Alle Artikel von 8Z_dghoE21aAs_1

Die Zuchtrelevanz des “S/”

Die Zuchtrelevanz der Eignungsprüfung Schwarzwild (S/)

..

.

Rasseinteressenten aus dem Lager der reinen Hundesportler, erkennen häufig nicht den wahren Wert des Leistungskennzeichens “S/“ (Schwarzwildtauglich mit Härtestrich).

Dies liegt Vordergründig daran, dass Sie meist von modernen bzw. neuzeitlichen Hunderassen kommen und ausschließlich auf deren Selektionsmerkmale achten.

Doch wir im AVD e.V. haben eine Rasse die in ihrem Urtyp steht, bzw. streben wir unaufhaltsam nach diesen alten und tatsächlich historischen Urtyp. Wir wollen gar nichts neuzeitliches, gar keine moderne Rasse!

.

.

.

Hier zitiere ich kurz die einen kleinen Auszug der AVD e.V. -Zuchtordnung:

…“

Die iberischen Doggen fanden in ihrer alten Geschichte, grob

zusammengefasst, in folgenden drei Bereichen ihre Verwendung:

1. Als Packer und Treiber an Rindern (vornehmlich Stieren).

2. Als Steller- und Packer auf der Hochwildjagd (vornehmlich auf der

Schwarzwildjagd).

3. Als Kriegshund (insbesondere bei der spanisch/portugiesischen Eroberung

Südamerikas).

Neben ihren jagdlichen und „kämpferischen“ Aufgaben, ist es aber auch

überliefert, dass sie besonders wegen ihrer Treue zu ihren Herren und ihrer

ausgeprägten Ehrlichkeit, sowie Familienfreundlichkeit geschätzt wurden.

Der AVD e.V. orientiert sich bei der Zucht streng an den geschichtlichen

Überlieferungen und nachgewiesenen Informationen über die historischen,

iberischen Doggen. Das erklärte Zuchtziel des AVD e.V. ist also nicht die Zucht

oder Kreation einer neuen, nationalgeprägten Hunderasse, sondern die Erhaltung

dieser edlen und historischen Hundeform. Hierzu verwendet der AVD e.V. aber

sehr wohl alle fortschrittlichen Möglichkeiten, die der modernen Hundezucht

zur Verfügung stehen.

…“ (Zitat Ende)

Natürlich mag es dem (eher oberflächlichen) Betrachter so erscheinen, dass Damals zu den Hochzeiten der iberischen Doggen, doch alles sehr rau, grob und sogar brutal zuging. Doch war es sicherlich diese harte und rein funktionsbezogene Selektion, die diese Hunde weltweit bekannt und geschätzt gemacht hat.  Nicht ohne Grund importierten selbst die Britten, die ebenfalls bekannt für ihre Bullenhunde waren, mit großem Aufwand spanische Packer für die Verbesserung ihrer eigenen Hunde.

Alles was wir an unseren Hunden so schätzen, lässt sich im Grunde auf diese urtümliche Zuchtselektion zurückführen. Natürlich wurde diese Gebrauchsselektion der wahren Werte und Arbeitsaufgaben, in vielen Linien sträflich unterbrochen. Nun ist es an uns eine Zuchtordnung zu etablieren und zu verteidigen, die sich streng an den historischen Zuchtzielen orientiert.  Zucht auf reines Aussehen, bzw. die Selektion auf die reine Form kann nie einen historischen Hundetyp erhalten, bzw. wiederbeleben. Aber auch das Augenmerk nur auf eine einzige Funktion des alten Alanos zu legen ist nicht richtig, da dies die historisch belegte Vielfalt kosten könnte.

Wir verfolgen eine Rassen oder besser gesagt einen Hundetyp der (wie ich es häufig anführe) noch das leisten kann was er schon vor vielen hundert Jahren leisten musste. Für diesen Hund, der langläufig als Alano (manchmal aber auch als Perro de Presa oder schlicht als Dogo) bezeichnet wurde, gibt es erstaunlich exakte Beschreibungen in der Literatur seit den 1340er. Es gibt viele verschiedene, historische Quellen die diesen Hund so detailliert beschreiben, dass man nahezu behaupten kann, dass es überhaupt nicht nötig ist, einen Rassestandart im Sinne de FCI anzuwenden. Wenn man die geschichtlichen Fakten zusammenträgt, stellen diese schon einen Standart dar, der die Hunde im Wesen, in der Verwendung, wie auch in der Form sehr genau definiert, sozusagen einen Standard seit 1342. Einen so alten Rassestandard, bzw. so genaue und standardisierende Aussagen über einen Hund, sind meines Wissen in der gesamten Kynologie einmalig.

.

.

.

Weiter oben, hatte ich bereits die drei hauptsächlichen Verwendungsformen der iberischen Doggen rausgestellt. In diesem Artikel wollen wir das Augenmerk auf die äußerst prägende und markante Arbeitsaufgabe des Jagdhundes (auf wehrhaftes Schwarzwild) legen.

.

.

Wie angeführt dienten diese historischen Doggen schon dem jagdpassionierten, mittelalterlichen Adeligen als kompromissloser Packer wehrhaften Wildes (Hirsch, Bär, Wildschwein). Ein gefährliches Unterfangen, bei dem häufig nicht nur das Blut des Wildes floss.

.

.

Auch wurden sie zur Bekämpfung und Eindämmung, von starkem Raubwild wie z.B. Wolf und Bär und im spanischen Überseeraum zur Jagd auf Puma, Jaguar und Leopard herangezogen.

.

 .

.

Um in der geografischen Hochburg (Spanien) unserer Jagddoggen zu bleiben,  sei hier als traditionelle, spanische  Jagdart, die „Monteria“ und die „Ronda“ angeführt.

.

.

.

.

Die „Monteria“ stellt hier die klassische, spanische Drückjagd auf Hochwild dar. Und als „Ronda“ bezeichnet man die Nachjagd auf Schwarzwild, wobei der Jäger ausschließlich mit der kalten Waffe agiert.

.

“Eine spanische Rehala mit Laufhunden, Mastinmixen und Alanos”

.

Beide Jagdarten werden in Spanien auch heute noch durchgeführt. Die (häufig standgeldpflichtige)  „Monteria“ wird hauptsächlich von den finanzstarken Jägern besucht. Die Jagdherren buchen professionelle Hundemeuten (Rehalas), deren Hunde meist aus Podencos und ähnlichen Laufhunden bestehen, sowie aus zwei drei Doggen, die sozusagen als Bodyguards für die gesamte Meute agieren. Die Meuteführer, die ausschließlich auf Laufhunde setzten, haben deutlich mehr Verluste durch das wehrhafte Schwarzwild zu verzeichnen, als die Meuten mit Doggen. Viele Meuteführer bezeichnen ihre Doggen häufig schlicht als „Perros de Agarre“ was nur soviel wie „Hunde zum Festhalten“ deutet.

.

“Diese Rehala gehörte dem Duque de Penaranda”

.

Bei der Nachtjagd (Ronda) kommt man natürlich ohne wirkliche Saupacker gar nicht aus, da die modernen Jagdhunde nur selten sicher binden und halten können und der „Podenco Ibicenco“ nicht dafür gemacht ist. Die Ronda wird von wagemutigen Männern ausgeübt, deren Interesseschwerpunkt deutlich bei den Hunden liegt.

.

.

“Nächtliche Schwarzwildjagd, die sogenannte Ronda”

 

.

Auch die aktuellen Doggen (Alanos/Perro de Presas) der spanischen Jäger sind im Vergleich zu den FCI Jagdgebrauchshunderassen nur bedingt in die modernen jagdlichen Kategorien einzuordnen. Die spanischen Doggen sollten ausgesprochene Schwarzwild-Spezialisten für die grobe Arbeit, sowie typische Meutehunde sein. Des Weiteren finden sie heute auch außerhalb von Spanien Verwendung als Stöberhund, Nachsuchenhund und als Loshund für Schweißhunde.

Die heutige, jagdliche Zucht sollte sich an sozial verträglichen Hunden mit ausgeprägtem „Finderwillen“ orientieren. Vor allem sollte auf „Schneid“ und „Härte“ geachtet werden.

.

.

Nun zurück zu der eigentlichen Fragen, was hat der (nicht jagende) private Welpenkäufer davon, wenn die Ahnenreihe seines neuen Hundes Zuchttiere aufweist die ihre Schwarzwildtauglichkeit bewiesen haben bzw. das „S/“ tragen?

.

Diese Frage klingt für viele sicher berechtigt, weshalb wir sie behandeln und klar beantworten wollen.

.

.

Die Tauglichkeitsprüfung für die Schwarzwildjagd birgt für uns folgende ausschlaggebende Vorteile.

An der Rassegeschichte unserer Hunde, können wir deutlich ablesen, dass gerade die Linien die vornehmlich für die Schwarzwildjagd oder für die Arbeit an Stieren gezüchtet und genutzt wurden, viel von der urtümlichen Wesensfestigkeit gesichert, vererbt und manifestiert haben.

Es gibt auch heute noch Blutlinien die ausschließlich für die Arbeit an Rinder- bzw. Stierherden gezüchtet werden, doch stellt sich für uns die Prüfung am Schwarzwild (nach PO) deutlich einfacher dar, da eine Überprüfung am Stier heute nur vereinzelt möglich ist.

.

.

Zwar ist die Möglichkeit die Hunde auf der Schwarzwildjagd zu führen, auch nicht für die breite Masse möglich, doch bieten sich hier deutlich mehr Möglichkeiten. Vor allem im Ausland, findet man neben dem Optimalfall (der praktischen Jagdausübung), auch eine Reihe jagdlicher Prüfungsgatter, die ebenfalls für eine Prüfung  herangezogen werden können.

.

.

.

.

.

Nirgendwo können wir ein so eindeutiges und unverfälschtes Resultat der Wesensveranlagungen in punkto Mut und Belastbarkeit sehen wie hier. Wenn wir den häufig herangezogenen Vergleich mit der Schutzdienstarbeit erörtern wollen, muss man klar herausstellen, dass kein Züchter „auf“ Schutzdienst züchten kann. Man kann versuchen, auf Attribute wie z.B. Selbstsicherheit, Mut, Belastbarkeit, Wehrtrieb, Beutetrieb, Dominanz etc. zu selektieren (und auch diese Begriffe klingen arg vermenschlicht). Der sicherlich nicht gerade enggefasste Begriff „Kampftrieb“, der in jedem älteren Buch über Schutzhunde und Schutzdienst auftaucht, definiert eigentlich nichts anderes als diese Begriffe in ihrer Zusammenfassung. Auch das etwas negativ belegte Wort „gameness“ was viele sicher aus dem amerikanisch/englischen heraus kennen, beschreibt bei genauer Betrachtung auch nichts anders, als den so genannten „Kampftrieb“, der im übrigen nicht pauschal mit dem Wort „Kampfhund“ gleichgesetzt werden kann. Der „Kampftrieb“ ist genau genommen gar kein einzelner Trieb des Hundes, sondern eine Zusammenfassung von einzelnen Eigenschaften. Stark vereinfacht könnte man das Wort „Kampftrieb“ auch als eine Art „sportsmännischer Freude an kämpferischen  Auseinandersetzungen“ bezeichnen. Und dies bürgt viel mehr positives in sich, als viele glauben mögen. Hunde mit diesen Eigenschaften, vererben häufig freundliches, mutiges belastbares, aber auch gelassenes Wesen, zeigen somit Charakterveranlagungen die bestens in unsere moderne Zeit passen.

.

.

..

.

Unterschied zwischen dem Kampftrieb („sportsmännischer Freude an kämpferischen  Auseinandersetzungen“) im Schutzdienstsport und bei der Saujagd:

In beiden Fällen, ob nun bei der Arbeit mit dem Figuranten oder bei der Arbeit am Schwarzwild, ist es im Grunde das gleiche was der Hund braucht. Doch wenn man sich den letzten Satz genau durchliest, erkennt man den Unterschied recht schnell. Der Unterschied? Der Unterschied ist das Wort „mit“ im Gegensatz zu  „am“. Denn wenn man ehrlich ist, arbeitet der Figurant in der Regel (zumindest während der Ausbildung) „mit“ dem Hund, er arbeiten ihm sozusagen zu. In vielen Fällen wird sogar vom Schutzdienst-Helfergesprochen, wobei eine deutliche Betonung auf Helfer (wie Hilfe) liegt. Ganz im Gegensatz zum gutmütigen Schutzdienst-Helfer, der versucht das beste aus dem Hund herauszuholen, versucht das Schwarzwild (sozusagen der böse Schwarzkittel) alles gegen den Hund zu tun was ihm nur einfällt. Der Schwarzkittel baut den Hund nicht auf, er lässt nach Leibeskräften auch kein Training bzw. Aufbau des Hundes zu. Er will den Hund abschlagen und vertreiben. Wobei ein fundierter Schutzdienst-Aufbauhelfer den jungen Hund langsam, stärker, sicherer und mutiger macht, seine Belastbarkeit langsam erhöht, wird das Schwarzwild jede Schwäche und Unsicherheit des Hundes gnadenlos ausnutzen.

.

.

.

Gerade die Hunde die zögern werden vom Schwarzwild häufig massiv bombardiert. Vor allem bei erfahrenen Gattersauen, kann man deutlich sehen, dass die Hunde bei denen der genetischen „Kampftrieb“ nicht ausreicht, von den Sauen regelrecht gejagt werden. Sie haben richtig gelesen lieber Leser, die Sauen jagen die Hunde. Welcher Schutzdiensthelfer macht so etwas wenn ein Hund mal zögert?  Na da würden sich die Hundeführer sicher bedanken…

.

“Selbst der kleine slowakische Frischling auf diesem Bild nimmt die Verfolgung des Hundes auf …”

.

.

.

.

.

.

(Prüfungsgatter in Polen, “Airon de las Tinieblas”)

(Prüfungsgatter Tschechien)

(Alanogatter in Spanien)

 

.

.

.

.

.

“Wer jagd hier wen?”

.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Hunde bei der Saujagd Wildschweine erlegen, dem ist nicht so! Auch sehr starke Hunde können ein erwachsenes Wildschwein, maximal eine kurze Zeit lange halten, aber auf keinen Fall töten. Andersherum wird allerdings ein Schuh draus.

Viele Hunde werden jedes Jahr wieder vom wehrhaften Schwarzwild gefährlich geschlagen, schwer verletzt und häufig sogar getötet. Für die Hunde ist die Saujagd heutzutage genauso wie sie schon immer war, da gibt es nichts “modernes” und nichts “softes”…  Natürlich kann man die Hunde durch entsprechende Schutzkleidung etwas schützen, doch zu glauben dass dies eine wirkliche Sicherheit ist, wäre eine trügerischer Illusion. Es verringert die Gefahren und vermittelt dem Hundeführer ein besseres Gefühl, viel mehr aber auch nicht. (Gerade im letzten Monat hat ein Jagdkamerad von mir, einen Hund trotz Schutzweste verloren und ein weiterer Bekannter hat in nur 2 Minuten drei seiner Hunde an einem angeschweißten Keiler gelassen, ebenfalls trotz Schutzweste).

.

.

Dies sei nur erwähnt um dem Leser deutlich vor Augen zu halten, dass es ein Ammen-Märchen von übertriebenen und fehlgeleiteten Tierschützern ist, die verbreiten, dass die armen, wehrlosen Wildschweine von ach so bösen Hunden gejagd werden.

Der Schutzdienst ist eine gute und aufschlussreiche Beschäftigung mit dem Hund. Doch werden so gut wie alle Hunde langsam, bzw. behutsam aufgebaut. Man macht sie „step by steb“ immer sicher und besser. Dies macht, wie oben bereits geschildert, die Sau auf keinen Fall. Die Überprüfung am Schwarzwild wiederum ist immer “volle Realität”!

.

(Geschlagener Saupacker)

-

Doch trotzdem kann es natürlich einen gewissen (wenn auch deutlich geringeren als beim Schutzdienst) Trainingseffekt geben. Allerdings können wir hier auf wirkliche wissenschaftliche Untersuchungen zurückgreifen, die interessantes ergeben haben. Eine wissenschaftliche Studie die im Bezug auf die Tierschutzaspekte von Gattersauen in Auftrag gegeben wurde, ergab dass die Sauen viel weniger Stress haben als zuvor angenommen wurde, im Gegensatz der Stressfaktor bei den Hunden deutlich höher war. Des Weiteren ergab sich folgender Fakt: die Hunde konnten ihre gezeigte Leistung teilweise bei einem zweiten und dritten Tauglichkeitstest am Schwarzwild erhöhen, darüber hinaus  (bei weiteren Gatterbesuchen) war in allen Fällen keine Steigerung mehr zu erkennen! Die Hunde die mangelhaftes Verhalten gezeigt hatten, wurden nach einem dritten Versuch sogar deutlich schlechter.

Dies ist für unseren Vergleich „Schutzdienstprüfung vs. Schwarzwildprüfung“ besonders prägnant, da es ein überaus deutlicher Unterschied und eine wirkliche Trennung zwischen dem erlernten und ererbten darstellt.

Den meisten Züchtern dürfte klar sein, dass ein Zuchthund niemals das vererben kann, was man ihm (zum Teil mühevoll) antrainiert hat, sondern nur was er genetisch mitbringt, was ihm also selbst vererbt wurde.

Und genau dieses „was der Hund genetisch mitbringt“, ist für uns im AVD e.V. so wichtig! Ich würde behaupten, wichtiger als den meisten Dienstgebrauchshundevereinen ist. Bei vielen Vereinen gelten antrainierte Ausbildungsprüfungen als Zuchtprüfung. Unsere zuchtrelevanten Wesensprüfungen mit Schutzdienstteil (ZWP’s) sind so gestaltet, das der Prüfer möglichst sieht, was der Hund genetisch mitbringt und nicht was ihm antrainiert wurde. Es gibt z.B. keine Ausbildungskommandos etc. die bei zuchtrelevanten Prüfungen wichtig wären.

Doch wollen wir ehrlich sein wie viele Hunde treten zu den ZWP’s an, die gar nicht oder maximal 3 mal (analog Schwarzwildgatter) im Schutzdienst gearbeit wurden?! Natürlich, es gibt welche, doch diese Zahl ist verschwindend gering bzw. auf keinen Fall als relevanter Durchschnitt zu betrachten.

Viele unserer Vereinshunde haben also, mehr oder weniger fachmännische Ausbildung genossen, bevor sie zu Prüfungen vorgestellt wurden.

Dies ist auch gut so und in vielen Fällen nötig. Wir freuen uns natürlich über jeden der seinen neuen Welpen optimal sozialisiert, in auf alle möglichen Umwelt- und Stressreize prägt, ihn im Spiel- und Beutetrieb fördert, ihm die richtigen Griffe zeigt, ihn durch allerlei Zutun möglichst sicher und selbstbewusst macht und eventuell später den Hund noch mit professioneller Ausbildung im Sporthundebereich führt. Das ist alles Ok, ja sogar sehr gut.

Doch muss man auch erkennen, dass durch diese optimale Förderung, eventuell ein Resultat erreicht werden kann, was uns einen überaus genetisch wertvollen Hund prognostiziert.  Natürlich muss ein Hund ein zumindest anständiges genetisches Potential mitbringen, damit man ihn ausbilden kann und mit ihm Schutzdienst-Prüfungen absolvieren kann. Doch wie viel wertvoller scheint uns ein Hund der vollkommen roh eine Überprüfung im Schutzdienst aushält…

Und hier kommen wir zu einem weiteren interessanten Fakt, wenn man einen ganzen Wurf großziehen würde (wie in Spanien üblich an der Kette oder im Zwinger), die Welpen nur mäßig prägt, mit ihnen keine Beutespiele macht, sie an keine fremden Umweltreize gewöhnt, kaum Zeit investiert ect. und diesen Wurf im Alter von sagen wir mal einem Jahr im Schutzdienst, bei einer ZWP oder bei einer Nachtübung vorstellt, werden wir nach aller Wahrscheinlichkeit nur Totalausfälle zu sehen bekommen. Denn auch der genetisch best veranlagte Hund, kann ohne entsprechende Prägung so etwas kaum bewältigen. Doch nehmen wir den ganzen Wurf und fahren mit ihnen zur Saujagd bzw. in ein Prüfungsgatter, haben wir eine äußerst effektive und absolut objektive Prüfungsmöglichkeit, die die genetisch relevante Charakterveranlagung der Hunde herausstellt.

Selbstverständlich will ich hier nicht dafür plädieren, die Hunde in Zukunft nicht mehr zu prägen, zu sozialisieren, aufzubauen und auszubilden, doch muss ein Züchter immer an der Fähigkeit arbeiten, das erlernte vom ererbten zu unterscheiden.

Durch die Überprüfung der Schwarzwildtauglichkeit (nach Prüfungsordnung), kann das Leistungskennzeichen “S/“ (Schwarzwildtauglich mit Härtestrich) nur für überzeugende Arbeit an wehrhaften Sauen im Vergleich zur körperlichen Leistungsfähigkeit und zum Alter des zu prüfenden Hundes zuerkannt werden.

Durch diese zuchtrelevante Prüfung (die auch analog zur ZWP abgelegt werden kann) erhalten wir uns eine der reinsten und überaus authentischen Möglichkeiten, den wirklich unverfälschten, genetischen „Kampftrieb“ für unsere Zuchthunde zu prüfen.

Das Leistungskennzeichen „S/“ wird sicher nie eine Pflichtprüfung für Zuchthunde werden, da einfach der organisatorischen Aufwand für diese Prüfung viel zu groß ist und häufig mit weiten Reisen verbunden ist.

