

In der Goldklasse waren die Weihen vielleicht auch etwas zu hoch gesteckt, doch es ist die Goldklasse, die anspruchsvollste Klasse dort gilt kein rumheulen-da heißt es HOP oder TOP.

Doch keine Angst, ich lerne ja auch immer dazu, die nächste Nachtübung wird etwas leichter für die Hunde, oder zumindest schlüssiger und aufbauender gestaltet!

Erfreulich aber war, dass alle Hunde bis auf zwei Ausnahmen (die freiwillig die Stationen ausließen) vollkommen sicher und freundlich die Ruhelagen mit den friedlichen Menschen annahmen und sich dort offen und vollkommen umweltsicher präsentierten.

Nach der Nachtübung blieb nur noch der wirklich harte Kern in der stürmischen Nacht zurück und fachsimpelte nicht wie sonst, sondern amüsierte sich über die verschieden komischen Begebenheiten, die so eine Nacht scheinbar immer mit sich bringt. Chris erfreute den einen mehr und den anderen weniger, mit seiner völkischen Heimatmusik im modernem Rockgewand, aber wie ich bereits im Alanoforum geschrieben haben um 4 Uhr Nachts ist nix und niemand mehr ernst zunehmen, auch keine Musik. Hätten wir aus lauter Angst vor Erfrierungen und dem Zu-Ende-Gehen der Glühweinschorle (oder wie nennt man so etwas Denis?) nicht die Segel gestrichen, würde sich die arme Denise wohl doch noch einen Zahn an einer geschlossenen Bierflasche ausbrechen und Ari wohl immer noch auf die Götterdämmerung warten… Resümee der spontanen Nachtübungsabschlussfeier: Nach Müde kommt Blöd -aber Spaß hat’s gemacht!

Am nächsten morgen haben wir, im Gegensatz zu Herrn Siedler, der zu unserem gottgegebenem “Zuspätkommen” immer etwas zu sagen hat, recht pünktlich das Ostertreffen wieder aufgenommen…

Wir begannen mit dem für die Helfer entspannenden Teil, wir ließen alle Welpen und Junghunde zusammen auf dem Platz über alle möglichen Utensilien wie Planen, Gitter, Kanister etc. toben, so dass wirklich eine beeindruckende Junghundkorona, zusammengesetzt aus im Verein gezüchteten  und importierten Welpen, und Junghunden zu bewundern war.

Im Anschluss wurde die Ausbildung im Schutzdienst wieder aufgenommen.

Was sich noch ein paar Stunden hinzog, bis dann auch diese Veranstaltung zu Ende ging, die bevor ich es noch vergesse zu erwähnen am Ostersonntag übrigens mit zwar windigen aber doch herrlichen Wetter gesegnet war.

Insgesamt haben mich (nach meinem persönlichen Empfinden) die Entwicklungen von Quattro de la Arena, Puntal de la Arena (bei der Nachtübung), Ora de la Arena (die jetzt auch zu dem elitären Kreis der ZWP2-Hündinnen gehört) und die Welpen im allgemeinen, vorallem aber der sehr gute Nachwuchs von Josef und Peter der leider ohne seine Züchter erschien, am meisten beeindruckt.

Wie immer geht unser Dank an alle helfenden Hände, auch wenn im Vorfeld einige Dinge nicht ganz optimal liefen.

Ein besonders großer Dank geht an dieser Stelle an Astrid und Denis.

Beim nächsten AVD e.V. -Treffen sehen wir uns hoffentlich alle ebenso gut gelaunt wieder.

Um es schon  jetzt auf den Punkt zu bringen: Beim Pfingstreffen in Bayern!

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichem Gruß Euer

Arne Pohlmeyer

(Präsident AVD e.V.)