Diese Charakterprüfung wäre für alle wünschenswert, ist in der Masse zum jetzigen Zeitpunkt  aber nicht realisierbar. Interessant und sinnvoll wäre sie, wenn z.B. ein Hund für die Zuchtauswahl vorgestellt wird, man aber nicht sagen kann was er bereits trainiert hat und wie er aufgezogen und geprägt wurde. Am Schwarzwild sehen wir nur den wahren Wert, seinen genetischen Charakter, im Schutzdienst sehen wir immer eine Mixtur aus erworbenen und ererbten, die häufig nur ein Fachmann auseinanderdividieren kann.

Ich hoffe dass dieser Artikel, vor allem auch für die fortgeschrittenen Hundeführer und  Züchter unter uns, interessant und aufschlussreich war.

Abschließend weise ich in aller Deutlichkeit darauf hin, dass wir uns ausschließlich für die tierschutz- und gesetzteskommforme Schwarzwildjagd und deren Überprüfung aussprechen, sämtliche nicht legale Arten der Jagd und Jagdprüfungen strikt ablehnen!

Ihr

A. P.

.

Der Dogo Argentino

Der Dogo Argentino ist eine von der FCI anerkannte moderne Hunderasse, die ebenfalls in direkter Linie von den alten spanischen Alanos abstammt. Die spanischen und portugiesischen Doggen gelangten im Zuge der Eroberung von Südamerika in die neue Welt.

(Lebrells)

Neben einigen Jagdhunden und Jagdhund-Kapfhunde-Kreuzungen, den so genannten Lebrells, führten die Eroberer Doggen mit, die sie für Kriegszwecken sowie zur Unterjochung der einheimischen Urbevölkerung verwandten. Diese Doggen wurden in großer Zahl nach Amerika gebracht. Je nach Ursprungregion wurde diese Iberische Dogge als Alano, Perro de Presa oder Mastin bezeichnet.

In der heutigen Zeit gibt es einige die unter der Bezeichnung Mastin ausschließlich den Mastin Espanol vermuten, was aber nach aller Wahrscheinlichkeit eine fehlerhafte Ableitung bzw. Übersetzung wäre. Das Wort Mastin wurde damals mit dem Wort Alano gleichgesetzt und eben für die gleichen Doggen verwandt.

Auch ist der enorme Bedarf an Kampf- bzw. Kriegshunden vereicht, doch die Notwendigkeit Herdenschutzhunde (oder Vorläufer der heutigen Herdenschutzhunde in diesem Fall den Mastin Espanol FCI) mit sich zu führen würde sich nicht erklären.

Diese Alanos also blieben auch in Argentinien lange nach der Eroberung erhalten. In der Stadt bzw. Provinz Córdoba, im Norden Argentiens, entwickelte sich ein mehr oder weniger einheitlicher Typ dieser spanischen Doggen, die für die Belustigung der Zuschauer, auf die Eigenschaft eines Hundekampf-Hundes selektiert wurden. In diese, eigentlich reinen spanischen Alanos, wurden etwas später auch “Bull & Terrier“ eingekreuzt.

Diese Hunde wurden zu diesem Zeitpunkt überwiegen für Hunde- und Schaukämpfe herangezogen.

Von diesem Hundekampf-Spezialisten inspiriert und angezogen befasste sich die Familie Martínez züchterisch mit diesen Hunden. Sie wollten aber keinen Hundekampf-Experten züchten, sondern einen Jagdhund auf wehrhaftes Wild wie Großkatzen und Schwarzwild.

Nach der Abwägung aller Quellen, mit ihren zum Teil doch sehr unterschiedlichen Aussagen, muss man davon ausgehen, dass in die vorhandenen Doggen spanischer Prägung, weitere englische Bullterrier (Hinks Bullterrier / frühen Typs) sowie einige englische Pointer  eingekreuzt wurden.

Die Doggen (Alanos) kamen in nahezu allen Farbschlägen vor, wobei die Familie Martinez Hunde mit großen weisen Abzeichen und Platten bevorzugt verwendet haben soll. Auch die Bullterrier (damals nur in rein weis) und der englische (weise) Pointer sorgten weiter dafür das die Nachzuchten sehr schnell weiß mit nur noch wenigen dunklen Abzeichen wurden.

Nores Maritnez

Es ist häufig zu finden, dass die “Farbe“ Weiß deshalb der Familie Martinez so wichtig erschien, da man die Hunde bei der Jagd besser erkennen könnte, sozusagen eine Warn- bzw. Signalfarbe. Dies klingt zwar relativ logisch, kann bei genauerer Betrachtung der Fakten aber mit Fug und Recht auch angezweifelt werden. Wenn man überlegt, dass mit dem „farbigen“ Vorläufer dieser Hunde in Spanien bereits seit langer Zeit die Schwarzwildjagd praktiziert wurde und dass es z.B. bei uns in Deutschland eine Reihe von Jagdhunden gibt, die sogar wildfarbend gezüchtet werden, ist es schon mehr als merkwürdig, dass nur die Familie Martinez die Wichtigkeit (Sicherheit) der „weißen Farbe“ erkannt haben soll. Als wahrscheinlicher Stufe ich hier die Theorie ein, dass die Familie einen “Weißen-Hund“ haben wollte, einen Hund der an die weiße Hautfarbe der herrschenden Herrenschicht erinnert. Also doch eher rassistisch motiviert denn jagdlich? Es wird sicher nie hundertprozentig geklärt werden können, doch ich für meinen Teil würde mehr auf diese Theorie geben.

 

Die Familie Martinez züchtete diesen Hunde, den sie den Namen Dogo Argentino gaben, in relativ kurzer Zeit recht homogen (natürlich mit gewissen Typschwankungen, die man auch heute immer noch erkennen kann). Die Hunde sollten bei der Jagd auf Wildschwein und Puma ihre Qualitäten beweisen. Die neue „Rasse“ Dogo Argentino erhielt recht schnell eine hohe Popularität in Argentien und wurde von vielen Jägern verwendet und geschätzt.

Neben der jagdlichen Tauglichkeit als kompromissloser Packer, (die übrigens auch häufig als eine Art Zuchtprüfung in kleinen Gattern durchgeführt und unter Beweis gestellt wurde), sollte der Dogo Argentino laut seinen Begründern auch als wehrhafter Schutz- bzw. Wachhund seinen Mann stehen.

“Gatterüberprüfungen in Argentienen”

“Alano” (Perro de Presa)

#

“Alano” (Presa)

“Englischer Bullterrier alten Typs”

 

(Englischer Pointer)

Zusammengefasst kann man den Dogo Argentino als einen überwiegendend reinen Alanosohn bezeichnen der mit Bullterrierblut aufgebaut und mit etwas Poniterblut vollendet wurde. Einkreuzungen von weiteren Rassen, die eventuell auch ihren Weg in den Zuchtpool  des Dogo Argentino fanden, waren nach aller Wahrscheinlichkeit so gering, dass man sie getrost vernachlässigen kann. Trotzdem wurde versucht der Nachwelt weis zu machen, der Dogo Argentino wäre ein Mischling aus einer großen Anzahl, von vollkommen unterschiedlichen FCI-Hunderassen. Dies wäre in der doch kurzen Zeitspanne überhaupt nicht zu bewältigen gewesen und scheint eher ein Versuch gewesen zu sein, das Zuchtprogramm des Dogo Argentino zu verschlüsseln.

Heute repräsentiert der Dogo Argentino eine nahe Alano-Nachfolgerasse, die im anatomischen Typ dem alten schwarzwildjagenden spanischen Alano sehr nahe kommt. Von der Form, Größe und Gewicht passt er ziemlich exakt in die Schablone die uns von diesen alten spanischen Doggen überliefert ist. Rein von seinen anatomischen Eckdaten ähnelt er den alten Alanos bald mehr als die Exemplare, die wir bei den modernen FCI-Schönheits-Züchter von Dogo Canario und Alano Espanol heute häufig vorfinden.

 

Natürlich gibt es bedingt durch die Schönheitszüchter, die sich reihenweise auf den armen Dogo Argentino gestürzt haben auch einige erwähnenswerte Typschwankungen bzw. Unterschiede. Bei den Jägern findet man  z.B. häufig Hunde mit einem Gewicht um die 40 kg, bei vielen Schönheitsausstellern sieht man wiederum Hunde die Teilweise die 60 kg Marke überschreiten. Der von der FCI anerkannte Standart für den Dogo Argentino schreibt übrigens ein Maximal-Gewicht von 45 kg vor (!), doch wie so häufig scheren sich die  FCI-Richter nicht um den Standart, geschweige denn um die ursprüngliche Funktion, der jeweiligen Hunderasse…

 

 (Bei den argentienischen Jägern findet man häufig besser pigmentiere D.A.’s als bei den Schönheitszüchtern).

Ein großes Problem des Dogo Argentino, ist das immer noch an der Zucht von reinweißen Hunden festgehalten wird (Nur dunkle Kopfabzeichen sind erlaubt). Diese „weiß x weiß“-Zucht für zwangsweise zu massiven gesundheitlichen Problemen, wie zum Beispiel Allergien, schweren Hautkrankheiten und häufiger Taubheit. Probleme die z.B. auch bei der Zucht der früheren weißen Bullterrier gehäuft auftraten. Beim engl. Bullterrier wurde, durch die Verwendung von farbigen Hunden, diese Probleme weites gehend eingegrenzt. Beim modernen Dogo Argentino fehlt es den Verantwortlichen hierfür wohl an Weitsicht, Einsicht oder am nötigen Verantwortungsbewusstsein für ihre Rasse…   

Neben der Verwendung als Jaghund, wurde anhand von Fotografien und Kurz-Videos (die mir vorliegen) versucht das internationale Ansehen des Dogo Argentino als Dienst- und Gebrauchhund zu steigern. Auf diesen Aufnahmen kann man den Dogo Argentino als Rettungshund, als Polizeihund, als Militärhund und als Blindenhund bewundern – Leider stellte sich heraus, dass die Aufnahmen nichts weiter als ein gestellter Marketing-Schwindel waren.

Durch die große internationale Popularität die der Dogo Argentino, zumindest zeitweise, hatte ist es selbstverständlich möglich, ja fast wahrscheinlich, dass es mittlerweile auch Dogo Argentinos  gibt die zumindest ähnliche Aufgaben erfüllen oder erfüllt haben.

Der Dogo Argentino hat sich auch in vielen europäischen Ländern mehr oder weniger umfangreich etabliert. Das größte Aufkommen gab es hier in Holland, Österreich, Polen und Jugoslavien, aber auch bei uns in Deutschland gab es eine Zeit lang relativ viele Züchter, die aber Aufgrund der willkürlichen “Kampfhundeverordnungen” und schlechtem Welpenabsatz häufig wieder die Segel strichen.

(Schöner Dogo Argentino aus Österreich, HF: & Eigent.:  Wolfgang H.)

Leider steht der Dogo Argentino in vielen Ländern auf den so genannten „Kampfhundelisten“ und seine Besitzer werden dort durch Haltungsvorschriften und erhöhte Steuersätze schikaniert.

Zum Wesen und Charakter der heutigen Dogo Argentinos sei angeführt, dass es immer noch eine große Zahl an schwarzwildtauglichen Hunden gibt, die somit noch eine alanotypische Funktion voll erfüllen. Im Schutzdienst wiederum gibt es nur eine äußerst geringe Anzahl von Hunden die hierfür tauglich erscheinen. Die meisten Dogo Argentions zeigen zu wenig „Mut“ dem Menschen gegenüber.

Die die im Schutzdienst arbeiten, sind dabei meistens eher unsicher und überaggressiv. Deshalb ist er auch eher als territorialer Wächter denn als echter Schutzhund zu gebrauchen. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Gegenüber anderen Tieren, leider auch anderen Hunden, zeigen sich der Dogo Argentino häufig recht dominant und angriffslustig. (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).

In der Familie wiederum ist der Dogo Argentino meist ein liebevoller und treuer Hausgenosse.

Trotzdem würde ich sagen, ist er kein Hund für Jedermann, er gehört eigentlich nicht in die Stadtwohnung sondern in die Hände von Jägern.

Im Resümee kann man den Dogo Argentino mit Fug und Recht als echten Alano-Sohn bezeichnen, der in vielen Punkten mit den alten spanischen Alanos nahezu übereinstimmt.

Arne Pohlmeyer

Saujagd mit Findern u. Packern / Wildboarhunting with Catchdogs!(many pics)

.

(Internationaler Saujagdeinsatz bei befreundeten Jägern im Ausland)

.

Beginnen möchte ich  diesen Artikel mit einem Vers von Rudolf Friess

(Autor der Bücher: Jagdnotizen, Der Deutsche Wachtelhund, Die Bodenjagd, Wilderer-Jäger-Freijäger, Sünden rings um die Schweißarbeit, Zucht und Führung des Gebiergsschweißhundes, Unsere Jagdhunde, Hunde-Jäger-Rüdemänner, Hatz Watz):

 

Hatz Watz!

Auf zum Gejaid! Rüd, Roß und Mann!

Hundsbursch! Hals mir die Finder an!

Hatzmann! Die Packer koppel auf!

Sonst raufen sie auf einen Hauf! 

Nun auf zum Tann! Der wilde Watz

Steckt dort im Holz, harrt grimmer Hatz.

Schon schlagen scharf die Finder an.

Ihr Rüdemänner hurtig ran!

Vom wilden Hals der Finder all

Bebt Wald und Berg und hallt das Tal.

Der grimme Watz, umkeift im Kreis,

Hart streitet um des Lebens Preis.

Auf rotem Schnee, auf weißer Heid,

Wird trotzig um den Tod gefreit.

Hatzt nun die starken Packer dran!

Könnt dann mit dem dem kalten Eisen fahn.

Huisau! Mein Hund! Hatzwatz! Gesell!

Holein! Mein Rüd! Ich eil zur Stell!

Faßan!  Mein Hund! Packan! Gesell!

Haltfest! Mein Rüd! Ich bin zur Stell!

Der scharfe Stahl, hart hinters Blatt, 

Mit raschem Stoß den Watz setzt matt.

Im roten Schnee, im weißen Holz

Der Basse liegt im Tod noch stolz.

Drei Rüden brav, Watz mit sich nahm:

Wer Schweinshaupt will, gibt Rüden dran!

Hell hallt das Hifthorn Halali!–

Euch, Treugeselln, vergeß ich nie.—

Ihr seid des Waidmanns bester Teil;

Drum Euch das letzte Waidmannsheil!    

Rudolf Friess

 

 

 

.

…Sei außen rau, doch innen mild dann bleibet blank Dein Ehrenschild…

 

 

Die Saujagd in Deutschland

.

In Deutschland werden heutzutage die meisten Wildschweine beim (meist nächtlichen) Ansitz geschoßen. Wir Jäger harren oft stundenlang auf Kanzeln und Hochsitzen aus, in der Hoffung dass wir das Glück haben zum Schuß zu kommen.

.

.

Es ist in Deutschland, gegen die langläufige Meinung, nicht legal das Schwarzwild an Fütterungen zu erlegen.

Bedingt durch das hohe Nahrungsangebot, durch Umstellung der Agrarwirtschaft mit den zum Teil riesig anmutenden Maisfeldern ect. und der ausgeprägten Fruchtbarkeit der Wildschweine, hat der Bestand in den letzten Jahren imens zugenommen. Es ist fast unmöglich geworden die nötige Strecke an Schwarzwild, um das Gleichgewicht in der freien Wildbahn zu erhalten, nur durch Ansitz zu erzielen.

.

Eine größere Anzahl von erlegten Sauen können wir also nur bei einer sog. Drückjagd erwarten. Drückjagden sind vereinfacht gesagt Treibjagden auf Hochwild. Hier mit Hundemeuten, einzelnen Stöberhunden und häufig auch unterstützend mit Treibern, versucht die Schwarzkittel auf die Läufe zu bringen.

.

.

Diese Drückjagden sind heute unabdingbar. Drückjagden sind aber in keinster Weise eine moderne Erfindung, sie waren seit Jahrhunderten immer fester Bestandteil der deutschen Jagdkultur.

Bei Drückjagden auf Sauen muß zwangsläufig mit geeigneten Hunden gejagt werden, denn ohne gute “Sauhunde” ist es in der Regel nicht möglich die Sauen vor die Schützen zu bringen. Die Sauen sind das wehrhafteste Wild welches hier zu Lande vorkommt.

Diese Wehrhaftigkeit, gepaart mit hoher Intelligenz, machen die Jagd auf das Schwarzwild so schwierig und durchaus auch gefährlich.

.

 

.

Bei den meisten zu bejagenden Flächen handelt es sich um deckungsreiche Waldgebiete, aber auch um Getreide- (vornehmlich) Maisfelder, wo die Sauen perfekte Deckung finden und oft erheblich Schaden an der Frucht hinterlassen. Gerade bei den immer größer werdenen Maisschlägen, haben die Landwirte häufig sehr hohe Verluste. Der durch die Sauen verursachte Wildschaden ist ürbrigens i.d.R. vom Jagdpächter zu begleichen.

.

In diesen schwer zu bejagenden Gebieten braucht man Hundemeuten, die die Sauen so massiv bedrängen, dass sie ihre sichere Deckung verlassen und so eine reele Chance besteht das die Schützen Anlauf haben.

.

.

Sauen lassen sich in der Regel nicht einfach durch kläffende Hunden aus der Deckung treiben. Wenn die Sauen vermuten, dass draußen die Schützen auf sie warten, flüchten sie vor Hunden häufig überhaupt nicht, sondern lassen die Hunde schlicht auflaufen und verjagen die Hunde ihrer seits.

.

.

Das sogenannte “Sprengen” ganzer Rotten (Rudel-/Familienverbände) bedeutet dass die Hunde die Rotten so massiv unter Druck setzten, dass die Sauen alle einzeln flüchtig werden und so auch einzeln vor die Schützen kommen. Dies ist das Ziel einer deutschen Drückjagd auf Sauen!

.

.

Und das ist nur mit geeigneten Hundemeuten zu erreichen. Geeignete Saumeuten bestehen aus Hunden die als Finder agieren, diese Hunde müßen vorallem über eine gute Riechleistung verfügen, da sie es sind, die in der Regel die Sauen orten und durch anhaltenes Lautgeben versuchen die Sauen aufzuscheuchen und ihre Meutegenossen zur Unterstützung herran zu rufen.

.

.

Bei diesen Findern handelt es sich um lautjagende (fährten- u. sichtlaute) Hunde mit guter Nase, durch ihr Geläut werden dann die anderen Hunde der Meute herbeigerufen.

.

.

Die schneidigsten Hunde der Meute sind dann die, die tatsächlich die Rotten massiv attakieren und so sehr unter Druck setzten, dass sie gesprengt werden. Häufig verfügen diese schneidigen Draufgänger aber wiederum nicht über die genügende Nasenleistung um allein die Sauen zu finden. Aber auch viele der Finder würden allein wenig bewerkstelligen, da ihnen wiederum der Mut, die Härte, sowie das Durchsetzungsvermögen fehlen.

.

.

Deshalb sollte eine Saumeute aus einer gut durchdachten und gut aufeinander abgestimmten Mischung verschiedener Rassen bestehen.

Die Verordnungen in den einzelnen deutschen Bundesländern weichen teils stark von einander ab. In der Mehrheit kann man aber sagen, dass die zur Jagd eingestetzten Hunde, brauchbare Hunde im jagdlichen Sinn sein müssen, die (nach einer Einjagdzeit von max. 2 Jahren) ihre Brauchbarkeit bewiesen haben sollten.

.

.

Selbstverständlich kann die Zusammensetzung der Meute ganz vom Einsatzfeld abhänig variern. Vorallem sollte man auf die ganz individuellen Unterschiede der einzelnen Hunde achten. In vielen Gebieten können wir z.B. keine zu weit vorrausjagenden Finder gebrauchen da heutzutage die zu bejagenden Reviere dafür ga rnicht mehr groß genug sind, auch können wir z.B. beim Maisdrücken keine halbherzigen Kläffer gebrauchen die (wenn überhaupt) die Sauen mit gehörigem Abstand verbellen, statt wirklich scharf zwischen die Rotten zu fegen, denn nur so können die Sauen aus ihrer Deckung geschmissen werden.

.

 

.

In zu weiten Gebieten sollte man seine schärfsten und mutigsten Rottensprenger allerdings nicht unüberlegt einsetzten. Wenn sich sein bester Sauhund gerade im Zweikampf mit einer Sau befindet, muß man ihm schnellstens zur Seite zu eilen. Aber was macht der Hundeführer wenn sein Hund über 800 Meter entfernt, mitten in einem Brombeermeer eine wirklich starke Sau vor sich hat?

Bis der HF am Ort des Geschehens eingetroffen ist, kann der Hund schon tödlich geschlagen sein. Wenn jetzt nicht ein weiterer beherzter Jäger in der Nähe ist, der selbst den Mut aufbringt nur mit dem gezogenen Waidblatt (Messer) an die Sau zu treten sieht es für den Hund schlecht aus. (Ein Fangschuß aus der Feuerwaffe ist in dieser Situation i.d.R. nicht möglich, da immer die Gefahr besteht, dass nach dem Schuß nicht nur die Sau, sondern auch der gute Hund auf der Strecke liegt…).

.

.

Wenn man als Meuteführer also nicht leichtfertig in Kauf nehmen will, dass man einen guten Hund verliert, sollte man dafür Sorge tragen das sich seine schärfsten Sausprenger nicht aus einem Radius entfernen, in dem man ihn noch zur Hilfe eilen kann.

Natürlich kennen wir nicht erst seit Friess das Sprichwort “Wer Sauköpfe haben will muß Hundsköpfe dran geben…” Dieses Sprichwort hat auch heute noch mehr Berechtigung als viele vieleicht glauben mögen. Auch sind Sauhunde ganz klar reine Gebrauchshunde im tiefsten Sinn des Wortes und sicher nicht zum sofarutschen geboren, doch sollte ein verantwortungsbewußter Jäger seine Hunde nicht grundlos gefährden.

.

In Deutschland hat sich in den letzten 100 Jahren die Zusammensetzungen der Hundemeuten natürlich stark geändert. Jagten unsere Altvorderen noch mit Schwarzwild-Doggen als verlässliche Saupacker (Vorläufer von Boxer und Deutscher Dogge), so finden wir heute in deutschen Schwarzwildmeuten als schneidigsten Rottensprenger die jagdlichen Terriern, allen vorran der Deutsche Jagdterrier und der niedersächsische Heideterrier.

.

 

.

Die Saujagd in Spanien

.

Die traditionelle gesellschaftliche spanische Saujagd

Die Monteria

Die Monteria stellt eine große Gesellschaftsjagd dar, die seit langer Zeit in weiten Teilen Spaniens ausgeübt wird. Diese Jagd ist noch heute ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis und mutet zeitweilig etwas mittelalterlich an.

 

Dem Laien kann man die Monteria am besten als eine große Treibjagd auf Hochwild beschreiben. Es werden sehr große Areale bejagt, die häufig deutlich mehr als 1000 Hektar umfassen.

 

In der Regel werden vor Beginn des Treibens 100-300 Schützen angestellt, die ihre Schützenstände die sog. “Puestos” (die sie als zahlende Gäste häufig teuer erkauft haben) beziehen.

 

Die Monteria ist im Gegensatz zu der spanischen Ronda Extremena fast ausnahmslos der finanzstarken Oberschicht vorbehalten. Monterias werden hauptsächlich im südlichen Spanien abgehalten, weniger im Norden. Der Norden Spaniens ist deutlich grüner und bewachsener und ähnelt in vielen Teilen sogar unseren deutschen Revieren.

 

Bei der Monteria werden in der Regel vorhandenen alle Hoch-Wildarten bejagt.

.

.

Es wird versucht, das Wild mit großen Hundemeuten vor die Schützen zu treiben. Diese Hundemeuten heißen “Rehalas” (der Ausdruck soll sich vom arabischen Sprachgebrauch abgeleitet haben), manchmal werden sie aber auch als “Jaurias” bezeichnet. Bei einer Monteria werden oft 4 bis 30 Rehalas gleichzeitig im Treiben geführt. Eine Rehala setzt sich aus ca. 20-50 Hunden zusammen. Die Meute wird in der Regel nur von den Meuteführern den sog. “Rehaleros” geleitet, auch als “Podenquero” bezeichnet. In seltenen Fällen unterstützen weitere Helfer den “Rehalero“. Der Meuteführer kennzeichnet seine Hunde durch Halsbänder, die alle die gleichen Farben haben, die Farben seiner Rehala. Früher erhielten die Hunde häufig sogar Brandzeichen als Identifizierungsmerkmal. Alle spanischen Hunde hören erstaunlicher Weise recht gut auf ihre zweibeinigen Meuteführer. Der Rehalero ruft am Ende der Jagd, traditionell durch das Blasen auf einer großen Muschel, seine Hunde wieder heran.

 

 

.

Der Rehalero erhält einen Lohn für den Einsatz seiner Meute, der heute häufig nicht mehr ausreicht, um den Jahres-Unterhalt der Meute zu gewährleisten, geschweige denn ihn selbst zu alimentieren.

.

.

 

Bei den Monterias des früheren Adels, waren die “Rehaleros” Angestellte des großgrundbesitzenden Adels, die die Meuteführer und ihre Hundemeuten das ganze Jahr unterhielten.

 

 

.

20-50 Hunde stellen i.d.R. eine Rehala. Die traditionell verwendeten Rassen sind in erster Linie der Podenco Iberico, als schnelle Läufer und Finder und ca. 2-8 Alanos als griffsichere Packer. Häufig findet man auch leichte Mastin Espanols oder Mastin/Podenco Mischlinge in einer Rehala.

 

Das Wort “Alano“ wird hier wieder als Oberbegriff für die Packer verwendet, auch finden wir häufig die 8schon seiot Jahrhunderten) gleichmeinende Bezeichnung “Perro de Presa”. Die moderne Rasse Dogo Canario (Presa Canario) steht den alten Alanos aus früheren Zeiten genetisch am nächsten.

 

Es gibt auch Hundeführer die mit unterschiedlichsten, ausländischen Rassen (wie z.B. Beagle, Fox- u. Jagdterrier, Heideterrier, Deutsch Kurzhaar, Deutscher Boxer, Rottweiler, Dogo Argentino, Bull and Terriers, English Pointer und vielen weiteren) erfolgreiche Versuche gemacht haben und noch immer die verschiedensten Hunde in der Meute führen.

.

.

Einige Hundeführer bedienen sich sogar irgendwelcher Mischlinge, die sie aus den Tierheimen beziehen und nach der Jagdsaison einfach wieder aussetzen. Derartige Hundeführer können und wollen wir natürlich nicht als echte “Rehaleros” bezeichnen.

 

Die Hundemeuten werden meist in irgendwelchen Kleintransportern und Anhängern quer durchs ganze Land zu den Jagden gefahren, oft furchtbar eng zusammen gepfercht. Die Packer (Alanos) werden in der Regel gesondert transportiert. Ihre Verträglichkeit mit anderen Hunden ist zwar stabil, aber in der Regel nicht genügend so extrem ausgeprägt, dass sich ein Transporter mit 20-50 anderen Hunden empfehlen würde.

 

 

.

Bei der Monteria jagen also auch wieder die Finder als schnelle Lauf- und Hetzhunde. Sollten sie auf Schwarzwild treffen, benötigen sie die Hilfe der Alanos, die als echte Packer die nötigen Eigenschaften aufbringen, um die Rotten effektiv zu sprengen. Also die Wildschweine so unter Druck setzten, dass sie ihre sichere Deckung aufgeben. Hierbei stellt sich das Schwarzwild den Alanos häufig und greift die Hunde an. Es kommt zu einem Gefecht, in dem die Alanos versuchen, die Sauen zu packen und zu binden. Jetzt erst wagen sich die Podencos Ibericos (Finder) auch dichter an die Sauen und unterstützen die Alanos…

.

.

Wenn bei einer Monteria eine Meute geführt wird, die sich ausschließlich aus Laufhunden (vornehmlich Podencos, die übrigens trotz Ähnlichkeit nicht zu der Familie der Windhunde gehören) zusammen setzt, wird nur sehr selten Schwarzwild vor die Schützen getrieben, da sich die Podencos allein häufig nicht an die Sauen trauen. Falls sie es doch wagen, werden sie häufig fürchterlich geschlagen und somit sind häufig hohe Verluste an Hunden die Folge.

.

 

.

Ein Alano beeindruckt die Sauen da schon deutlich mehr als ein Podenco. Auch wenn die Sau einen Alano annimmt, schaffen es gute Alanos, (dank ihrer Griffsicherheit) die Sau zu fassen und zu halten bis der Rehalero die Sau mit dem Messer abfangen kann. Sicher sind, gerade durch ihr nicht unbeträchtliches Gewicht, auch die Alanos gefährdet und können von den Sauen schwer verletzt werden. In den meisten Fällen gelingt es den Alanos mit dem nötigen Schneid und festen Griff die Sauen so zu halten, dass er selten mehr als oberflächliche Verletzungen davon trägt. Schafft ein Alano es allerdings nicht, die Sau trotz mutigen Angehens sicher zu binden, sind ernste Verletzungen natürlich nicht auszuschließen.

 

Obwohl das Schwarzwild in Spanien selten das Gewicht von unseren (deutschen) Sauen erreicht, ist es nicht weniger gefährlich, da das Gewicht eher eine untergeordnete Rolle spielt, stärker als jeder Hund sind sie allemal.

 

Bei einer Monteria können nur völlig leistungsfähige und austrainierte Alanos mit sehr sportlicher Anatomie bestehen, da sie ja mindestens Anschluss an die deutlich schnelleren Finder halten müssen und im Bedarfsfall eine Sau über viele Minuten binden müssen, bis der Hundeführer selbst am Ort des Geschehens eingetroffen ist. Und das alles bei oft sehr hohen Temperaturen. Wirklich hervorragende Packer schaffen es, die Sauen bis zu einer halben Stunde zu binden.

 

Überfettete Ausstellungshunde, wie wir sie bei modernen Dogo Canario-Shows häufig antreffen, sind hier fehl am Platz, da sie nach kürzester Zeit vollkommen überfordert wären.

.

A.P.

.

 

Die spanische Ronda Extremena

 

.

Die “Ronda Extremena“ ist eine weitere Form der spanischen Jagd, die ausschließlich auf die Erlegung von Schwarzwild abzielt. Sie ist wohl die traditionellste und spannendste Formen der spanischen Saujagd.

.

 

.

Diese Jagdart war schon immer das größte Metier unserer Alanos. Bei der Ronda Extremena werden die Wildschweine ausschließlich nachts bejagt. Der Jäger führt in der Regel zwei bis drei Alanos an der Koppel.

.

 

.

Sobald die Finder eine Rotte oder ein einzelnes Stück gefunden haben, geben sie durch anhaltendes Bellen dem Jäger und seinen Packern an, wo sich die Wildschweine aufhalten. Auf das Anschlagen der Finder (die i.d.R. nicht genügend Schneit und Härte besitzen, selbst die Sauen zu stellen u. zufassen) schnallt der Jäger seine Alanos und eilt ihnen so schnell es geht nach. Einige mir bekannte Jäger benutzen Ihre Alanos auch zum Finden und verzichten so völlig auf den Einsatz anderer Rassen.

 

 

Wo es möglich ist, werden (in weitläufigen und gut zu durchquerenden Gebieten) die Alanos auch vom Pferd geführt. Die Verwendung von Pferden war früher weit häufiger als heute.

 

 

Bei der Ronda Extremena wird ausschließlich mit dem Waidblatt gejagt, Schusswaffen kommen nicht zum Einsatz.

.

 

.

Solange das Schwarzwild die Hunde nicht mit dem Menschen in Verbindung bringt, halten sie meist sehr lange, da sie die Hunde kaum fürchten. Gerade nachts scheint der Fluchttrieb der Wildschweine wenig ausgeprägt.

.

 

.

Sobald die Packer die Sauen erreicht haben, versuchen sie die Sauen durch fassen zu  binden. Hier ist jetzt der feste Griff der Hunde von größter Bedeutung. Um die Sauen mit der kalten Waffe zu erlegen, was kein ungefährliches Unterfangen ist, müssen die Sauen so gut wie irgend möglich von den Hunden fixiert werden. Andernfalls liegt dann neben den Hunden häufig auch der Jäger selbst in Scherben.

.

 

.

Wenn der Jäger die gestellte und gehaltene Sau erreicht, muss er sie ohne zu zögern, so schnell wie möglich abfangen. Man muss sich das bildlich vorstellen: mitten in der Nacht (nur bei Taschenlampen- oder Vollmondlicht) anpirschen an eine der wehrhaftesten Wildarten dieser Welt, in meist unwegsamen Gelände, mitten in einem Dornenbusch o. ä., um sie mit dem Messer zu erlegen. Dies ist Jagd pur und selbsredend nicht ungefährlich. Diese nächtliche Jagd hat etwas ganz besonders mystisches, was man kaum in Worten beschreiben kann.

 

Wer die Möglichkeit hat, an einer solchen Jagd teilnehmen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Allerdings ist es nur etwas für mutige Kandidaten, Leute die Angst um die eigenen Knochen haben sind hier fehl am Platz.

 

Die Ronda Extremena wird seit jeher in Spanien ausgeübt. Allerdings betreiben heute nur noch wenige Jäger diese Art der Jagd. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig, in erster Linie aber wohl darin zu sehen, dass die Jagd in Spanien, wie auch in vielen anderen Ländern, wieder mehr in der Hand der gehobenen Gesellschaftsschichten liegt und die Herren der High Society wenig Interesse für diese gefährliche Jagdart zeigen. Ein weiterer wesentlicher Grund ist, dass das Material geeigneter Hunde nahezu verschollen erschien.

.

 

.

Mittlerweile haben aber wieder relativ viele jagdbegeisterte Hundeführer begonnen, diese Jagd mit wachsender Beliebtheit auszuüben. Alle von Ihnen sind sehr traditionsbewusst, was sicher auch ein wichtiger Beweggrund für sie ist, die Ronda Extremena auszuüben. Alle Jäger die ich besuchen konnte, schienen sehr stolz auf ihre Hunde zu sein.

.

 

.

Als Packer werden wieder fast ausschließlich Alanos geführt. Vor einigen Jahren probierten auch einige mit anderen Rassen wie Mastin Espanol, Deutscher Boxer, Dogo Argentino und einigen anderen herum. Doch heute besinnen sich die meisten wieder auf ihre Alanos, die jetzt auch bei einigen Züchtern speziell für die Schwarzwildjagd gezüchtet werden.

.

A.P.

.

 

 

 

 

 

 

 

.

Die Jagd mit Packern…

…im spanisch-, portugisischen Überseeraum

Text folgt in kürze

Sauen und Saupacker

Einjaggatter / Prüfungsgärten im Ausland

Da das Schwarzwild extrem wehrhaft ist und daher eine große Gefahr für die Sauhunde besteht, kommt es immer wieder vor das unerfahrene Hunde bei Drückjagden schwer verletzt oder getötet werden. Deshalb ist es in vielen Ländern üblich die Hunde, die zur Saujagd eingesetzt werden sollen, zuvor in einem sogenannten Einjaggatter mit dem Schwarzwild bekannt zu machen und ihre Eignung zu prüfen.

 

 

Die Mehrheit der deutschen Meuteführer verzichtet auf die Verwendung der Einjaggatter und hofft das sich ihre Junghunde bei ihren erfahrenen älteren Hunden genügend abgucken. Doch kommt es immer wieder vor das ungeprüfte Hunde in Deutschland schwer geschlagen werden und dann bekommt man oft zu hören das dass nicht passiert wäre wenn der Hund zuvor die Gefährlichkeit der Wildschweine in einem Einjaggatter kennengelernt hätte.

 

 

Diese Gatter dienen also nicht dazu die Hunde scharf zu machen, auch nicht die Hunde zu trainieren, sondern vielmehr ihre Veranlagung, Eignung und Tauglichkeit für die Drückjagd auf Schwarzwild zu erkenen und den Hunden die Gefährlichkeit der Schwarzkittel zu demonstrieren. Denn der Hund der bei einer freien Jagd ohne “Köpfchen” drauflosgeht, wird das selbige wohl bald verlieren.

Diese Schwarzwildüberprüfungen sollten selbstverständlich nur von Jägern, unter berücksichtigung der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes durchgeführt werden.

Kein Wahrer Jäger würde je unnötig seinen Hund der Gefahr bei der Konfrontation mit dem Schwarzwild aussetzen, ebsensowenig würde er ehrlos mit diesem stolzen Wild umgehen.

Wer allerdings nur einen Sparringspartner für seinen harten Hund sucht hat in diesen Gattern wie auch auf jeder Jagd nichts zu suchen!

Wenn die Prüfungen in diesen Gattern anständig durchgeführt werden, haben diese Prüfungen selbstverständlich nichts mit irgendwelchen Tierkämpfen gemein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jagdkunst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.

Es grüßt mit Waidmannsheil und Ho Rüd Ho

Arne Pohlmeyer

Die traditionelle spanische Saujagd

Die traditionelle spanische Saujagd

Die Monteria

Die Monteria stellt eine große Gesellschaftsjagd dar, die seit langer Zeit in weiten Teilen Spaniens ausgeübt wird. Diese Jagd ist noch heute ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis und mutet etwas mittelalterlich an.

Dem Laien kann man die Monteria am besten als eine große Treibjagd auf Hochwild beschreiben. Es werden sehr große Areale bejagt, die häufig mehr als 1000 Hektar umfassen.

In der Regel werden vor Beginn des Treibens 50-150 Schützen angestellt, die ihre Schützenstände (“Puestos”) als zahlende Gäste teuer erkauft haben.
Die Monteria ist im Gegensatz zu der spanischen Ronda Extremena fast ausnahmslos der finanzstarken Oberschicht vorbehalten.

Bei der Monteria werden in der Regel alle Hoch-Wildarten bejagt.

Es wird versucht, das Wild mit großen Hundemeuten vor die Schützen zu treiben. Diese Hundemeuten heißen “Rehalas” (es soll sich vom Arabischen Sprachgebrauch abgeleiten), manchmal werden sie aber auch als “Jaurias” (spanisch) bezeichnet. Bei einer Monteria werden oft 4 bis 30 Rehalas gleichzeitig im Treiben geführt.

Eine Rehala setzt sich aus ca. 20-35 Hunden zusammen. Die Meute wird in der Regel nur von einem Meuteführer geleitet, dem “Rehalero”, auch als “Podenquero” bezeichnet. In seltenen Fällen unterstützen weitere Helfer den “Rehalero“.

Er kennzeichnet seine Hunde durch Halsbänder, die alle die gleichen Farben haben, die Farben seiner Rehala. Alle seine Hunde hören erstaunlicher Weise recht gut auf ihren zweibeinigen Meuteführer, der sie am Ende der Jagd traditionell durch das Blasen auf einer großen Muschel heran ruft.

Der Rehalero erhält einen Lohn für den Einsatz seiner Meute, der heute nicht mehr ausreicht, um den Unterhalt der Meute zu gewährleisten, geschweige denn ihn selbst zu alimentieren.
Bei den früheren Monterias des Adels waren die Rehaleros fest Angestellte des großgrundbesitzenden Adels, die über das ganze Jahr mehrere Meuten unterhielten.

20-40 Hunde stellen eine Rehala. Die traditionell verwendeten Rassen sind in erster Linie der Podenco Ibericos als schnelle Läufer und Finder und ca. 4-8 Alanos als Packer. Häufig findet man auch leichte Mastin Espanols oder Mastin/Podenco Mischlinge in einer Rehala.

Das Wort “Alano“ wird hier wieder als Oberbegriff für die Packer verwendet, die Rasse Dogo Canario steht den alten Alanos aus früheren Zeiten am nächsten.

Es gibt auch Hundeführer die mit unterschiedlichsten, ausländischen Rassen (wie z.B. Beagle, Fox- u. Jagdterrier, Deutsch Kurzhaar, Deutscher Boxer, Rottweiler, Dogo Argentino, Bull and Terriers, English Pointer und vielen weiteren) ihre Versuche gemacht haben und noch immer die verschiedensten Hunde in der Meute führen.

Einige Hundeführer bedienen sich sogar irgendwelcher Mischlinge, die sie aus dem Tierheim beziehen und nach der Jagdsaison einfach wieder aussetzen. Derartige Hundeführer können und wollen wir natürlich nicht als echte Rehaleros bezeichnen.

Die Hundemeuten werden meist in irgendwelchen Kleintransportern und Anhängern quer durchs ganze Land zu den Jagden gefahren, oft furchtbar eng zusammen gepfercht. Die Packer (Alanos) werden in der Regel gesondert transportiert. Ihre Verträglichkeit mit anderen Hunden ist in der Regel nicht genügend ausgeprägt, so dass sich ein Transporter mit 30 anderen Hunden verbietet.

Bei der Monteria jagen also auch wieder die Finder als schnelle Lauf- und Hetzhunde. Sollten sie auf Schwarzwild treffen benötigen sie die Hilfe der Alanos, die als echte Packer die nötigen Eigenschaften aufbringen, um die Rotten effektiv zu sprengen, also so unter Druck setzten, dass sie ihre sichere Deckung aufgeben. Hierbei stellt sich das Schwarzwild den Alanos häufig. Es kommt zu einem Gefecht, in dem die Alanos versuchen, die Sauen zu packen und zu binden. Jetzt erst wagen sich die Podenco Ibericos (Finder) auch dichter an die Sauen und fassen auch zum Teil.

Wenn bei einer Monteria eine Meute geführt wird, die sich ausschließlich aus Laufhunden (vornehmlich Podencos, die übrigens trotz großer Ähnlichkeit nicht zu der Familie der Windhunde gehören) zusammen setzt, wird nur sehr selten Schwarzwild vor die Schützen getrieben, da sich die Podencos nicht an die Sauen trauen. Falls sie es doch wagen, werden sie häufig fürchterlich geschlagen, und so hohe Verluste an Hunden anstehen.

Ein Alano beeindruckt die Sauen schon deutlich mehr. Auch wenn die Sau einen Alano annimmt, schaffen es gute Alanos, dank ihrer Griffsicherheit, die Sau zu fassen und zu halten bis der Rehalero die Sau mit dem Messer abfangen kann. Sicher sind, gerade durch ihr nicht unbeträchtliches Gewicht, auch die Alanos gefährdet und können von den Sauen schwer verletzt werden. In den meisten Fällen gelingt es den Alanos mit dem nötigen Schneit und festen Griff die Sauen so zu halten, so dass er selten mehr als oberflächliche Verletzungen davon trägt. Schafft ein Alano es allerdings nicht, die Sau trotz mutigen Angehens sicher zu binden sind ernste Verletzungen natürlich nicht ausgeschlossen.

Obwohl das Schwarzwild in Spanien selten das Gewicht von unseren Sauen erreicht, ist es nicht weniger gefährlich, da das Gewicht eher eine untergeordnete Rolle spielt, stärker als jeder Hund sind sie allemal.

Bei einer Monteria können nur völlig leistungsfähige und austrainierte Alanos mit sehr sportlicher Anatomie bestehen, da sie ja mindestens Anschluss an die deutlich schnelleren Finder halten müssen und im Bedarfsfall eine Sau über viele Minuten binden müssen, bis der Hundeführer selbst am Ort des Geschehens eingetroffen ist. Und das alles bei oft sehr hohen Temperaturen. Wirklich hervorragende Packer schaffen es, die Sauen bis zu einer halben Stunde zu binden.

Überfettete Ausstellungshunde, wie wir sie bei modernen Dogo Canario-Shows häufig antreffen, sind hier fehl am Platz, da sie nach kürzester Zeit vollkommen überfordert wären.

Die spanische “Ronda (Extremena)”

Die “Ronda” ist eine weitere Form der spanischen Jagd, die ausschließlich auf die Erlegung von Schwarzwild abzielt. Sie ist wohl die traditionellste und spannendste Formen der spanischen Saujagd.

Diese Jagdart war schon immer das größte Metier unserer Alanos. Bei der Ronda Extremena werden die Wildschweine ausschließlich nachts bejagt. Der Jäger führt in der Regel zwei bis drei Alanos an der Koppel.
Sobald die Finder eine Rotte oder ein einzelnes Stück gefunden haben, geben sie durch anhaltendes Bellen dem Jäger und seinen Packern an, wo sich die Wildschweine aufhalten. Auf das Anschlagen der Finder (die i.d.R. nicht genügend Schneit und Härte besitzen, selbst die Sauen zu stellen u. zufassen) schnallt der Jäger seine Alanos ab und eilt ihnen so schnell es geht nach. Einige mir bekannte Jäger benutzen Ihre Alanos auch zum Finden und verzichten so völlig auf den Einsatz anderer Rassen.

Wo es möglich ist, werden in weitläufigen und gut zu durchquerenden Gebieten die Alanos auch vom Pferd geführt. Die Verwendung von Pferden war früher weit häufiger als heute.

Bei der Ronda Extremena wird ausschließlich mit dem Waidblatt gejagt, Schusswaffen kommen nicht zum Einsatz.

Solange das Schwarzwild die Hunde nicht mit dem Menschen in Verbindung bringt, halten sie meist sehr lange, da sie die Hunde kaum fürchten. Gerade nachts scheint der Fluchttrieb der Wildschweine wenig ausgeprägt.
Sobald die Packer die Sauen erreicht haben, versuchen sie die Sauen durch Fassen zu binden. Hier ist jetzt der feste Griff der Hunde natürlich von größter Bedeutung. Um die Sauen mit der kalten Waffe zu erlegen, was kein ungefährliches Unterfangen ist, müssen die Sauen so gut wie irgend möglich von den Hunden fixiert werden.

Wenn der Jäger die gestellte und gehaltene Sau erreicht muss er sie ohne zu zögern so schnell wie möglich abfangen. Man muss sich das bildlich vorstellen: mitten in der Nacht (nur bei Taschenlampen- oder Vollmondlicht) anpirschen an eine der wehrhaftesten Wildarten in meist unwegsamen Gelände, mitten in einem Dornenbusch o. ä., um sie mit dem Messer zu erlegen. Jagd pur und nicht ungefährlich. Diese nächtliche Jagd hat etwas ganz besonders Mystisches, was man kaum in Worten beschreiben kann.

Wer die Möglichkeit hat, an einer solchen Jagd teilnehmen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Allerdings ist es nur etwas für mutige Kandidaten, Leute die Angst um die eigenen Knochen haben sind hier fehl am Platz.

Die Ronda Extremena wird seit jeher in Spanien ausgeübt. Allerdings betreiben heute nur noch wenige Jäger diese Art der Jagd. Die Gründe hierfür sind sicher vielfältig, in erster Linie aber wohl darin zu sehen, dass die Jagd in Spanien, wie auch in vielen anderen Ländern wieder mehr in der Hand der gehobenen Gesellschaftsschichten liegt und die Herren der High Society wenig Interesse für diese gefährliche Jagdart zeigen. Ein weiterer wesentlicher Grund ist, dass das Material geeigneter Hunde nahezu verschollen erschien.

Mittlerweile haben aber wieder relativ viele jagdbegeisterte Hundeführer begonnen, diese Jagd mit wachsender Beliebtheit auszuüben. Alle von Ihnen sind sehr traditionsbewusst, was sicher auch ein wichtiger Beweggrund für sie ist, die Ronda Extremena auszuüben. Alle Jäger die ich besuchen konnte, schienen sehr stolz auf ihre Hunde zu sein.

Als Packer werden wieder fast ausschließlich Alanos geführt. Vor einigen Jahren probierten auch einige mit anderen Rassen wie Mastin Espanol, Deutscher Boxer, Dogo Argentino und einigen anderen herum. Doch heute besinnen sich die meisten wieder auf ihre Alanos, die jetzt auch bei einigen Züchtern speziell für die Schwarzwildjagd gezüchtet werden.

Der Rehalero erhält einen Lohn für den Einsatz seiner Meute, wobei heutzutage von diesem Geld kaum ein Rehalero den Unterhalt für seine Hunde aufbringen kann, geschweige denn selbst davon leben.
Bei den früheren adligen Monterias war es mal so gewesen dass sich der großgrundbesitzende Adel selbst Rehaleros fest einstellte, die über das ganze Jahr mehrere Meuten hielten.

(Copyright Arne Pohlmeyer)

Spanien Jagd-Reise Anfang 2010

Jagdreise Spanien 

(Jagdterrier, Alanos/Villanos/Presas)

.

.

Anfang des Jahres waren wir mal wieder in Spanien. Dies ist klingt für die meisten sicherlich nicht besonders erwähnenswert, da wir bekanntlich häufiger im Ausland unterwegs sind, um Ausschau nach zuchtwertvollen Hunden und Linien zu halten. (lesen Sie auch diese beiden Artikel hierzu, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier und hier und klick hier.

.

.

Wie in der Vergangenheit schon mehrfach erwähnt, besuchen wir nicht nur bekannte Züchter, sondern favorisieren vor allem „Privatpersonen“ und Praktiker, die mit ihren Hunden arbeiten. Dabei interessiert uns nicht nur die schutzdiensttaugliche Hunde, sondern auch die wirklichen Arbeitslinien der Schwarzwildjäger und Rinderzüchter. 

Dieses Mal möchte ich einen kleinen Reisebericht zum besten geben, da wir uns diesmal nicht in Eigenregie aufmachten, sondern einer Einladung folgten.  Wir erhielten eine Jagdeinladung von einem spanischen Freund, der selbst ebenfalls Jäger und Rüdemann ist. 

.

…bereits unsere Jagdeinladung lass sich verlockend…

.

Eine größere Gesellschaft von Hundeführern sammelte sich in einem Tal  im Norden Spaniens und wir waren dabei. Alle Hundeführer waren auch Jäger. Neben uns waren noch weitere fremde Nationen vertreten. So waren Tschechen, Kroaten, Franzosen und selbst ein Kanadier angereist um gemeinsam diese Jagdtage zu begehen. Selbstverständlich hatten alle auch Hunde dabei. Es gab eine deutliche Majorität von Deutschen Jagdterriern, aber auch Airedale Terrier, Parson Russel Terrier, Heideterrier, Alanos und Villanos de las Encartacions waren dabei. Die Terrier fundieren in erster Line zum „Aufstöbern“ des Wildes, die Alanos und Perros de Presas Encarto (Villanos de las Encartacions) fungieren in ihrer Funktion für den harten Einsatz am Schwarzwild und (soweit er im Treiben bleibt) am Wolf. 

.

.

Der Villano de las Encartacions wird auch als Perro de Presa Encarto bezeichnet und stellt einen direkten Nachfolger vom alten, historischen Alano dar. Da er zwar sehr rein erhaltern blieb, aber von einer einseitigen Selektion auf “Gebirgstauglichkeit” beeinflusst war, stellt er heute die laufstarke aber leichteste Form des alten spanischen Packer dar. Wir sahen hauptsächlich Hunde mit einen Gewicht von 30 bis 35kg. (zum Thema Gewicht lesen Sie bitte auch folgenden Artikel, klick hier).

.

.

.

.

.

.

Wir wurden selten von soviel Gastfreundschaft begrüßt. Das noble Hotel wurde von den Gastgebern bezahlt und alles fand in einer traditionellen und sehr festlichen Form statt. 

.

.

.

Für uns war es eine besondere Freude vor allem einen Mann, bzw. korrekt ausgedrückt DEN Mann des Villano de las Encartaciones kennen zu lernen. Er jagt mit seinen Hunden überaus erfolgreich auf  Schwarzwild und nutzt sie auch als Packer an seinen Rindern. Die Rinder werden in dieser Region in traditioneller Art und Weise frei in den Bergen gehalten. Um sie einzufangen sind die Rinderzüchter auf ihre spanischen Packerhunde (Perros de Presas) angewiesen. Eine reinere und authentischere Arbeitslinie wird man wohl kaum finden. (Lesen Sie auch unseren Pionier-Artikel über den Villano de las Encartaciones, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

.

.

Viele Meuteführer aus Mittel- und Südspanien wollten schon Welpen aus dieser Zuchtlinie kaufen, da die Hunde nicht nur als überragende Packer gelten sondern auch sehr sozialverträglich mit anderen Hunden sind. Doch sie bekamen keine. Diese echten Linien werden seit vielen Generationen vom Großvater, zum Vater zum Enkel weitergereicht. Die Linie wird wie ein Schatz bewahrt und nur an wirkliche Praktiker aus der Region weitergegeben. Die Hunde werden nicht für den Verkauf gezüchtet, sondern nur für die harte Praxis. 

.

.

Wir sind sehr stolz und dankbar, denn wir bekamen von ihm einen Welpen geschenkt. Und er hat noch nie einen Hund ins Ausland gegeben. Wir wissen diese Ehre und diesen Respekt sehr zu schätzen. Des Weiteren bot er uns an, uns noch mehr Hunde aus seiner Zuchtlinie zu schenken – einzige Bedingung die Hunde müssen arbeiten, als funktionslose Haushunde sind sie ihm bei weitem zu schade… Nun sind wir die ersten Deutschen, die solch einen Hund ihr Eigen nennen können.  Muchas Gracias! 

.

.

Auch wurden uns Hunde aus verschiedenen authentischen Linien präsentiert. Leider hatten wir nicht genügend Zeit um mit ihm zu allen interessanten Packer hinzufahren. Dies werden wir allerdings sicherlich noch nachholen. 

.

.

Was für uns sehr interessant war, dass unserer neuer Freund, für viele (wie z.B. Dr. Carlos Conteraetc.) der “Reise-Führer” der Region war. Der informierte Leser hat sicher schon einmal etwas von einem geheimen Tal im Norden Spaniens gehört, in denen Alanos aus alter Zeit erhalten blieben etc. . Genau in diesem Tal waren wir, und unserer neuer Freund ist sozusagen DER Experte und Ansprechpartner für diese angeblich vergessene Region mit ihren reinen Alanosöhnen… (lesen sie auch diesen Artikel, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier  und diesen Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier ).

.

.

…Mittagspause im “Jägerstübchen”…

.

Da nicht alle das richtige Verständnis, bzw. den richtigen Sinn für die Jagd haben, will ich nicht allzu sehr auf die eigentlichen Jagden eingehen. Das Umfeld war wunderschön, die Landschaft grandios, nur der plötzlich aufkommende Schneefall hat uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Neben den Jagden standen aber auch noch Prüfungen mit Vergabe von Leistungskennzeichen auf der Tagesordnung. (lesen Sie auch diese beiden Artikel zum Thema Jagd, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier und Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier)

.

.

.

.

.

.

.

Während der Jagden und dem drum herum, wurde erzählt dass es einen wirklich bösen Prüfungskeiler gäbe, an den sich niemand rantrauen würde. Zu dem ist unsere Gruppe dann auch noch hin… Lotta hat sofort einen Top Angriff mit sauberen T-Griff gezeigt. Leider hat der Keiler mit seinem Gewaff Lotta daraufhin (innerhalb einer Sekunde) den Unterkiefer gebrochen und  sie sozusagen entwaffnet. Zwei Fangzähne gingen dabei verloren. Deshalb konnte sich der Hund nicht halten und wurde weggeschleudert. Zu dem Zeitpunkt wusste der Hundeführer nichts von den Frakturen und lies die Hündin weiter arbeiten. Der Keiler erwischte die Hündin mehrfach hart, die Hündin packte den Keiler aber auch noch – trotz der starken Behinderung. Eine “Alano Espanol FCI-Club” Hündin turnte (recht erfolglos) rum, doch die Packer aus Arbeitslinie wurden lieber geschont. (Im nach hinein verständlich). Danach war der besagte Keiler natürlich erst richtig in Fahrt, und da plötzlich noch ein Terrier entwischt war und die Spanier Angst bzw. großen Respekt bekamen, der Keiler aber gefangen werden musste, blieb keine andere Wahl als auch Ramera dran zuwagen.

Und…. Ramera stoppte den Bassen mit sicherem T-Griff. – Aufatmen! Als der Hund abgebreakt war riss sich die ganze “Geschichte” nochmals los und Ramera musste ihn noch einmal stoppen, diesmal waren wir uns sicher dass es irreparablen Bruch geben würde, doch sie band den Keiler noch ein zweites Mal mit sicherem Backengriff.

Lotta ist wirklich beschädigt, Ramera’s Lefzen sind zerschnitten, die AE-FCI-Hündin hat mehrere Stiche die aber nicht tief waren, da sie selbst nicht ganz ran wollte, aber alle sind soweit fit, bzw. auf dem Weg der Besserung. Gott sei Dank!!!

.

…die deutlich rampunierte Hundeschutzweste nach dem Keilereinsatz…

.

.

.

Die spanischen Keiler sind vom Gewicht zwar kleiner und gedrungener als unsere hier in Deutschland, dafür aber sicherlich nicht weniger wehrhaft. In Spanien wird, in traditioneller Weise,  mit mutigen Packern auf Schwarzwild gejagt. Da diese Jagdart immer wieder Verluste bei diesen Jagd-Hunden zur Folge hat, gibt es recht viele Einjag- und Prüfungsgatter, in denen sich die Hunde mit dem Schwarzwild bekannt machen können.

.

.

.

Für einen Freund von Arbeitshunde ist dies sicher eine überaus interessante Sache. 

Wer diese, fest mit unserer Rasse verbundene, Arbeitsverwendung nicht mag oder akzeptiert sollte sich von Jagden in Spanien fernhalten. Andere Länder andere Sitten!

Man muss auch anmerken, dass die großen Monterias in Mittel- und Südspanien mit ihren riesigen Hundemeuten, nicht mit der Jagdart im Norden Spaniens zu vergleichen bzw. gleich zusetzten sind. 

.

..

.

So gut es ging, knappsten wir noch etwas Zeit von den jagdlichen Aktivitäten ab und fuhren im Norden Spaniens herum und prüften eine Reihe von Dogos/Presas Canarios (private wie auch bekannte Zucht-Zwinger).

.

.

.

.

.

.

..

.

.

Nach einer Woche sind wir, zwar etwas ausgemergelt, aber voller schöner Eindrücke und  Erlebnisse wieder zu Hause angekommen. Wir konnten einige neue und sehr interessante Kontakte und sogar Freundschaften schließen. Wir haben wieder einmal den Unterschied von Internetwerbung und der prüfbaren Realität erlebt und haben unsere Fühler nach neuen interessanten Blutlinien ausgestreckt. 

.

.

.

.

.

.

.

Meistens waren wir im mittleren bis südlichen Spanien unterwegs, doch dieses Mal hatten wir unsere Premiere im Norden von Spanien und ich muss sagen, dass für mich der Norden landschaftlich wirklich berauschend schön ist…

.

.

Muchas Gracias para Antonio y Titto

Arne

 .

Leider war dieses Mal unsere Foto-Ausbeute extrem mager, da wir nicht überall unsere Kamera dabei hatten.

Aber was sind Fotos schon im Vergleich zu schönen Erinnerungen!!!

.

Portrait über den AVD e.V. und den Dogo Canario im “Haustieranzeiger” !!!

.

Portrait über den AVD e.V. und seine Rasse den Dogo Canario (Alano/Perro de Presa)

in der Zeitschrift “Haustieranzeiger”.

AVD-Rund-um-den-Hund-Hausti.jpg

Hier nochmal der Text mit weiteren Bildern versehen:

Alano Verein Deutschland e.V. – AVD e.V.

.

El Dogo Canario

Alano Verein Deutschland e.V.

eingetragener Verein, Amtsgericht Hannover

.

In Deutschland wird die Rasse Dogo Canario vom “Alano Verein Deutschland e.V.“ (AVD e.V.) mit Sitz in Hannover betreut. Der AVD e.V. ist der einzige von den Spaniern anerkannte deutsche Verein und wird dort als Delegación Alemán del Dogo Canariogeführt.

.

Der AVD e.V. hat sich die Förderung des gesunden, wesensfesten und leistungsfähigen Dogos Canarios zur Aufgabe gemacht.

Es wird auf Gesundheit, Wesen, Leistung und Typ gezüchtet!

Der Verein führt ein gut geordnetes Zuchtbuch und registriert Welpen sowie Importhunde. Der AVD e.V. hat ein sehr hartes und umfangreiches Prüfungsprogramm entwickelt, dass es ermöglicht die zukünftigen Zuchthunde sehr präzise zu beurteilen. Alle Zuchthunde müssen ausführliche Gesundheits-, Fitness-, Leistungs- und Wesensüberprüfungen über sich ergehen lassen, bevor sie zur Zucht verwendet werden dürfen.

Kranke, feige, aggressive, wesens- und leistungsschwache Hunde kommen nicht zur Zucht!

Der AVD e.V. ist der einzige in Deutschland eingetragener, zuchtbuchführende Verein für die Rasse “Dogo Canario“.

.

Da wir einerseits klar zu der Geschichte und der traditionellen Verwendung, wie auch zu der Zucht reinrassiger Hunde stehen und so auch respektvoll unsere Rasse “Dogo Canario“ und dem Typ “Alano“ aus dem sie hervorgegangen ist würdigen, führen wir noch heute die alte spanische Bezeichnung “Alano“ im Namen unseres Vereins.

Im AVD e.V. kommen nur reinrassige Dogos Canarios zur Zucht! Alle Zuchthunde stammen direkt von Importtieren ab, oder wurden selbst importiert.

Der AVD e.V. distanziert sich auf  das Schärfste von jeglicher Mischlingszucht, wie sie in Deutschland momentan leider häufiger vorkommt.

.

Im AVD e.V. sind die deutschen Züchter der Rasse Dogo Canario organisiert. Wobei der derzeit aktivste und führende Zwinger “De la Arena“ (Mitglied im AVD e.V. & Club Espanol del Dogo Canario und spanischer F.C.I.) eine Vorreiterposition einnimmt. Da er als einziger in ständigem Kontakt mit den Züchtern des Mutterlandes steht und er jedes Jahr mehrere Male in Spanien und auf den Kanaren ist, um weiter Ausschau nach zuchtwertvollen Hunden zu halten.

.

(Arne Pohlmeyer, Frank Nedel, Miguel Ángel Gonzáles Álvarez, Grieorio Afonso Batista (eh. Besitzer von Ch. Urco), Antonio Gómez Ramírez (ehemaliger Präsident des “Club Espanol del Dogo Canario”).

.

!!!.jpg

(Spanischer Präsident des CEDC Ricardo Oramas Miranda (mit Tochter) und der deutsche Präsident Arne Pohlmeyer)

 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

.

!!!!!!.jpg

   Eduardo Leon Penate Cielo de Canarias u. Arne Pohlmeyer

 !!!!!!!!!!!!!!.jpg

   Gregorgio Barnacan Bull u. Arne Pohlmeyer

.

!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

Juan Pérez Marrero u. Arne Pohlmeyer 

!!!!!!!!!!!!!.jpg

    Antonio Gomez Ramirez u. Arne Pohlmeyer

.

Weitere Spanienbilder, klick hier! Weitere Spanienbilder, klick hier!

Der AVD e.V. verfügt über mehrere Hundeplätze in den verschiedenen Teilen Deutschlands und hält dort jedes Jahr mehrere öffentliche Treffen, Workshops und Prüfungstage ab.

Der AVD e.V. macht sehr viel Öffentlichkeitsarbeit, in dem seine Mitglieder ihre Dogos Canarios bei Großveranstaltungen, bei Seminaren, bei Schul- und Kindergartenbesuchen usw. vorstellen und das sichere Wesen und die Leistungsbereitschaft ihrer Vierbeiner eindrucksvoll unter Beweis stellen. .

Des Weiteren unterstützt der AVD e.V. die rasseunabhängige Gebrauchs- und Diensthundeausbildung und steht mit hochdekorierten Kynologen und Diensthundeführern in Kontakt.

.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

Knut Fuchs FCI-Malinois-Weltmeister bei einem AVD e.V.-Treffen    

 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

        Hans Werner Jahnke “Meister seines Faches”

 .

 Polizei 20Niedersachsen.jpg

Bei so gut wie jeder AVD e.V.-Veranstaltung sind auf Hundeführer von Polizei und Bundeswehr als Teilnehmer dabei

.

 .

 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

 Mehrmaliger FCI-Schlittenhund-Weltmeister Peter Kick, AVD e.V. Mitglied und AVD e.V.-Züchter

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

“Puma” AVD-124, erster VPG3 und IPO3 Alano der Welt 

.

Die Anfänge der Dogo Canario Zucht in Deutschland

.

 

Erste FCI Registrierung im deutschsprachigen Raum, Rudolf Sewerin(Deutschland), Mag. Dr. Otto Schimpf(FCI Österreich), J.M. Sanz Timón(FCI Spanien), Thomas Schultz(Deutschland). Die beiden Dogos Canarios sind “Tara” & “Bindo”.

.

Ende der 80er Jahre wurden die ersten Rasseexemplare von Spanien und den Kanaren nach Deutschland importiert. Es wurde gehofft, dass man mit dieser alten robusten Rasse nun endlich einen gesunden und leistungsfähigen Molosser gefunden habe, der in der Lage sei den  Hunden aus dem Gebrauchshundelager Paroli bieten zu können.

.

1989 wurde dann auch der erste deutsche Verein für die Rasse in Deutschland, unter dem Namen “Presa Canario Club e.V.“,  eingetragen. Dieser Verein wurde intern kurze Zeit später in “Alano Club e.V.“ umbenannt. Die ersten drei Zwinger waren Matarife,  De TinguaroBentaiga, viele weitere folgten. Der erste durch die Cania Central (FCI) anerkannte u. veröffentlichte Standart wurde bereits 1992 in Deutschland veröffentlicht. Der Verein importierte bis zu seiner Auflösung im Jahr 2000 weiter Dogos Canarios nach Deutschland. Kurz nach der Auflösung des “Presa Canario e.V.“ wurde dann der “Alano Verein Deutschland e.V.“ gegründet der zum jetzigen Zeitpunkt der einzige zuchtbuchführende, deutsche Verein für die Rasse Dogo Canario ist.

Alano-Verein-Deutschland.jpg

Dogo Canario Rassebeschreibung:

.Vom alten Alano zum Dogo Canario von heute 

Herkunft:

Der Dogo Canario stammt vom alten Alano ab. Der Alano war ein Hundetyp den wir uns am einfachsten als wehrhafte Dogge vorstellen können, er entstand im mediterranen Raum, wie in ähnlicher Weise auf den britischen Inseln Mastiff und Bulldog, sowie in Mitteleuropa der Bullenbeißer (Vorläufer des deutschen Boxers) als vergleichbare Spezies herausgezüchtet wurde. Der Dogo Canario stellte in Spanien den direkten Nachfolger des alten Alano dar. Der alte Alano  taucht in unzähligen Büchern und Schriften verschiedener Autoren ab dem 14. Jahrhundert auf. Auch im altertümlichen Schrifttum wurde dieser Hundetyp schon immer als Alano bezeichnet. Auch wenn diese spanischen Doggen ziemlich rein gezüchtet wurden, scheint es uns hier trotzdem richtiger von einem Typ als von einer Rasse im modernen Sinn zu sprechen. Die hier beschriebenen Hatz- und Kriegshunde entsprechen erstaunlich genau unseren Dogos Canarios von heute. Der Dogo Canario hat sich Gottlob bislang noch nicht zu weit von seinem Ahnherrn dem “Alano“ entfernt.

Dogo Canario Deutschland 2002

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

Festland Alano 1905… 

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!.jpg

…und Dogo Canario (um 1980), Deutlicher Unterschied?-nicht erkennbar! 

.

Wie der spanische Kynologe (Spezialrichter für spanische Rassen,Tierarzt,Züchter,Ausbilder u. Jäger) Sanz Timón sagt: heute existiert der alte Alano nur noch im Dogo/Presa Canario und in einigen Presas der nordspanischen Regionen weiter, diese Hunde sind die reinsten Nachfolger der alten Alanos.

 .

Namenswirrwarr: Alano Presa Dogo Canario

.Namenswirrwarr:

Hier wollen wir Ihnen eine kurze Richtigstellung um das, von einigen Deutschen, künstlich inszenierte Namenswirrwarr geben.

Die FCI(Belgien) hat den Hundetyp “Alano“ unter dem Synonymnamen “Dogo Canario“ vorläufig als Rasse anerkannt.

.

Erstens ist festzustellen, dass der Name “Dogo Canario“ ein brandneuer Name ist. Er wurde von angehörigen der FCI kreiert und existiert natürlich auch bei der FCI in verschiedenen Namensvarianten für die verschienen FCI-Länder. Zum Beispiel: in Spanien heißt er Dogo Canario, in Polen “Pies Kanryjski“, in Frankreich “Dogue des Canaries“ und bei uns in Deutschland ist die offizielle FCI-Bezeichnung „Kanarische Dogge“.

.

Die FCI hatte aus Spanien mehrere Namensvorschläge erhalten, die FCI hat sich dann für den Namen “Dogo Canario “ entschieden. In Spanien existieren und existierten aber noch duzende Namensvarianten für unsere Rasse wie z.B. Alano, Presa Espanol, Pero de Presa, Bulldog Espanol, Perro de Presa Canario, Perro de Toro, Mastin Canario, Alano Jabali, Perro de Pelea, Dogo Espanol u.v.m. .

.

Nur  einige absolut professionelle Showzüchter benutzen ausschließlich die spanische FCI-Bezeichnung ”Dogo Canario”.

Der Name Dogo Canario betitelt die gleiche Rasse die in alter Zeit als “Alano” und in den letzten Jahren auch häufig als “Perro de Presa Canario“ bezeichnet wurde!

.

Ein paar Deutsche behaupten gerne auch mal das es sich beim Dogo CanarioPerro de Presa Canario und Alano um drei völlig verschiedene Rassen handelt, das ist definitiv falsch und historisch wie genetisch nicht haltbar.

—-Das Wort “Alano“ wie auch das Wort “Dogo“ bedeuten im spanischen genau das selbe nämlich “Dogge“!—-

.

Funktionen des Alano/Dogo Canario

.

Funktion:

Die alten spanischen Doggen (Alanos) dienten dem jagdpassionierten, mittelalterlichen Adeligen als kompromissloser Packer wehrhaften Wildes (Hirsch, Bär, Wildschwein). Ein gefährliches Unterfangen, bei dem häufig nicht nur das Blut des Wildes floss. Der Viehzüchter nahm sie zum zusammentreiben seiner halbwilden Rinder. Das einfache Volk erfreute sich in jenen Zeiten an Bären- und Kampfstierhatzen, wo auch wieder Alanos zum Einsatz kamen. Und schließlich wurde er von den spanischen Konquistadoren als Kriegshund mit in die überseeischen Kolonien gebracht.

 .

.

.

.

Der Alano hat sich aus diesen brutalen, rohen und kämpferischen Zeiten, aber auch einige nützliche Eigenschaften erhalten, die er an seinen reinsten Sohn, dem Dogo Canario, weitergab  und die seine Besitzer noch heute sehr schätzen.

Heute wird der Dogo Canario in erster Linie als Familien-, Wach- und Schutzhund gesehen.

Über 90% aller im AVD e.V. gezüchteter Welpen sind in Familien mit Kindern vermittelt worden!

Des Weiteren hat er sich auch als Diensthund der verschiedenen Sicherheitskräfte etabliert .

.

Wie soll ein guter Dogo Canario sein?

.

Wie sollte ein guter und typischer Dogo Canario sein?

 

Wesen: 

Vom Charakter sollte der Dogo Canario ruhig, ausgeglichen, geradeaus, nerven- und triebstark sein. Ein unbedingt ernstzunehmender Beschützer von Haus, Hof und Familie. Kein Feigling oder hinterhältiger Wadenbeißer.

Er sollte sozial sein und sich körperlich Schwächeren nachsichtig zeigen.

Der echte Dogo Canario weist ein einzigartiges Balancewesen auf einerseits präsentiert er sich als kinderlieber und absolut umwelttauglicher Begleiter seiner Familie, andererseits verfügt er über genügend Mut, Härte und den nötigen Instinkt, um Angriffe auf die Seinen äußerst effektiv zu vereiteln. Wir finden hier Wesenszüge, die sich wohl in keiner anderen Hunderasse so gut vereinigen.

.

.

Aussehen:

Der Dogo Canario ist ein urwüchsiger, stämmiger, übermittelgroßer Hund. Die Funktion sollte beim Dogo Canario immer vor der Optik stehen. Auch darf man sich beim Dogo Canario keine Rasse vorstellen deren Exemplare alle absolut gleich aussehen, die Gesundheit, das Wesen und die Leistung sollten uns wichtiger erscheinen, dennoch muss der Dogo Canario aber Typ haben. Er soll molossid sein aber nicht plump wirken, er soll kräftig aber nicht überladen sein, er soll stabile Knochen haben aber nicht schwerfällig wirken.

Der Dogo Canario hat einen ausgeprägten Schädel vom brachyzephalen (breitköpfigen) Typus und einen muskulösen Körperbau. Das kurze, pflegeleichte Haarkleid ist einfarbig falb bis rot oder gestromt, Stromungen kommen in nahezu allen Varianten vor, von schwarz-, über grau-, braun-, rot-, bis falbgestromt ist alles als typisch zu bezeichnen, auch weiße Abzeichen kommen häufig vor.

Größe: (Schulterhöhe) 58-68 cm

Gewicht: Der austrainierte, muskulöse aber nie fette Dogo Canario sollte je nach Schulterhöhe, 40 bis 60 kg wiegen.

 Bizco (Import de la Arena)

www.Alanos.de

.

Prollen, Protzen, Prahlen können andere, bei uns gibt es beweisbare Qualität!

Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse für unsere Rasse Dogo Canario geweckt haben.

Ausführliche Informationen über diese wundervolle Rasse erhalten Sie unter

www.Dogo-Canario.biz    &     www.Alanos.de

oder

 AVD e.V.-Präsident:            Arne Pohlmeyer  Tel.: 05167/345

AVD e.V.-Vizepräsident:    Frank Nedel  Tel.: 0173/2324833

.

Kurz-Portrait des Kynologen Rudolf Sewerin.

Rudolf Sewerin

Gegen eine deutliche innere Widerstrebung, habe ich mich heute entschlossen einen kurzen Bericht über Rudolf Sewerin zu verfassen. Obwohl ich diesem Mann seine wohlverdiente Ruhe lassen möchte, versuche ich hier möglichst neutral ein paar Zeilen zu verfassen.

 

Dies soll also kein Versuch sein Rudolf Sewerin wieder einmal in das Scheinwerferlicht zu drücken, sondern eher eine Stellungsnahme unsererseits auf die ganzen Geschichten und Fragen, die ständig an uns heran getragen werden.

Kaum ein Mann in der deutschen Welt des Alanos (Perro de Presa Canario/Dogo Canario FCI) ist so umstritten wie Herr Rudolf Sewerin. Sicher gibt es hier und da auch einige Punkte die den Bereich der Ansichtssache verlassen, doch will ich gleich vorweg erwähnen, dass über Rudolf Sewerin weit mehr Unfug, erfundene Geschichten und Lügen im Umlauf sind, als über meine Person und das soll schon etwas heißen, den auch wir werden ständig von Neidern verunglimpft und denunziert.

Ich lernte Rudolf Sewerin erst in den 90er kennen.

Nach langer Suche nach geeigneten Dogo Argentino Zuchtmaterials, entdeckte ich plötzlich den Vater des Dogo Argentinos den spanischen und kanarischen Alano. Ich hatte immer wieder von ihm gehört, da auch die Argentinier immer davon berichtet hatten, dass die Urform des DA diese alte spanische Dogge war. Ich wälzte alle Berichte und Artikel die ich auftreiben konnte. Ich sah in Tierschutzzeitungen einige Perro de Presa Canarios (Alanos) die in Tierheimen in Lanzarote saßen, war mir aber unsicher ob ich mir mit so einem Tierheim-Hund einen gefallen tun würde, als ich plötzlich eine Anzeige laß”… Alano Entdecken Sie eine alte Rasse neu …” die Anzeige war ohne Bild oder weitere Hinweise auf einen Molosser, doch ich kannte zu diesem Zeitpunkt ja bereits die Geschichte und die Geschichten vom alten spanischen Alano. Nach einem kurzen Telefonat stellte sich heraus das Sie vom deutschen Pionier Rudolf Sewerin in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Alano Club/Presa Canario Club e.V. stammte, den ich bei der Suche nach guten Dogo Argentinos schon vorher einmal aufgetan hatte.

 

Nach meinen klaren Aussagen, was ich von einem Alano erwarten würde in Punkto Wesen und Leistung war ich verwundert über das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Zuchthunde, was hier Herr Rudolf Sewerin zeigte. Ich war es vom Dogo Argentino gewöhnt das bei konkreten Fragen nach Wesen und Leistung die Züchter doch erheblich ins Schwanken und Rausreden gerieten. Doch Rudolf Sewerin schien sehr überzeugt von der Qualität seiner Presas zu sein. Er bot mir am Telefon gleich an das ich seine Alanos vorgeführt bekommen werde, sie genau unter die Lupe nehmen könnte und das auch im Schutzdienst. Das war ja mal ein Wort!

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch sehr jung, behaupte aber dennoch genügend Erfahrung und Wissen über Hunde und ihre Ausbildung gehabt zu haben. Wie Rudolf  Sewerin, den ich wie viele andere immer nur als Rolf ansprach, darüber dachte weiß ich nicht. Allerdings ist mir in diesem Zusammenhang eine Aussage die Rolf über Thomas Schulz einmal kund tat noch gut in Erinnerung: …”Alter alleine ist keine Tugend. Schließlich kann man auch 30 Jahre etwas falsch oder garnicht machen”…

Ich machte einen Termin mit ihm der noch eine Weile hin war.

Vor unserem Termin traf ich noch einige deutsche Cane Corso- und “Presa Canario”-Züchter, die aber alle nicht über eine für mich ansprechende Qualität verfügten. Sie hatten meist Mischlinge, kranke Hunde oder Hunde die bei Rudolf Sewerin ausselektiert und weiter verkauft worden waren.

Letztendlich habe ich mir auch einige Alanos aus dem Zwinger des Presa Canario Club e.V. “Matarife” zugelegt. Im nachhinein muss ich immer noch sagen, dass der Kauf bei Rudolf Sewerin die richtige Wahl war, den alle anderen Presa Canarios / Alanos die ich in Deutschland gekauft habe, habe ich später weitergegeben, da sie für mich alle untauglich waren. Alle Exemplare die ich von Rudolf Sewerin erworben habe, sind auch bei mir zu Haus geblieben. Neben vielen Importhunden, haben wir also auch einen Teil unserer Zucht auf Hunde des Rudolf Sewerin aufgebaut.

 

Ich und einige andere Freunde von heute waren auch Mitglied in dem von Rudolf Sewerin geleiteten Club.

Nun ist es aber so, dass ich hier nicht uns sondern Rudolf Sewerin vorstellen will.

Um wertfrei und emotionslos zu bleiben, mache ich hier eine eher kurze oder knappe Zusammenfassung seiner kynologischen Eckdaten und lasse alles Private raus:

Rudolf Sewerin wurde als Sohn eines Tierarztes geboren und beschäftigte sich seit seiner Jugend mit Tieren. Sein Vater züchtete mit Unterstützung seines Sohnes Whippets und Dackel. Die Whippets sollen nach Angaben von Rudolf Sewerin sogar auf Leistung selektiert worden sein, was sie wohl bei Rennen unter Beweis stellten.

Rudolf Sewerin begann früh mit der Ausbildung von Gebrauchshunden. Er erhielt vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) die höchste Auszeichnung für Ausbildungserfolge die es im VDH gab.

 

Rudolf Sewerin gründete eine Rettungshundestaffel und war selbst einige male mit seinen Rettungshunden in Erbeben-Regionen im Einsatz. Er bildete mehre Bullterrier zu Rettungshunden aus, und leitete selbst Lawinenhundkurse. Was wir hier ruhig einmal rausstellen wollen, da er ja sonst häufig nur als Schutzdienst- und Kampfhundemann dargestellt wird.

 

Er wurde zu einem deutschen Pionier in der Zucht von Leistungsbullterrieren. Es gab in Deutschland zwar noch weitere Züchter die sich als Aufgabe gesetzt hatten den Englischen Bullterrier als Gebrauchshund zu züchten und zu erhalten (wie z.B. der häufig in Vergessenheit geratende Züchter Peter Schröer, Zwinger “Von der Vogelwiese”), doch war Rudolf Sewerin für viele sicher die schillernste Persönlichkeit unter ihnen. Einige sprechen sogar von Sewerin-Bullterriern als ob es eine eigenständige Rasse war.

Viele leistungsorientierte Bullterrierzwinger arbeiteten mit ihm zusammen. Er gründete den Bullterrierverein e.V. (BV e.V.), dem er vorsaß und in den fast alle gebrauchsorientierten Bullterrierzüchter eintraten. Der Verein war einige Zeit lang dem VDH angeschlossen. Bedingt durch einige unüberwindbare Differenzen kündigte der BV e.V. aber seine Mitgliedschaft im VDH und wurde von da an selbstständig und arbeitete völlig autark.

Rudolf Sewerin schaffte es Bullterrier zu züchten die sicher nicht die Spitze aller Hunderassen darstellten, doch waren die guten Exemplare aus seiner Zucht in den Belangen Wesen, Gesundheit und Leistung kaum von einem Bullterrier außerhalb des kleinen BV’s zu schlagen. Er war wohl der Mann für den leistungsinteressierten Bullterrierfreund.

Rudolf Sewerin schaffte es durch planmäßige Selektion seiner Nachzuchten eigene Linien aufzubauen. Einer der wichtigsten Merkmale eines wirklichen Züchters. Dies gelang ihm beim Alano nicht mehr.

Auch war Rudolf Sewerin meines Wissens nach, der erste Züchter gewesen, der den Mastin Espanol nach Deuschland brachte. Er züchtete den ersten Mastin Espanol Wurf  in Deutschland und leitete 6 Jahre lang die Arbeitsgemeinschaft für Mastin Espanol im Club für Molosser.

 

Ende der 80er Jahre importierte er die ersten Perro de Presa Canarios nach Deutschland und gründete 1989 den ersten Club für die Rasse. Den Club nannte er Presa Canario Club der auch so als Verein eingetragen wurde. Unter seiner Regie nannte sich der Club kurze Zeit später intern in Alano Club um. Er war der erste der sich um diese seltene Rasse in Deutschland bemühte, kein heute bestehender Dogo Canario Zwinger in Deutschland ist älter(!)

Rudolf Sewerin hatte viele gute Presas nach Deutschland gebracht, einige hervorragende Exemplare gezüchtet, wobei er es nicht mehr geschafft hatte eigene Linien aufzubauen. Die meisten Welpen seines Zwingers hatten mindestens ein Importelterntier.

 

Neben den oben erwähnten Rassen beschäftigte sich auch mit den folgenden Rassen Bordeaux Doggen, Presa Malorquin, Cane Corsos, Dogo Argentinos, Golden Retriever und anderen. Auch schien ihn das Thema Schwarzwildjagd, immer zu interessieren. Er nahm an Gatterüberprüfungen teil und führte selber Gatter-Tauglichkeitsprüfungen mit Hunden durch und vergab unter Eigenregie das Leistungskennzeichen “S” für schwarzwildtaugliche Hunde. Auch wurden unter seiner Leitung jagdliche Überprüfungen an schweren Raubwild durchgeführt. Wobei er selbst nie Jäger war, oder vielleicht richtiger ausgedrückt nie einen Jagdschein besäßen hatte.

 

Rudolf Sewerin wurde immer wieder von vielen als Tierquäler hingestellt, beleidigt und auch denunziert, dazu kann ich hier natürlich nichts bestimmendes sagen, es mögen manche Geschichten wahr sein andere sind sicher erlogen. Jemand hatte mir mal gesagt, das er meine, dass Rudolf Sewerin einfach in einer falschen Zeit geboren sei, ein zwei Jahrhunderte frührer hätten ihm sicher gut zu Gesicht gestanden, dem kann ich aus meiner subjektiven Sicht, so wie ich ihn kenne, nur beipflichten…

 

Was allerdings auffällig ist und darüber bin ich auch gewillt zu schreiben, ist die Tatsache, das Rudolf Sewerin für viele und vor allem für die so genannten Kampfhundeleute immer eine intetressante Persönlichkeit war. Er hatte definitiv eine große Ausstrahlung. Viele umgaben sich mit ihm, unterstützten ihn und pflichten brav allen seiner Ideen bei. Doch genauso groß wie sein Händchen mit dem Umgang mit Hunden war, war seine Fähigkeit im Umgang mit Menschen klein. Rudolf Sewerin ist sicher ein großer Kynologe der früher gute Hunde gezüchtet und ausgebildet hat, auch hat er es immer geschafft einen großen Kreis von Anhängern um sich aufzubauen. Aber im reinen Umgang mit Menschen und der Gesellschaft, oder wie man heute so modern sagt von seiner Sozialethik her, war er nicht sehr kompatibel. Man könnte es auch nett ausdrücken, er war so wie ich ihn immer gesehen haben, ein kynologisch ehrgeiziger und wissenschaftlich fundierter Mann, der allerdings ein absolutes Alphatier war, im Sinnbild eines A-Rüdens der nichts über oder neben ihm duldet. So erkläre ich es mir auch, dass Rudolf Sewerin mit nahezu allen die mal mit ihm eng zusammengearbeitet haben und sogar mit ihm befreundet waren einige Jahre später immer komplett zerstritten war. Ob es nun andere Züchter, Figuranten oder Unterstützer der Vereine waren. Rudolf Sewerin war der Chef ohne wenn und aber, den BV wie auch den AC/PCC e.V. führte er unter eisernen Regiment.

Genau genommen habe ich im Bezug oder Zusammenhang mit Rudolf Sewerin nur drei verschiedene Typen Menschen kennen gelernt. Die einen krochen ihm bei jeder Gelegenheit nach und beweihräucherten ihn, die anderen warteten auf jede Gelegenheit wo der “Alte“ einen Fehler machte, da sie ihn eigentlich hassten und ihm alle Schlechtigkeit zudichteten und dann gab es noch die deutlich kleiner Gruppe derjenigen, die eher neutral waren, die sich selbst ihre Meinung bildeten und für alle guten Tipps dankbar waren ohne alles blind zu glauben. Zu dieser dritten Gruppe zähle ich mich übrigens selbst.

Ich habe nie behauptet, dass Rudolf Sewerin nur gute Hunde gezüchtete hat, oder dass er aus meiner Sicht nicht auch einige Fehler gemacht hat. Für mich war Rudolf Sewerin ein guter Kynologe und Hundeausbilder, allerdings habe ich ihn immer auch als herrisch und etwas egozentrischen Mann empfunden.

Auch heute gibt es wieder Leute die Herrn Rudolf Sewerin vergöttern und alles was er einmal schrieb als Dogma ansehen, ihn als Erfinder ganzer Hunderassen darstellen und andere die so tun als ob er ein Scharlatan gewesen sei, oder der größte Tierschänder den Deutschland je gesehen hätte.

Alle Extreme die ihm neuerdings wieder angedichtet werden, halte ich persönlich für weit überzogen.

Es wurde kürzlich sogar versucht uns und mich im Besonderen, als kriminell hinzustellen, nur weil wir früher Kontakt mit dem ach so bösen Rudolf Sewerin hatten. Also über so dümmliche Versuche der Verleumdung, kann man eigentlich nur lachen.

Und auf alle weiteren haltlosen Horrormärchen von Tierquälerei und der Gleichen sowie wahre, halbwahre und schlicht weg erfundene Aussagen über Anzeigen, Gesetzesmissachtungen, Verfahren, aberkannte Doktortitel, Hausdurchsuchungen, Strafprozesse, Beschlagnahmungen, Verurteilungen, Inhaftierungen, möchte ich hier gar nicht eingehen, da ich denke, dass wohl auch die Privatsphäre von Rudolf Sewerin gewahrt werden sollte. Denn was er nun auch immer ist oder war, ist sicherlich nicht dass was viele denken und daraus resultiert sicher auch kein Grund, dass jeder ihn als “Hampelmann” für jeden Blödsinn rauskramt.

Rudolf Sewerin hat einiges für die Rassen “Alano/ Presa Canario”, “Mastin Espanol” und vor allem für den englischen “Bullterrier” in seiner Gebrauchsprägung  bewegt. Er hat sie nicht erfunden, sicher nicht- aber er hat sie in Deutschland bekannt gemacht und zu einem nicht unwesentlichen Teil auch mitgeprägt. Punkt.

Rudolf Sewerin macht mit Hunden nichts mehr und befasst sich meines Wissens nach wieder mit seinem ursprünglichen Beruf und seiner Familie.

Es gibt momentan wieder so viele komplexbeladene Deppen in der Hundeszene, die alles probieren um sich interessant zu machen, dass man nur hoffen kann, dass sich Rudolf Sewerin nicht von ihnen vor den Karren spannen lässt.

Sicher gibt es Leute die Rudolf Sewerin vielleicht noch besser beschreiben könnten als ich dies hier getan haben, doch denke ich sollte dies als Stellungsnahme unsererseits doch genügen, schließlich ist Rudolf Sewerin kein Prominenter, denen man ihre Privatsphäre ja gerne abspricht…

Also Rolf ich für meinen Teil wünsche Dir alles Gute !!!

Arne Pohlmeyer

19.02.08

Der neue Alano Espanol eine eigenständige Rasse???

Der neue Alano Espanol, eine eigenständige Rasse ???

Vorab muss man erst einmal herausstellen was “Alano“ eigentlich heißt. 

“Alano“ heißt übersetzt Dogge!

Was also schon mal eindeutig zu sagen ist, dass es sich hier um einen doggenartigen Hund handelt, sprich ein Hund vom Doggen-Typ. 

Nun gibt es ja bekanntlich eine ganze Reihe von Rassen die allgemein dem Doggentyp entsprechen. 

So gibt es neben dem Alano Espanol auch den Alano de Bordeaux (die Bordeauxdogge) den Alano Ingles (Englische Dogge), den Alano Brasileiro (Brasilianische Dogge), den Alano Cuba (die Kuba Dogge) um nur einige andere Doggen zu erwähnen. 

“Alano“ ist also keine Rassebezeichnung sondern nur eine Typbezeichnug: 

Alano=Dogge

Nun lässt sich beim “Alano Espanol“ ziemlich einfach ableiten, dass es sich um eine spanische Dogge handelt. 

In Spanien existierte seit dem frühen Mittelalter eine wehrhafte Dogge die zur Jagd auf wehrhaftes Wild, zum bändigen von Stieren sowie als Wach- und als Kriegshund Verwendung fand. Diese Dogge wurde allgemein als Alano bezeichnet. 

Dieser alte spanische Alano erreichte im Laufe der Jahrhunderte einen weltweiten Ruf als unübertrefflicher Packer.

Español

.

El respeto de todos los criadores y recuperatores de Alano Espanol y el G.A.P.A.E. !

Un agradecimiento especial para el Sr. Dr. Contera, Sr. Augustin del Rio, Sr. Manuel Járen Nebot,

Sr. Joaquín Cárdenas y Sr. Jose Ignacio Vega.

.

Ist der alte Alano restlos ausgestorben?

Der “Alte Alano“ verschwand im 20 Jahrhundert nahezu vollkommen von der Bildfläche, da sein Einsatzfeld immer kleiner wurde. Für Stierkämpfe wurde er kaum mehr verwendet, Kriegshunde brauchte man auch nicht mehr und bei den großen spanischen Monterias (den Drückjagden auf Hochwild) waren die, häufig etwas unverträglichen, Packer auch nicht mehr so gern gesehen.

So starb der “Alte Alano“ fast(!) aus. Die reinsten Nachfolger der alten Alanos (Alanotypen) finden wir heute in der modernen Rasse Presa/Dogo Canario und in einigen wenigen Exemplaren die in den spanischen Regionen Carranza, Cantabria, Vizcaya (Carranza), Llera (Burgos) rein erhalten blieben (so der Stand der Kynologie).

Diese wenigen Exemplare reichten aber nicht vollkommen aus um den alten Alano ohne neues Blut am Leben zu erhalten. (Lesen Sie bitte hierzu auch den Bericht über die Reinrassigkeit, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier)

Verschiedene Typen von Alano Espanoles?

.

??? Echte Alanos, Boxer, Mixe, Presas de Jabali ???

.

.

.

.

.


Wir finden in Spanien immer wieder leistungsfähige Hunde die als spanische “Alanos“ bezeichnet werden, und im besten Typ liegen. 

(Vergleichbar im Formwert mit Hunden wie z.B. unserer Tara, Sheila, El Toro, Jinete, Capitán, Cobra etc.). 

.

(Capitán de la Arena)

.

 

Diese guten, typischen Alanos finden wir in der Regel bei Rinderzüchtern und Jägern die als Meuteführer auf die Schwarzwildjagd spezialisiert sind (schließlich eine der typischen Aufgaben der alten Alanos). 

 

Auch waren wir in den letzten Jahren häufig recht verwundert, was man plötzlich für (aus unserer Sicht) untypische Alanos in Spanien bei einigen Züchtern und vor allem auf Ausstellungen finden konnte. 

 

Und leider gibt es auch welche die überhaupt keine echten Alano Zuechter sind. In Spanien beginnt so allmählich wieder ein echter Alano Boom, was dort in der einschlägigen Presse so alles als “Presa” oder “Alano Espanol” angeboten wird Bedarf einer genaueren Überprüfung. Man findet mittlerweile die verschiedensten optisch stark von einander abweichenden Typen, in den verschiedensten Preiskategorien. Man erhält fast den Eindruck, dass da alles zwischen Presa/Dogo Canario und Boxer und zwischen Pit und Dogo Argentino etc. als Alano Espanol angeboten von verramscht wird.

 

Bei vielen Züchtern die über Hundeklubs züchten, fanden wir Hunde die eher dem Typ des Deutschen Boxers entsprachen als dem des alten Alanos, viel zu kurze Fänge, falsche Winklungen, zu wenig Gewicht etc., auch waren diese Hunde auffällig bzw. untypisch verträglich mit anderen Hunden. Wurde doch von den Alanos aus alter Zeit so häufig berichtete wie schwierig sie auf den Monterias zu führen waren, da sie häufig das Raufen anfingen. Vor allem war der Transport der Alanos häufig recht abenteuerlich. 

 

Nun sahen wir plötzlich “Alano Espanoles“ die lustig im Rudel herumtollten, Rüden spielten ohne Dominanzgehabe miteinander ohne dass auch nur ein Funken Streit aufkam. So etwas erfreut einen natürlich, gerade wo wir doch bei unseren Hunden (vor allem bei den Rüden) zu Haus, in Deutschland, doch häufig größere Probleme mit dem Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden haben. Aber merkwürdig war es doch, gerade wenn man die alten Schriften und Erzählungen nicht vergisst in dem immer wieder von den angekoppelten Alanos gesprochen wird. Eine Koppel bestand aus einem Rüden und einer Hündin, nie mehr. 

Also mussten wir diese neuen Alano Espanol-Typen doch etwas genauer unter die Lupe nehmen…

 

Sie sahen auf den ersten Blick aus wie Boxermischlinge. Mischlinge mit deutschen Boxern? Dabei kamen mir dann einige Zeilen von Rudolf Sewerin in den Kopf, R. Sewerin schrieb einmal: …„Ein Tierarzt hat sich in Madrid in der Vergangenheit immer wieder damit interessant gemacht, hat diese Hunde sogar unter dem Namen Alano gezüchtet. Wir wissen aber inzwischen verbürgt, dass es sich bei seinen Alanos um Boxermischlinge handelt, Hunde um die 25 kg“… 

.

.

Ich denke dass Rudolf Sewerin hier wohl den Züchter und Kynologen Dr. Contera meinte, der ein wichtiger Mann in der neuen Entwicklung des Alano Espanol war und der aus der Nähe von Madrid stammt. Dr. Contera beschäftigte sich seit 1977 mit dem spanischen Alano und seinen Nachfolgern. Auch wenn Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterRudolf Sewerin wohl mit seinen Recherchen nicht falsch lag, ist (meines Wissens) hier eine Bezug auf Senior Contera nicht angebracht. Neben den vielen Züchtern die den bulldogartigen, boxerähnlichen Alano Espanol Typ züchten und favorisieren, lehnt Contera diesen strikt ab. Ebenso wie den boxerähnlichen Alano-Typ verurteilt er den Vorbiß als Gebißform auf’s schärfste! (Ob dies eine neue Sinnes-Wandlung ist, wie einige behaupten, oder schon immer so war kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Gewissheit sagen. Ihm war allerdings immer eine Betonung der Funktionalität und der Leistungsfähigkeit des Alanos sehr wichtig. Dr. Contera favorisierte allerdings einen sehr hochläufigen und eher leichten Typ, da er meinte, dass dieser auf den Monterias in seiner Geschwindigkeit den Findern (meist Podencos Ibericos) in nicht all zu viel Geschwindigkeit nachstehen würde. 

 

Dieses Motiv klingt zwar logisch, verwundert aber doch wenn man auf die ursprünglichen Monterias blickt, wo die Alanos überhaupt nicht frei zum stöbern geschickt wurden, sondern ausschließlich zum “Festmachen” eingesetzt wurden. Der Rüdemann (“Alanero”) schnallte seine Alanos erst, wenn die Findermeute die Sauen gefunden und gestellt hatten. Die Alanos wurden nicht frei mit der Findermeute losgelassen, sondern gezielt an den sogenannten “Bail” herangebracht und erst dann geschnallt. Es war eigentlich nicht üblich die Alanos zu schnallen, wenn sie nicht direkt Schwarzwild vorhatten.

 

Senior Contera ist sicher ein ernstzunehmender Kynologe dem Respekt gebührt. Neben dem Alano Espanol beschäftigte er sich auch einige Zeit mit einem spanischen Hühnerhund, dem er in spanischen Jägerkreisen zu viel Ansehen verhalf.

 

Viele weitere spanische Züchter gesellten sich zu der “Rekreation” des Alanos. Die meisten kreuzten moderne Hunderassen die wiederum Blut der alten Alanos führten, wie z.B. Dogo/Presa Canario, Dogo Argentino, Ca de Bou ect. . 

Die meisten von Ihnen betonten, dass sie einen leistungsfähigen Hund schaffen wollten. 

.

.

 

Neben dieser positiven Einstellung zum Alano, war ihnen aber auch der folgenschwere Irrglaube zu Eigen, dass es sich beim Deutschen Boxer um einen reinen Alano-Sohn handelt. 

Da kamen wir natürlich ins Grübeln. 

Bei deutschsprachigen Autoren, fanden wir so gut wie keine Hinweise auf diesen modernen “Alano Espanol”. Im Infomaterial von Stefan B. fanden wir folgendes:

.

.

.

Die beiden (hier angeführten) Texte über den Alano Espanol von Stefan B. unterschieden sich doch nicht unerheblich voneinander. Also hieß es weiter recherchieren, alte Kontakte aufwärmen und schauen was wir über diese modernen boxerartigen Alano Espanols raus finden.

.

.

Castro Diaz

.

Einen kleinen Teil der Resultate unserer Recherchen, sehen Sie hier in diesem Artikel. 

 

Alano Espanol spanischer Rückzüchtungsversuch

Der alte, wahre, historische und authentische Alano ist war ein Hundetyp, keine Rasse im Sinne der FCI, der auch in der heutigen Zeit Nachfolgerassen hinterlies.

.

Hunderassen wie Presa/Dogo Canario, Dogo Marlorquin, Dogo Argentino, Villano de Encartaciones, Cane Corso, Flia… etc. führen alle (mehr oder weniger viel) Blut dieses alten Alanos. Die neue spanische Hunderasse Alano Espanol führt ebenso Blut der alten Alanos ist aber keinesfalls automatisch mit diesen gleichzusetzten!

.

Deutlich bevor sich in Deutschland jemand um die Wiederbelebung des Alanos bemühte, schloss sich in Spanien eine Gruppe von Veterinärstudenten zusammen. Dies wird mehr oder weniger genau auf 1980 datiert. Diese Gruppe bemühte sich einige Hunde, die den Anschein machten echte Überreste des Alten Alanos zu sein, zu finden. Einige “Presas” konnten sie erwerben und begannen mit ihnen die Alano Espanol Zucht.  Auf diesen Zuchtanfang basiert der Großteil der aktuellen Alano Espanol Zuchten die man heute finden kann. Die Zucht kam natürlich nicht ohne Einkreuzungen weiterer Hunde aus, da die Basis viel zu gering war um nur mit Nachkommen dieser ersten “Alano Espanols” aus den 80er zu züchten.

Diese Hunde wurden verschieden Hunden und Rassen gekreuzt und ihre Linien erweitert. Wie in diesem Artikel erwähnt gab es auch einige nicht unerhebliche Einkreuzungen mit Fremdrassen wie z.B. den erwähnten Deutschen Boxer.

Dr. Contera, der zu der Pionier-Gruppe der ersten “Alano Züchter” gehörte. Bemängelt und verurteilt die Entwicklung “seiner” Rasse, seines Alano Espanoles” und schreibt heutzutage folgendes zu diesem Thema (übersetzte und zusammengefügte Textzitate aus dem spanischen):

…”

…” Die meisten der heutigen Alano Espanol-Züchter züchten nicht im Einklang mit der Tradition, sondern haben die Selektion der Rasse auf den Teppich des Ausstellungsrings verschoben. Der offizielle (und aktuelle) FCI-Rassestandart ist mehr als widersprüchlich, verwirrend und würde die Boxermischlinge verteidigen. Des Weiteren ist im Standart kein “Hinweis” auf den Alano Espanol als Jagdhund, da den Verantwortlichen die Funktionen des Alano Espanol nicht wichtig ist. Alano Espanoles werden aus diesem Grund immer attraktiver für Stadtmenschen und Privatpersonen die den Alano Espanol in der Etagenwohnung halten wollen. 

Die Züchter fördern die falsche Vorstellung, dass der Alano ein sanftes Haustier sei. 

Der schlimmste Fehler ist, dass die Rasse keinen Funktionstest unterzogen wird und dass mit Hunden mit Vorbiß gezüchtet wird. Der Vorbiß (vorgreifender Unterkiefer) hat den ganzen Alano Espanol geschwächt.  

Die Einkreuzungen von Boxern führte zu einer Verkürzung der LebensdauerDer echte Typ des Kopfes (Kopfform) ist so gut wie verloren. Die meisten Alano Espanol Züchter sind “Doggy-Menschen” und keine echten Jäger. Sie haben Scheuklapen auf, sprechen mit gespaltenen Zungen und haben die Rasse Alano Espanol in nur 4 Generationen bis zur Unkenntlichkeit zerstört.  Sie haben die Rasse in der Form geschwächt,  sie haben den Hund versüßt und sabbelig gemacht, ihn liebevoll, sensibel und laut gemacht. Alles um ein attraktives Haustier für die städtischen Bewohner zu erschaffen. Die Hunde haben neben dem Vorbiss, ultra-konkave Profile, wirken plump und zylindrisch. Die Alanos Espanoles haben nun hervorstehende runde Augen

Die südspanischen Züchter haben zweitklassiges Zuchtmaterial eingeführt. Sie haben einen Krüppel zur Zucht verwendet. Der berühmt “Turco” ist ein Boxer aus Bilbao. Eine Reihe weiterer inakzeptabler Rasseexemplare folgten in die Zucht: TarantoCurroGoicoVitorino etc. verbreiten den falschen Typ und die erwähnten Fehler. Sie beschmutzen das Blut des Alano Espanol. Jeder sollte den Stammbaum seines Alano Espanol nach diesen Hunden durchsuchen und darauf achten, dass die Namen dieser Hunde nicht in der Ahnenreihe der Welpen auftauchen. “…

“…

.

Um kein böses Blut aufkommen zu lassen, dies habe nicht ich sondern Dr. Contera der Alano Espanol Pionier geäußert!!! Es wird nämlich eine ganze Reihe Alano Espanol Züchter und Welpenkäufer geben, die die aktuellen Aussagen ihres „Rassepioniers“ nicht besonders ermunternd finden werden. Da die erwähnten Namen der AE-Rassevertreter in vielen Ahnenreihen auftauchen (vornehmlich im AE-FCI-Club, aber auch bei einigen anderen Züchtern und Vereinen).

Um aber informativ und umfangreich über die Thematik des „falschen Alanotyps“ zu berichten, ist es sicher nicht uninteressant einen der (wenn nicht sogar DEN)  Alano Espanol „Recuperations“-Pioniere hier zu Wort kommen zu lassen.

.

.

Fairer Weise muss man aber anmerken, dass es auch zu Beginn der neuen spanischen Rückzüchtung des Alano Espanoles, bereits Hunde gab die in der Kopfform, stark den bulldogartigen Typ präsentieren und dies stark an die nachfolgenden Generationen weitergaben. Natürlich kann es sein, was man manche ebenfalls erzählen, dass diese Hunde zuvor auch schon mit Rassen wie Boxer u. eng. Bulldog etc. vermischt waren, doch wurde dies in den 80er bis 90er Jahren, von den Pionieren des Alano Espanol, noch nicht so negativ gewertet, wie sie es heute tun.

.

Vater

Sohn

Enkel

.

Carpintero” ist einer der Hunde, die den Ursprung des modernen Alano Espanol bildeten. Seinen runden Oberkopf, seinen kurzen stupfen Fang und sein aufgezogenes Nasenbein vererbte er und seine Kinder an die nachfolgende Generationen weiter. Auch die buschigen Ruten (siehe Altermira und Chato) verankerten sich in einigen Zuchtlinen. 

Eine weitere “Linie” die in Spaninen und mittlerweile international polpulär geworden ist, ist die “Turco-Linie“:

.

Vater

.

Tochter

.

Enkel

.

Urenkel

.

Ur-Enkel

.

Ur-Ur-Enkel

.

Es gibt aber auch “Linien” die den historischen Typ des alten Alano, zumindest in guter Form, herausgemenelt haben. Die Unterschiede der folgenden Ahnenreihe (Bilderreihe) im Vergleich zu den beiden oben angeführten, sollten dem interessiertem Betrachter wohl nicht verborgen bleiben.

.

Mutter

.

Tochter

 

.

Enkel

.

Ur-Enkelin

Der neue boxerähnliche Alano Espanol “Alano Espanol moderno”

In der Zwischenzeit wurden ja im Internet etliche Alano Espanol Seiten eingestellt die häufig (nicht alle) auch diese Boxer ähnlichen Typen zeigten. Auffällig hierbei, dass fast alle dieser Züchter zwar immer auf die alten Funktionen, vor allem auf die Verwendung des Alanos bei der Schwarzwildjagd pochten, in der Regel aber eigentlich keine Meuteführer und somit Praktiker waren. Zwar findet man auf ihren Internetseiten häufig auch ein, zwei Bilder von Hunden an ihrem Hausrind oder an der wohlbekannten Gatter-Bache nebenan, dass war’s dann meistens aber auch.

.

 

Zwei Alano Espanol im neuen Typ

.

Natürlich verkauften auch einige von Ihnen ein paar Hunde an Jäger und natürlich nahmen vielleicht auch einige mal an einer Saujagd teil. Von passionierten Jägern oder Jagdgebrauchshundezüchtern zu sprechen würde hier aber doch zu weit führen.

Auch ist der durchschnittliche, spanische Meuteführer nicht bereit die durchschnittlichen Clubpreise zu bezahlen.

.

.

.

.

.

.

.

.

Ruck Zuck ging es auch los, dass diese Alano Espanol-Züchter (spanische Doggenzüchter) ihre Hunde auf Ausstellungen präsentierten, was wie jeder Liebhaber von gesunden leistungsfähigen Hunden weiß, immer ein Schritt in die Zerstörung einer Rasse ist. Hundeshows haben immer alle Arbeitsrassen nachhaltig beschädigt!

.

.

.

Positives muss man aber auch erwähnen! Erfreulich stellten wir fest, dass das historische Wissen dieser Züchter weit größer war als das geschichtliche Wissen der meisten kanarischen Züchter!

.

.

.

Auch stellten wir fest, dass viele Züchter dieses neuen Typs behaupteten, dass Ihre Hunde rein auf die wenigen überlebenen Alano Exemplare zurück gingen. Dies erschien uns wenig glaubwürdig, da es nach aller Wahrscheinlichkeit nicht genügend alte Exemplare waren um ausschließlich auf sie aufbauen zu können. Eine neu kreierte „Storie“ besagt, dass angeblich 300 reine Exemplare (hauptsächlich im Baskenland) gefunden wurden. Dies ist eine reine Schutzbehauptung, um der FCI eine neue, eigenständige Rasse aufzutischen. Selbst wenn wir glauben würden, dass die Zahl so groß war, wäre dies ohne Belang, da ziemlich genau festgehalten wurde wie viele bzw. wie wenige Hunde überhaupt in die Rekreation (oder “Recupertion”) des neuen Alano Espanol floßen. Vor Ort konnten wir die meisten Züchter dann doch zu ehrlicheren Aussagen bringen. Nach dem wir den Züchtern etwas auf den Zahn füllten, erhielten wir dann in der Regel als Antwort folgende Aussage:

Es wird versucht den alten Alano anhand seiner Nachkommen (Seiner Söhne) wieder zu rekonstruieren – diese neue Rekreation wird von den meisten als “Alano Espanol” geführt!

Beginn der Rekonstruktion war mehr oder weniger genau 1980, wo sich eine kleine Gruppe auftat um den “Alano Espanol” als eigenständige Rasse wieder zu beleben. Nun gab es vorher auch genügend Züchter bzw. in der Regel Jäger die Ihre Hunde als Alano Espanol oder auch schlicht als Presa oder Alano bezeichneten, die im Typ auch unseren Hunden entsprachen. Aber hier wollen wir uns jetzt erstmal mit dem boxerähnlichen, leichten Hunden beschäftigen, die so viele aus dem Internet kennen.

Die Züchter dieses neuen Typs mischten also verschiedene moderne Rassen zusammen, hier wurden meistens folgende Rassen genannte Presa/Dogo Canario, Ca de Bou und Dogo Argentino, sowie der Villano de las Encartaciones (den Villano de las Encartaciones kann man “noch” nicht als moderne Rasse bezeichnen). Soweit ja auch noch logisch aber dann wurde von einigen Züchtern auch vermehrt der Deutsche Boxer (und gelegentlich auch reine Jagdhunde / Laufhunde) in das Zuchtprogramm aufgenommen.

Ein Fakt den man meist erst vor Ort zu hören bekommt. Man muss halt richtig fragen, denn viele Züchter die im Internet nichts vom Boxer erwähnten, antworteten auf die Frage in welcher Generation der eine oder andere Hund einen Boxer führt, erstaunlich offen und präzise.

Nun muss man hier auch sagen, dass diese Spanier sehr wohl wissen, dass der Presa/Dogo Canario, der Villano de las Encartaciones “Presa Encarto” und der Presa/Dogo Malorquin (Ca de Bou) in ihrer unvermischten Variante eigentlich komplett echte und reine iberische Alanos sind und das der Dogo Argentino (“Alano Argentino”) zu über 70 % auf reine alte Alanos zurück geht. Deshalb war es ja auch mehr als logisch das sich die spanischen Züchter an diese direkten Söhne hielten. Nur, gibt es bei einigen Züchtern den fest verankerten Irrglauben das auch der Deutsche Boxer vom spanischen Alano abstammt (und nicht etwa vom germanischen Bullen- und Bärenbeißer). Das ist einer der Gründe weshalb viele Züchter des neuen Alano Espanol -Typs (“Alano Espanol moderno“) recht offen zugeben, dass teilweise massiv Deutsche Boxer eingekreuzt wurden. So massiv, dass sogar reinrassige Boxer (mit Papieren) gleich als Alano Espanols in den Clubs registriert wurden.

Durch diese neuen Züchter ist der Bekanntheitsgrad des Alano Espanol in Spanien so explosionsartig gestiegen, dass es mittlerweile eine Reihe von Clubs, Rassestandarts und Züchter gibt.

Auch gibt es wieder verschiedene Unterlager, die als Rassebezeichnung zum Beispiel Villano, Perro de Presa Espanol oder Perro de Toro Espanol fordern und sich absolut ungebunden und selbstständig sehen.

Wie in Spanien häufig, sind sich die meisten Züchter “Spinne Feind“, weshalb jeder zweite auch seinen eigenen Zuchtverband gegründet hat. Seit dem gibt es auch (leider) immer mehr Alano Espanols die vollkommen ohne Funktion in Privathand stehen, Leute die die Hunde weder jagdlich noch sonst irgendwie nutzen. Und sicher sind es in Zukunft wieder diese Leute und Züchter die man auf Ausstellungen durch den Showring stolzieren sieht.

Verschiede Alano Espanol-Clubs, Vereine und Verbände, die in einigen Punkten den Typ betreffend, teilweise grundverschiedene Auffassungen vertreten, gibt es in Spanien mittlerweile in großer Zahl.

Gegen besseres Wissen, wird in Deutschland häufig behauptet es gäbe nur einen einzigen Alano Espanol Verband in Spanien, natürlich der mit der spanischen Canida (FCI) kooperiert…

Aber dass alles kennt man ja auch von anderen Rassen, wo nur diejenigen genannt werden die sich der Schönheitsdachorganisation der FCI unterwerfen und häufig selbst zu der Zerstörung ihrer Rasse beitragen.

.

 Link zu einer Bildergallerie mit weiteren Bilder des Typus “Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAlano Espanol moderno”, klick hier!

Die reinsten spanischen Alanos findet man in der Rasse Presa/Dogo Canario und in wenigen Exemplaren des Presa Encarto

Jetzt stellen sich sicher viele die Frage ob denn demnach alle Alano Espanol Züchter mit Boxermischlingen züchten, die Antwort ist NEIN, es gibt sehr wohl noch Züchter die Alanos im echten alten Typ züchten, sie bezeichnen sie häufig als Perro de PresaPerro de AgarreAlano Jabali aber auch als Alano Espanol.

.

.

.

.

.

.

 .

.

Es sind durch die Bank alles Züchter, die ihre Hunde auch tatsächlich für die Sauhatz oder für die Arbeit an den Rinderherdenzüchten und nicht für den internationalen Internetverkauf.

Sie sind in der Regel keinem Verband angeschlossen und arbeiten autark. (Wobei ich an dieser Stelle hinzufügen muss, dass sich Mittlerweile auch Organisationen gebildet haben, die den Alano Espanol, mehr oder weniger, leistrungsorientiert betreuen. Sie lehen den Ausstelungsring als Selektionsmerkmal ab).

Selbstverständlich gibt es hin und wieder, auch in den spanischen „Schönheits-Clubs“ einige wirklich leistungsorientierte Züchter, doch auch hier gilt leider der Leitsatz „Ausnahmen bestätigen die Regel“…

Um sicherheitshalber gleich im Vorfeld wieder Fehlinterpretationen auszuräumen, wir haben absolut nichts gegen die Züchter des neuen TypsDie meisten von Ihnen sind wirklich freundliche und hoch motivierte Personen über die wir hier nichts negatives sagen wollen!

Doch wollen wir dennoch klar herausstellen, dass deren Hunde (in der Regel) nicht den korrekten Typ der alten spanischen Alanos entsprechen, weder vom Wesen noch vom äußeren Erscheinungsbild (Formwert).

Und wie bereits erwähnt gibt es bei den Praktikern immer noch alte robuste Arbeitstypen, knochenstarke Alanos mit einem Rüden-Gewicht zwischen 40 und 50 kg, mit anständigem Fang und ordentlich Feuer im Wesen.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Eine wirkliche Trennung zu den Bezeichnungen AlanoPresa Canario (Dogo Canario) und Presa Espanol lässt sich hier natürlich schwerlich ziehen.

(Lesen Sie hierzu bitte auch diesen Artikel über den Namenswirr unserer Rasse, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

Viele dieser alten robusten Typen stammen aus sehr traditionsreichen Linien, die nur von Praktiker zu Praktiker weiter gegeben wurden. Bei genauerer Nachforschung sind in vielen dieser Linien wieder Hunde von den Kanaren und einige dieser (wie oben geschildert) überdauerten, alten Hunde zu finden.

Es sind auch immer wieder Hunde dabei, die von spanischen Festlandzüchtern stammen, die wiederum nie auf Jagdeigenschaften selektiert haben (z.B. der Presa Canario-Zwinger „Atlas Asio“ hat mehrere seiner “Presas” an Jäger verkauft, die diese Hunde wiederum zur Weiterzucht ihrer Alano Jabali (Schwarzwild-Doggen) bzw. Alano Espanol genutzt haben.

Natürlich muss man sich auch vor Augen halten, dass viele der Meuteführer die Ihre Meuten (Rehalas) auf den großen Monteriasführen häufig nur wenige Packer dabei haben. Auch gibt es unter ihnen welche, denen es völlig egal ist aus welchen Linien ihre Alanos stammen bzw. teilweise auch andere Rassen sowie Mischlinge führen. Ihre Divise lautet: „Wenn der Hund funktioniert ist er gut, wenn nicht, dann ist er schlecht, mehr zählt nicht“.

So finden wir in manchen Rehalas häufig Hunde die als Packer genutzt werden, die im wesentlichen gar nichts mit den Alanos zu tun haben. Unter anderen finden wir neben den häufig verwendeten Alano-Sohn dem Dogo Argentino, auch Rassen wie BoxerMastin EspanolPitbull und (nicht einmal so selten) den Deutschen Rottweiler und allerlei Mischlinge (häufig Kreuzungen aus Podencos mit spanischen u. kanarischen Alanos oder mit Dogo Argentinos). (Lesen Sie hierzu bitte auch den Bericht über die spanische Saujagd, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fensterklick hier).

Aber wir wollen uns nicht allzu sehr mit Hunden aufhalten die uns vom alten Alano wegführen.

Zusammengefasst muss man also sagen, dass es in Spanien sehr wohl noch Alano Espanoles gibt die von Typ, von der Verwendung und von der Funktion sehr genau den Alanos entsprechen die aus alten Zeiten so rumreich die Jagd- und Geschichtsbücher füllten.

In der Regel stellen diese Hunde eine etwas leichtere Form des modernen Presas bzw. Dogo Canarios dar (Rassebezeichnung nach FCI).

Wir haben jetzt ja klar heraus gestellt dass, wie oben beschrieben (…“Die reinsten Nachfolger der alten Alanos (Alanotypen) finden wir heute in der Rasse Presa/Dogo Canario und in einigen wenigen Exemplaren die in den abgelegenen spanischen Regionen rein erhalten blieben“…).

Wir müssen uns aber genauso klar darüber sein , dass diese neuen boxerähnlichen Typen des Alanos nicht dem echten, alten Alano Typ entsprechen, uns auch glasklar vor Augen führen, dass die häufig überschweren deutlich zu massiven, übermolossoidien, unbeweglichen Dogo Canario Schönheitschampions, wie man sie bei vielen Ausstellern findet, genauso wenig dem echten Typ entsprechen. Gerade für die Jagd braucht man einen absolut gesunden, leistungsfähigen, ausdauerstarken und harten Arbeits-Typ.

Man findet die besten spanischen Alanos in der modernen Rasse Presa/Dogo Canario, aber auch hier nur wenn man sich die robusten und leistungsfähigen Arbeitsschläge raussucht, sowie bei den wahren Gebrauchszüchtern vom Perro de Presa Encarto und Alano Espanol.

Die einzige Rasse die unseren guten Hunden auf den Monterias, wirkliche Konkurrenz liefern könnte ist der Dogo Argentino, da es beim Dogo Argentino Linien gibt die seit sehr langen Zeiten konsequent auf die Schwarzwildtauglichkeit selektiert sind. Aber auch beim Dogo Argentino (Alano Argentino) wollen wir nicht vergessen, dass er ebenfalls auf unsere Spanische Dogge zurückreicht.

.

Link zu einer Bildergallerie mit typvollen Alanos,Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster klick hier! 

.

Abschluß – Liebe Leser

Bitte verzeihen Sie uns wenn wir uns in diesem Artikel mehrfach wiederholt haben, doch haben wir in letzter Zeit leider häufig feststellen müssen, dass einige unserer Artikel in der Kernaussage vollkommen falsch verstanden und wichtige Fakten vollkommen außer acht gelassen wurden.

Dies kann daran liegen, dass viele Leser die Berichte nur oberflächlich überfliegen. Dies ist sicher noch verständlich. Des Weiteren gibt es auch einige Gestallten in der deutschen Dogo Canario „Szene“, die nichts anderes zu tun haben, als Textpassagen von uns abzuschreiben (illegal zu kopieren) und in vollkommen falschen Zusammenhängen wiederzugeben.

Deshalb sehe ich mich gezwungen, bei unseren Artikeln in Zukunft mit deutlichen Merksätzen zu arbeiten. Dies soll Sie lieber Leser nicht befremden, ich bin selbstverständlich davon überzeugt, dass Sie vom Intellekt her absolut in der Lage sind, den Inhalt unserer Artikel auch ohne Merksätze voll zu erfassen.

Es grüßt Ihr

Arne Pohlmeyer

Nachtrag:

Uns wurde von einen engagierten Alanofreund einmal vorgeworfen, dass doch auch der spanische FCI- Alano Espanol Club, sehr wohl auch einige Jäger in seinen Reihen haben soll und auch dort die Leistung im Vordergrund stehen soll.

“!“Und bei diesen Züchtern eckt dieser Bereicht hier eventuell an.“!“

Sicher liegt es uns fern, in irgendeiner Weise zu provozieren, auch sind wir (wie mehrfach erwähnt) von der Gastfreundlichkeit einiger spanischer Züchter sehr angetan.

Doch wenn die Verantwortlichen des spanischen FCI-Clubs, ähnlich viel Wert auf die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und den Charakter des Alanos legen würden, wie wir dies tun, wären sie nicht zur FCI gerannt, hätten sie die „Rasse“ nicht als Rasse ohne Gebrauchsfunktion eintragen lassen und hätten sich nicht an Schönheitsausstellungen beteiligt. Eine Rasse mit eingetragener Gebrauchsverwendung (wie z.B. die Dienstgebrauchshunde oder die Jagdgebrauchshunde) können innerhalb der FCI bekanntlich akzeptabel existierten und gezüchtet werden. Doch der FCI-Antrag in Spanien, für den Alano Espanol, sah keine Gebrauchseintragung vor. Eben kein Jagdgebrauchshund, obwohl man dies in Spanien so häufig hört.

Demnach ist der Alano Espanol, laut FCI, ein weiterer so genannter „Luxushund“. Eine Hunderasse ohne Gebrauchsfunktion, vergleichbar mit Mops, Mastiff oder Mastino und all den vielen anderen..

Auch wollen wir (nachdenklich) darauf hinweisen, dass es auffällig ist, dass gerade die Züchter, die häufig Alano Espanols auf Schönheitsausstellungen führen, zu Hause häufig noch Mode- und Schmusehunde züchten, so gut wie nie aber andere Arbeitshunde.

Genauso muss man aber auch dem „Alano Espanol FCI Club“ zu Gute halten, dass er recht viel Engagement zeigt. Wobei er aber auch, aus politischen Gründen, einige Schlüsselfiguren der Alano Espanol Rekreation wissentlich totschweigt. Vereins-Politik halt…

Wir müssen in dieser Thematik sicher niemanden anprangern, doch wollen wir genauso unseren, ungezwungen, informativen und unabhängigen Schreibstiel beibehalten. Verpflichtet sind wir keinem Dachverband, keinem Züchter, sondern nur unseren Idealen zur Erhaltung der Rasse. Das Anecken scheint uns wohl zu Eigen zu sein…

Der Leser mit Weitsicht und der Fähigkeit geschichtliche und internationale Zusammenhänge und Parallelen zu erkennen, mag es uns verzeihen…

Merksätze zu diesem Artikel (Sicher ist Sicher)

Merksätze zu diesem Artikel:

-Das Wort “Alano“ bedeutet allgemein Dogge, es ist keine genaue Rassebezeichnung im Sinne der FCI!

-Alano Espanol heißt übersetzt Spanische Dogge.

-Die reinsten spanischen Alanos findet man in der Rasse Presa / Dogo Canario und im “Presa Encarto”.

-Der Alano Espanol ist streng genommen keine eigenständige Rasse. (Rein wissenschaftlich / kynologisch betrachtet). Wird sich aber vorraussichtlich in die Reihe der FCI-Ausstellungsrasse einreihen.

-Der Name Alano Espanol wird in Spanien von vielen verschiedenen Alano Espanol – Clubs und Verbänden als Rassebezeichnung verwendet.

Es gibt in Spanien sehr viele Hunde die von Ihren Züchtern als Alano Espanols geführt werden, diese sind häufig Kreuzungsprodukte aus den Rassen Deutscher Boxer, Dogo Canario, Dogo Malorquin, Villano de las Encartiones und Dogo Argentino u.a. . Wobei manche Züchter Ihre Alano Espanol-Zucht massiv auf den Deutschen Boxer aufgebaut haben. Diese Züchter und Hunde findet man auch häufig im Internet und trifft sie auf Schönheitsausstellungen, auf jeden Fall deutlich häufiger denn auf Drückjagden. Die Mehrheit dieser Züchter spricht von einer Rekonstruktion oder Rekuperation der Rasse / des Typs Alano Espanol. Diese Rekonstruktion soll Anfang der 80er Jahre begonnen haben.

-Viele dieser boxerähnlichen neuen Alanotypen sind genauso weit entfernt vom ursprünglichen echten, sprich alten spanischen Alano -Arbeitstyp, wie die heutigen überdimensionalen Showchampions beim Dogo Canario aus FCI-Zucht..

-Das geschichtliche Wissen der meisten “Alano Espanol“-Züchter ist in der Regel weit umfangreicher als das historische Wissen, des Großteils der kanarischen Züchter. (Was auf den Kanaren meist nur bis in die 1970er zurückreicht).

-Nicht alle als Alano Espanol bezeichneten Hunde sind Boxermischlinge! Es gibt immer noch typische Alanos im Wesen und Formwert. Diese Hunde findet man häufiger bei reinen Jägern, die ihre gezüchteten Hunde, auch (nur) an Jäger abgeben.

Rassehundezuchtpapiere: Ahnentafeln / Pedigrees

Rassehundezuchtpapiere

Die Wörter Ahnentafeln, Abstammungsnachweise, Papiere oder wie in der deutschen Dogo Canario Szene auch gern verwendet “Pedigrees“, (was ja auch besser zu working kennel und Co passt ;-) ) meinen alle ein und das selbe.

Diese Dokumente sollen nachweisen wo der betreffende Hund registriert bzw. eingetragen ist und so weit bekannt und nachweisbar wer die Vorfahren des Hundes sind.

Des Weiteren enthalten sie häufig weitere Angaben über den Hund wie z.B. Farbe, Abzeichen, Täto.- oder Chipnummer, Wurftag und häufig noch vieles mehr.

Aber ab wann kann man dieses Papier (woraus es in der Regel ja auch tatsächlich hergestellt ist) eigentlich als wirkliches Dokument bezeichnen, beziehungsweise ab wann ist es (und jetzt Obacht, jetzt wird es nämlich rechtlich) eine Urkunde???

Schon sind wir beim wichtigsten Punkt  wenn Sie nämlich einen Hund mit Papieren erwerben die einfach nur vom Züchter ausgefüllt wurden damit Sie Informationen über Ihren Hund haben die auf einem “Papier“ stehen, dann ist das gut und schön, bzw. solange Sie davon ausgehen können, dass Ihr Züchter ein ehrbarer Mensch ist und er Sie nicht anlügen würde, ist das als Backround-Information vollkommen ausreichend. Nur wie viele ehrbare “Züchter“ gibt es denn in den weiten der deutschen Dogo Canario-Masse? Uhijuijui… Nicht wahr???

Also der Punkt ist, damit es eine Abstammungs- oder Registrierungs- Urkunde im juristischen Sinne ist, muss das Dokument von einem Verein ausgestellt bzw. unterzeichnet sein, der wiederum bei einem deutschen Amtsgericht eingetragen ist.

Also als Merksatz:

Damit die Ahnentafel auch wirklich eine juristisch verwertbare Urkunde ist, die auch vor Gericht bestand hat, muss sie von einem Verein stammen der auch tatsächlich von einem Amtsgericht befugt wurde Urkunden auszustellen!

 Dogo Canario Deutschland Club Verein ?

Wenn Sie auf unsere Rasse, der spanischen bzw. kanarischen Dogge, bezogen sich die Vereinslage in Deutschland einmal gründlich anschauen gibt es eigentlich nur einen einzigen  Verein für spanische Doggen, der tatsächlich den Dogo Canario (wie unsere Rasse in Spanien häufig genannt wird) mit all seinen Fassetten betreut, den

AVD e. V.

eingetragener Verein, Sitz Hannover

Zuchtbuchführender Verein für spanische Doggen

Delegación Alemán del Dogo Canario ©

wer noch? Keiner! Ja genau so sieht’s aus, da können noch so viele angebliche “CLUBS“ meist sogar mit “e.V.“ versehen ohne das sie jemals eine Amtsgericht Eintragung hätten, im Internet soviel Werbung machen wie sie wollen. Die Rasse Dogo Canario (Perro de Presa / Alano) betreuen im wahrsten Sinne des Wortes tut nur der AVD e.V. .

Es gibt weitere Organisationen die für die Rasse und viele andere Rassen Papiere ausstellen würden, einen weiteren Spezial Verein für spanische Doggen, der den Dogo Canario zuchtbuchmässig erfasst und diese Rasse in ihrer Gesamtheit betreut gibt es wohl nicht. (Rechtlich müssen wir immer anfügen, soweit uns bekannt ist, dies gilt für den gesamten Artikel).

Also könnte man praktisch sagen, dass Zuchtpapiere die nicht von einem beim Amtsgericht registrierten Verein rechtlich überhaupt nichts wert sind. Soweit eigentlich logisch!

Aber jetzt kommen wir zu einem Problem, ist denn jeder eingetragene Verein seriös? Er sollte es sicher sein und in den meisten Fällen der Rassezuchtvereine ist das auch so, aber es gibt ja noch die anderen…

Unseriöse Vereine oder deutlicher die Ahnentafelmafia & Ahnentafel-Dealer-Organisationen

Auch Sie haben vielleicht schon mal gehört, dass ein Züchter der sehr viele verschiedene Rassen züchten in der Regel nicht gerade einen seriösen Eindruck macht, oder sehen Sie das anders? Sehen Sie und genau das gleiche gibt es auch bei Vereinen.

Da gibt es Vereine die X-verschiedene Rassen (in der Regel sogar alle die es gibt oder die man noch schnell erfinden könnte) betreut, eine enorme Leistung oder?

Sicher nicht! Denn von betreuen kann hier absolut keine Rede mehr sein!

Natürlich können wir hier nicht alle Vereine einbeziehen die mehr als eine Rasse betreuen, es gibt auch einige Vereine die hier nicht ins Schema passen wie z.B. “Club für französische Hirtenhunde e.V.“, der “Club für britische Hütehunde e.V.“ oder der “Deutscher Brackenverein e.V.“ um nur einige zu nennen die nicht nur eine Rasse betreuen und Ihrer Aufgabe trotzdem gerecht werden.

Nein wir sprechen hier ganz bewusst die Vereine an, die aus reiner Profitgier, Züchtern jedweder Rassen und Kreuzungen offizielle Papiere für Ihre Hunde verkaufen. Ja verkaufen!

Es gibt mittlerweile unzählige Organisationen und tatsächlich eingetragene Vereine die ohne irgendwelche Kontrollen jedem Züchter und Händler Papiere verkaufen.

Die Hundezeitungen, sowie das Internet sind mit Werbeanzeigen, von irgendwelchen “Deligierten-West-Deutschen-Verband-Rasse-Comissionen etc.” (Achtung dies war ein Synonym) überfüllt, wo jeder, vollkommen unkontrolliert, Papiere erwerben kann und zwar egal für was…

Ja? Na dann…

Keine Kontrollen? Ja genau so ist es,

wir haben es bei mehreren dieser unseriösen Organisationen zur Recherche getestet. Wir haben z.B. einfach mal angerufen und haben erzählt das unsere Dalmatiner Hündin bald Welpen bekommen wird, der Vater war unserer Angaben zur Folge auch ein Dalmatiner (oder zumindest gefleckt) und wir bräuchten dann ja bald Papiere für unsere Welpen, wie geht das jetzt von statten usw. , die Antworten waren immer ziemlich ähnlich wenn wir im Verein eintreten wird es etwas günstiger und wenn nicht etwas teurer, wir sollten nur das Geld (natürlich ganz wichtig) überweisen und dann einfach schreiben was in den Urkunden (Ahnentafeln) drin stehen soll, fertig! Aha, jetzt sind wir schlauer. Und ob wir überhaupt (wirklich) jemals einen Dalmatiner hatten, interessierte keinen nur das Geld für die Papiere.

Dann haben wir ebenfalls zu einer dieser Ahnentafel-Dealer-Organisationen Ahnentafeln versehen mit unseren Vereinslogos geschickt (nicht die echten Ahnentafeln der Hunde) und erzählt wir wollten jetzt unsere Hunde in Zukunft überdiese Organisation züchten. hocherfreut wollte man uns gleich am Telefon zum Zuchtwart ernennen, ohne das man sich auch nur einmal gesehen hat. Die Papiere die wir geschickt hatten wurden kurzerhand mit sämtlichen Fehlern abgeschrieben und auf Papiere der Organisation übertragen. Bevor uns die Papiere zurückgeschickt wurden, bekamen wir noch einen Anruf ob nicht noch Prüfungen, Ausstellungserfolge oder zumindest HD-Frei-Auswertungen unter die Namen der Ahnen eingetragen werden sollen. Das mache sich immer gut wurde uns mütterlich erklärt.

Darauf verzichteten wir und wollten möglichst schnell die ominösen Papiere in der Hand halten und tatsächlich die Papieren kamen, wie meistens bei diesen Ahnentafel-Vereinen optisch schön gestaltet (Häufig erhält man sogar vollkommen schwachsinnige Ahnentafeln in Form eines kleinen Büchleins).

So auf jeden Fall wurden also alle die Informationen mit Fehlern, inklusive Ahnen ohne weitere Fragen übernommen und neue Ahnentafeln ausgehändigt und das ganze von der so genannten “Zuchtbuchstelle“ der Ahnentafelorganisation beglaubigt, ein Züchter der vielleicht etwas mehr dazu sagen könnte, musste nicht unterschreiben, denn das nimmt dort die Zuchtbuchstelle allein auf Ihre Kappe.

Also auch hier wusste überhaupt keiner ob die Hunde jemals existiert haben, geschweige denn die Angaben auf dem Papier stimmten…

Interessant hierbei ist die Tatsache dass viele dieser Ahnentafel-Organisationen in ihren Regeln und Satzungen klar festgelegt haben, dass eine Aufnahme von Mitgliedern etc. nicht möglich ist, wenn sie gewerblicher Hundezucht oder Handel nachgehen. Trotzdem nehmen sie von diesen Personen liebend gerne das Geld für Ihre Dokumente. Uns sind sogar gravierende Fälle bekannt in dem gewerbliche Züchter/Händler sogar Vereinspositionen bekleiden.

Von gewerblichen Hundehändlern und Züchtern (die von wirklich seriösen Vereinen überhaupt keine Papiere bekommen würden), werden diese Papiere dann häufig noch als äußerst wertvoll angepriesen da der Verein ja so riesig ist bzw. für ALLE Rassen zuständig sei… Na dann, klingt ja super seriös oder nicht?

Merksatz hierzu:

 Es ist immer mit größter Vorsicht zu betrachten, wenn ein Verein/Verband für alle oder mindestens für sehr viele Rassen die nichts mit einander zu tun haben, Papiere ausstellt.

Zu 99% ist hier was absolut unseriös!

So nun mal von den unseriösen Vielrassezüchtern, zum seriösen normal Fall in Deutschland:

Wer betreut den Deutschen Boxer? – Der Boxer Klub e.V., Sitz München

Wer betreut den Westfalenterrier? – Der Verein für Westfalenterrier e.V.

Wer betreut die Deutsche Dogge? – Der Deutscher Doggen Club 1888 e.V.

Wer betreut den Berger de Beauce Beauceron? –Der Club für französische Hirtenhunde e.V.

Wer betreut den Deutschen Dobermann? – Dobermann-Verein e.V., Sitz München

Wer betreut den Foxterrier? – Der Foxterrier Verband e.V., Sitz Dortmund

Wer betreut den Deutschen Schäferhund? – Verein für Deutsche Schäferhunde e.V., Sitz Augsburg

Wer betreut den Hannoverschen Schweißhund? – Der Verein Hirschmann e.V.

Und wer betreut die Rasse Dogo Canario (alte Bezeichnungen  Alano, Presa Espanol, Presa de Toro, Perro de Presa Canario etc.) ? – Der

Alano Verein Deutschland e.V.

 

eingetragener Verein, Sitz Hannover

 

Zuchtbuchführender Verein für spanische Doggen

 

Delegación Alemán del Dogo Canario ©

Es ist uns klar, dass die meisten Welpenkäufer sich nicht wirklich für die Papiere Ihres Hundes interessieren, viele haben die Einstellung, dass sie schließlich einen guten Hund und nicht ein Stück Papier haben wollen. Das ist sicher auch nachvollziehbar, doch sollte man nicht vergessen, dass bei vielen Welpen Papiere mitgeliefert werden die nicht die Tinte wert sind mit der sie gedruckt wurden. Vor allem hat das in der Regel auch Auswirkungen auf die Qualität ihres Hund, denn in der Regel ist es wie bereits erwähnt so, dass die Vermehrer die sich nicht an die strengen Regeln der Spezial-Rassezuchtvereine halten, sich häufig Papiere bei den unseriösen “Alle-Rassen-Groß-Handel-Mit-Ahnentafeln-Vereinen” kaufen und deshalb auch Ihre Welpen mit Papieren anbieten können.

Früher haben wir alle Züchter die Ihre Welpen ohne Papiere verkauft haben als Schwarzzüchter bezeichnet, da sie sich nicht an die Zuchtvorschriften gehalten haben und i.d.R. mit qualitativ miesen Hunden gezüchtet haben. Heute haben diese Schwarzzüchter häufig die Möglichkeit sich Papiere für ihre Welpen zu kaufen. Doch bleiben sie unseriöse Schwarzzüchter!

Heute müssen Sie also bei einer Welpenanzeige, die den Vermerkt führt “Welpen mit Papieren“ ganz genau nachfragen von welchem Verein den die Papiere sind. Nicht das die Ahnentafel nachher noch von einer dieser unseriösen Organisationen stammt.

Viel Vorarbeit für einen Hundelaien, sicher,  aber Arbeit die sich lohnt!

Wenn Sie einen z.B.Dobermann  suchen, rufen Sie den Dobermann Verein  e.V. an.

Wenn Sie einen guten Jagdterrier suchen, rufen Sie den Deutschen Jagdterrier Club e.V. an.

Wenn Sie einen guten Westfalenterrier suchen, rufen Sie den Verein  für Westfalenterrier e.V. an.

Und wenn Sie eine gute Spanische Dogge suchen dann rufen Sie den AVD e.V. an!

Denn nur im AVD e.V. können Sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Sie einen dem Rasseideal nahen Hund erwerben können.

Der AVD e.V. hat international die strengsten Zuchtregeln für die Rasse Dogo Canario aufgestellt! Im AVD e.V. wird nur mit reinrassigen Hunden gezüchtet!

Im AVD e.V. wird auf Gesundheit, Wesen, Leistung und Typ gezüchtet.

Das bedeutet, dass Sie nur von einem Dogo Canario der im AVD e.V. gezüchtet wurde erwarten können, dass er später frei von genetischen Defekten, leistungsfähig, wesensfest in Ruhe und Reizlage, mutig, kinderlieb, familien- und umwelttauglich und wenn nötig verteidigungsbereit ist. (Sicher gibt es hin und wieder auch wo anders, vereinzelt “gute Dogo Canarios“, es werden aber immer nur Einzelexemplare sein und keine guten Würfen. Es wäre immer nur ein Glückstreffer, da die wirkliche Selektion, wie der AVD e.V. sie betreibt, vollkommen fehlt).

Und das alles können wir nur durch unsere hohen Anforderungen, die wir an die Züchter und die Zuchthunde im AVD e.V. stellen festigen.

Die Schwarzzüchter sind die Feinde unserer Rasse, da sie Hunde für die Zucht verwenden die über schwerwiegende Fehler verfügen und das schlägt sich massiv in ihren Nachzuchten nieder.

Also tun Sie sich und der Rasse einen Gefallen und erwerben Sie nur einen Dogo Canario aus seriöser und kontrollierter Zucht im AVD e.V. .

Was gibt es im AVD e.V. für Papiere?

Wenn Sie einen Welpen aus deutscher AVD e.V. Zucht erwerben, erhält dieser einige Zeit später, ein offizielles Dokument, eine Urkunde im juristischen Sinne. Dieses Dokument gehört zum Hund und bleibt zu jeder Zeit Eigentum des AVD e.V., Sitz Hannover. Beim Tode des Hundes ist es  an die Zuchtbuchstelle zurückzugeben. Diese Ahnentafel (Urkunde) ist nur gültig wenn sie vom Züchter und von der Zuchtbuchstelle unterschrieben ist. Änderungen dürfen nur durch die  Zuchtbuchstelle vorgenommen werden. Die Ahnentafel berechtigt nicht zur Zuchtverwendung des Tieres, diese ist nur nach erhaltener Zuchtzulassung möglich. Nachdruck, Vervielfältigung, Teilkopien, sowie fotomechanische Wiedergabe und die Speicherung in elektronische Medien ist nur mit schriftlicher Genehmigung des AVD e.V. gestattet.

Auf der Ahnentafel sind alle wichtigen Abstammungs- und Registrierungs-Angaben des Hundes zu finden.

Wichtig hierbei ist das die Ahnentafel vom Züchter und von der Zuchtbuchstelle unterschrieben ist, da sie sonst nicht gültig ist.

Nun bekommt der Zuchtleiter und manchmal auch die Zuchtbuchstelle häufig Fragen wie folgt gestellt: Warum denn bei manchen Ahnentafeln nicht alle Ahnenreihe ausgefüllt bzw. mit dem Zusatz “nicht nachweisbar“ betitelt sind. Die Antwort ist ganz einfach: Da der AVD e.V. seriös ist!  Häufig sind dem Zuchtleiter die Ahnen bis in die X-te Generation bekannt, doch wenn sie nicht definitiv und belegbar nachweisbar sind, werden sie auch nicht in die Ahnentafeln übernommen. Es sind ja schließlich Urkunden des AVD e.V. und nicht irgendwelche Phantasiebücher der Ahnentafel-Mafia.

Beispiel wenn die Eltern und Großeltern, des Welpen,  im AVD e.V. registriert und in das AVD e.V. Zuchtbuch eingetragen sind, die Urgroßeltern aber nicht in einem vom AVD e.V. anerkannten Zuchtbuch (oder anders definitiv belegbar) nachweisbar sind, werden sie natürlich nicht in die Ahnentafel eingetragen (selbst wenn sie bekannt sind), “nachweisbar“ ist das entscheidende Wort!!!

Bei reinrassigen Importhunden oder Hunden aus Schwarzzucht wird ebenso logisch verfahren, verfügen die Hunde nicht über vom AVD e.V. anerkannte Ahnentafeln, werden die Hunde registriert. Sie werden zwar ins Zuchtbuch des AVD e.V. eingetragen erhalten aber nur “Registerurkunden“, die über keine Ahnenreihe verfügen (da die Ahnen ja nicht eindeutig nachweisbar sind).

Werden Hunde importiert die über einen vom AVD e.V. anerkannten Ahnennachweis verfügen, werden die Ahnen eingetragen. Der Hund erhält eine normale Ahnentafel, die aber wiederum nur von der Zuchtbuchstelle unterschrieben wird.

Einfacher Merkblock:

Normale “Ahnentafeln“ sind mit Angabe von Züchter und Ahnenreihe (alle vom AVD e.V. nachweisbare Ahnen) versehen. Sie wird vom Züchter und von der Zuchtbuchstelle unterschrieben.

Wenn es sich um einen Importhund mit anerkannten Ahnennachweis handelt, erhält er die gleiche Ahnentafel, aber nur mit der Unterschrift der Zuchtbuchstelle, nicht des Züchters.

Register Papiere“ sind mit Angaben über den beim AVD e.V.  registrierten Hund versehen, enthalten aber keinen Ahnennachweis. Sie wird nur von der Zuchtbuchstelle unterschrieben.

Des weiteren gibt es noch so genannte “Export Pedigrees“ die Hunde erhalten, die ins Ausland verkauft wurden. Diese Export-Urkunden gibt es genauso einmal in der Variante der “Ahnentafel“ und einmal in der Variante der “Register-Papiere“.

Die Ahnentafeln, Export Pedigrees,  sowie die Register Papiere sind alles juristisch voll verwertbare Urkunden!

Dogo Canarios die aus einem AVD e.V.-Zwinger stammen erhalten den Zwingernamen des Züchters als Zusatz zu ihren Namen.

Beispiel:  “Alberto von Baden “

Dogo Canarios die von einem Züchter im AVD e.V. aus dem Ausland importiert wurden erhalten den Zusatz “Import-Zwingername“.

Beispiel: “Alberto (Import Eldorado)“

Dogo Canarios die von einer Privatperson (Mitglied) ohne gültigen Zwingerschutz importiert wurden erhalten als Zusatz  den “Nachnamen der Person“.

Beispiel: “Tornado (Vollberg)“

Sie haben bereits einen Dogo Canario (Alano/Perro de Presa) und wollen wissen ob er reinrassig ist und die Ahnenangaben korrekt sind?

Da die reinrassige Zuchtbasis an Dogo Canarios für die Rasseexperten des AVD e.V. noch überschaubar und in der Regel einfach zu ermitteln ist, übernehmen wir dies gerne (vollkommen kostenlos) für Sie, schicken Sie uns einfach eine Kopie der Ahnentafel Ihres Hundes und wir werden die Angaben für Sie prüfen.

Und wenn Sie noch weitere Fragen zu Papieren und Ahnentafeln haben kontaktieren

Sie die AVD e.V. Zuchtbuchstelle in Berlin. 

Zuchtbuchführer  Herr D. Grasow

zuchtbuchstelle-avd@alanos.de

Oder den

 AVD e.V.-Zuchtleiter Arne Pohlmeyer

arne-pohlmeyer@web.de

Tel.. 05167/345

Welthundeausstellung Worlddogshow 2006

Worlddogshow Welthundeausstellung 2007 Poznan Dogo Canario Alano Presa Espanol

Kurzer Bericht über die Welthundeausstellung 2006

Die FCI-Welthundeausstellung fand dieses Jahr in Polen statt.

Eigentlich hatten wir vor uns dises Wochenende auf den Kanaren zu befinden, doch durch familäre Schwierigkeiten konnten wir nicht so lange weg…

Und bevor wir garnichts machen fuhren wir halt zur World Dog Show 2007 in den wilden Osten.

Die Veranstaltung fand in vielen verschiedenen kleinen Hallen statt, was nicht gerade schön war  da man so nur einen Bruchteil der Veranstaltung mitbekam.

Wir fanden uns selbstverständlich am Dogo Canario (Alano) Ring ein. Trafen viele alte Bekannte und ein paar wenige Newcomer.

Wie wir uns schon vorher dachten kam es im Schönheitsring zu keinem internationalen Vergleich, da fast nur polnische, tschechische und slowakische Züchter anwesend waren. Daneben waren zwei bekannte Damen aus Holland mit polnischen Hunden, ein Nordamerikaner mit einem polnischen Hund und ein Romäne da.

Einziger Lichtblick zu einem internationlen Vergleich schien uns nur unser Freund Eduardo und Antonio der ehemalger Besitzer von Ch. Tor  zu sein.

Aber nur Eduardo hatte zwei Hunde von den Kanaren mitgebracht.

Viele mögen sich fragen warum bei einer Welthundeausstellung so wenig echte Konkurenz im Dogo Canario Ring da war…?

Das hat zwei Gründe der erste ist, dass von ein paar Ausnahmen abgesehen kaum ein spanischer Züchter es für nötig hält seine Hunde ausserhalb von Spanien vorzustellen und wenn schon dann lieber da wo der Markt sitz nämlich in den USA.

Der zweite Grund war, dass unser lieber Präsident die dies jährigen Monografica genau auf das gleiche Wochenende gelegt hatte, an denen im weit enfernten Polen die Welthundeausstelung war. Sicher war auf Tenerife eine weit aus größere Konkurenzdichte als in Polen, aber was soll’s wir waren nunmal in Polen gelandet.

Und Eduardo hatte von den Kanaren auch nicht irgendwelche noname-Hunde mitgebracht sondern den international bekannten “Champion Andy”.

Eduardo erzählte mir bereits ein paar Monate zuvor, dass er mit Andy kommen wollte um sich diesen leicht verdienten Welttietel zu holen, sein Bruder stelle dann zeitgleich einige Hunde aus ihrem Zwinger auf den Monografica aus.

Ich sagte da schon zu Eduardo dass es trotz der Bekanntheit des Rüden sehr am Richter liegen würde und das auch in Polen ein sehr konkurenzfähiger internationaler Champion steht.

Doch dann kam es ganz anders als auch ich vermutet hatte:

Der Richter war ein Tscheche der von der Rasse überhaupt gar keine Ahnung hatte. Er war Spezialrichter für Jagdhunderassen und hatte sich erst kurz bevor er den Ring betrat den Rassestandart durchgelesen.

Es war recht auffällig das er keine Ahnung von den bekannten Rassevertretern hatte und scheinbar hatte er eine vorliebe für falbe Hunde, den die waren bei ihm immer Vorne mit dabei.

Um es abzukürzen keiner der Favoriten gewann eine der Klassen, der Richter hatte einen verfetteten falben Rüden aus polnischer Zucht als besten Hund der Show gekürt. Der in Spanien fast alle anderen Rüden schlagende Ch. Andy wurde, vom Experten-Richter auf den 4. Platz degradiert und der Europachampion konnte auch nichts reißen. Das alles führte dazu das der Richter von einigen recht wüst beschimpft oder zumindest verarsc… wurde mit fragen ob er sich vieleicht verlaufen habe da er scheinbar meint er stände im Bullmastiff Ring oder richte auf jeden Fall so ect. .

Uns lies das kalt, da wir uns ja nur äusserst sekundär für Schönheitsaustellungen interessieren. Wobei ich schon sagen muß wenn das was da im Ring zu sehen war die Entwicklung unserer Rasse darstellt na dann gute Nacht. Sehr viele Hunde waren äußerst fett gemästet und voll mit Anabolika, was in Polen übrigens auch ohne Scheu ganz offen zugeben wird. Viele Hunde konnten sich nur schlecht bewegen und waren nach ein paar Runden im Ring schon vollkommen ausser Puste.

Jetzt fragen sich sicher einige warum wir überhaupt zu solchen Trauerspielen fahren bzw. wie wir als Leistungshardliner überhaupt eine Schönheitsaustellung betreten können…Tja wir besuchen ab und zu Ausstellungen um Hunde auf ihre Charaktereigenschaften zu überprüfen. Schönheitsaustellung und Wesensprüfung scheint in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr zusammen zu passen, das ist wohl richtig aber deshalb gehen wir dann ja auch mit den Probanten raus. So war es auch auf der Welthundeausstellung, ich hatte zuvor einige bekannte Züchter angerufen und ihnen mitgeteilt das ich nach polen fahren werde und der Rest war ein Selbstläufer alle wollten das ich ihre Hunde im Wesen und vorallem im Schutzdienst teste. So kammen nach dem der Richter fertig gerichtet hatte alle zu uns raus wo wir die Hunde (leider im strömenden Regen) auf Ihre Wesens und Schutzdiensteigenschaften überprüften. Das Resultat war nicht gerade berauschend, aber ein zwei Kandidaten waren akzeptabel, wovon wir auch ein paar Fotos gemacht haben.

Alles in allem waren die Bewertungen im Schönheitsring ein Phrase, aber wir haben ein paar alte bekannte getroffen und das ist ja auch immer ganz nett.

Für Leute die sich selbst ein Bild machen wollen haben wir eine DVD der Worlddogshow 2007 hergestellt, die man auch direkt über uns beziehen kann.

Arne Pohlmeyer